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Gesellschaft

Dieselurteil: Fahrverbot löst keine gesellschaftlichen Probleme

Julian Schernthaner

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am

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das aufsehenerregende Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgericht sorgt derzeit für reichlich Diskussionsstoff. Unter bestimmten Voraussetzungen soll es schadstoffbelasteten Städten möglich sein, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge einzuführen. Dabei schneidet die Debatte eigentlich zugrundeliegende sozialen Fragen nicht einmal ansatzweise an. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Als natur- und heimatbewusster Mensch ist mir eigentlich jeder ehrlich gemeinte Umweltschutz heilig. In unserem Haushalt legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Wir kaufen Gemüse, Fleisch und Käse beim Bauernmarkt im Ort und versuchen, weitestgehend auf Plastik zu verzichten. Notwendige Fahrten tätigen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder bilden Fahrgemeinschaften. Und trotzdem schießt das Diesel-Urteil auch meiner Ansicht nach aus mehreren Gründen am Ziel vorbei.

Wechselspiel nach Angebot und Nachfrage

Dass Dieselfahrzeugen nicht unbedingt den ökologischen Fußabdruck einer Pferdekutsche besitzen, weiß man nicht erst seit gestern. Seit über 30 Jahre wird regelmäßig vor den heizölbetriebenen „Drecksschleudern” gewarnt – und triebt damit in regelmäßigen Abständen den Absatz neuer Fahrzeuge mit Benzinantrieb voran. Einige Jahre später hat man dann das Rad neu erfunden – und verkauft mit dem Hinweis auf eine neue Technik wieder „saubere” Diesel-PKWs. Ganz egal ob Oxidationskatalysator, Direkteinspritzung oder Euro-6-Norm: der Diesel erlebt immer wieder seinen x‑ten Frühling.

Kein Verbot für neuere Dieselfahrzeuge

Apropos Euro‑6: Alle neuen Dieselfahrzeuge seit September 2015, sowie viele ab Baujahr 2010, erfüllen diese Norm und sind deshalb von den künftigen Fahrverboten gar nicht betroffen. Der Focus publizierte schon vergangenen Juni eine ‚Positiv-Liste’. Freilich: Wer keinen Oldtimer mit H‑Kennzeichen oder Neuwagen besitzt, wird seinen gebrauchten Diesel entweder wegen der fallenden Nachfrage billig verhökern oder schadstoffreich verschrotten lassen. Die laut Artikel 71,8% an „veralteten” Dieselfahrzeugen in Deutschland sind dann nämlich zum Berufspendelverkehr untauglich. Betroffene kaufen dann schnell ein neues Auto – zur Freude der angeschlagenen Industrie und der Kreditinstitute.

Die Wahl fällt dann oft auf den teuren Neuwagen – also einen x‑beliebigen Benziner oder einen breiten, schweren SUV. Den braucht kein Stadtbewohner wirklich für seine Alltagswege – vielen Autofirmen betrieben aber intensives Marketing. Wegen besserer Verbrauchsbilanz bauen sie dort gerne Dieselantriebe mit Euro-6-Norm ein. Doppeltes Gefühl, das Richtige zu tun, stellt sich mit den unheimlich umweltverträglichen Schadstoffwerten ein. Dank bester Lobbyarbeit gilt als Richtwert für die Effizienzklasse der Ausstoß nach Gewichtsklasse. Somit gilt – salopp gesagt – offiziell so mancher Panzer als umweltfreundlicher als ein Fiat 500.

Bequemlichkeit der Menschen schafft Problematik

Oft hört man das Argument, ein einziges Kreuzfahrtschiff hätte den tausendfachen Dieselverbrauch eines handelsüblichen Familienwagens. Das ist zwar richtig, ein Wettlauf um den höchsten Schadstoffausstoß ist trotzdem umweltpolitisch unseriös. Der einzig richtige und wirkungsvolle Ansatz führt nämlich über das Verhalten des Konsumenten. Oder wie es die kritische Tiroler Dialektrock-Band Bluatschink bereits 1994 thematisierte: „Zrugg zur Natur, aber ja it z’Fuaß, damit ma sich it ostrenga muaß!”

