Gesellschaft

Nach Skandal‐Bericht: ORF‐Chef Wrabetz kündigt Aufklärung an

Bild Alexander Wrabetz: By Gregor Tatschl from Österreich (Alexander Wrabetz (_IMG7055)) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons / ORF-Logo: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons / Bildkomposition: Die Tagesstimme

Im Skandal rund um den umstrittenen ORF‐Bericht über den Tiroler FPÖ‐Spitzenkandidaten Markus Abwerzger gibt es bereits erste Konsequenzen. Die verantwortliche Redakteurin darf die „Elefantenrunde” zur Landtagswahl nicht mehr moderieren.

Der umstrittene ORF‐Beitrag sorgt weiterhin für Aufregung. Mittlerweile hat sich auch ORF‐Generaldirektor Alexander Wrabetz in den Fall eingeschalten. Wie am Sonntag mehrere Medien übereinstimmend berichteten, forderte Wrabetz eine Klärung der Causa und zog bereits die ersten Konsequenzen.

Wrabetz fordert Bericht

Laut Bericht der Krone wurde ORF‐Landesdirektor Helmut Krieghofer damit beauftragt, einen „umfassenden Bericht” vorzulegen. Außerdem darf die verantwortliche Redakteurin nicht mehr die TV‐Diskussion der Spitzenkandidaten zur Tiroler Landtagswahl („Elefantenrunde”) moderieren.

FPÖ ortet Manipulationsskandal

FPÖ‐Generalsekretär Harald Vilimsky bezeichnete in einer Aussendung den Fernsehbeitrag als „übelste Manipulation des ORF Tirol” gegen den FPÖ‐Spitzenkandidaten Abwerzger. Und auch der medienpolitische Sprecher der FPÖ, Hans‐Jörg Jenewein, reagierte noch am Sonntag und sprach von einem „Manipulationsskandal”. Besonders empörte ihn dabei der Aufklärungsversuch von „Tirol heute” am Samstag.

Die Einmoderation von Tirol‐heute Redakteurin Sybille Brunner war rein rabulistisch motiviert, um die Manipulation des Vortages möglichst vergessen zu lassen. Es findet sich kein Wort der Entschuldigung – der ORF‐Fehler wird ebenfalls nicht erwähnt. Stattdessen wird einmal mehr falsch, missverständlich und manipulativ berichtet”, so Jenewein. Zudem kündigte die FPÖ rechtliche Schritte gegen den ORF an.

FP‐Abwerzger gerät wegen ORF unter Beschuss

Grund für die Aufregung ist eine ORF‐Reportage über den Tiroler FPÖ‐Spitzenkandidaten Markus Abwerzger. Im Fernsehbeitrag sieht man, wie ein 86‐jähriger Passant kritisiert, man dürfe heute nicht mehr von „stinkenden Juden” sprechen. Am Ende der Szene nickt Abwerzger und scheint dem alten Mann damit zuzustimmen. Nicht mehr zu sehen ist allerdings, wie der FPÖ‐Politiker den Pensionisten mit den Worten „Das soll man auch nicht sagen” zurechtweist. Auch FPÖ‐Klubobmann Rudi Federspiel ergänzt: „Jeder Mensch hat seine Würde, jeder Mensch hat seine Rechte.”

Der ORF Tirol entschied sich also, die Äußerungen des Passanten unkommentiert und vor allem ohne die Reaktion der beiden FPÖ‐Politiker auszustrahlen. Warum das geschah, dafür will ORF‐Chef Wrabetz bis Dienstag eine Erklärung.

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