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Saudi-Arabien lockert Kleidervorschriften für Frauen

Redaktion

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am

Mehr Freiheit für Frauen soll es künftig in Saudi-Arabien geben – zumindest, was ihre Kleidung betrifft. Kronprinz Mohammed bin Salman will den Araberinnen in Zukunft selbst die Wahl überlassen, was ein „dezentes und respektvolles“ Outfit ausmacht.

Wie der Standard berichtet, hat der saudische Kronprinz am Sonntagabend dem Sender CBS mitgeteilt, dass er den Frauen keine ganzkörperliche Verhüllung mehr vorschreiben wolle. Das islamische Scharia-Recht, auf welchem die Gesetzgebung des Landes beruht, schreibe sowohl Männern als auch Frauen dezente und respektvolle Kleidung vor. Diese müsse aber nicht zwingend aus der traditionellen weiten, schwarzen Robe „Abaya” beziehungsweise einer schwarzen Kopfverhüllung bestehen.

Ungeschriebenes Gesetz

Obwohl es in Saudi-Arabien kein staatliches Verschleierungsgesetz gibt und lediglich eine lange, figurverhüllende Gewandung vorgeschrieben war, gingen Polizei und Sittenwächter immer wieder gegen Frauen ohne Abaya oder Gesichtsverhüllung vor. Nach den Vorgaben der Scharia müssen sich alle Frauen ab der Pubertät an diesen Dresscode halten. Auch nicht muslimische Ausländerinnen müssen in dem arabischen Königreich Arme und Beine bedecken und ein weites, nicht tailliertes Gewand tragen.

Regionale Unterschiede

Noch steht in den Sternen, welche Auswirkungen die Worte des Kronprinzen auf die Entscheidungsfreiheit der saudischen Frauen haben werden. Das gesamte Verhüllungswesen unterstand bislang uneinheitlicher Handhabe. In den konservativen, zentralen Provinzen Riad und Buraida war der Gesichtsschleier bisher de facto Pflicht. In liberaleren Gegenden wie der Hafenstadt Dschidda war es Frauen hingegen bereits länger möglich, joggen zu gehen, ohne ihr Gesicht und ihre Haare zu verhüllen. Das Strafmaß bei Sittenverstößen oblag zu einem Großteil dem jeweiligen Richter. Frauenrechtler hoffen nun, dass bald im ganzen Land Maßstäbe wie in Dschidda gelten.

Bin Salman als Reformator

Seit der 32-jährige Mohammed bin Salman Mitte 2017 zum Kronprinz ernannt wurde, hat er bereits mit einigen Reformvorschlägen in dieser Frage für internationales Aufsehen gesorgt. Jüngst erlaubte er den Frauen, den Führerschein zu machen – bisher waren diese auf einen männlichen Fahrer angewiesen. Dies ist nun sogar ohne die Einwilligung eines männlichen Vormundes möglich. Für die meisten Entscheidungen benötigen Frauen allerdings nach wie vor das Einverständnis ihres Gatten oder eines männlichen Verwandten.

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1 Kommentar

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  1. Avatar

    Peter Lüdin

    20. März 2018 at 21:50

    Ohne erhebliche Reformen in der Gesellschaft sowie in der Wirtschaft droht KSA der Bankrott. Der Erdölpreis ist seit 2008 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das Ende des Öl-Zeitalters ist auch absehbar.
    Kronprinz Muhammad bin Salman al-Saud möchte KSA nun eine einschneidende Kur auferlegen. Er will staatliche Zuwendungen kürzen, Konzerne privatisieren, die Privatwirtschaft ankurbeln. Ohne mehr Frauen in Beschäftigung wird das aber nicht gehen. Bildung ist ein Schlüsselwort, Mobilität das andere. Bislang sind Millionen Frauen auf das Wohlwollen ihres Vormunds angewiesen, wenn sie zur Arbeit wollen. Für viele lohnt sich ein Job unter solchen Bedingungen nicht. Ende 2016 war daher etwa ein Drittel der Frauen in KSA arbeitslos. Bei den Männern sind es ungefähr sechs Prozent. Die Frauen in KSA sind in der Regel sehr gebildet, viele sind auch erfolgreich. Die neuen Reformen werden sie anregen und KSA wird davon profitieren.

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Welt

US-Wahl: Bernie Sanders steigt aus Rennen um Kandidatur aus

Joshua Hahn

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Während des Wahlkampfes in den USA hat Demokraten-Kandidat Bernie Sanders das Handtuch geworfen. 