Im Extremfall haben manche Menschen dann für den Dorftratsch einen Zweit- und Drittwagen in der Hofeinfahrt stehen. Am Morgen fahren dann Vater, Mutter, erwachsenes Kind alle mit dem eigenen Fahrzeug in dieselbe Richtung. Gemeinsam stehen sie im Stau, regen sich am Abendtisch solidarisch über die gestiegenen Spritpreise auf. Am Wochenende folgen getrennte Spritztouren auf Wegen, die mitunter fußläufig oder leicht mit dem Bus zu erreichen wären. Und weil Konsequenz das Um und Auf im Leben ist: Vor fünf Stunden intensiver Pistengaudi am prachtvollen Kunstschneeband sind 200 Meter Fußweg von der Haltestelle halt einfach unzumutbar.

PKW-Auslastung auf niedrigem Niveau

Dabei wäre es so einfach, all diese Probleme zu lösen. Einem Artikel des Schweizer Tagesanzeigers zufolge lag die durchschnittliche Belegung eines Pendlerautos 2013 bei nur 1,1 Personen je PKW. Im anderen Bereichen sind die Zahlen etwas höher, gemäß Erhebung durch das deutsche Forschungs- und Informationssystem je nach Fahrtweg zwischen 1,2 und 1,9 Insassen. Allerdings belegte es auch einen Rückgang der ohnehin schon niedrigen durchschnittlichen Auslastung seit 1990.  Zur Erinnerung: die meisten dieser Kraftfahrzeuge haben ein Fassungsvermögen von 4–5 Personen – und alle kennen Großvaters Geschichten von der abenteuerlichen Italienfahrt zu fünft im engen Puch 500.

Fahrgemeinschaften reduzieren Verkehr und Schadstoffe

Ich habe Verständnis, es gibt kein höheres Gut als die persönliche Freiheit und das eigene Fahrzeug bietet dieses Gefühl der Unabhängigkeit in hohem Maße. Auch ich tagträume manchmal von Sommerfahrten über verwinkelte Landstraßen mit einem (leider nicht eigenen) alten E30. Aber angenommen, von elf Personen in zehn Autos bilden nur drei weitere Leute eine Fahrgemeinschaft mit einem Bekannten mit demselben Wohn- und Arbeitsort. Der Berufsverkehr wäre auf einen Schlag um 30% geringer. Ein knappes Drittel weniger Verkehr bedeutet ein Drittel weniger Stau, ein Drittel schnellere Parkplatzsuche und auch ein Drittel weniger Schadstoffe.

Wir hätten damit auch keine Diskussion über einschneidende Verbote verschiedener Autoklassen und mögliche Auswirkungen auf jene, die mangels öffentlicher Verbindungen oder im Außendienst tatsächlich darauf angewiesen sind. Und auch die Debatten um den teuren Rohstoff wären für die Fahrgemeinschaften hinfällig – eine aus zwei Haushaltsbudgets berappte Tankladung schafft beiden mehr Platz im Geldbeutel. Der Autofahrer wird aufgrund der vielen Abgaben und Nebenkosten oft als „Melkkuh der Nation” bezeichnet. Aber manchmal merkt er nicht, dass er sich in Wahrheit selbst melkt.

