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Gesellschaft

Fußball: RB Leipzig startet neue Kampagne für „Vielfalt und Toleranz“

Julian Schernthaner

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Kurz vor der sächsischen Landtagswahl, bei welcher die patriotische AfD gute Chancen hat, stimmenstärkste Partei zu werden, lanciert RB Leipzig seine neue Kampagne.

Leipzig. – Wie die Junge Freiheit am Dienstag berichtet, polarisiert der Fußball-Bundesligist RasenBallsport Leipzig mit seiner Kampagne „Unser Ball ist bunt“. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) pries das „starke Zeichen“ so kurz vor der Landtagswahl. Der Verein mache deutlich, dass es „dieselben Werte“ seien, welche den Erfolg einer Mannschaft ausmachten und „ein gutes Zusammenleben unserer Gesellschaft ermöglichen“.

RB Leipzig will „Haltung zeigen“

Seit dieser Woche wirbt der Verein an 300 Orten mit Plakaten in Sachsen für Weltoffenheit und Toleranz. Trainer Julian Nagelsmann strich den multikulturellen Charakter seiner Mannschaft hervor: „In meiner Mannschaft spielen Profis aus 14 unterschiedlichen Nationen – und es funktioniert. Der Fußball vereint und verbindet.“ Als Klub stehe man jedenfalls für „Vielfalt, Toleranz, Offenheit und Respekt“.

In einem Instagram-Post meldet sich außerdem Marketing- und Medienchef Florian Scholz zu Wort. Man betreibe zwar „keine parteipolitik“ – stehe aber „gerade auch in diesen Tagen für die Grundwerte unserer Gesellschaft“ ein. „Haltung zu zeigen“, sei dem Klub „sehr wichtig“. Man wolle deshalb auch weiterhin seiner „gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“.

„Unser Ball bleibt Bunt“: Bei Pokalauftakt auf Trikot

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der von seinen Kritikern oft als ‚Retortenverein‘ verschriene Bundesligist in jüngerer Vergangenheit derart äußert. Bereits in der ersten Pokalrunde gegen den VfL Osnabrück präsentierte man sich auf den Trikots mit dem Logo der neuen Kampagne. Im Gegenzug verzichtete man auf Einnahmen aus der Vermietung der Werbefläche.

Damals begründete man die Aktion wie folgt: „Wir möchten zeigen, daß bei uns jeder willkommen ist – unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Identität“. Um letzteren Punkt zu unterstreichen unterschrieb man auch die „Berliner Erklärung“ der Magnus-Hirschfeld-Stiftung, welche sich gegen Diskriminierung im LGBT-Bereich einsetzt.

Linksgerichtete Fraktionen applaudieren Aktion

Neben dem CDU-Ministerpräsidenten applaudierten auch die drei linksgerichteten Parteien der Kampagne. Nach Ansicht von Henning Homann (SPD) handle es sich um „genau den richtigen Zeitpunkt […] sich zu unseren demokratischen Werten zu bekennen“, die Plakataktion sei „richtig klasse“. Der Verein seinerseits steht für das „große Potenzial Sachsen: weltoffen und erfolgreich“.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katja Meier, sprach ebenfalls von einem „deutlichen Signal für einen weltoffenen und vielfältigen Fußball“. Luise Neuhaus-Wartenberg (Die Linke) begrüßt das Zeichen ebenfalls: „Politische Debatten gehen uns alle an, nicht nur Politikerinnen und Politiker“.

AfD-Kritik an „zunehmender Politisierung in Vereinen“

Deutlich kritischer bewertete AfD-Landeschef Jörg Urban die Aktion. Man halte grundsätzlich den erfolg des sächsischen Fußball wichtig. Auch begrüße man, wenn „ausländische Spieler mit legalem Aufenthaltstitel“ dazu beitragen würden. Gleichzeitig sehe man eine „zunehmende Politisierung in den Fußballvereinen […] kritisch“. Dabei erwähnte er auch den jüngsten Fall beim Chemnitzer FC.

Der Drittligist feuerte unlängst seinen Kapitän Daniel Frahn aufgrund angeblicher Nähe zu rechten Fangruppen – Die Tagesstimme berichtete. Beim darauffolgenden Pokalspiel gegen den HSV erklärte sich die Kurve dann solidarisch mit ihrem entlassenen Idol. Unter anderem skandierten sie „Daniel Frahn, Fußball-Gott“. Kurioses Detail am Rande: Frahn spielte selbst fünf Jahre für Leipzig und ist immer noch deren Rekordtorschütze.


