Connect with us

Welt

Beunruhigend: Zigtausende Asylwerber in Griechenland unauffindbar

Julian Schernthaner

Published

on

Mit einer alarmierende Feststellung lässt die griechische Regierung jetzt aufhorchen. Das an der europäischen Außengrenze liegende Land weiß nämlich bei etwa der Hälfte der Asylwerber in seinem Land nicht, wo diese sich gegenwärtig aufhalten.

Athen. – Wie der ORF berichtet, musste Migrations- und Asylminister Notis Mitarakis unlängst einräumen, dass man bei zehntausenden Personen mit einem laufenden Asylverfahren keinerlei Aufenthaltsort kennt. Insgesamt gäbe es 84.000 noch offene Asylanträge. Ebenso beunruhigend wie die schiere Summe: Etwa jeder Zweite davon könnte untergetaucht sein oder sich bereits außer Landes befinden.

Tausende Migranten könnten illegal weitergezogen sein

Dieser Umstand, so Mitarakis, gelte auch für viele jener 32.574 Personen, die einen abschlägigen Bescheid erhalten hätten. Wie viele davon sich noch im Land befinden, hofft man damit zu eruieren, dass man bis 15. Jänner die Verteilung elektronisch lesbarer Aufenthaltspapiere abschließen will. Es ist nach Bewertung der Regierung allerdings durchaus möglich, dass zahlreiche Personen auch in andere europäische Länder weitergereist seien.

Dies gelte Mitarakis zufolge vor allem vor dem Hintergrund, dass die Türkei seit dem 10. März keine Asylwerber mehr zurücknehme. Dieses unterlasse das Nachbarland – das damals erst kurz zuvor die Scheunentore öffnete – trotz aufrechter vertraglicher Verpflichtungen dies gegenüber der EU mit Hinweis auf die Corona-Situation. Dementsprechend ist es durchaus wahrscheinlich, dass einige nicht auffindbare Migranten sich nun illegal in anderen EU-Ländern befinden.

Griechenland von Migrantenströmen stark betroffen

Auch bei der Größenordnung dieser Zahl tappt Griechenland im Dunkeln – und das, obwohl seine konservative Regierung eigentlich auf konsequente Registrierung und ein strenges Regiment im Umgang mit Migranten setzt. Er wies darauf hin, dass es derzeit keine Möglichkeiten legaler Einreise gäbe, infolgedessen überlasse man Schleppern die Macht über die Einwanderungsfrage. Ein Versagen Europas an seinen Außengrenzen führe auch zu seinem Versagen an seinen Innengrenzen, so Mitarakis.

Durch seine geographische Lage im äußersten Südosten Europas – einige griechische Inseln sind nur durch wenige Kilometer vom asiatischen Festland entfernt – versuchen illegale Einwanderer seit jeher das Land als Einfallstor nach Europa zu verwenden. Selbst Italien und Spanien leiden nicht unter einer derart zahlreichen Anlandung von Migranten wie Griechenland. Immer wieder weist das Land darauf hin, dass es sich von seinen europäischen Partnern alleine gelassen fühle.

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Beliebt