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Gesellschaft

Neues von rechts: Islam, Mosaik-Rechte & jede Menge Bücher

Stefan Juritz

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Es wird einmal mehr über den Islam diskutiert. In der rechten Publizistik gibt es einige Neuigkeiten. Und die Desiderius-Erasmus-Stiftung diskutierte über Meinungsfreiheit.

In den vergangenen Wochen kam es vor allem auf Twitter zu teilweise äußerst hitzigen Debatten über die „Rechte“ und ihr Verhältnis zu „dem“ Islam. Es entzündete sich dabei ein regelrechter Streit zwischen – um es in zwei große Gruppen zu trennen – liberalen Islamkritikern und sogenannten „Neuen Rechten“, in dessen Verlauf mit verschiedenen Anschuldigungen um sich geworfen wurde. Auf Sezession im Netz veröffentlichte nun der Politikwissenschaftler und Autor Benedikt Kaiser einen Beitrag mit dem Titel „Der Islam und die Rechte – Anstöße„.

Neurechte vs. liberale Islamkritik

Wie steht also die „Neue Rechte“ zum Islam? Kaiser verweist dazu in seinem Artikel unter anderem auf die Studie „Ist der Islam unser Feind?“ des Instituts für Staatspolitik (IfS) und auf eine bereits mehrere Jahre zurückliegende Diskussion zwischen dem damaligen wissenschaftlichen Leiter des IfS, Karlheinz Weißmann, und dem Islamkritiker Michael Stürzenberger. Auf YouTube findet sich die Debatte in sechs Teilen:

Eine weitere Debatte über den Islam führten erst im vergangenen Jahr Thor von Waldstein und Siegfried Gerlich auf Sezession im Netz. Diese Diskussion zeige, so Kaiser, „dass ein rechtes Mosaik auch beim Islamdiskurs verschiedene Positionen integrieren und ‚aushalten‘ kann“. Es gehe also „gerade nicht um Gleichschaltung des Mosaiks“. Denn: Für Kaiser sollten die Akteure innerhalb des rechten Mosaiks mitsamt ihrer unterschiedlichen Standpunkte als eigenständig erkennbar bleiben.

„Der Auftrag einer Mosaik-Rechten heißt unverändert, ganz wie vor zwei Jahren, eine Rechte zu schaffen, in der viele Rechte Platz haben. Dafür ist, trotz z. T. harter inhaltlicher Dispute, kein ideeller Vereinheitlichungswillen nötig, und ebensowenig werden Preise für gegenseitige Sympathiebekundungen verliehen; notwendig bleibt hingegen charakterliche Hygiene und die Akzeptanz eines durchaus tragfähigen und, bei allem Meinungsstreit, ideenpolitische Heterogenität ermöglichenden Grundkonsens“, so Kaiser.

Fünf Thesen zur Reformation der politischen Rechten

Mit der sogenannten „Mosaik-Rechten“ beschäftigt sich auch die aktuelle Folge des Jungeuropa-Podcasts „Von rechts gelesen“ (den es mittlerweile auch auf Spotify gibt). Der Verleger und Autor Philip Stein spricht darin über seinen Vortrag „Fünf Thesen zur Reformation der politischen Rechten“. „Der in dieser Serie vertonte Vortrag (..) soll gewissermaßen die erste Diskussionsgrundlage für die intellektuelle, programmatische und strategische Neuausrichtung der (jungen) »Neuen Rechten« bilden“, heißt es dazu in der Beschreibung.

Die aktuelle Folge der fünfteiligen Serie, die man hier anhören kann, hat Steins erste These zum Inhalt: „‚Tag X‘ wird nicht kommen! Der plötzliche Umsturz, die handstreichartige Revolution sind heutzutage nichts weiter als Fiktion und Fetisch ideenloser Geister. Der ‚lange Marsch‘ ist unausweichlich.“

Podcast mit Benedikt Kaiser

Neben dieser Serie kündigte Stein für die kommende Woche eine weitere Podcast-Folge mit dem Publizisten Benedikt Kaiser über Marx, die „Soziale Frage“ und „linke Leute von rechts“ sowie das neue Buch „Sozialismus und Nation“ an.

„Sozialismus und Nation“

Das eben genannte Buch „Sozialismus und Nation“ des Sozialdemokraten und Staatsrechtslehrers Hermann Heller ist bereits im Jahr 1925 erschienen und wird nun am 22. Juli im Jungeuropa-Verlag neu aufgelegt. Der Jurist und Publizist Thor von Waldstein hat die Vorrede zur Neuveröffentlichung beigesteuert: „Die Gretchenfrage der kommenden Jahre lautet: Ist die oppositionelle Rechte in Hellerschem Geist fähig und willens, zum Zwecke der Zuspitzung der eigenen Programmatik an das verratene Erbe des nicht-internationalistischen deutschen Sozialismus vor 1933 anzuknüpfen?“ Das Buch kann hier für 16 Euro vorbestellt werden.