 

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2 Kommentare

2 Comments

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    Fritz Schulze

    28. Februar 2018 at 21:49

    Alles ein uralter Hut! Man erinnere sich an Angelas „Altauto-Verschrottungs-Prämie”. War gaaaanz toll für die Umwelt. Denn Millionen bestens funktionierender „Alt-Autos” wurden ersetzt durch energieintensiv hergestellte Neuwagen. „Danke, Kanzlerin!” Man merke: Bei durchschnittlicher Nutzungsintensität und landesüblicher Nutzungsdauer verbraucht ein herkömmliches Automobil ca 40 % seines Gesamtenergiebedarfs bei der Produktion !!! Wow! Da hat das Merkel richtig was Gutes getan – - für die Industrie!!! Und genau DARUM geht es jetzt wieder: Nachdem man uns jahrelang erklärt hatte, daß ein Diesel zu kaufen sei, weil er sooo sparsam mit dem wertvollen Treibstoff umgeht, ist er jetzt plötzlich pfui-bähh? Klar – schaut Euch die Ölpreise an, und dann versteht Ihr auch, wer ein Interesse daran hat, daß die „Sparsamen” vom Markt kommen.
    PS.: Aber mal dafür sorgen, daß die Fracht von der Straße (Diesel-LKW!!!) auf die Schiene (Öko-Strom-Loks!!!) kommt? Pustekuchen! Statt dessen pushen wir jetzt noch „FlixBus” &Co, damit auch der letzte Reisende noch von der Schiene (s.o.) auf die Straße (auch Busse fahren Diesel!!) umsteigt? Wenn hier irgend was „Fake” ist, dann die Märchen, die uns unsere Regierigen über dieses Diesel-Thema erzählen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann regieren sie uns weiterhin…

  2. Avatar

    meier

    1. März 2018 at 9:19

    Gedanken zum Dieselfahrverbot:
    – Nach der Abwrackprämie handelt es sich um ein weiteres Wirtschaftsförderungsprogramm gewaltigen Ausmasses, wenn man bedenkt, dass ca. 15 Mio. Fahrzeuge betroffen sind, d.h. entwertet werden, was einer Geldvernichtung unglaublichen Ausmasses entspricht und der Grund ist, dass in einigen Straßenzügen von einzelnen Städten (z.B. in Bayern: einige Strassen in München, Augsburg, Ingolstadt und evtl. Würzburg, d.h. in tausenden anderen Städten nicht) zu hohe Grenzwerte haben. Natürlich sind zu hohe Grenzwerte nicht gut, das bestreitet niemand, aber wenn an einigen Tagen im Jahr einige Strassenzüge zu hohe Grenzwerte aufweisen, ist die Verhängung eines Dieselfahrverbotes für Städte eine völlig ungerechtfertigte, überzogene Reaktion. Wenn man auf diesem Level alle Umweltsituationen betrachtet, dann hätte diese Gesellschaft ein Problem, denn dann dürfte man fast gar nichts machen, nichts essen (Pflanzengifte, künstliche Zusatzstoffe, usw.), nichts trinken (Zucker, andere Zusatzstoffe), nicht heizen (Umweltschadstoffe), nicht zum Arzt gehen (der macht dich aus ökonomischen Gründen oft kranker als du schon bist), nicht arbeiten (kann unter Umständen lebensgefährlich sein, Schadstofft, Gefahren aller Art), nicht auf die Strasse gehen (da besteht Lebensgefahr). Es ist alles eine Frage der Verhältnismäßigkeit und bei der Dieselfrage wurde diese komplett überdreht. Das ist eine Verarschung von Bürgern, sie werden um ihr Geld gebracht. Es ist NICHTS ALS BETRUG. Völlig überzogen. Eine bewusst gesetzte politische Entscheidung, natürlich nicht nach aussen. Die Wirtschaft lacht sich ins Fäustchen. Das ist so ein ähnlicher Blödsinn wie der 100er auf der Autobahn. Das bringt im Verhältnis zum Aufwand so gut wie NICHTS. Die Grenzwerte werden trotzdem an manchen Wintertagen überschritten, weil es eben in erster Linie das Wetter (Inversion) ist und der fehlende Wind, der zusammen mit dem Hausbrand zu den erhöhten Werten führt und die Autoabgase eben nicht den Ausschlag machen, sonst gäbe es ja jetzt keine überhöhten Werte mehr. Es ist einfach ein Blödsinn, ein grünes HIrngespinst und leider lässt sich die Masse das einreden. „Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird sie zur Wahrheit”
    LASST EUCH NICHT FÜR BLÖD VERKAUFEN.

