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Politik

Volksabstimmung: Schweizer Rundfunkgebühr-Befürworter im Aufwind

Julian Schernthaner

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Symbolbild SRF: Jürg-Peter Hug, Zürich via Wikimedia Commons[CC BY-SA 3.0]

Kommenden Sonntag wird die Schweiz in einer Volksabstimmung über die Abschaffung der Rundfunkgebühren entscheiden. Jüngsten Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der Eidgenossen die No-Billag-Initiative ab. Das Ergebnis des Volksentscheids könnte auch Auswirkungen auf die ewig junge Debatte im benachbarten Österreich haben.

Laut Standard-Bericht sind bei einer Umfrage im Auftrag der öffentlich-rechtlichen SRG 56% der Schweizer “sicher” für die Beibehaltung von Rundfunkgebühren zur Finanzierung von SRG-SSR und privaten Sendern. Weitere 9% wollen “eher” gegen die Initiative stimmen. Die repräsentative Umfrage der gsf.bern befragte zwischen 7. und 14. Februar insgesamt 1400 Stimmberechtigte über ihr geplantes Abstimmungsverhalten. Die Zustimmung zur Initiative ist dabei gegenüber früheren Umfragen rücklaufig. Eingeführt wurde die Empfangsgebühr erst 1998, ebenfalls mittels Volksabstimmung. Diese fiel mit 50,1% denkbar knapp aus.  Ein privater Haushalt zahlt derzeit jährlich knapp über 450 Franken an Gebühr für TV und Radio.

Unterstützung für Initiative im Tessin erwartet

Gemäß dem Kommunikationsmagazin persönlich.com könnte es dabei aber zu einem Protestvotum im überwiegend italienischsprachigen Kanton Tessin kommen. Dies sei nach einer weiteren Umfrage von Tamedia vor allem auf die Stärke der SVP-nahen Lega de Ticenesi zurückzuführen, die im Kantonsrat mit 22 von 90 Mandaten zweitstärkste Kraft ist. Beide Parteien hatten sich im Vorfeld für ein “Ja” zur Abschaffung ausgesprochen, auch landesweit wollen sich 70 Prozent der SVP-Sympathisanten dieser Meinung anschließen.

Im Tessin betreibt die Radiotelevision svizzera (RSI) zwei italienischsprachige Fernsehprogramme sowie drei Radiosender. Demgegenüber stehen bei gleichen Rundfunkgebühren zwei französische und drei deutsche TV-Sender sowie vier französische und sechs deutsche Radios.

Österreich: Mehrheit für Abschaffung

Der Verlauf der Volksabstimmung könnte indes auch Einfluss auf die Diskussion zu den Rundfunkgebühren des Gebühren-Info-Service (GIS) in Österreich haben. Sprachen sich jedoch mit der Regierungspartei FPÖ und den oppositionellen NEOS bereits zwei Kräfte in der Vergangenheit für eine Abschaffung des GIS-Beitrags aus. Erneuerte freiheitliche Forderungen in diese Richtung bezeichnete der Standard jüngst als “Angriffswelle auf den ORF”.

Im Gegensatz zum Nachbarn könnte eine allfällige Volksabstimmung dort tatsächlich zu einer Änderung des Beitrags führen. Einer Online-Befragung der Zeitung Österreich unter 1.010 Personen zufolge sprechen sich bis zu 86 Prozent der Menschen für eine GIS-Abschaffung aus. Nicht ganz so eindeutig, aber immer noch mehrheitlich verlief die Frage der Heute nach der Unterstützung für ein derartiges Volksbegehren: Unter 500 telefonisch Befragten würden 70% ein solches “ganz sicher” oder “eher schon” unterschreiben.

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Österreich

Koalitionsbruch vollzogen: Kurz kündigt baldige Neuwahlen an

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Sebastian Kurz 2014 / Ausschnitt): Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres via Wikimedia Commons [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Nach den Enthüllungen rund um ein Video, welches den heute zurückgetretenen langjährigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schwer belastete, gab Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) das Ende der türkis-blauen Regierung bekannt.

Wien. – Um Punkt 19.47 Uhr trat Kurz im Bundeskanzleramt vor die Öffentlichkeit, um bekanntzugeben, worauf alle stundenlang gewartet haben. Zuvor hatte der Regierungschef seine Stellungnahme mehrfach verschoben. Wie Beobachter erwarteten, führt dies nun zu Neuwahlen.

