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Deutschland

Mitschuld an Mord: Steinbach weist Tauber-Vorwurf zurück

Joshua Hahn

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Nachdem der Ex-Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, in einem Artikel diversen Politikern eine Mitschuld an der Ermordung Lübckes unterstellte, meldete sich nun das ehemalige CDU-Mitglied Erika Steinbach zu Wort.

Berlin. – Der Hintergrund zu den Beschuldigungen Taubers ist unter anderem ein Tweet Steinbachs, in welchem sie vor dessen Ermordung einige Aussagen Lübckes kritisierte.

Tauber: „Einst eine Dame mit Bildung und Stil“

In seinem Meinungsbeitrag unterstellte Tauber der ehemaligen Christdemokratin eine Mitschuld am Mord Lübckes. Zwar sei sie einmal eine „Dame mit Bildung und Stil“ gewesen, trotzdem würde sie sich nun immer weiter selbst radikalisieren, und dies auch offen auf Twitter zur Schau stellen. Im Februar kritisierte Steinbach Lübcke in einem Tweet für die Aussage, dass Kritiker der Asylpolitik Merkels doch jederzeit das Land verlassen könnten. 

Durch die „hasserfüllten“ Reaktionen auf ihren Tweet habe das ehemalige CDU-Mitglied eine Mitschuld an der Radikalisierung der Gesellschaft, und somit an der Ermordung, so Peter Tauber. Wie die „Welt“ berichtet, entfernte Steinbach den Tweet, nachdem dieser in der Kommentarspalte teils extreme Reaktionen hervorrief. 

Steinbach: „Nicht für Reaktionen verantwortlich“

Steinbach dementierte nun die Vorwürfe des Ex-CDU-Generalsekretärs und erklärte, sie sei nicht für die Reaktionen auf ihren Tweet verantwortlich. Wörtlich sagte sie: „Für einen Kommentar ist immer derjenige verantwortlich, der ihn abgibt. Ich habe die Debatte nicht befeuert.“ 

Sie halte die Aussage, für welche sie Lübcke kritisierte, nach wie vor für verkehrt. Trotzdem sei es selbstverständlich, dass Worte keinen Mord rechtfertigen würden. Die Ermordung Lübckes am 2. Juni wird von der Bundesanwaltschaft als rechtsextrem-motiviert eingestuft, wie unter anderem „n-tv“ berichtet. 


Weiterlesen:

Grundrechteentzug: Die Maske des sanften Totalitarismus fällt (19.6.2019)

Art. 18: Tauber (CDU) will Rechten Grundrechte entziehen (19.6.2019)

Seehofer: Mordanschlag auf Lübcke „richtet sich gegen uns alle” (18.6.2019)

1 Comment

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  1. Avatar

    PeHei

    25. Juni 2019 at 11:11

    Nichts kann einen Mord entschuldigen oder verharmlosen. Aber es ist doch für einen klugen Politiker eine ziemlich unglückliche Formulierung, wenn er unzufriedene Menschen pauschal dazu aufzufordert, die Heimat zu verlassen.

    Das erinnert mich an den Spruch, den wir als 68er-Demonstranten immer von den Spießern zu hören bekamen: „Wenn’s Euch bei uns nicht gefällt, dann geht doch rüber in den Osten!“

    Aber wie gesagt, zwischen einer ungeschickten Bemerkung und einem Hassmord muss man natürlich klar differenzieren.

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