Interviews und Dialoge mit Ernst Jünger

Bereits am 22. Juni 2019 erschienen ist hingegen das neue Ernst-Jünger-Buch „Gespräche im Weltstaat. Interviews und Dialoge 1929 – 1997“.

In der Beschreibung des Klett-Cotta-Verlags heißt es zur Neuerscheinung: „Immer wieder suchten Bewunderer, Freunde und Journalisten aus aller Welt das Gespräch mit Ernst Jünger, einem der umstrittensten und bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Viele der dabei entstandenen Interviews erscheinen jetzt erstmals in deutscher Sprache.“

Das Buch hat 575 Seiten, kostet 45 Euro und kann hier bestellt werden.

Buchvorstellungen

In der Berliner Bibliothek des Konservatismus fanden in den vergangenen Tagen zwei Buchvorstellungen statt. Am 21. Juni sprach Karlheinz Weißmann über sein Buch „1919 – Von der Revolution zum Friedensdiktat“. Fünf Tage später präsentierte die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, ihr Buch „Widerworte – Gedanken über Deutschland„.

Bereits im April 2019 erschien im Verlag Antaios Caroline Sommerfelds neuestes Buch „Wir erziehen. Zehn Grundsätze“ (hier bestellen). Ellen Kositza, Literaturredakteurin der Zeitschrift Sezession, hat das Buch nun auf YouTube vorgestellt und empfiehlt es in ihren Ausführungen als neue „Standardlektüre aller neuer, junger Rechter“.

„Mit Rechten lesen“ – mit Michael Klonovsky

In der aktuellen Folge der Literatursendung „Aufgeblättert. Zugeschlagen. – Mit Rechten lesen“ war der Publizist Michael Klonovsky zu Gast. Zusammen mit Ellen Kositza (Verlag Antaios) und Susanne Dagen (BuchHaus Loschwitz) wurden wie immer drei Bücher besprochen: Friedrich Sieburgs „Die Lust am Untergang“, Albert Vigoleis Theles Roman „Die Insel des zweiten Gesichts“ und Heinrich von Kleists „Der Findel“.

Kongress zur Meinungsfreiheit

Am 15. Juni 2019 veranstaltete die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung im Berliner Kronprinzenpalais einen Kongress mit mehreren Vorträgen zur Meinungsfreiheit in Deutschland. Die Stiftung hat nun mehrere Videos davon auf YouTube hochgeladen.

Der Publizist Karlheinz Weißmann erklärte in seinem Vortrag „Der lange Marsch in die Erziehungsdiktatur“, warum es in Deutschland keinen offen geführten gesellschaftlichen Diskurs gibt und wie es zur „Uniformierung der Meinung in den Mainstream-Medien“ gekommen ist.

In seinem Vortrag „Der späte Sieg der DDR“ sprach der Medienwissenschaftler Norbert Bolz wiederum über die „ungeliebte Freiheit der anderen Meinung“ sowie die „Macht der Medien und die Ohnmacht der Vernunft“. Die herrschenden Eliten verweigerten momentan einen gesellschaftlichen Diskurs über die wirklichen Probleme, kritisiert Bolz.

Weiters sprachen der Philosoph und AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Jongen („Die elf Stufen zur Hatespeech“) und die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin und spätere CDU-Abgeordnete, Vera Lengsfeld („Die Eliten im Westen haben Angst vor einem neuen 89“).

Den Abschluss des Kongresses bildete eine Podiumsdikussion mit Moderator Nicolaus Fest, Vera Lengsfeld, Marc Jongen und Karlheinz Weißmann.

RFJ startet Pressetour durch die Steiermark

Zurück nach Österreich: Der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) Steiermark, die Parteijugend der FPÖ, hat unter dem Motto „Für Deine Heimat – Für Deine Zukunft: RFJ Steiermark“ eine Pressetour durch das gesamte Bundesland angekündigt. In den nächsten Tagen und Wochen wolle man die steirischen Bezirke besuchen und Pressekonferenzen abhalten. „Ziel muss sein, unsere Jugend für jungfreiheitliche und heimatliebende Politik zu begeistern“, so RFJ-Landesobmann Michael Wagner auf der Homepage der FPÖ Steiermark.

Vortrag: „Kein Kniefall vor dem politischen Islam!“

Am heutigen Montagabend spricht die islamkritische Publizistin und Journalistin Laila Mirzo auf Einladung der FPÖ Graz zum Thema „Kein Kniefall vor dem politischen Islam!“. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im „Gösser Bräu“ in der Neutorgasse 48, 8010 Graz.

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