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Islamistischer Terror in Frankreich: Die neuesten Entwicklungen

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Nach dem gestrigen Terrorangriff in Nizza, bei dem drei Menschen starben, sind nun weitere Details zum Tatverdächtigen bekannt geworden. Ein mutmaßlicher Komplize wurde festgenommen.

Nizza. – Der mutmaßlich islamistisch motivierte Messerangriff hatte drei Todesopfer – zwei Frauen und ein Mann – zur Folge. Polizeikreisen zufolge wurde bei dem Anschlag eine der Frauen enthauptet. Der Angreifer habe „Allahu akbar“ gerufen (Die Tagesstimme berichtete).

Mutmaßlicher Täter kam als Bootsmigrant

Nun wurden nähere Details zum mutmaßlichen Täter bekannt: Es handelt sich offenbar um einen 21-jährigen Mann aus Tunesien, der am 20. September über die Mittelmeerinsel Lampedusa an Bord eines mit Migranten beladenen Bootes nach Italien eingereist sei, berichtet die französische Zeitung Le Figaro. Am 9. Oktober sei er dann in der süditalienischen Stadt Bari gewesen. Da er nie einen Asylantrag gestellt oder einen Flüchtlingsstatus besessen hatte, wurde er von den italienischen Behörden entdeckt und sollte abgeschoben werden, heißt es bei Le Figaro weiter. Allerdings wurde der Mann nie festgenommen, um in sein Land zurückgeführt zu werden. Hierfür führte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin mehrere mögliche Gründe wie die Corona-Pandemie oder Platzmangel in den Rückführungszentren an. Darmanin würde die italienische Regierung nicht beschuldigen wollen, aber der mutmaßliche Täter sei in ihrem Land entdeckt worden und dann nach Frankreich weitergezogen, um einen Angriff zu begehen, zitiert ihn die Zeitung weiter.

Weitere Festnahme: Verbindung zum Nizza-Täter noch unklar

Französischen Medienberichten zufolge soll es gestern Abend zu einer weiteren Festnahme gekommen sein. Hierbei handelt es sich um einen 47-jährigen Mann. Dieser wird verdächtigt, in Verbindung mit dem mutmaßlichen Täter zu stehen und möglicherweise ein Komplize des Tunesiers zu sein. Weitere Einzelheiten wurden bisher nicht genannt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte den islamistischen Anschlag in Nizza scharf und erklärte in seiner gestrigen Pressemitteilung, das Attentat sei ein Angriff auf die Werte Frankreichs, auf Meinungs- und Pressefreiheit. Er stellte klar: „Wir werden nicht klein beigeben.“ Macron kündigte an, dass Kirchen und Schulen zukünftig besser geschützt werden. Der inländische Anti-Terroreinsatz in Frankreich „Sentinelle“ soll von bisher 3.000 auf nun 7.000 Soldaten aufgestockt werden. Die höchste Terrorwarnstufe ist ausgerufen.

Malaysischer Ex-Premierminister provoziert auf Twitter

Nur wenige Stunden nach dem schrecklichen Messerangriff in Nizza twitterte der ehemalige malaysische Premierminister, Mahathir Mohamad, u.a. dass Muslime das Recht besäßen, wütend zu sein und „Millionen von Franzosen zu töten wegen der Massaker der Vergangenheit“.

Twitter löschte den Beitrag, da er Gewalt verherrliche und damit gegen die Richtlinien der Plattform verstoße. Er war jedoch am gestrigen Morgen mehrere Stunden online, bevor die Plattform handelte. Zunächst wurde Mahathir Mohamads Eintrag mit einem Disclaimer versehen, in dem erklärt wurde, dass er gegen die Richtlinien verstoße, aber online zugänglich bleibe, da er von öffentlichem Interesse sei. Twitter löschte den Tweet später schließlich komplett, nicht jedoch die vielen weiteren Beiträge von Mohamad, in denen er eingehend zu den aktuellen Ereignissen und muslimischen Belangen Stellung bezog.

Cedric O, Frankreichs Staatssekretär für Digitales, verurteilte den Tweet des malaysischen Ex-Premierministers und forderte Twitter dazu auf, Mahathir Mohamads Account umgehend zu sperren. „Wenn nicht, wäre Twitter ein Mittäter bei einem formalen Aufruf zum Mord“, so Cedric O. in einem eigenen Tweet.

 

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