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Gesellschaft

Karneval: Mundart-Sänger wünscht sich „Kein Kölsch für Nazis” als Motto

Julian Schernthaner

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Mit dem Vorschlag eines politischen Karnevalsmottos hat der Mundart-Sänger Peter Brings die Debatte über die fünfte Jahreszeit im kommenden Jahr entfacht.

Köln. – Brings, der mit seinem Bruder Stephan und zwei Freunden vor 30 Jahren die nach seinem Familiennamen benannte Dialekt-Band gründete und als Kölner Urgestein längst ein Dauergast der Karnevalsfeiern ist, wünscht sich ein politisches Motto für die Session im kommenden Jahr. Eine besondere Freude hätte er dem Kölner Stadt-Anzeiger zufolge mit dem Slogan „Kein Kölsch für Nazis”, den er „als Diskussionsgrundlage” in den Raum stellt.

Festkomitee will sich „in keine Richtung drängen” lassen

Bei dieser Parole handelt es sich um eine Botschaft, welche mehrere Kölner Wirte ab 2008 als Losung ausgaben, um eine Kampagne ‚gegen rechts’ zu fahren. Anlässlich des AfD-Parteitags in der Domstadt vor drei Jahren feierte der vor allem auf Bierdeckeln verbreitete Slogan dann eine Renaissance. Für Brings wäre es der ideale Karnevals-Spruch: „Das wäre das erste Motto, daß ich sofort unterschreiben würde, wenn das Festkomitee mitmacht“.

Beim Festkomitee ist man über den Vorschlag geteilter Meinung. Einerseits halte man die Aktion der Wirte für gelungen und unterstütze ihre Aussage. Allerdings wolle man sich „mit einem Motto politisch in keine Richtung drängen lassen”, so Zugleiter Holger Kirsch. Weiters halte man die Slogans der vergangenen Jahre durchwegs für gelungen – und das Sessionsmotto für nächstes Jahr stehen sowieso bereits fest. Allerdings will man an der Tradition festhalten, dieses erst am Rosenmontag zu verlautbaren.

Kölner Karneval: Kreatives Motto als fixer Bestandteil

Das jährliche Motto des Karnevals ist in der Regel im örtlichen Dialekt gehalten und drückt üblicherweise Heimatverbundenheit aus. Heuer gilt etwa „Et Hätz schleh em Veedel” (Das Herz schlägt im Viertel) als Losung der Session. Im Vorjahr erkor man eine Hommage an den Mutterdialekt („Uns Sproch es Heimat”) aus, 2018 war es das lokalpatriotische „Mer Kölsche danze us der Reih”.

Manchmal – wie etwa im Jahr 2017 – greift man dafür auch auf Worte zurück, welche außerhalb der Region nicht völlig verständlich sind. Damals lautete das Motto „Wenn mir uns Pänz sinn, sin mir vun de Söck” (Wenn wir unsere Kinder sehen, sind wir von den Socken). Eine gesellschaftspolitische Botschaft wäre trotzdem kein absolutes Novum: Für den Karneval vor fünf Jahren entschied man sich seinerzeit für „social jeck – kunterbunt vernetzt”.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    6. Februar 2020 at 21:06

    Welch wundervoller, gut durchdachter Vorschlag.
    Allein, wer soll nun bestimmen, wer oder was ein Nazi oder gar eine Naziin ist? Oder heißen weibliche Nazis vielleicht Nazissen?

    In die engere Auswahl der „Korrektmenschen” sollten nur ehemalige SED Bonzen,Bonzinnen, oder zumindest Informelle Mitarbeiter*innen der Stasi zugelassen werden, die durch Verrat und Bespitzelung ihrer Nachbarn, Freunde, Familie bereits eine sehr hohe völkerrechtliche Qualifikation als Denunziant oder Denunziantin erreicht haben.

    Ausnahmsweise, und nur bei zuwenig Freiwilligen dieser so heute mehr denn je so beliebten Spezis, kämen auch frühere Mauerschützen in Betracht. Aber nur dann, wenn sie nachweislich zumindest zwei Erfolge als Friedenswächter mit verhinderten Grenzdurchbrüchen durch schwerkriminelle Elemente nachweisen können. Als Nachweis hierfür sind die empfangenen Urkunden und Glückwünsche des ZK der SED, bzw. der Genossen Honecker und Mielke persönlich, im Original vorzulegen. Kopien können leider nicht anerkannt werden, da mit der Übernahme der DDR durch den faschistischen westdeutschen Arbeiterverräterstaat zahlreiche Fälschungen im Umlauf sind. Also Genossen: „Immer bereit”.

