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Ankara warnt vor neuer Fluchtwelle

Monika Šimić

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Sein Land werde diesen Zustrom „nicht alleine schultern können“, und „alle europäischen Länder, insbesondere Griechenland, werden die negativen Folgen zu spüren bekommen“, sagte Erdogan.

Ankara/Athen. – Nach den jüngsten Angriffen durch die syrische und russische Luftwaffe auf die Rebellenhochburg Idlib verlassen erneut zahlreiche Menschen den Nordwesten Syriens Richtung Türkei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende von 80.000 Menschen gesprochen, die in die Türkei unterwegs seien.

„Europa wird negative Folgen spüren“

Eine neue Fluchtwelle könne die Türkei aber nicht alleine schultern, beteuerte Erdogan, und „alle europäischen Länder, insbesondere Griechenland, werden die negativen Folgen zu spüren bekommen“, so der türkische Präsident. In der Türkei befinden sich bereits rund dreieinhalb Millionen Menschen, die aus Syrien geflohen sind. Die Führung in Ankara hat mehrmals klargestellt, keine weiteren Menschen aufnehmen zu können.

Die Warnung der Türkei vor einer neuerlichen Migrationswelle in Richtung Europa hat am Montag für Wirbel gesorgt. Vor allem Griechenland fühlte sich von einer angedrohten Grenzöffnung unter Druck gesetzt.

Kritik aus Griechenland

Aus griechischen Regierungskreisen hieß es am Montag, dass die Türkei aus Sicht der griechischen Regierung den Flüchtlingspakt mit der EU einhalten und Migration nicht instrumentalisieren solle, um Druck auszuüben. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis habe wiederholt gesagt, Griechenland sei offen dafür, dass die Türkei mehr Unterstützung fordere, um Flüchtlinge unterzubringen, anstatt sie nach Europa zu lassen. Zusätzliche finanzielle Unterstützung müsse jedoch durch Beratungen mit der EU und nicht durch Drohungen erzielt werden, hieß es.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres rief mit Blick auf die Situation der Menschen zum sofortigen Stopp der Kämpfe in der syrischen Rebellenprovinz Idlib auf. „Der Generalsekretär erinnert alle Parteien an die Pflicht, Zivilisten zu schützen“, erklärte UNO-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag.

3 Comments

3 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    25. Dezember 2019 at 12:08

    Für das Geld, das man der Türkei und anderen Staaten zur „Flüchtlingsabwehr“ gegeben hat, hätte man Europa schon lange zur Festung umbauen können. Ohne sich politisch abhängig zu machen.
    Unmöglich? Nein! Die Mauer quer durch Deutschland war einst knapp 1.400 km lang – die Mauer zwischen der Türkei und Syrien knapp 600 km (https://tinyurl.com/rr4sb9c).
    Früher oder später wird man nicht umhinkommen, wenn man nicht will, dass Europa im Chaos versinkt…!

  2. Avatar

    Andreas Seidel

    25. Dezember 2019 at 12:26

    Da braut sich wieder was zusammen und die EU guckt wieder nur tatenlos dabei zu. Anstatt die Grenzen zu schützen ist dass einzige was denen Sorge macht, wie man die Horden am besten verteilt.

  3. Avatar

    Klasube

    25. Dezember 2019 at 17:14

    Fakten für Interessierte:
    „…Nicht alle Mitgliedstaaten müssen Außengrenzen kontrollieren und nicht alle Mitgliedstaaten sind gleichermaßen vom Grenzverkehr betroffen. Daher greift die EU auf ihre Fonds zurück, um einen Teil der Kosten der Mitgliedstaaten, deren eigene Grenzen zugleich EU-Außengrenzen sind, auszugleichen. Für den Finanzierungszeitraum 2014-2020, also einen Zeitraum von sieben Jahren, wurde dieser Lastenteilungsmechanismus mit insgesamt 3,8 Mrd. EUR ausgestattet.“ (Quelle: https://tinyurl.com/r5z5ly9)
    Mich würde interessieren, wieviele Milliarden ZUSÄTZLICH an verschiedene Empfänger zur Migrationsabwehr gezahlt wurden. Hat leider nicht allzuviel geholfen…!

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