Österreich Politik

Salzburger Freiheitliche verzichten künftig auf Manner‐Slogan

Bild: Screenshot Facebook / Svazek - Cropped Die Tagesstimme

Vor einigen Tagen sorgte die Nachricht für Aufregung, dass der Süßwarenhersteller Manner rechtliche Schritte gegen die FPÖ Salzburg prüft. Landesparteiobfrau und FP‐Generalsekretärin Marlene Svazek hatte eine Abwandlung des Firmenslogans für ihr Dienstauto verwendet. Dann tauchten Vorwürfe auf, wonach dem Unternehmen dessen Verwendung in der Vergangenheit sehr wohl billig gewesen sei. Nun will die FPÖ die umstrittenen Slogans entfernen.

Ins Rollen gebracht wurde die Affäre von Bence Jünnemann, dem Social‐Media‐Manager des Mitbewerbers NEOS. Zuvor hatte Svazek ein Bild auf Facebook geteilt, wo sie vor dem Gefährt postiert – der NEOS‐Mitarbeiter leitete dies auf Twitter an das Wiener Traditionsunternehmen weiter. Für die Salzburger Freiheitlichen könnte die Aufregung zur Unzeit kommen – wählt das Bundesland doch am 22. April einen neuen Landtag. Umfragen zufolge kann sich die Partei dabei berechtigte Hoffnungen im Rennen um den zweiten Platz machen.

Svazek ortet parteipolitisch motivierte Ablehnung

Das Unternehmen reagierte postwendend auf die Verwendung seiner Markenzeichen. Man verwehre sich gegen „jedwede illegale Nutzung” seiner geschützten Logos und Slogans und würde „rechtlich gegen missbräuchliche Verwendungen wie diese” vorgehen. Man habe im vorliegenden Fall der Nutzung nicht zugestimmt und würde das auch in Zukunft nicht tun. Dies betreffe insbesondere die politische Verwendung.

In weitere Folge wurden Stimmen laut, wonach es sich um eine parteipolitisch motivierte Ablehnung handeln könnte. Sowohl Svazek selbst als auch das Linzer Portal „FMpolitics” wiesen in sozialen Medien auf die angeblich straffreie Verwendung des Slogans durch Kandidaten der SPÖ und ÖVP hin, etwa vom Völkermarkter VP‐Bezirksobmann Hannes Mak. Auf Nachfrage der Tagesstimme dementiert der Süßwarenhersteller dies vehement. Man möchte generell nicht mit politischen Parteien in Verbindung gebracht werden und werde auch künftig keiner Verwendung seiner Logos und Slogans zustimmen.

FPÖ will Branding entfernen

Mittlerweile hat die Partei angekündigt, dass man sich den Wünschen der Firma Manner beugen wolle. Man werde das entsprechende Branding von sämtlichen sechs Parteifahrzeugen entfernen, Autogrammkarten mit dem abgewandelten Slogan aussortieren. Gleichzeitig betonte man die Wertschätzung, welche man für die heimische Firma habe. Man habe nämlich bereits vor der medialen Aufregung 30.000 Packungen Manner‐Schnitten bestellt, um diese im Wahlkampf auszugeben. Es läge den Freiheitlichen fern „einen Streit von Zaun zu brechen”.

Disney prüfte Star Wars-Film der Grünen

Es ist nicht das erste Mal in jüngerer Vergangenheit, dass Vertreter einer heimischen politischen Partei durch die Verwendung von im Kulturgut verorteten eingetragenen Markenzeichen mit einem Unternehmen über Kreuz kommt. Erst im Dezember sorgte die Ankündigung des Disney‐Konzerns, einen Urheberrechtsverstoß der niederösterreichischen Grünen zu prüfen, für Wirbel. Die mit schwindender Wählergunst kämpfende Partei hatte sich zuvor in einem Werbefilm in Kostümen von Protagonisten des Star Wars-Universums gezeigt.

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