Weiterlesen:

Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus (6.8.2019)

8 Comments

8 Comments

  1. Avatar

    Michael Buchholz

    20. August 2019 at 18:45

    … mal ganz davon abgesehen, das ich keinen blassen Schimmer von Fußball habe, empfinde ich diese Aktion doch als ziemlich sinnfrei.
    Es hat niemand etwas dagegen einzuwenden (von ein paar geistigen Tieffliegern mal abgesehen), wenn in einem Unternehmen (und Fußball zähle ich dazu) jemand aus dem Ausland ganz legal damit hier sein Geld verdient und auch in Deutschland seine Steuern zahlt. Das aber ist nicht Sinn und Zweck dieser Aktion. Denn m.E. dient diese Aktion lediglich dazu, reichlich Öl ins sowieso schon stark brennende Feuer der politischen Auseinandersetzungen zu gießen.

    Mal angenommen, ich wäre bisher Fan dieses Vereins gewesen, dann wäre genau diese Aktion ein ausreichender Grund für mich, diesem Verein den Rücken zu kehren…

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    Herr Lose

    20. August 2019 at 18:55

    .. der letzte Strohhalm, auch einige Vorstandschefs … die Rettung den Aktionären gegenüber, den Stuhl zu behalten .. Kampagne gegen rechts ….
    was macht der Verein .. wenn das Stadion leer bleibt ????
    die Leute die dann in das Stadion gehen .. bei denen kein Lippen lesen mehr ist notwendig.

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    Klara

    21. August 2019 at 8:30

    Wie kann man Öl in ein politisches Feuer gießen, wenn man mit den Worten: Weltoffenheit, Toleranz, Familiär, Bunt, Vielfältig und Respektvoll wirbt. Wer damit ein Problem hat ist selbst das Problem

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      Michael Buchholz

      21. August 2019 at 12:19

      … das ist genau das Problem mit Euch weltoffenen, toleranten, familiären, bunten, vielfältigen und respektvollen Gutmenschen: Sobald jemand auch nur minimal anderer Meinung ist, ist diese Person sofort „das Problem“, ein Nazi, ein Rassist, ein Sexist, ein Köter oder was auch immer da noch für Kosewörter unterwegs sind. Der gemeine Gutmensch hat immer recht, vollkommen egal, was der gesunde Menschenverstand sagt. Hauptsache man kann sich als der vermeintliche Allwissende fühlen und irgend jemand anderen seinen Hass entgegen werfen…
      Zudem führen genau diese Gutmenschen die gerne für sich in Anspruch genommenen Beschreibungen ad absurdum…

      Weltoffen: Nur nach außen, aber nicht zum eigenen Volk
      Tolerant : Nur nach außen, aber niemals gegenüber anderen Meinungen oder den Eigenen gegenüber
      Familiär : Nur in Sachen Auslöschung/Mischung, nie in Sachen Erhalt (und bloß keine eigenen Kinder)
      Bunten : Nur in Sachen „blos nicht hellhäutig“
      Vielfalt : Immer doch, solange es keinen Einflus auf die eigene, verquere Persönlichkeit hat
      Respekt : Grundsätzlich nur den Eigenen (Gutmenschen) gegenüber, niemals gegenüber Andersdenkenden.

      So sieht’s aus …

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        Klara

        21. August 2019 at 18:14

        @Michael Buchholz: Sie haben Dinge unterstellt, die ihrer Phantasie entspringen – dies ist unredlich und unseriös. Sie haben sich einen Popanz fabuliert um dann draufzuhauen. Konkret hat hier niemand in seinen Kommentar jemanden einen Nazi, Rassist oder Sexist genannt.

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          Michael Buchholz

          21. August 2019 at 20:01

          … lesen muss man schon können, verstehen auch und dann noch in den richtigen Kontext bringen … Scheint hier offensichtlich zu viel verlangt; und passt …

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    Widerstand

    21. August 2019 at 8:58

    WAS SAGT WOHL UNSER KURZVERSTEHER MATESCHITZ DAZU.

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    Zickenschulze

    22. August 2019 at 2:09

    Köstlich. Bei Bunt wird die rote Backe und das blaue Auge nie erwähnt. Auch das geht dem Harlekin Zirkus einher und dieses Bunt muss nicht jedem gefallen.

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