Gesellschaft

Keine Baumängel in Aistersheim: Patriotischer Kongress findet statt

Bild: Andlinger via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 AT

Am 3. März 2018 wird im Wasserschloss Aistersheim der zweite „Kongress Verteidiger Europas” stattfinden. Bis zu 600 Besucher aus dem In‐ und Ausland werden zu den Vorträgen prominenter Redner erwartet. Gegner der patriotischen Veranstaltung versuchten diese jüngst über einen Bauamts‐Beschluss zu verhindern. Diesen Bestrebungen wurde nun eine Absage erteilt. 

Wie mehrere Medien in der Vorwoche berichteten, standen beim über 800 Jahre denkmalgeschützten Renaissanceschloss Vorwürfe grober Baumängel im Raum. Unter Berufung auf den Bericht des oberösterreichischen Regionalmediums Wochenblick wurden diese vom ehemaligen Beamten Uwe Sailer erhoben, aber „entbehren nach Ansicht der Bausachverständigen […] jeder Grundlage”. Damit kann der Kongress auch aus baulicher Sicht in diesem Ambiente abgehalten werden.

Schwere Vorwürfe durch Kongress‐Gegner

Der sozialdemokratische Gewerkschaftler Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), hatte das Schloss im Vorfeld als „Risikobau, der für die Veranstaltung offensichtlich ungeeignet ist” bezeichnet. Man wollte außerdem ein „zersetzes Mauerwerk, freiliegende Kabel” und eine „morsche Brücke” erkannt haben. Sailer selbst behauptete sogar, er sei bei einer eigenen Beschau des Gebäudes „von herabbröckelnden Gewölbeteilen getroffen” worden. Das Bündnis „Linz gegen Rechts” versuchte bereits am 7. Februar mit einer Demonstration gegen die Veranstaltung mobil zu machen.

Der ÖVP‐Bürgermeister Rudolf Riener sprach zwar zuvor davon, dass man bei einer Feuerbeschau im Herbst punktuell einigen Reparaturbedarf entdeckt habe. Er bezweifelte aber bereits im Vorhinein, dass dies ausreiche, um den Kongress zu untersagen. Er verwies deshalb auf das Sachverständigengutachten, welches nun die bauliche Unbedenklichkeit des Veranstaltungsortes bestätigte. Außerdem bekräftigte er, dass es für den Kongress keinerlei gesonderter behördlicher Genehmigung bedürfe, weshalb ausschließlich Schlossbesitzer Heinrich Birnleiter für den ordnungsgemäßen Ablauf verantwortlich sei.

Medienpartner kritisiert Berichterstattung

Für das patriotische Magazin Info‐DIREKT, welches als Medienpartner des Kongresses auftritt, sei der „wahre Skandal der Geschichte” hingegen, dass „Medien wie der StandardHeuteOÖN und der ORF […] unqualifizierte Behauptungen als Expertenmeinungen präsentieren”. Diese würden ihre Experten „nach ideologischen Gesichtspunkten und nicht nach Maßgabe der notwendigen Fachkenntnisse” auswählen.

Laut Auskunft des Wochenblick-Chefredakteurs Kurt Guggenbichler hätten mehrere Fachleute sogar zu rechtlichen Schritten gegen Uwe Sailer wegen dessen „unhaltbaren und leichtfertig ausgeprochenen Vorwürfe” geraten. Für den Schlossbesitzer sei es außerdem „unverständlich” wie viele Medien die Vorwürfe Sailers aufgegriffen hätten.

 

 

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