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Gesellschaft

Keine Corona-Party: Burschenschaft wehrt sich gegen Falschmeldung

Stefan Juritz

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Die Wiener akademische Burschenschaft Gothia sieht in den Medienberichten über eine angebliche „Corona-Party“ von „Burschenschaftern“ ein „alarmierendes Symptom zunehmender Freiheitsunterdrückung“.

Wien. – Am Freitag machten Medienberichte die Runde, wonach es am Donnerstagabend einen Polizeieinsatz beim konservativen Wiener Akademikerbund, einer ehemaligen ÖVP-Vorfeldorganisation, gegeben habe. Demnach hätten sich dort bis zu 70 Personen zu einer außerordentlichen Generalversammlung getroffen, berichtet der Kurier. Laut Polizeiangaben befanden sich die Teilnehmer „auf engstem Raum ohne Mund-Nasen-Schutz“. Es seien schließlich mehrere Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz und dem Veranstaltungsgesetz erstattet worden. Dem Kurier-Bericht zufolge habe die Polizei sogar vorübergehend die Straße gesperrt.

„Wir hatten dringliche Dinge zu beratschlagen“, erklärte Christian Zeitz vom Wiener Akademikerbund gegenüber dem Kurier. Bei dem Treffen seien übrigens die Corona-Maßnahmen Thema gewesen: „Im Hinblick auf das Corona-Regime muss man aktiv gegen die Regierung auftreten.“ Zudem verwies Zeitz darauf, dass die Versammlung bis zum Ende habe durchgeführt werden können. Weitere Veranstaltung schloss er auch nicht aus.

Falsche Berichte über „Corona-Party“ bei Burschenschaft

Aus dem Treffen des Akademikerbundes machten Kronen Zeitung und Heute jedoch eine Veranstaltung bei einer Burschenschaft. Die Kronen Zeitung titelte „‚Corona-Treffen‘ bei Burschenschafter“ und auch die Online-Ausgabe der Gratiszeitung Heute sprach fälschlicherweise von einer „Burschenschafter-Party“, änderte später aber ihren Bericht.

Die Burschenschaft Gothia, die ihr Haus schräg gegenüber des Wiener Akademikerbundes besitzt, wies diese Berichte in einer Presseaussendung am heutigen Samstag zurück: Der Versuch, aus der Veranstaltung beim Akademikerbund eine „Corona-Party“ machen zu wollen und die Teilnehmer als „Burschenschafter“ darzustellen, entspreche nicht den Tatsachen und sei ein „alarmierendes Symptom“. „Ein Symptom eines immer stärker werdenden Ungeistes, der neben der individuellen Freiheit, dem Recht auf Bildung für die Kinder und der Erwerbsfreiheit zunehmend auch die Freiheit der Meinungsäußerung einschränkt“, erklärte die Burschenschaft in der Aussendung. Weiters teilte die Gothia mit, man trete für eine „offene“ und „gleichberechtigte“ Diskussion über die Corona-Krise und die verordneten Maßnahmen ein. Dazu gehörten grundsätzlich auch Informations- und Diskussionsveranstaltungen, wie sie beim Wiener Akademikerbund stattgefunden haben.

„Die Burschenschaft Gothia heißt freiheitsliebende Studenten, die mit uns für die Wahrung und Verteidigung der Freiheitsrechte kämpfen wollen, jederzeit herzlich willkommen – nach dem „Lockdown“ persönlich und bis dahin auf anderem Wege nach Kontaktaufnahme per Mail unter [email protected]“, teilte die Burschenschaft abschließend mit.

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