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Gesellschaft

Straßentheater gegen Kurz: Provokante Aktion sorgt für Aufsehen

Julian Schernthaner

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Mit einem provokanten Straßentheater in Wien meldet sich die Protestbewegung ‚Die Österreicher’ (DO5) aus der Corona-Pause zurück. 

Wien. – Die Inspiration bei früheren aktionistischen Gruppen im patriotischen Lager wie den Identitären oder der Konservativ-Subversiven Aktion (KSA) ist unverkennbar – und dennoch hat die Aktion durch ihre tagesaktuelle Thematik eine gewisse Eigenständigkeit. Gewandet in Arztkittel und hinter Masken mit den Konterfeis von Regierungs-Mitgliedern begaben sich die Aktivisten am Freitag auf die Straße.

Straßentheater: Kanzler als Impf-Arzt mit Riesen-Spritze

Das Video der Aktion spielt sich zu großen Teil im Wiener Stadtpark ab. Der als ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz posierende Protagonist läuft dabei mit einer Riesen-Spritze umher  – und rückt den Bürgern auf die Pelle. Dabei verabreicht er den Passanten eine Impfung gegen das Corona-Virus und redet ihnen Angst vor der Pandemie ein.

Auch Alexander van der Bellen nach seinem Sperrstunden-Fauxpas und Grünen-Kanzler Werner Kogler beim Burger-Essen werden aufs Korn genommen. Dazu gesellen sich obligat auch Krankenschwestern mit den viel kritisierten Schutzmasken vor dem Gesicht.

Protest „gegen Regierung und Regiment des Gottkanzlers”

Als Motivation gaben DO5 in ihrem Telegram-Kanal an, dass man „gegen die Regierung und das Regiment unseres Gottkanzlers” protestieren wolle. Dabei weisen sie darauf hin, dass die hohe Politik die eigenen Regeln nicht einhalte: „Ein Kanzler, der bei einer Huldigungsfeier die Abstandsregeln bricht. Ein Vizekanzler, der ohne Masken einkaufen geht. Und ein Präsident, der trotz Sperrstunde nach Mitternacht beim Edel-Italiener zecht”. Gleichzeitig hätte die Regierung „allen Österreichern Hausarrest verordnet”.

Forderung nach Rücktritt der Bundesregierung

Aber nicht nur die Bilanz bei der Corona-Krise sehen die Aktivisten als kritikwürdig. Denn die Regierung stehe zudem „für Ersetzungsmigration, Islamisierung, Überfremdung und Globalismus”. So gehorche Technokraten und pfeife auf das eigene Volk. Daher fordern sie Konsequenzen – „Kurz: diese Regierung ist rücktrittsreif!”

Es ist übrigens nicht die erste derartige Aktion in Wien: Erst in der Vorwoche tauchten Plakate mit demselben Tenor an der ÖVP-Zentrale in die Wiener Lichtenfelsgasse auf – Die Tagesstimme berichtete. Gut möglich, dass hier auch bereits Leute aus dem Umfeld von DO5 am Werk waren – Bekenntnis dazu gab es von der Gruppe damals keines, aber sehr wohl einen zustimmenden Kommentar.


Weiterlesen: 

Wien: Provokante Impf-Plakate mit Kurz aufgetaucht (22.5.2020)


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Gesellschaft

Hinterhalt: Gewalttätiger Mob attackiert Polizei mit Steinwürfen

Joshua Hahn

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In Hessen wurden mehrere Beamte der Polizei und der Feuerwehr von einer gewaltbereiten Gruppe von etwa 50 Personen angegriffen. Der hessische Innenminister Peter Beuth spricht von einem geplanten Hinterhalt.

Dietzenbach. – Wie unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, wurden die Beamten am frühen Freitagmorgen wegen eines Brandes in ein Problemviertel aus dem Landkreis Offenbach gerufen. Wie mittlerweile bekannt wurde, legten die Täter offenbar absichtlich Feuer in einem Baufahrzeug. Auch Mülltonnen zündeten sie an.