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Gesellschaft

Leopoldschlag: So erinnerten Patrioten an ermordeten Landwirt Franz G.

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild: Screenshot YouTube [@12:18 min]

Am Donnerstagabend fand eine Gedenkveranstaltung in Leopoldschlag im nördlichen Mühlviertel statt, um an den mutmaßlich von einem afghanischen Asylwerber getöteten Altbauern Franz G. zu erinnern.

Leopoldschlag. – Es waren etwa 60 Personen, welche sich allen Warnungen aus Politik und Medien zum Trotz – neben Bürgermeister Hubert Koller (ÖVP) hatten sich auch ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer und FPÖ-Bezirkschef Peter Handlos aufgrund der Anmeldung der Veranstaltung durch Aktivisten der Identitären vorab distanziert – am Marktplatz der 1.000-Seelen-Gemeinde nahe der tschechischen Grenze zum Gedenken einfanden.

Verantwortliche in „Politik, Medien, Asylindustrie”

Zuerst ergriff Roland Moritz, Landesleiter der oberösterreichischen Identitären, das Wort. Es gelte, Franz. G. „die letzte Ehre” zu erweisen – aber auch, die Umstände seines Todes anzusprechen. Für diesen gäbe es Verantwortliche – „in der Politik, in den Medien, in der Asylindustrie”. Das Land habe sich in den letzten Jahren verändert: „Leopoldschlag ist eine kleine Gemeinde im Mühlviertel. Man würde meinen, hier ist das Leben sicher, vorhersehbar – wenn nicht hier, wo sonst?”

In seiner etwa achtminütigen Ansprache thematisierte er die Greifbarkeit des Vorfalles. Auch sein eigener Vater lebe im ländlichen Raum, sei bis zur Pensionierung ein Nebenerwerbsbauer gewesen: „Er ist jetzt ziemlich genau in dem Alter, in dem Franz G. ermordet wurde. Es hätte ihn genauso erwischen können. Oder meine Mutter, meine Frau, meine zukünftigen Kinder. Jeden von uns. ” Er jedenfalls wolle den Angehörigen und allen Einwohnern von Leopoldschlag sein Beileid und seine Trauer aussprechen.

Kritik an Distanzierungen von Gedenken

Scharfe Kritik übte Moritz am öffentlichen Gegenwind zur Veranstaltung. So habe ihn ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft angerufen und„sehr eindringlich” klargemacht, dass man „nicht erwünscht” sei. Auch der Bürgermeister habe das Gedenken „verhindern” wollen. Sogar der Landeshauptmann habe die Mahnwache als „Missbrauch der Situation” bezeichnet.

Dies zeige: die Verantwortlichen hätten Angst, dass jemand „ihr klägliches Versagen benennt”. Dieses habe Franz G. mit den Leben bezahlt. Man greife jene an, welche Missstände nennen – nicht jene, welche sich verursachten. Dass sogar FPÖ-Bezirkschef Handlos seinen Parteimitgliedern angeblich die Teilnahme untersagt habe, sei außerdem „enttäuschend und beschämend”. Er schloss seine Rede mit einem Requiem von Rilke.

Ziel: „Zeugnis für die Wahrheit” ablegen

Anschließend hielt auch Identitären-Chef Martin Sellner eine Rede. Eingangs hob er positive Reaktionen auf das Gedenken in sozialen Medien hervor, welcher der Darstellung widersprächen, dass angeblich niemand die Mahnwache im Ort wolle. Er selbst sei angereist, um ein „Zeugnis für die Wahrheit” darzulegen. Franz G. habe er zwar nicht gekannt. Er könne sich aber dessen Verbindung mit Landschaft, Ort und Gegend vorstellen.

