Gesellschaft Wirtschaft

Demografie: WKO sieht Zukunftspotential in Alterung der Bevölkerung

Bildquelle: Pixabay

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sieht in der Alterung der Bevölkerung ein enormes Zukunftspotential für heimische Unternehmen in vielen Branchen. Während es bei Diskussionen um das Thema demografischer Wandel üblicherweise nur um Sorgen und Ängste geht, konzentriert sich die WKO auf neue Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Die von der WKO beim IHS in Auftrag gegebene, erste Studie sei ein erster Schritt, die Demografie als Zukunftschance zu begreifen, erklärte am Freitag der Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der WKO, Martin Gleitsmann. Die Alterung unserer Bevölkerung sei ein Beschäftigungs‐ und Innovationsmotor.

Herausforderungen und Chancen

Der Kern der demografischen Veränderungen in Österreich und Europa umfasse eine Vielzahl an Punkten, führt Rainer Münz, Leiter des European Political Strategy Centre der EU‐Kommission, aus: wachsende Vielfalt, alternde Gesellschaft, größere Städte und entleerte Peripherien.

Europa ist ein Kontinent der demografischen Extreme”,

erklärt Münz. Die EU gehöre zu den Welt‐Regionen mit der höchsten Lebenserwartung und der niedrigsten Kinderzahl. Der Anteil an Zugewanderten liege zudem deutlich über dem globalen Schnitt. Auch die Alterung der Bevölkerung sei weiter fortgeschritten als anderswo. „Dies birgt Herausforderungen, die manche von uns pessimistisch in die demografische Zukunft blicken lassen. Aber auch Chancen, die es zum Teil erst zu entdecken oder zu entwickeln gilt“, so Münz in einer Presseaussendung.

Neues Lebensalter

Gleitsmann machte darauf aufmerksam, dass es mittlerweile „ein neues Lebensalter“ gäbe, auf das sich Wirtschaft und Gesellschaft einstellen sollten. Nämlich das der jungen Pensionierten, die noch gesund, aktiv und unternehmungsfreudig sind. So könne man die Demografie als Zukunftschance nützen. Dies spiegele sich auch in der IHS‐Studie wider, die eine Aufschlüsselung der Gruppe der Älteren vorschlägt – in erwerbstätige Ältere, junge Pensionierte, häusliche Seniorinnen und Senioren und Pflegeheimbevölkerung.

Neue Produkte und Dienstleistungen

Die Wirtschaft stehe vor der Herausforderung, alle Varianten des Älter‐Seins abzudecken und hierfür Produkte und Dienstleistungen anzubieten, erklärt Studienautorin Monika Riedl vom IHS. In ihrer Präsentation zeigte sie unter anderem auf, wie andere Länder mit der demografischen Entwicklung umgehen. So hat zum Beispiel Schweden eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, in der auch die Bevölkerungsalterung enthalten ist: Die Änderungen zugunsten Älterer kommen auch anderen zugute, beispielsweise jungen Familien und gesundheitlich eingeschränkte Menschen.

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