Wirtschaft

Milchpreis und Rekordernte: Österreichs Bauern verdienen 18,8 Prozent mehr

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Höhere Milchpreise und eine gute Einernte sorgen für das zulegen der Gehälter heimischer Bauern. Bio‐Lebensmittel sind besonders gefragt und die Landwirtschaft wird bei der Jugend immer beliebter. Die Fachschulen erfreuen sich seit einigen Jahren an regem Zulauf. 

Laut einer Schätzung der Statistik Austria erhöhte sich das durchschnittliche Einkommen pro Person im Bereich der Landwirtschaft um 18,8 Prozent zum Vorjahr. Seit dem Jahr 2016 stiegen die Gehälter erstmals um 12,3 Prozent, nach einem jahrelangen Rückgang. 2017 war ein Jahr der guten Weinernte und höheren Milchpreise, von denen die Bauern profitieren.

Zuwächse gab es vor allem bei der tierischen Erzeugung. Trotz gestiegener Ablehnung tierischer Produkte steigt die heimische Produktion solcher Lebensmittel um 11,7 Prozent auf circa 3,6 Mrd. Euro. Dazu beigetragen haben unter anderem höhere Milchpreise. Im Obstanbau nahm die Erzeugung trotz Spätfrostschäden zu. Besonders freuen sich die Weinbauern über eine qualitativ hochwertige und mengenmäßig gute Ernte.

Österreichs Bio‐Lebensmittel genießen Weltruf

Mehr als 20 Prozent der heimischen landwirtschaftlichen Flächen werden biologisch bewirtschaftet. Die Lebensmittel Österreichs stehen international für Natürlichkeit und Tradition und sind daher im Export sehr gefragt. Österreich spielt weltweit eine Vorreiterrolle im Anbau naturbelassener Produkte. Auch Viehbauern tendieren zusehends in Richtung biologischer Tierhaltung.

Innerhalb der EU, die hohe Kriterien für die Definition von Bio‐Artikeln festgesetzt hat, wächst der Anteil solcher Produkte in Handel und Gastronomie nachhaltig. Österreichs Landwirtschaft profitiert enorm von dieser Entwicklung und setzt somit auch das EU‐Ausland unter Druck, biologischer anzubauen. Der Anstieg bei Angebot und Nachhaltigkeit kommt dabei letztendlich den Konsumenten zugute.

Die Landwirtschaft wird bei der Jugend beliebter

An der Landwirtschaftsschule in Bruck an der Großglocknerstraße gibt es seit einigen Jahren einen Andrang wie lange nicht mehr. Aufgrund von Platzmangel müssen immer mehr Schüler abgewiesen werden. Dreiviertel der dort eingeschriebenen Jugendlichen stammen selbst von Bauernhöfen und wollen diese später übernehmen können.

Die praxisnahe Ausbildung im Pinzgau macht die Schüler zu begehrten Lehrlingen in regionalen Großbetrieben. Einen Beitrag dazu leistet auch ein Anstieg der Wertschätzung für die Natur und heimische Produktion. Diverse Medien sehen als Grund für diese Entwicklung, dass die neue Generation an Jugendlichen einen zunehmend konservativen Wertekatalog besitzt.

 

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