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Wirtschaft

Glyphosat: Monsanto muss krebskrankem Hausmeister 289 Mio. Dollar zahlen

Redaktion

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Der umstrittene Agrarkonzern Monsanto muss gegenüber einem an Krebs erkrankten US-amerikanischen Hausmeister hohe Schadensatzsummen leisten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Gericht folgte dem Vorwurf des Klägers, das Unternehmen mit Sitz im Bundestaat Missouri habe die Gesundheitsrisiken in seinem Verkaufsschlager ‚Roundup’ nicht ordnungsgemäß kundgetan. Das Unkrautbekämpfungsmittel enthält den weltweit in der Kritik stehenden Wirkstoff Glyphosat. Die Entscheidung könnte richtungsweisend für künftige Klagen sein.

289 Mio. Dollar für krebskranken Hausmeister

Das Geschworenengericht in San Francisco sah einem Artikel der Presse zufolge in der mangelhaften Deklaration eine „Heimtücke” des US-Konzerns. Deshalb muss dieses einem 46-jährigen Hausmeister aus Kalifornien nun 289 Millionen US-Dollar (253 Mio. Euro) an Schadensersatz zahlen. Dieser setzte das Mittel im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit in den Gärten mehrerer Schulen jahrelang liberal ein. Im Jahr 2014 diagnostizierte man bei ihm dann unheilbaren Lymphdrüsenkrebs.

Monsanto & Bayer bestreiten Gesundheitsschädlichkeit

Wenig Verständnis hat man für diese Einschätzung des Gerichtes bei der beklagten Partei. Monsanto bestreitet weiterin die kolportierte Gesundheitsschädlichkeit des Produkts. Man beruft sich dabei auf „mehr als 800” wissenschaftliche Studien und Bewertung, welche ein Krebsrisiko verneinen würden. Sein Produkt, welches seit über 40 Jahren im Einsatz sei, werde man auch zukünftig verteidigen. Im vorliegenden Fall will der Konzern Berufung einlegen.

Ähnlich die Sichtweise beim zukünftigen Mutterkonzern Bayer, welcher den Fall aufgrund des unfertigen Vollzugs der Fusion als Außenstehender Verfolgte. Für das Urteil äußerte man Unverständnis, weil wissenschaftliche Erkenntnisse keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und derartigen Krebserkrankungen nachweisen würden. Dies zeige auch die jahrelange Praxis.

Monsanto erwarten Folgeklagen

Diese Position dürfte neben wirtschaftlichen auch taktische Überlegungen bedienen. Da das Rechtssystem der Vereinigten Staaten das juristische Erbe des englischen Gemeinrechts tradiert, gelten Präzedenzfälle dort als bindend. Auch vor diesem Hintergrund könnte der Schluss, dass Glyphosat potentiell krebserregend sei, Schule machen. Bereits in näherer Zukunft steht dem US-Unternehmen ein weiterer Prozess bevor.

Ein kalifornischer Richter ließ erst im Juli ein Klagebündel mehrerer hundert Landwirte, Gärtner und Verbraucher zu einem Sammelverfahren zu. Zwar konnte auch der vorliegende Fall das Krebsrisiko von Glyphosat nicht abschließend klären – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält dies allerdings bereits seit 2015 für „wahrscheinlich”.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    11. August 2018 at 22:21

    289 Mio. Dollar: Auszahlungstermin höchstwahrscheinlich nach der Bekanntschaft mit der Bahre.
    Und wer führ dann die Revision, und, und, und, . . .
    Sagt ja bereits alles das ganze Drumherum, der Aufbau von der Anklage hin bis über das Urteil und die Bemessungshöhe ergeben ein Bild wie seriös der ganze Ablauf zu werten ist.
    Ein Showprozess.
    Was wissen wir welche Ziele damit verfolgt werden?
    Die einzigen Profiteure, die feststehen sind die Anwälte.

    • Avatar

      zippo

      13. August 2018 at 9:30

      Die Damen und Herren Eigentümer von Monsanto dürften sich freuen, den Laden gerade jetzt an Bayer anzubringen (oder angebracht haben).

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Wirtschaft

AfD-Kritik an Energiewende: Naturschutz als Opfer am Altar der Klimareligion

Stefan Juritz

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Die Umweltminister wollen die Windkraft ausbauen und damit die Energiewende voranbringen. Für den AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Stauch wird dadurch aber der Naturschutz am „Altar der Klimareligion” geopfert.