Lob für Regierungsarbeit von Bundeskanzler Kurz

Kurz begann sein Statement, indem er zunächst noch einmal die aus seiner Sicht positive Regierungsarbeit pries und zählte mehrere Errungenschaften der Koalition auf, wie etwa den Familienbonus. Auch verdammte er die Methoden, unter welchen das brisanten Video auf Ibiza zustande kam – und verglich diese, wie bereits Strache zuvor, mit dem Silberstein-Skandal rund um die SPÖ im Jahr 2017.

Kurz: “Genug ist genug”

Allerdings machte er klar, dass er nach den jüngsten Geschehnissen zur Auffassung gekommen sein das die FPÖ “mit diesem Verhalten dem Reformprojekt und dem Ansehen des Landes” schade. Deshalb habe er dem Bundespräsidenten baldige Neuwahlen vorgeschlagen.

Denn, so ist Kurz überzeugt: “Genug ist genug”. Gleichzeitig sieht er allerdings auch einen fliegenden Wechsel zu einer anderen Konstellation als nicht zielführend. Die Freiheitlichen wiederum hätten einem Umbau der Regierungsmannschaft nicht zugestimmt.

Kickl-Ablöse angeblich Bedingung für fortsetzung

Zuvor war nämlich gemunkelt worden, dass die Volkspartei als Bedingung für eine Fortsetzung der bisherigen Koalition eine Ablöse auch des blauen Innenministers Herbert Kickl forderte. Die Freiheitlichen schienen demnach allerdings nicht bereit, dessen Posten zur Verfügung zu stellen.

Der unter Berücksichtigung gesetzlicher Fristen ehestmögliche Wahltermin wäre übrigens Mitte Juli. Als wahrscheinlicher gilt allerdings ein Urnengang voraussichtlich im September.


Weiterlesen:

Heimliche Videoaufnahmen: Strache trifft Kurz noch am Vormittag

Strache: “Schmutzkübel-Kampagne in Silberstein-Manier”

Die Reaktionen zum Strache-Rücktritt


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Österreich

Die Reaktionen zum Strache-Rücktritt

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild ( Bundeskanzler Sebastian Kurz (l.) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (r.) beim Pressefoyer nach dem Ministerrat am 9. Mai 2018): Bundeskanzleramt (BKA) / Fotografin: Regina Aigner; via Fotoservice Bundeskanzleramt [Bild zugeschnitten]

Am heutigen Samstag sind die beiden FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus wegen des “Ibiza-Videos” von allen ihren politischen Ämtern und Funktionen zurückgetreten.

Wien. – Kurz nach 12 Uhr gab der bisherige Vizekanzler Heinz-Christian Strache seinen Rücktritt bekannt (Die Tagesstimme berichtete). Nur wenige Minuten später folgte eine Aussendung vom bisherigen geschäftsführenden FPÖ-Klubobmann und Nationalratsabgeordneten Johann Gudenus, in der dieser ebenfalls seinen Rücktritt von sämtlichen Funktionen in der FPÖ verlautbarte.

Alle warten auf Kurz

Eine ursprünglich für 14 Uhr angekündigte Stellungnahme von Bundeskanzler Sebastian Kurz blieb bis dato aus. Laut Medienberichten werde Kurz sich voraussichtlich erst um 19:45 Uhr zur Causa äußern. Wie die Krone erfahren haben will, bestehe die ÖVP auch auf den Rücktritt des freiheitlichen Innenministers Herbert Kickl, was die FPÖ jedoch dezidiert ablehnen würde. Es könnte damit im Herbst tatsächlich zu Neuwahlen kommen.

Straches Rücktritt führte derweil zu unzähligen Reaktionen im In- und Ausland. Die Tagesstimme hat einige Aussagen aus der österreichischen Politik gesammelt:

SPÖ sieht Regierung gescheitert

Von den Oppositionsparteien wurden erwartungsgemäß Rufe nach dem Ende der türkis-blauen Regierung lauter. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda sieht die Regierung “gescheitert”: “Sebastian Kurz ist jetzt am Zug. Er muss den Österreicherinnen und Österreichern dieses Scheitern eingestehen und die volle Verantwortung für dieses Chaos übernehmen. Er hat Österreich in diese desaströse Situation gebracht und die Stabilität des Landes aufs Spiel gesetzt“, so Drozda gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Auch die JETZT-Klubobmänner Wolfgang Zinggl und Bruno Rossmann fordern Bundeskanzler Kurz auf, “umgehend die Reißlinie [zu] ziehen” und die Koalition mit der FPÖ zu beenden. Nach Ansicht von Zinggl offenbare das Ibiza-Video “das wahre Gesicht der FPÖ”. Sie sei nicht die Partei des “kleinen Mannes”, sondern “die Partei der Großkonzerne und deren Interessen”.