Washington D.C. – Mit seinem Rückzug macht Sanders den Weg für den Politiker Joe Biden frei, welcher sich im eigenen Lager und bei den Wählern großer Beliebtheit erfreut.

Sanders lag hinter Biden

Bei den Vorwahlen erzielte Sanders zuletzt keine besonders guten Ergebnisse. Nachdem sich der ehemalige Vizepräsident Biden einen Vorsprung erkämpft erkämpfte, ist der linke Senator Sanders aus dem Rennen um die Kandidatur für die kommende Präsidentschaftswahl ausgestiegen. Dies berichtet unter anderem die „Zeit“.

Ursprünglich sollte die Frage, wer als Kandidat für die US-Demokraten antritt, beim kommenden Parteitag geklärt werden. Dieser wurde jedoch aufgrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie um einen Monat verschoben. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt.

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Einreisestopp: EU-Kommission empfiehlt Verlängerung

Joshua Hahn

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Die EU-Staaten erklärten sich Mitte März dazu bereit, nicht notwendige Einreisen für zunächst 30 Tage zu untersagen.

Brüssel. – Aufgrund der derzeitigen Situation hat sich die EU-Kommission für eine Verlängerung des verhängten Einreisestopps bis zum 15. Mai ausgesprochen.

Bundesinnenministerium hält Verlängerung für sinnvoll

Ob die Mitgliedstaaten sich an die Empfehlung der Kommission halten, entscheidet jedes Land selbst. Das deutsche Bundesinnenministerium zeigte sich jedoch bereits einverstanden mit einer Verlängerung der Maßnahmen. Laut Bericht der „Zeit“ erklärte ein Sprecher, dass Lockerungen derzeit „noch nicht vertretbar“ seien. Man halte den Vorschlag deshalb für richtig. Da die Maßnahmen nur helfen würden, wenn alle Staaten sie einhielten, forderte die Behörde die anderen Mitglieder zudem dazu auf, mitzuziehen.

Ausgenommen vom Einreiseverbot sind zum Beispiel Ärzte, Pfleger, Diplomaten sowie Staatsbürger, welche zurück einreisen wollen.

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Boot mit 67 Migranten an Bord auf Lampedusa gelandet

Monika Šimić

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Nachdem im März schon einige hundert Migranten in Italien angekommen waren, sind heute weitere Menschen dort eingetroffen. Wohin die von der „Alan Kurdi” aufgenommenen Migranten gebracht werden, ist indes noch unklar.

Lampedusa. – Heute ist ein Boot mit 67 Menschen an Bord auf der italienischen Insel Lampedusa eingetroffen. Die Hilfsorganisation „Alarm Phone”, bei der die Migranten um Hilfe gebeten hatten, bemängelte, dass Malta dem seeuntauglichen Boot in seinen Gewässern keine Hilfe geleistet habe.

Migranten in Lampedusa gelandet

Nachdem das Boot italienische Gewässer erreichen hatte, wurde es bis zum Hafen von Lampedusa eskortiert. „Wir sind glücklich, dass die Menschen am Leben sind”, twitterte die Hilfsorganisation. Sieben weitere Menschen erreichten Sizilien an Bord eines Schlauchbootes. Wie der ORF berichtet, waren vier davon Erwachsene und drei Kinder. Sie wurden unweit der Stadt Marsala von einem Schiff der Küstenwache an Land gebracht.

NGO fordert Unterstützung von Deutschland

Das Schiff der deutschen NGO „Sea Eye” war nach einer zweimonatigen Pause erst vor einer Woche wieder in See gestochen. Am Montag nahm das Schiff 150 Migranten von zwei Holzbooten auf dem Mittelmeer auf. Dabei soll es auch zu einem Zwischenfall gekommen sein. Ein weiteres Boot mit libyscher Flagge soll die „Alan Kurdi” bei ihrer Aktion gestört und Schüsse in die Luft abgefeuert haben.

Noch immer ist aber unklar, wohin das deutsche Schiff die Migranten nun bringen wird. „Wir brauchen dringend einen sicheren Hafen”, erklärte Gorden Isler, Sprecher der Organisation „Sea Eye”. Wegen der Corona-Krise fürchte er aber Schwierigkeiten. Italien und Malta verweigerten der NGO zufolge bereits die Landung der Menschen. Als Begründung gaben die beiden Küstenstaaten den gesundheitlichen Notstand im eigenen Land an, wie „Sea Eye” erklärte. „Unser Flaggenstaat wird uns hier unterstützen müssen”, fordert Isler die Bundesrepublik Deutschland auf.

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