Stuttgart. – Vor zwei Wochen wurden auf der 94. Umweltministerkonferenz (UMK) zahlreiche Beschlüsse gefasst, um die sogenannte Energiewende voranzutreiben. So sprachen sich die Länder unter anderem für einheitliche Standards bei Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen aus. Weiters einigte man sich auf der Konferenz darauf, beim künftigen Zubau von Windkraftanlagen auch ein bundesweites Flächenziel von mindestens zwei Prozent zu erreichen. „Das ist ein weiterer Etappensieg, um die Hemmnisse beim Ausbau erneuerbarer Energien abzubauen. Denn nur mit einem starken Anteil von Windkraft können wir die Energiewende erfolgreich umsetzen und dem Klimawandel spürbar entgegenwirken“, kommentierte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) die Beschlüsse.

AfD: „Entscheidung eine Katastrophe”

Ablehnung kommt hingegen von der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. „Für Natur und Artenvielfalt ist die Entscheidung eine Katastrophe”, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher Hans-Peter Stauch in einer Aussendung. Mit den Beschlüssen zeigten die Umweltminister, dass ihnen die Umwelt „herzlich egal” sei. „Es kann doch nicht sein, dass alle Unzulänglichkeiten der Windkraftanlagen – ich meine hier zum Beispiel Infraschall, Schlagschatten, Rodung von Waldflächen, Entsorgungsproblematik stillgelegter Anlagen und vieles mehr – völlig ignoriert werden, um das Tempo der Energiewende zu erhöhen”, so Stauch.

Hinter dem jetzigen Beschluss der Umweltministerkonferenz vermutet der AfD-Politiker den Umsatzeinbruch in der Windenergiebranche um fast 30 Prozent im Jahr 2018. Diese schlechten Zahlen seien auch maßgeblich für den Umsatzrückgang im Bereich der erneuerbaren Energien verantwortlich. „Der ist nämlich im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 19,0 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro gesunken“, fasst Stauch zusammen.

Stauch kritisiert „gnadenlos missionierende Klimareligion”

Das Konzept der Energiewende hält der AfD-Abgeordnete aber allgemein für verfehlt: „Da ist nichts wirklich zu Ende gedacht, das Konzept der erneuerbaren Energien geht letztlich zu Lasten der Umwelt. Der jetzige Beschluss der Umweltministerkonferenz legalisiert die Tötung von Vögeln und Fledermäusen durch Verwaltungsvorschriften und bricht dabei wahrscheinlich geltendes EU-Recht.”

Überhaupt sei die Energiewende seiner Ansicht nach „längst gescheitert”. „Das belegen die ökonomischen Eckwerte und die unsinnigen und naturschutzwidrigen Beschlüsse rund um diese unausgegorenen EEN-Technologien. Menschen und Tiere zahlen einen hohen Preis für die gnadenlos missionierende Klimareligion“, so Stauch.


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Österreich

Schramböck plädiert für „Renaissance des Produktionsstandorts Europa”

Monika Šimić

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Die Produktion in Schlüsselbereichen soll nach Europa zurückgeholt werden, um die Unabhängigkeit in Krisenzeiten zu wahren.

Wien. – Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) will die Produktion in „Schlüsselbereichen” wieder nach Europa zurückholen. Im Krisenfall würde das die Unabhängigkeit Europas erhöhen und Arbeitsplätze schaffen, sagte sie dem Handelsblatt. Die aktuelle Coronakrise sei ein dramatischer Weckruf, den Produktionsstandort Europa wiederzubeleben.

Europa „krisensicher” machen

Ich plädiere für eine Renaissance des Produktionsstandorts Europa”, so Schramböck. Der Staat solle sich nicht nur auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, sondern „die Produktion wichtiger Produkte wieder ermöglichen”. Der dramatische Mangel an Masken und Schutzausrüstungen sei eine starke Warnung gewesen. Man sei aber sehr stolz darauf, eine Produktion von hochwertigen FFP-Masken nun in Vorarlberg hochzuziehen. „Wir müssen Europa krisensicher machen. Das ist die Lehre aus den vergangenen Wochen”, sagte Schramböck dem Handelsblatt.

Weitere Beispiele für Schlüsselbereiche seien etwa Halbleiter, Batterien, Wasserstoff und die Pharma- und Gesundheitsbranche. Von den EU-Mitgliedsländern fordert die Wirtschaftsministerin ein Umdenken im Umgang mit den Unternehmen. „Wir brauchen ein neues Wettbewerbsrecht in Europa. Denn wir stehen nicht in erster Linie in der EU untereinander in Wettbewerb, sondern primär in Konkurrenz zu China und den USA”.

