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Meinung

Neuauflage Schwarz‐Grün: Der Pyrrhussieg der Grünen in Tirol

Julian Schernthaner

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Bild: Rottensteiner / Land Tirol / Pablodiabolo84 via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0 / BIldausschnitt: Die Tagesstimme

Eine kaum umgebildete Regierungsmannschaft wird in Tirol auch in den kommenden fünf Jahren die Geschicke leiten. Für die in der Wählergunst dezimierten Grünen ist es eine Bewährungsprobe – oder ein letztes Aufbegehren vor dem Abfall in die politische Bedeutungslosigkeit.

Kommentar von Julian Schernthaner

Man schrieb den Dezember 2016: Eigentlich war alles angerichtet für die Grünen, besonders aus Tiroler Sicht. Soeben hatte man das grüne Urgestein Alexander van der Bellen, früher ein beliebter Wirtschaftsprofessor in Innsbruck, in das höchste Amt im Staate gebracht. Der im beschaulichen Kaunertal aufgewachsene langjährige Bundessprecher der Partei genoss dabei in Tirol einen besonderen Heimatbonus, ganze eigentlich wertkonservative Landstriche wählten ihn mit überwiegender Mehrheit. Eine Umfrage des Innsbrucker Instituts für Politikwissenschaften im November 2016 sah die Wählergunst für eine allfällige Gemeinderatswahl in der Landeshauptstadt nahe der 30%.

Verheißungsvoller Sommer

Der folgende Sommer hätte dann die endgültige Krönung für die Tiroler Grünen darstellen sollen. Nach jahrelangem Hickhack schaffte man es, mit dem Tirol‐Ticket ein Prestigeprojekt auf Schiene zu bringen, seitdem können Tiroler um 490 Euro statt früher um beinahe 2000 Euro jede Ecke des Landes erkunden. Dann gelang in Innsbruck der Coup, den für grüne Verhältnisse als konservativ geltenden ehemaligen Landessprecher Georg Willi zum Bürgermeisterkandidaten zu küren und ihm die Sympathieträger beinahe aller Strömungen und Vorfeldorganisationen seiner Partei zur Seite zu stellen. Zu guter Letzt wurde die amtierende Landeshauptmann‐Stellvertreterin Ingrid Felipe auch noch zur Nachfolgerin von Eva Glawischnig als Bundessprecherin gekürt.

Ernüchternder Herbst

Dann kam der Fall. Eine unglaubliche Pleiten‐, Pech‐ und Pannenserie auf Bundesebene führte zum Rauswurf der Grünen aus dem Nationalrat nach 31 Jahren. Selbst im Kernland Tirol stürzte die Partei dabei von 15,2 Prozent auf 4,5 Prozent der Wählerstimmen ab. In der grünen Hochburg Innsbruck fiel man überhaupt in der Wählergunst vom ersten Platz (22,5%) auf den vierten Rang (7,0%) zurück – sagenhafte Verluste von über 15 Prozent. Auch in dieser sollte es anschließend parteiintern brodeln: Für den aus einer türkisch‐kürdischen Einwandererfamilie stammenden Gemeinderat Mesut Onay wurden zwölf Jahre alte Belästigungsvorwürfe zum Stolperstein. Zuvor hatte er im Gegensatz zu einigen anderen Gemeinderäten einen wählbaren Listenplatz für die kommende Gemeinderatswahl am 22. April ergattern können – nicht nur er selbst sah dies als Revancheaktion.

Denkzettel im Winter

Freilich: Angesichts der Vorgeschichte könnte man das Wahlergebnis vom 25. Feber nun als Achtungserfolg feiern, weil man ja „nur” etwa 5.000 Wählerstimmen und ein Mandat einbüßte. Das verlorene Mandat war allerdings gleichbedeutend mit dem Verlust des Klubstatus im Bundesrat, sechsstellige Klubförderungen aus der Länderkammer gehen verloren.

Maßstab für die Bewertung des ernüchternden Wahlergebnisses sollte aber nicht die letzte Landtagswahl sein. Eine repräsentative Umfrage hielt noch vierzehn Monate zuvor bis zu 17 Prozent der Wählerstimmen für möglich. Am Wahltag hätte dies vielleicht sogar für den zweiten Platz reichen können. Eine der wenigen verbliebenen grünen Gallionsfiguren hat es aber nicht vermocht, die Stimmung mitzunehmen und fuhr das schlechteste Ergebnis an der Urne seit 1999 ein.

Glaubwürdigkeit auch in Tirol beschädigt

Es wäre nun vermessen, das schlechte Abschneiden der Grünen bei der Landtagswahl auf den generellen Abwärtstrend in Österreich zu schieben. Wie in Kärnten – Die Tagesstimme berichtete – sind die Probleme der Grünen auch in Tirol hausgemacht, es mangelt an Glaubwürdigkeit. Ein Wahlplakat, welches zur Halbierung des Transits („… bisch dabei?”) aufrief, wurde in sozialen Medien und sogar unter ehemaligen Grünwählern angesichts der Transit‐Rekordzahlen ausgerechnet unter grüner Regierungsbeteiligung zum Objekt des Spotts.

