Österreich Politik

Wirbel um Facebook‐Video: Ungarischer Minister legt nach

By Elekes Andor (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Für Aufregung sorgt seit Dienstag ein Video des ungarischen Fidesz‐Politikers und Kanzleramtsministers Janos Lazar. Der Politiker befindet sich gemeinsam mit der Orban‐Partei im Wahlkampf. Das Video richtet sich an seine ungarischen Landsleute. Er warnt in dem Video am Beispiel des 10. Wiener Gemeindebezirks Favoriten vor den Folgen von Zuwanderung und Überfremdung.

Lazar betonte, dass es in dem Wiener Gemeindebezirk Favoriten vor 20 Jahren noch keine Zuwanderer gegebenen hätte. Mittlerweile seien einige Pensionisten die letzten verbleibenden Österreicher. Viele Österreicher hätten demnach den Bezirk bereits verlassen. Auffällig sei für ihn, dass Wien an einigen Stellen schmutzig, unsicher und kriminell sei. Lazar führt dies auf die hohe Zuwanderung nach Wien zurück. Die von ihm auf der Straße angesprochenen Migranten hätten ihm allesamt nicht antworten können, da sie kein Deutsch gesprochen haben. Die Menschen würden hier „in großer Angst leben“.

Kritik von österreichischen Parteien

Kritik kam erwartungsgemäß von der in Wien regierenden SPÖ. Die Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner protestiert aufs Schärfste gegen die Darstellung des ungarischen Politikers. Für sie sind die Aussagen im Video „inhaltlich falsch und auf traurige Weise fremdenfeindlich“. Die Landesparteisekretärin der SPÖ, Barbara Novak, forderte in einer Aussendung eine sofortige Entschuldigung Lazars.

Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou schickte via Facebook ein bisschen #Wienliebe und #Favoritenpride nach Ungarn. Aber auch Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) kritisierte das Video trotz der Entwicklungen, die es in Wien tatsächlich gebe, als unangemessen.

Budapest darf nicht Wien werden?

In Ungarn findet in genau einem Monat die Parlamentswahl statt. Der Fidesz‐Politiker kämpft gemeinsam mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán um den Erhalt der Zwei‐Drittel‐Mehrheit. Lazar betont in seinem Video, dass nur ein Wahlsieg der Orbàn‐Partei ähnliche Zustände in Ungarn verhindern könne. Kritiker verweisen im Gegenzug auf die hohe Lebensqualität in Wien. Vizebürgermeisterin Renate Brauner meinte etwa, man könne „Ungarns Städten nur wünschen, dass sie werden wie Wien – die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität“.

Fest steht allerdings auch, dass der 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, in dem das Video aufgenommen wurde, zu jenen mit dem höchsten Anteil an ausländischer Wohnbevölkerung zählen. Nach offiziellen Angaben der Stadt Wien (Stand 1. Jänner 2017) stammen 46,6 % der Bezirksbewohner aus dem Ausland. Der Wiener Schnitt liegt bei 39,3%.

Video von Facebook wieder online gestellt

Facebook hatte das Video kurz nach der Veröffentlichung mit dem Verweis gelöscht, dass Beiträge entfernt werden, die Menschen aufgrund ihrer ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit angreifen. Lazar protestierte auf seinem Facebook‐Account gegen diese Einschränkung der Meinungsfreiheit. Er forderte Facebook auf, das Video wieder online zu stellen. Dieser Aufforderung ist Facebook in der Nacht auf Donnerstag nachgekommen.

Der ungarische Politiker denkt unterdessen nicht daran, seine Äußerungen zurückzunehmen. Er veröffentlichte gestern Abend auf seiner Facebook‐Seite noch ein Video, dass einen Ausschnitt aus einer Folge der ORF‐Sendung „Menschen und Mächte“ zeigt. Darin sind Wiener zu sehen, die die zunehmende Überfremdung ihrer Heimatstadt beklagen. „Ich fühl mich eigentlich fremd in meinem eigenen Bezirk“, bedauert eine ältere Dame. Für Lazar stellt dieser ORF‐Bericht eine Bestätigung seines eigenen Videos dar:

1 Kommentar

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  • Ich bin iranisch stämmiger Ex‐ Muslim und stimme dem ungarischen Politiker zu 100% zu. die gleiche Situation wie in Wien haben wir auch in Deutschland. Ganze Städte haben binnen wenige Jahre ihr gesicht komplett geändert und sind von muslimische Migranten durchsetzt.

    Wien und andere westliche Städte leben von der Substanz. Die Zukunft für diese Städte sieht sehr düster aus und während in 20 Jahren Budapest immer noch eine liebenswürdige, europäische Stadt seien wird, werden ganze westliche Städte orientalisch‐ islamisch aussehen.

    LG und danke für eure unabhängige Nachrichtenseite.

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