Connect with us

Welt

Kontingent erhöht: Frankreich nimmt 500 Moria-Migranten auf

Julian Schernthaner

Published

on

Neben Deutschland bleibt auch Frankreich seiner asylfreundlichen Linie treu und will sich an der Verteiligung der Migranten aus dem zerstörten Lager Moria beteiligen.

Paris. – Wie der ORF berichtet, wollen die Franzosen jetzt 500 Migranten übernehmen. Damit erhöhte man das ursprüngliche Plansoll von 350 Menschen um weitere 150 Personen. Dabei möchte das westeuropäische Land vor allem minderjährigen Personen eine Aufnahme ermöglichen. Neben Frankreich und Deutschland – das mindestens 1.500, eher aber knapp 3.000 Migranten einfliegen möchte – sind noch acht weitere EU-Länder zur Übernahme einiger der etwa 13.000 ehemaligen Moria-Insassen bereit. Österreich zählt mit fünfzehn anderen Staaten nicht dazu.

Nachahmer befürchtet: Schon mehrere Lager angesteckt

Die Debatte wird seit der mutmaßlichen Brandlegung vor zwei Wochen äußerst hitzig geführt. Während die Befürworter einer Aufnahme mit angeblicher Menschlichkeit argumentieren, betonen deren Gegner, dass Brandstiftung kein Ticket nach Europa sein dürfe. Man fürchtet im kritischen Lager unter anderem, dass Trittbrettfahrer den Brand nachahmen könnten, um eine Aufnahme in ihren Wunschländern zu bezwecken. Auch die griechische Regierung warnt daher vor einer Übernahme der Migranten.

Und tatsächlich schien diese Sichtweise bald darauf einen möglichen Beleg zu bekommen, als es auf einmal beim ebenfalls heillos überfüllten Asyllager Vathy auf der Insel Samos brannte. Nur die Richtung des Windes, welcher die Feuersbrunst wegtrieb, verhinderte, dass es ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Auch in diesem Fall gingen die Behörden von einer Brandstiftung aus. Diese Woche ereignete sich dann just im Bereich der minderjährigen Migranten das nächste Feuer.

Hitzige Debatte über Aufnahme auch in Österreich

Dass die Wogen gerade in Ländern, die für konsequenten Grenzschutz einstehen, hochgehen, liegt in der Natur der Sache. Und wohl nirgendwo ist dieser gesellschaftliche Zwiespalt so sichtbar wie in Österreich, wo sogar innerhalb der türkis-grünen Regierung „ein Dissens“ herrscht. Die Existenz eines solchen betonte der grüne Europasprecher Michel Reimon bei der Nationalratssitzung am Mittwoch. Seine Partei ist für eine Aufnahme – ebenso wie die liberalen NEOS und die SPÖ, deren Parteichefin befand, dass die Rettung angeblicher Kinder „niemals Symbolpolitik“ darstelle.

Auf der anderen Seite der Debatte stehen die beiden Parteien der Vorgängerkoalition. Bundeskanzler Sebastian Kurz bleibt (ÖVP) bei seiner Linie und ist sowohl gegen eine Aufnahme von Moria-Migranten als auch generell gegen eine Verteilung von Asylwerbern in Europa. Schon länger kritisch gegenüber einer unkontrollierten Einwanderung sind die Freiheitlichen, Klubchef Herbert Kickl forderte unlängst sogar die Aussetzung des Asylrechts – Tagesstimme berichtete. Generalsekretär Michael Schnedlitz legte nun nach: „Solange es in Österreich auch nur noch ein einziges armutsgefährdetes Kind gibt, dürfen wir keinen Cent Steuergeld ins Ausland schicken und brauchen auch keine Zuwanderung.“

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Beliebt