Gesellschaft

Messerattacken in Wien‐Leopoldstadt: Afghane gesteht beide Taten

Bild: Contributor for Wikipedia via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 bzw. CC BY 2.5]

Am Mittwochabend kam es in Wien‐Leopoldstadt zu zwei Messerangriffen auf offener Straße. Ein mutmaßlich 23‐jähriger Afghane gestand mittlerweile beide Taten. Als Grund für die Attacke auf einen Landsmann sowie eine österreichische Familie gab er Unzufriedenheit mit seiner Lebenssituation an.

Wie Die Presse berichtet, schwebt eines der Opfer, ein 67‐jähriger Familienvater, weiterhin in Lebensgefahr. Seine Gattin (56) und deren Tochter (17) wurden beim Angriff ebenfalls schwer verletzt, seien aber stabil. Das Trio verließ gerade um 19.45 Uhr eine Lokalität am Nestroyplatz, ehe es willkürlich zum Opfer wurde. Dabei stieß der Angreifer laut Zeugenberichten einen unverständlichen Ausschrei aus. Eine halbe Stunde später stach er am Praterstern auf einen 20‐jährigen Afghanen ein, dieser ist außer Lebensgefahr.

Blutspur führt zum Täter

Einer Sofortfahndung der Wiener Polizei ist zu verdanken, dass der afghanische Tatverdächtige noch am selben Abend dingfest gemacht werden konnte. Dabei half bei der Feststellung, ob es sich um den Gesuchten handelt, dass dieser sich mit einem der beiden bei ihm gefundenen Messer an der Hand verletzte – am Tatort fand sich eine Blutspur, welche vom mutmaßlichen Messerangreifer stammen dürfte.

Tatmotiv: „Wütend auf Lebenssituation”

Bei der Einvernahme auf der Polizeidienststelle offenbarte der Afghane letztlich auch seine Tatmotive. Auf seinen Landsmann ging er wegen eigener Drogenprobleme los, weil er diesen dafür verantwortlich sah. Die einheimische Familie hingegen sei zum Opfer geworden, weil er mit seiner Gesamtsituation unzufrieden wäre. Sie dürfte also folglich einfach ‚zur falschen Zeit am falschen Ort’ gewesen sein.

Ein terroristisches Motiv schließt die Polizei derzeit aus. Polizei‐Pressesprecher Patrick Maierhofer betonte diesbezüglich, was der Tatverdächtige zu Protokoll gab:

 „Der Mann gab an, dass er in einer schlechten, aggressiven Stimmung war und auf seine gesamte Lebenssituation wütend war.“

Den afghanischen Migranten erwartet nun eine Anklage wegen Mordversuchs. Man geht davon aus, dass es auch zu einem psychiatrischen Gutachten kommt. Sollte der beigezogene Facharzt dann feststellen, dass der Mann tatsächlich an einer psychischen Störung leidet, könnte dieser in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden.

Afghanen häufiger Tatverdächtige

Daten des Bundeskriminalamts zufolge wurden im Jahr 2016 von 36.500 Afghanen in Österreich gleich 5.973 (16,8 Prozent) als „ermittelte Tatverdächtige” ausgeforscht. Damit lag die Quote deutlich höher als bei Einheimischen (2,2 Prozent).

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