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Gesellschaft

Lachen fürs Klima: Komiker wollen bei 'Comedy for Future' Geld sammeln

Julian Schernthaner

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Nun hat die Debatte um den Klimawandel auch die Comedy-Szene erreicht. 17 namhafte deutsche Komiker wollen bei einer Veranstaltung auftreten, deren Erlös in Klimaschutzprojekte fließen soll.

Köln. – Die Künstler, allesamt bekannt aus Film und Fernsehen, haben angekündigt, bei einem Event mit dem Namen ‚Comedy for Future‘ auftreten zu wollen. Dabei wollen sich die Komiker je einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) widmen. Die Einnahmen der Veranstaltung gehen an Projekte, die sich für diese UN-Ziele einsetzen.

Schröder: „Gesellschaftspolitische Verantwortung“

Im Fall von Atze Schröder ist das etwa das Migrationsthema, sein Beitrag behandelt voraussichtlich die Asylkrise am 2015 humoristisch. Seine Meldung für die Aktion kommentiert er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa damit, dass Comedians eine „gesellschaftspolitische Verantwortung“ hätten. Weil man selber „mit dem Arsch in der Butter“ hänge, sehe man sich in der Pflicht, etwas zurückzugeben, so Schröder weiter.

Wie der Tagesspiegel berichtet, verzichten die Künstler auf eine Gage. Zu ihnen gehören unter anderem Jaqueline Feldmann, Matze Knop, Markus Krebs, Benaissa Lamroubal, Tobias Mann, Michael Mittermeier oder Olaf Schubert. Einige von ihnen sind dafür bekannt, sich zu aktuellen Themen einzubringen, Lamroumbal und Mittermeier setzten sich am Höhepunkt der Asylkrise für Migranten ein, Letzterer erntete dafür teils herbe Kritik.

Klima: Humor soll Bewusstsein prägen

Auch im vorliegenden Fall steht die Sensibilisierung im Vordergrund. Wie Atze Schröder weiter ausführt, sei die Veranstaltung nämlich eine „gute Möglichkeit, um sowohl Stellung zu beziehen, als auch zu unterstützen“. Sein Ziel und das seiner Kollegen sei es, auch Denkanstöße zu liefern, „wo dem ein oder anderen dann doch das Lachen im Hals stecken bleibt“, so Schröder.

Ein Mitinitiator der Aktion ist der TV-Produzent Wolfgang Link. Der Geschäftsführer des ProSiebenSat.1 Media-Konzerns sieht Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Co bereits seit den 90ern als „Herzensangelegenheit“. Im Humor sieht er „eines der besten Vehikel“, diese Themen im Bewusstsein der Menschen zu platzieren.

Auch kritische Stimmen im Kabarett

Gleichzeitig sind es auch Teile der Kabarettszene, welche die Dauerpräsenz des Klimathemas zunehmend aufs Korn nehmen. So sorgte etwa das ARD-Humor-Urgestein Dieter Nuhr für wochenlange Diskussionen, weil er Witze über die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg machte. Angesichts des überbordenden Gegenwindes sah Nuhr daraufhin die Meinungsfreiheit in Gefahr – Die Tagesstimme berichtete.

Somoncu: Thunberg „gar kein so weiches Ziel“

Die einseitige Debatte ärgert auch den türkischstämmigen Kabarettisten Serdar Somoncu. Dieser ist laut Junge Freiheit Ansicht, dass Menschen wie Thunberg auch Kritik aushalten müssten. In einem Interview betonte er, diese sei „gar kein so weiches Ziel“, er wehre sich gegen „die Oberflächlichkeit, die durch die Figur Greta Thunberg repräsentiert“ werde.

Mit Nuhr ist er solidarisch: Dieser habe „das Recht anderer Meinung zu sein als sein Publikum, ohne verunglimpft zu werden“, das „Gelaber“ darüber sei „schrecklich“. Es brauche mehr Kenntnis im Kampf gegen das Klimaproblem als nur Sympathie für eine 17-Jährige: „Da hapert’s bei vielen“.


Weiterlesen:

Kabarettist Dieter Nuhr sieht Meinungsfreiheit bedroht (14.12.2019)

2 Comments

2 Comments

  1. Avatar

    Gerard Frederick

    5. Februar 2020 at 14:12

    Diese Wesen welche hier fehlerhaft als ¨Künstler¨ tituliert werden sind so politisch korrekt dass es einem ankotzt.

  2. Avatar

    Reiner07

    6. Februar 2020 at 10:51

    Schön, dass man auch über die Selbstüberschätzung der komischen „Gesellschaftsverantwortung“ lachen kann. Was GLAUBEN diese Menschen eigentlich? Wird man in China, Indien, oder den USA irgend etwas ändern, weil sie Geld sammeln fürs Klima? Übrigens ein Klima, das sich noch niemals nicht änderte und von dem kein Mensch mit Hirn und Verstand vorhersagen kann, wie es im kommenden Jahr sein wird. Diese Komiker haben offenbar die Geschichte von Don Quichote nicht begriffen. Also lachen wir sie einfach aus.

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