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Österreich

FPÖ-Chef Hofer will nicht mehr von „Bevölkerungsaustausch“ sprechen

Julian Schernthaner

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Norbert Hofer möchte den polarisierenden Terminus nicht mehr verwenden – kritisiert aber dennoch die demographische Veränderung im Land.

Wien. – Wie der neue FPÖ-Chef Norbert Hofer in einem Interview mit dem linksliberalen Standard darlegte, will er „dieses Vokabular sicher nicht verwenden“. Sein Vorgänger – der langjährige Parteiobmann Heinz-Christian Strache – gebrauchte diesen Begriff, um die Umkehrung der demographischen Verhältnisse zu Ungunsten der autochthonen Bevölkerung zu kritisieren. Diese Positionierung brachte jenem einigen Applaus aus der patriotischen Zivilgesellschaft ein.

Fortsetzung der einwanderungskritischen Politik

Trotzdem wollen die Freiheitlichen auch unter Hofer die „Änderung der Struktur der Bevölkerung“ weiterhin thematisieren. Wenn sich etwa der Bewohner eines Gemeindebaus mit niemandem mehr unterhalten könne, „weil keiner [seine] Sprache versteht“, müsse die Politik auch entsprechende Antworten liefern.

Damit einher geht laut Hofer auch die konsequente Weiterführung des bisherigen Kurses in der Einwanderungspolitik. Für ihn „lautet die richtige Antwort, dass wir besser darauf schauen, wer neu ins Land kommt“. Auf telefonische Anfrage der Tagesstimme bestätigte Volker Höferl, Pressesprecher des ex-Infrastrukturministers, die Richtigkeit dieser Aussagen und auch der gleichbleibenden inhaltlichen Ausrichtung.

Hofer will keine Identitären bei Veranstaltungen

Gleichzeitig bemühte sich Hofer neuerdings um eine deutliche Abgrenzung von den Identitären, welche – unter dem Namen „großer Austausch“ – die Veränderung der demographischen Verhältnisse ebenfalls kritisieren. Er habe bereits 2016 gesagt, dass er „mit diesen Herrschaften nichts zu tun haben“ wolle.

Dies bedeutet, so Hofer gegenüber dem Standard, dass er sie auch auf keinen seiner Veranstaltungen haben, auch sonst keinen Kontakt haben will. Auf Nachfrage erklärte sein Pressesprecher, dass dies insbesondere vor allem – etwa durch ihre Kleidung oder gesellschaftliche Exponierung – erkennbare Sympathisanten beträfe.


Weiterlesen:

„Kampf gegen Bevölkerungsaustausch”: Kommt Strache zur Besinnung? (Kolumne, 28.4.2019)

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmüller

    26. Juni 2019 at 11:46

    Eigenartig diese „Kehrtwendung“,schon länst sich & hörbar auf unseren Strassen ,Parks,etc.,
    Hat sich vielleicht Hofer damals bei TV „Duell“ Mit van der bellen geirrt,wie er sagte:“Schauen sie doch einmal nach Ottakring“,zu VdB!

  2. Avatar

    Widerstand

    26. Juni 2019 at 12:42

    Das wäre etwa so ähnlich, wie, wenn ein Grüner nichts mit dem Begriff „Klimawandel“ zu tun haben wollte, und das von einem Parteivorsitzenden. DAS IST UNTRAGBAR.
    Wegen der Wahlen werden diese Äußerungen nicht öffentlich kritisiert, sollten die Wahlen positiv für die FPÖ unter Hofer ausgehen, wird es ebenfalls nicht viel Kritik geben. Man muss sich allerdings fragen, wie ernst es einer Partei bezüglich „Bevölkerungsaustausch“ ist, wenn ihr Vorsitzender diesen Begriff UND die Identitäre Bewegung ablehnt. Man könnte alles noch irgendwie unter dem Begriff Wahltaktik verstehen, Kickl spielt den Bösewicht, Hofer den Versöhnlichen und Strache im Hintergrund den „Bevölkerungsaustauschler“, so kann man alle möglichen Wählerschichten ansprechen. Wenn man sich allerdings die feinen Nuancen ansieht, muss man feststellen, dass Herr Hofer auch in der Vergangenheit sich lieber über Ampeln und Luftfahrt unterhalten hat, als über die massenhafte, illegale Migration. Ampeln und Luftfahrt sind UNINTERESSANT, wenn die Gesellschaft ZERSTÖRT ist.
    Herr Hofer stimmt Herrn Fellner zu, wenn dieser sagt, dass die Migration nicht mehr dieses Thema im Wahlkampf sein wird, sondern das Klima, und er als leidenschaftlicher Umweltschützer auf das Thema Klimawandel ebenfalls aufspringen will. Herr Hofer würde besser zur ÖVP passen. Auch wenn man den Medien durch eine Meidung der IB und dem Begriff Bevölkerungsaustausch keine Munition für Angriffe bieten will, ist diese Strategie FALSCH, weil man damit nicht nur den Medien, sondern vor allem der Öffentlichkeit signalisiert, dass dieses Vorgehen RICHTIG ist. Ein TOTALER FEHLER und ich hoffe, dass solche Leute wie Hofer sich möglichst schnell anders orientieren.

  3. Avatar

    Zickenschulze

    27. Juni 2019 at 1:54

    Den Freiheitlichen fehlt der Ideologe im eigenen Hause.
    Gradlinig und messerscharf.
    Seit Haider haben sie keinen mehr! Ist so. Der Erfolg wird deshalb auch mässig bleiben.

    Die IB hat einen eigenen im Hause. Will ich einmal gesagt haben.
    Man kann zu Sellner stehen wie man will, aber er ist astrein.
    Die Freiheitlichen hingegen widerum nicht.

    Glaubt`s ihr wirklich, ein freitlicher Wähler ist wischiwaschi bleed?

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