Als die Einsatzkräfte am Tatort erschienen, wurden sie von etwa 50 Personen mit Steinwürfen empfangen. Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten. Die Einsatzfahrzeuge wurden jedoch teils stark beschädigt, der Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf über 150.000 Euro. Bei der Besichtigung des Tatorts nach der rund zwei Stunden andauernden Straßenschlacht fanden die Polizisten unter anderem vorbereitete Steinhaufen, welche den Verdacht auf eine geplante Aktion erhärten.

Motivlage unübersichtlich

Von den Tätern wurden nur drei verhaftet. Ihre Motivlage scheint unübersichtlich. Laut Bericht der „Welt“ könnte die Attacke jedoch im Zusammenhang zu einem Einsatz im gleichen Viertel Anfang der Woche stehen. „Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass es am Ende einen Zusammenhang gibt zu Straftaten, die vorher begangen worden sind“, erklärte Innenminister Beuth. Bei dem Einsatz wurde ein Keller mit einer beträchtlichen Menge an Diebesgut geräumt. Das Viertel ist der Polizei bereits seit langer Zeit als Problembezirk bekannt. Künftig wolle man mithilfe der Bereitschaftspolizei verstärkt Personenkontrollen durchführen.

Der Innenminister verurteilte die Tat bei einer Pressekonferenz am Freitag scharf: „Wer Einsatzkräfte angreift, gehört in den Knast und darf nicht mit einer Geldstrafe davonkommen.“

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Gesellschaft

Wetzlar: Hunderte Muslime beten auf Ikea-Parkplatz

Christin Schneider

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Zum Ende des Ramadans beteten Hunderte Muslime auf einem Ikea-Parkplatz in Wetzlar. Fotos und Videos des Ereignisses zogen große mediale Aufmerksamkeit nach sich.

Wetzlar. – Am vergangenen Sonntag versammelten sich rund 700 Muslime auf dem Parkplatz des schwedischen Möbelhauses in der mittelhessischen Stadt, um das Ende des Fastenmonats Ramadan zu feiern. Aufgrund der Corona-Beschränkungen war das gemeinsame Beten nicht in einer Moschee möglich, somit fragte man bei der örtlichen Ikea-Filiale an. Veranstalter waren die beiden Moscheevereine DITIB Wetzlar und die Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) Wetzlar. Laut Verfassungsschutz gehört die umstrittene IGMG zu Teilbereichen der islamistischen „Milli Görüs”-Bewegung an, löse sich aber zunehmend aus der Einflussnahme der Bewegung in der Türkei. „Extremismusbezüge der IGMG sind in den letzten Jahren deutschlandweit – allerdings in regional unterschiedlicher Intensität – schwächer geworden”, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2018.

Genehmigung war vorhanden

Eine Ikea-Sprecherin sagte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass man sich als „guter Nachbar“ verstehe und da ein Hygienekonzept vorgelegen habe, habe der Möbelhausleiter auch grünes Licht für die Anfrage der Moscheevereine gegeben. Nach Angaben der Stadt sei ein Hygienekonzept eingereicht worden, habe aber nicht extra genehmigt werden müssen. Die Auflagen seien nach Einschätzung des Ordnungsamtes eingehalten worden, heißt es in dem Artikel weiter.

Aktion stößt auf großes mediales Interesse

Medial zog das Ereignis umgehend große Kreise. Eine Luftaufnahme der Aktion, die mehrere hundert Muslime mit ihren Gebetsteppichen auf dem besagten Ikea-Parkplatz zeigt, verbreitete sich auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen und erregte große Aufmerksamkeit. Auch international war das Interesse groß, mehrere bekannte Medien berichteten. Darunter auch die BBC, die einen Online-Artikel über die Aktion schrieb, in dem sie auch Kommentare von Twitter-Nutzern zitierte, die sich u.a. über „die Liebe und Freundlichkeit“ freuten, die man „gerade in der Welt bräuchte“.

Kritik: Islamistische Machtdemonstration

Schaut man sich auf Twitter genauer um, so findet man neben den zur Weltoffenheit und Toleranz applaudierenden Kommentaren aber auch viele kritische Stimmen, die jedoch sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Presse keinerlei Erwähnung finden.
So twitterte etwa Saïda Keller-Messahli, Menschenrechtsaktivistin und Präsidentin des Schweizer Forums für einen fortschrittlichen Islam: „Islamistische Machtdemonstration der türkischen Verbände DITIB und Milli Görüs, die Manifestation eines politischen Islams, der den öffentlichen Raum einnehmen will. Nicht einmal in muslimischen Ländern ist so etwas üblich!“

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