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Österreich

COVID-19 in Österreich: Mobilisierung von Miliz und mehr Testungen

Monika Šimić

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Um Berufssoldaten und Grundwehrdiener abzulösen, die aktuell im Einsatz sind, wird nun die Miliz mobilisiert.

Wien. – Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden in Österreich erstmals in der Geschichte Teile der Miliz mobilgemacht. Es werden 3.000 Mann einberufen, das sind zehn Prozent aller Milizsoldaten. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sagte heute bei einer Pressekonferenz mit Generalstabschef Robert Brieger und dem Milizbeauftragten Erwin Hameseder, dass nur Jägerkompanien (rund 200 Mann) und keine ganzen Bataillone einberufen werden.

Einberufung im April

Die Einberufungsbefehle werden demnach im April zugestellt und die Soldaten ab dem 4. Mai in den Dienst gestellt. Danach folgt eine zweiwöchige Vorbereitung. Die Milizsoldaten werden ab dem 18. Mai die verlängerten Grundwehrdiener und Berufssoldaten, die derzeit im Einsatz sind, schrittweise ablösen.

Einberufen werden nur Jägerkompanien aus allen neun Bundesländern und keine ganzen Bataillone. Damit soll sichergestellt werden, dass keine systemrelevanten Mitarbeiter kritischer Infrastrukturen aus ihren zivilen Funktionen entzogen werden. Der Einsatz ist auf drei Monate angelegt, sagte Brieger.

Rendi-Wagner fordert flächendeckende Tests

In Österreich ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus indes auf 3.924 angestiegen (Stand 15.00 Uhr). Bisher wurden 23.429 Personen getestet, 21 Todesfälle sind bestätigt. SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner forderte heute flächendeckende Tests, um Infizierte rascher identifizieren und isolieren zu können. „Je mehr Tests durchgeführt werden, desto besser die Kontrolle der Ausbreitung des Virus. Dazu müssen dringend alle freien Laborkapazitäten des Landes genutzt werden“, sagte Rendi-Wagner. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat der Forderung allerdings eine Absage erteilt. „Eine flächendeckende Testung wird von unserem Fachbeirat als nicht sinnvoll bewertet und ist auch aufgrund der Ressourcen nicht umsetzbar“, sagte er am Montag.

Man erhöhe schrittweise „massiv die Zahl der Testungen in Österreich – es bleibt bei klaren Schwerpunkten: Verdachtsfälle laut Falldefinition, oder Entscheidung des niedergelassenen Arztes, aber vor allem alle Gesundheitsberufe als Zielgruppe“. Rendi-Wagner bekräftigte am Nachmittag ihre Forderung via Twitter erneut. Denn auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist davon überzeugt, dass die Staaten die Zahl der Tests deutlich erhöhen müssten. „Testen, testen, testen. Zu recht, und zwar flächendeckend. Symptomlose Infizierte sind die Hauptverbreiter des Virus, ohne es zu wissen“, so die SPÖ-Chefin.

 

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