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Meinung

Wie ein heimischer Sender die linksextreme Antifa verharmlost

Julian Schernthaner

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Dass Akteuren mit Naheverhältnis zum linken Rand in Österreich jede Tür offen steht, ist kein allzu großes Geheimnis. Die jüngsten Geschehnisse entblößen aber auch so manchen Offenbarungseid.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Das Wort „Antifa“ ist seit den US-Unruhen und der folgenden Trump-Ankündigung, sie als terroristische Organisation zu führen, auch einer breiteren Öffentlichkeit ein Begriff. Während übliche Verdächtige herausstellen, es gäbe so etwas wie „die Antifa“ nicht, dachte sich der heimische Privatsender Puls4: Warum nicht überhaupt ein Mitglied solcher Gruppen vor die Linse holen?

Keine Bühne für Rechte – Positives Framing für Linke

Jetzt wäre das an sich kein Problem: Als Journalist mit Berufsethos und ohne linksliberale „Haltung“ finde ich es völlig legitim, in jeder Debatte immer auch beide Seiten anzuhören. Im Fall der Puls-Senderfamilie ist aber schon das kein ehrliches Dauer-Anliegen. Denn als Identitären-Chef Martin Sellner beim Akademikerball auftauchte, gab es genau einen Sender, der sich als moralisch höherwertig sah: Puls24. Dort verkündete man in sozialen Medien, diesem keine Bühne bieten zu wollen.

Auch war es Puls24, das Ende Februar die Reden von FPÖ-Chef Norbert Hofer löschte, weil die ‚Einordnung‘ fehlte. Eine gewisse Einordnung gibt es beim Antifa-Beitrag tatsächlich, es werden auch die Vorwürfe erwähnt. Aber egal, ob man den Küchenzuruf nun bei der interviewten Antifa-Aktivistin oder der abschließenden Stellungnahme des Grünen-Politikers und Journalisten Thomas Rammerstorfer wähnt: Das Framing ist das eines ‚aufgebauschten Problems‘.

Darstellung und Einordnung widersprechen Realität

Dass Linksextremismus eine gesellschaftliche Problematik darstellt, steht aber außer Frage. Im Wochentakt finden Anschläge auf politische Parteien, deren Personal und andere patriotische Akteure statt. Und es sind eben nicht nur „Propagandadelikte“, wie Rammerstorfer behauptet, und auch nicht nur Angriffe auf Sachen. In Stuttgart lag ein Mann vier Wochen im Koma und immer noch auf der Intensiv-Station, weil ein fünfzig Mann starker Antifa-Mob auf ihn eindrosch.

Hier also die lieben Linksextremisten, die eh niemandem etwas zuleide tun. Und dort die bösen Identitären, die zwar stets von Freispruch zu Freispruch eilten, aber als Symbolbild für angeblich steigende rechtsextreme Straftaten „von Mord bis Totschlag“ herhalten dürfen. Da passt eigentlich fast schon ins Bild, dass derselbe Sender gerne eine gewisse Natascha Strobl, die ihre Standard-Werk bei einem linksradikalen Verlag publizierte, als vermeintlich neutrale „Politikwissenschaftlerin“ um Expertisen bittet.

Puls-Senderfamilie hofiert linksradikale Politologin

In dieser Rolle durfte sie dort schon allerhand Ungeheuerlichkeiten vom Stapel lassen, bis hin zu Liberalen als vermeintliche Wegbereiter eines von ihr imaginierten und situativ befüllten „Faschismus“. Aber die Frau, deren Büchern einer Widmung für einen Leser zufolge „im Zweifelsfall zum Entglasen von Geschäften“ taugen, ist auch sonst als Schnittstelle zwischen dem bürgerlichen und dem martialischen Gesicht des linken Rands zu werten.

Sie ist Ex-Aktivistin der „Offensive gegen Rechts“ und nahm bei den Protesten gegen den Akademikerball 2014, die im Anschluss in wüsten Ausschreitungen endeten, eine zentrale Rolle ein. Die autonome antifa [w] wiederum – das ist die Gruppe, welcher die interviewte „Aktivistin“ angehört – schied schon 2011 aus diesem Bündnis aus. Seitdem „begeistert“ sie damit, mitunter ganz Österreich als „Nazi“ zu bezeichnen. So oder so: Auch beim gegenwärtigen Bildersturm war Strobl wohl geistige Brandstifterin.

Bildersturm-Ziele benannt – Stiefeltruppen schlagen zu

Denn nur einen Tag nachdem sie auf Twitter das Denkmal des ehemaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger zum Abschuss freigegeben hatte, ward dies tatsächlich in rote Farbe getränkt. Man könnte jetzt von einem Zufall sprechen – das Muster wiederholte sich aber in Graz. Der Grazer Grünen-Bezirkrat Tristan Ammerer – einst Anmelder jener Spielfeld-Gegendemo, bei der Linke mit Holzlatten auf Patrioten und Dorfbewohner losgingen – stieß sich an der Stele für den Dichter Hans Klöpfer. Kurz darauf erfuhr auch diese einen Farbanschlag.

Seilschaften, etwa wenn Politiker auf Antifa-Kongressen sprechen oder sich mit Personen aus dem gewaltbereiten Spektrum zeigen, sind mannigfaltig. Intensität und Kausalität sind zwar unklar – bürgerliche wirkende Ausläufer sind aber sicherlich Stichwortgeber. Man mag gar nicht wissen, was unter der staatlichen Förderung eines „digitalen Streetwork“ im ‚Kampf gegen rechts‘ aus dem türkis-grünen Regierungsprogramm zu verstehen ist. Nicht doch etwa Steuergeld für Antifa-Rechercheure und ihre Denunziationsportale?

Radikale Linke projizieren eigene Gewaltbereitschaft

Natürlich: Nicht jede Gruppe, die sich selbst als „Antifa“ bezeichnet und damit in die Tradition sozialistischer und kommunistischer Antifaschisten der Zwischenkriegszeit stellen will, ist tatsächlich gewaltbereit. Die sogenannte ‚Antifa Wels‘ besteht großteils aus altlinken Damen und Herren mittleren Alters, die gegen den Vorwurf sogar erfolgreich medienrechtlich vorgingen. Das ist aber wohl eher die Ausnahme und auch solche Feigenblätter können nicht von der extremistischen Ausrichtung handelsüblicher autonomer Gruppen ablenken.

Wie erbarmungslos diese teils vorgehen, zeigte zuletzt eine US-Recherche – Die Tagesstimme berichtete. In paramilitärischen Trainings lernen „Aktivisten“ den Straßenkampf und wie man Menschen „die Augen aussticht“. Das mag freilich auch ein Extremfall sein. Aber Linke und ihnen wohlgesonnene Medien machen auch patriotische Parteien für jede Missetat eines Rechtsextremen verantwortlich. In Wirklichkeit schließen sie aber wohl aus dem eigenen Spektrum einfach auf den politischen Gegner. Und wer verharmlosend berichtet, macht sich an jedem Bildersturm mitverantwortlich.


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