Womöglich habe der frisch pensionierte Mann sich auf die Erfüllung einiger Lebensträume, vielleicht auch auf die Weihnachtszeit gefreut. Dann habe aber sein Leben geendet, „weil er zur falschen Zeit am falschen Ort” war, beziehungsweise der Tatverdächtige „zur falschen Zeit im falschen Land”. Sellner erinnerte an dessen vorigen aggressiven Handlungen, Jamal A. sei „ein schlechter Mensch”.

Sellner: Auch im „gerechten Zorn gerecht bleiben”

Allerdings, und das sage er „auch glasklar”, sei der mutmaßliche Täter kein „schlechter Mensch”, weil er ein Afghane sei, eine andere Hautfarbe oder Vor- und Nachnamen habe. Er bitte deshalb alle Anwesenden „in [ihrem] gerechten Zorn gerecht zu bleiben”, keine pauschalen Aussage zu treffen. Die Frage gelte vielmehr den Politikern: „Warum war Jamal A. an diesem Montag im Land? Warum war er hier […] und konnte Franz G. ermorden?”.

Unverständnis zeigte er dafür, dass öffentliche Stimmen das Gedenken als „pietätlos” bezeichnet hätten. Er sei nicht hier weil er gerne an einem Donnerstagabend zweieinhalb Stunden fahre, sondern „weil es die etablierten Politiker verabsäumen […] die Verantwortung anzusprechen und auch die FPÖ kein Gedenken veranstalte. Es gelte, „die Wahrheit” anzusprechen: Dass es sich um ein Opfer einer „gescheiterten und falschen Asylpolitik” handle.

Abschluss: Kerzenniederlegung und Schweigeminute

Man müsse den Angehörigen und den Meschen in der Gemeinde erklären, dass es Verantwortliche gebe. Denn: ” Wenn sie mit derselben Vehemenz, mit der sie heute Patrioten aus dem Ort abhalten wollen und dieses Gedenken verhindern wollen, die Grenzen geschlossen hätten und illegale Einwanderer 2015 abgehalten hätten, hätte der Mordfall nicht stattgefunden.”

Es gebe durch die Aushebelung des Asylrechts einen „dreifachen Rechtsbruch”. Es wäre daher nicht pietätlos, herzukommen, sondern zu schweigen. Ein solches Schweigen würde in derartigen Fällen nämlich „einer Lüge gleichkommen”, die Politiker würden Franz. G. wohl „noch mit einer Lüge beerdigen” wollen. Am Ende bat er die Anwesenden um die Niederlegung mitgebrachter Kerzen sowie eine Schweigeminute. Nach etwa einer halben Stunde ging das Gedenken still und andächtig zu Ende.


Weiterlesen:

Nach Messermord: Gedenkveranstaltung für Franz G. in Leopoldschlag (16.10.2019)

Messerattacke in Asylunterkunft: Streit wegen Arbeit als Auslöser (16.10.2019)

Oberösterreich: Bluttat in Asylwerberunterkunft (15.10.2019)

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Gesellschaft

Verärgerte Pendler ziehen Extinction-Rebellion-Aktivist von U‑Bahn

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Protest der Gruppierung in London): Jwslubbock [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Nachdem mehrere Aktivisten Pendler provozierten, indem sie die Abfahrt verzögerten, eskalierte die Situation. Wie auf Videos zu sehen ist, kam es zu Tumulten am Bahnhof.

London. – Mehrere Aktivisten stellten sich am Donnerstagmorgen auf das Dach einer U‑Bahn an der Station Canning Town.

Wütende Pendler

Mit der Aktion verärgerten die Extiction-Rebellion-Aktivisten die Pendler, welche auf die Bahn angewiesen sind, um so zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Nach und nach heizte sich die Stimmung auf. Auf Videos ist zu sehen, wie mehrere Personen die Aktivisten mit Abfall bewerfen. Schließlich wurde einer von ihnen von den wartenden Menschen vom Dach gezogen. 

