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Erste Firma führt 30-Stunden-Woche mit Vollzeit-Gehalt ein

Eine Online-Marketing-Agentur aus Oberösterreich will als erstes Unternehmen in Österreich die 30-Stunden-Woche bei gleichbleibendem Gehalt einführen.

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<p>Symbolbild Arbeitsplatz: Pexels (CC0)</p>

Symbolbild Arbeitsplatz: Pexels (CC0)

Das Unternehmen eMagnetix Online Marketing GmbH in Bad Leonfelden hat sich nach einem zweimonatigem Testlauf dazu entschieden, ab 1. Oktober 2018 eine 30-Stunden-Woche bei vollem Gehalt für seine Mitarbeiter einzuführen.

Positive Effekte durch weniger Arbeitszeit

„Wir investieren in nachhaltige Mitarbeiterzufriedenheit“, begründete Geschäftsführer Klaus Hochreiter den Schritt gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Der zweimonatige Test habe die Geschäftsführung von den positiven Effekten überzeugt:

„Die Mitarbeiter sollen neben dem Beruf mehr Zeit für sich haben, um ein ausgeglichenes, erfülltes Leben zu führen. Wir sind überzeugt, dass sich das positiv auf Gesundheit, Motivation und Produktivität unserer Kollegen auswirkt.“

Das Projekt soll durch Prozess-Optimierungen und zum Teil durch Reinvestitionen aus dem Gewinn finanziert werden. Das Online-Marketing-Unternehmen wurde 2008 gegründet und hat derzeit 22 Mitarbeiter.

„Arbeitsreduktion dringend nötig“

Ebenfalls für eine 30-Stunden-Woche spricht sich die Initiatorin des Frauenvolksbegehrens, Schifteh Hashemi, gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten aus. Sie ist davon überzeugt, dass eine Arbeitsreduktion dringend nötig sei, um bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Sorgearbeit (Kinderbetreuung etc.) besser zu kombinieren. Besonders Mütter, die oft in der „Teilzeitfalle“ landen, seien mit der jetzigen Situation überfordert.

Wirtschaftskammer erteilt dem Modell eine Absage

Für Wirtschaftskammerdirektor Karl-Heinz Dernoschegg kommt das Modell einer generellen 30-Stunden-Woche derzeit jedoch nicht in Frage:

„Ich halte generell wenig davon, ausgenommen ein Unternehmen – und das ist das gute Recht eines Unternehmens – sagt, ich kann aus welchen Gründen auch immer von dem Nachteil, den ich hier habe, der weniger verfügbaren Arbeitszeit durch einen so hohen Produktivitätsvorteil kompensieren, dass ich am Markt trotzdem konkurrenzfähig bleibe“, so Dernoschegg laut ORF-Bericht.

Unternehmen stünden in einem nationalen und internationalen Wettbewerb und könnten sich das derzeit nicht leisten. Zudem gebe es nach Ansicht des WKO-Direktors viele Menschen, die ihre Arbeit mögen und deshalb auch gerne immer wieder über die 40 Stunden hinaus arbeiten würden.

 

 

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