Grüne fordern Neuwahlen

Bei den Grünen fordert man fordert man ebenso Neuwahlen. “Der Rücktritt von Vizekanzler Strache ist bei weitem nicht ausreichend, um diese Staatskrise abzuwenden. Es gibt nur eine Konsequenz: ein Rücktritt der gesamten Regierung Kurz-Strache und Neuwahlen!“, so Birgit Hebein, Spitzenkandidatin der Grünen Wien, in einer Aussendung.

Aus den Reihen der ÖVP sprach sich der ehemalige Parteichef Erhard Busek im Interview mit oe24.TV für einen Koalitionswechsel zur SPÖ aus: “Der Grund, warum ich für diese Lösung bin, ist, dass ich nicht für dauerhaften Wahlkampf bin.”

FPÖ-Landbauer lobt bisherige Regierungsarbeit

Von der FPÖ sprach sich hingegen Niederösterreichs FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer für eine Fortsetzung der türkis-blauen Koalition und gegen Neuwahlen aus. „Das wäre höchst fahrlässig, schließlich leistet diese Regierung exzellente Arbeit und kann viele Erfolge vorweisen, die vor allem auf die FPÖ-Regierungsbeteiligung zurückzuführen sind“, so Landbauer gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten.

“Das nutzt Juncker, Merkel und Macron”

Beim heutigen FPÖ-Landesparteitag in Graz sprach Harald Vilimsky, blauer Spitzenkandidat zur EU-Spitzenkandidat. Er vermutet internationale Netzwerke hinter der Causa. “Wir glauben, dass dieses Europa nur dann funktioniert, wenn man die Mitgliedsstaaten in ihrer Vielfältigkeit leben lässt. Man darf das Feld nicht den Junckers, den Merkels und den Macrons überlassen. Cui bono? Das Ganze nutzt genau diesen Personen“, zitiert die Krone den FPÖ-Politiker.

Ebenfalls am FPÖ-Parteitag sprach die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek. “Wir haben Wurzeln geschlagen, uns wirft kein Sturm um. Die Freiheitliche Partei wird niemand umbringen”, gab sich Svazek laut Ö24-Bericht kämpferisch.

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Deutschland

Kramp-Karrenbauer (CDU): „Debatte über Kopftücher ist absolut berechtigt“

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild (Kramp-Karrenbauer 2014): Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret-Kramp Karrenbauer, begrüßt die aktuelle Debatte in Deutschland über ein eventuelles Kopftuchverbot in Grundschulen und Kindergärten.

Berlin. – Besonders bei Kindern sieht Kramp-Karrenbauer ein Problem beim Tragen eines Kopftuches. Die Diskussion über das Thema finde sie wichtig, wie sie der Funke Mediengruppe sagte.

Debatte „absolut berechtigt“

Wörtlich sagte sie der Mediengruppe in einem Interview: „Ich halte die Debatte darüber, ob wir Kopftücher in Kindergarten oder Grundschule zulassen, für absolut berechtigt.“

Weiter zweifelte sie an, dass das Tragen eines Kopftuchs in jungem Alter durch die Religionsfreiheit zu rechtfertigen sei. Auch viele Muslime sähen es so, dass es „nichts mit Religionsfreiheit zu tun“ habe, wenn junge Mädchen in der Grundschule oder sogar im Kindergarten ein Kopftuch tragen.

Wie unter anderem die Welt berichtet, sprach sich auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung für eine Prüfung des Kopftuchverbots für junge Mädchen aus. 

Besonders aufgrund zahlreicher Beschwerden von Lehrkräften sei der Diskurs dringend notwendig. 

Kritik vom Islamrat

Kritik an der Debatte kam unter anderem vom Islamrat. Ein Vorsitzender bezeichnete die Diskussion als „diskriminierend und unnötig“, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. 

Es handele sich um eine „überflüssige Phantomdebatte“, welche durch keinerlei Fakten belegbar sei.

Offenbar lassen diverse Politiker der CDU derzeit bereits ein Verbot an Grundschulen juristisch prüfen. Das Thema bewege die Bevölkerung und „wir sind gut beraten, solche Themen aufzunehmen“, sagte der Innenminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Hintergrund zur Debatte in Deutschland ist das unlängst in Österreich eingeführte Kopftuchverbot für Mädchen an Volksschulen. Die Tagesstimme berichtete

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