Nachdem er sich wieder auf dem wortwörtlichen Boden der Tatsachen befand, wurde er von mehreren verärgerten Pendlern attackiert, wie unter anderem die „Welt“ berichtet. Mitarbeiter der Bahn und Passanten griffen ein, um den Aktivisten zu schützen.

Mehrere Festnahmen

Im Anschluss gab es mehrere Festnahmen auf der Seite der Protest-Gruppierung. Weitere Aktionen an der Bahnstation wurden von den Polizeibeamten untersagt. 

Der Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, kritisierte die Aktion. Wörtlich sagte er: „Diese illegale Aktion ist äußerst gefährlich, kontraproduktiv und verursacht inakzeptable Störungen für Londoner, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um zur Arbeit zu kommen.“ Zudem würde sie eine vermeidbare zusätzliche Belastung für die Polizeikräfte darstellen.

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Gesellschaft

Böhmermann scheitert mit Verfügung gegen „Ein Prozent”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann / Bild: Foto: © JCS, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Das Landesgericht Köln hat den Antrag gegen Ein Prozent jedoch „vollumfänglich abgelehnt”, da im Beitrag, der Streitpunkt bei Gericht war, „ausschließlich zulässige Meinungsäußerungen” enthalten waren.

Köln/Berlin. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der Verein Civilfleet, der von Moderator Klaas Heufer-Umlauf initiiert und von Satiriker Jan Böhmermann unterstützt wurde, gescheitert war und mehr als 200.000 Euro an Spendengeldern für vermeitliche Seenotrettung verschütt gingen (Die Tagesstimme berichtete). Auch das patriotische Bürgernetzwerk Ein Prozent berichtete darüber. Weil sie in ihrer Berichterstattung über die vermeintlich „zentrale Rolle” Böhmermanns bei der Spendensammlung für den Verein Civilfleet schrieb, wollten dessen Anwälte eine Verfügung erwirken, um dies zu unterbinden.

Landesgericht Köln lehnt Verfügungsantrag ab

Wie Ein Prozent gestern mitteilte, hat das Landesgericht Köln den Verfügungsantrag „vollumfänglich abgelehnt”. Nach Auffassung des Landesgerichts waren in dem Beitrag von Ein Prozent, der Streitpunkt bei Gericht war, „ausschließlich zulässige Meinungsäußerungen enthalten”, die vom Gesetz auch gedeckt werden. Man könne nun also stolz verkünden, dass Jan Böhmermann, „der staatlich alimentierte TV- und Staatsclown” dem Verein unterlag und „mit seinem Versuch, patriotische Kritiker mundtot zu machen” gescheitert ist, so Ein Prozent.

Die Ablehnung des Verfügungsantrages ist laut Ein Prozent aber noch nicht das Ende der rechtlichen Möglichkeiten. Denn Böhmermann könne jetzt vor Gericht ziehen.

Ein Prozent klagt Facebook und PayPal

Dem patriotischen Bürgernetzwerk stehe in den nächsten Wochen jedoch eine „echte finanzielle Bewährungsprobe vor Gericht” bevor, wie man im aktuellen Newsletter mitteilte. Man wolle nämlich gegen Facebook und den Bezahldienst PayPal klagen, die Ein Prozent „mit der Sperrung unserer Konten ebenfalls mundtot machen wollen”. Gründer des patriotischen Netzwerkes, Philip Stein, betonte weiter: „Wir werfen unseren Hut in den Ring und lassen uns nicht einfach aufs Abstellgleis schieben!”

Mehr zu dem Thema:

Pasemann (AfD): Bundesregierung sollte „Banner der Meinungsfreiheit” hochhalten (10.10.2019)

Nächster Fall: „Ein Prozent” auf Facebook gesperrt (28.08.2019)

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