Schnelle Wiederherstellung des EU-Binnenmarktes

Österreich dorht in diesem Jahr ein historisch großer Wirtschaftseinbruch von bis zu 7,5 Prozent, wie der Chef des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts, Christoph Badelt, prognostiziert. Vor diesem Hintergrund drängt Schramböck auf eine schnelle Wiederherstellung des EU-Binnenmarktes. „In der Coronakrise hat der europäische Binnenmarkt einen Schaden erlitten. Ich dränge im EU-Handelsministerrat darauf, den Zusammenhalt in Europa wiederherzustellen”, erklärte Schramböck. Gerade für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Österreich seien offene Grenzen wichtig. Es gehe nun darum, „den grenzüberschreitenden Personenverkehr weiter zu lockern, wenn die Zahlen der Infizierten nicht steigen”, sagte Schramböck. Sie hoffe auf einen schnellen Erfolg der bilateralen Gespräche mit Deutschland, die „sehr gut laufen”.

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Deutschland

Große Armut befürchtet: AfD fordert Aufhebung der Corona-Sperren

Julian Schernthaner

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Die AfD hat sich für eine sofortige Beendigung des deutschen Lockdowns ausgesprochen. Begründung sind sowohl die demokratischen Grundrechte sowie die wirtschaftliche Lage. 

Berlin. – Die beiden AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alexander Gauland und Alice Weidel, sprachen sich für ein Wiederhochfahren der deutschen Gesellschaft aus. Man hält es für möglich, unter Einhaltung etablierter Hygiene- und Abstandsregeln die Wirtschaft in Gang zu bringen, ehe es zu unumkehrbaren Schäden kommt.

Gauland: „Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel”

Gauland führte einem Bericht der Jungen Freiheit zufolge aus, dass „die fortdauernde schwerwiegende Einschränkung von Grundrechten, das drohende Verschwinden vieler Unternehmen und die Verödung ganzer Landstriche den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhalt” zerstören würden. Hauptleidtragende der Situation seien vor allem Millionen von Arbeitnehmern und zahlreiche Personen mit mittleren und kleinen Einkommen.

Auch kleine und mittelständische Unternehmen stünden unter Bedrohung. Gerade im Einzelhandel und im Gastgewerber, so Gauland würden unzählige Betriebsschließungen drohen. Aber auch bei finanzstarken Branchen wie der Autoindustrie und im Maschinenbau sieht der AfD-Ehrenvorsitzende dringenden Handlungsbedarf: „Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.” Es drohe eine Welle an Insolvenzen sowie der „Ausverkauf deutscher Unternehmen”.

Weidel warnt vor „Verarmung weiter Bevölkerungskreise”

Tatsächlich stellten bis Mitte April insgesamt 750.000 Unternehmen einen Antrag auf Kurzarbeit. Auch der Mittelstand sieht die Krise daher mit sorge, mehr als die Hälfte fürchtet um die eigene wirtschaftliche Existenz. Die AfD-Co-Vorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, forderte daher eine Rückkehr der wirtschaftlichen Wertschöpfung. Denn Staatshilfe könnten die Folgen des Shutdowns „nur begrenzt und nur für einen kurzen und absehbaren Zeitraum ausgleichen”.

Eine Wirtschaftskrise wiederum, so Weidels Ansicht, würde dann erst recht wieder einfache Bürger treffen. Denn neben einer „dramatischen Geldentwertung” drohe auch die „Verarmung weiter Bevölkerungskreise”. Die Null- und Negativzinspolitik der jüngsten Jahre habe eine derartige Entwicklung bereits vorgezeichnet, es gelte gegenzusteuern.

Früh Maßnahmen gefordert – nun früh Ruf nach Lockerung

Interessant an der Forderung ist, dass die AfD neuerlich den politischen Vorreiter spielt – dabei aber weitestgehend von etablierten Medien ignoriert wird. Denn schon bei der Ergreifung von Maßnahmen war die patriotische Partei früh dran – Weidel empfahl in einer Rede im Bundestag schon am 4. März konkrete Schritte zur Eindämmung des Coronavirus. Diese kamen letztendlich erst etwa zwei Wochen später. Nun ist die AfD auch bei der Lockerung bei den allerersten Stimmen.

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