Der sieben Millionen Euro teure Skandal um die Anschaffung von fünf Traglufthallen zur Unterbringung von Asylwerbern steckt noch in den Knochen. Dies ließ nicht zuletzt aufgrund der „Hinter mir die Sintflut”-Mentalität der scheidenden Landesrätin Christine Baur viele Tiroler an der fachlichen Kompetenz grüner Entscheidungsträger zweifeln. In dieser Sache kritisierte sogar der Landesrechnungshof die Gebaren von Baurs Ressort.

Fehlendes Profil bei Umweltthemen

Aber auch bei Umweltthemen – dem eigentlichen Kernmetier der Grünen – hinterließen grüne Impulse allzuoft einen fahlen Beigeschmack in der Bevölkerung. Der Neubau einer Einseilumlaufbahn auf den Hausberg Patscherkofel, anstelle wie von Experten vorgeschlagen die alte Pendelbahn zu renovieren, sorgte für Unmut. Da halfen Beteuerungen der Grünen, man habe ja 30.000 Quadratmeter Wald renaturiert, nichts. Spätestens als die Windanfälligkeit der Trasse zu Saisonbeginn für vermehrte Betriebsausfälle sorgte, war das Imagefiasko der auch für Infrastruktur zuständigen Grünen endgültig perfekt.

Zu parteiinterner Kritik einschließlich Rücktrittsaufforderungen kam es bereits 2014, als der Ausbau der Wasserkraft in Tirol beschlossen wurde. Man gab damals in einem Kuhhandel für einen kraftwerkfreien Inn eine ähnliche Forderung im naturnahen Kaunertal sowie im Sellraintal auf. Auch wenn man jüngst den alten und neuen Koalitionspartner an dieses Abkommen erinnerte: Der Ruf als Umweltpartei ist nachhaltig beschädigt.

Bringt Fischer den Frühling?

Wollen die Grünen ihr Image aufpolieren, so muss auch in Tirol ihr Ziel sein, wieder als authentische Partei für Umweltschutz, Anti‐Korruption und soziale Gerechtigkeit zu gelten. Ob sie dies von der Regierungsbank im Landhaus am Eduard‐Wallnöfer‐Platz mit mehr Profil schaffen werden als die vergangenen Jahre, steht aber in den Sternen. Vielleicht gelingt es aber der als Aufdeckerin der TILAK‐Skandale bekannt gewordenen neuen Landesrätin Gabriele Fischer, ihren Schwung mit in die Landesregierung zu nehmen.

Vielleicht kann sie damit im Sozial‐ und Integrationsressort auch die Bilanz der unbeliebten Christine Baur ein Stück weit vergessen machen. Ohne Kurs‐ und Imagekorrektur hingegen könnte den Grünen bei der nächsten Wahl in Tirol ein ähnliches Erlebnis wie in Kärnten oder auf Bundesebene drohen.

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Meinung

Der Verfassungsschutz als dankbares Instrument gegen Unliebsame

Julian Schernthaner

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am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Linke Experten diktieren dem Verfassungsschutz und der Politik, welche Gruppen und Positionen „rechtsextrem” sind – und verrücken damit den Rahmen des Sagbaren auf gefährliche Weise.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Eigentlich soll der Verfassungsschutz jene beobachten, welche dieselbe bedrohen. Aber längst dient er als politisches Mittel, um jene zu schikanieren, welche Dinge sagen, welche die Inhaber der gegenwärtigen Hegemonie nicht hören wollen. Dabei geht es weniger um den Schutz einer deshalb nur mehr als Lippenbekenntnis existierenden, freiheitlich‐demokratischen Grundordnung, sondern darum, Unliebsame mit stigmatisierenden Vorwürfen aus der politischen Geltung zu stoßen.

Migrationskritik offenbar „rechtsextrem”

Ein besonderes Beispiel findet derzeit in Österreich statt. Das sechste Jahr in Folge befinden sich die Identitäre Bewegung im Bericht des dortigen Verfassungsschutzes. Die Behörde definiert eigentlich drei notwendige Kriterien für ihren Rechtsextremismusbegriff: Ablehnung der Normen eines demokratischen Verfassungsstaates, Wunsch nach einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaftsordnung und Gutheißung politischer Gewalt. Erörterung dieser am Beobachtungsobjekt? Fehlanzeige.

Stattdessen stützt sich die Argumentation darauf, dass sie als „wesentliche Trägerin der ‚Islam‐ und Asylfeindlichkeit’ ” gelte. Als weiteres Indiz gilt die Warnung vor dem Bevölkerungsaustausch und einer „Islamisierung Europas”. Auch der Hinweis, dass die „autochthone Bevölkerung” (Anführungszeichen der Behörde) durch Zuwanderung gefährdet sei, ist Teil der Einstufung. Allesamt Positionen, welche eigentlich unzweifelhaft Teil des demokratischen Diskurses sind.

Experten vom linken Rand haben Deutungsmonopol

Natürlich, derartige Behörden konsultieren auch Einschätzungen Dritter. Mit dem Schönheitsfehler, dass die Mehrzahl der sogenannten ‚Experten’ in Österreich zumeist exponiert linke Aktivisten sind. Einige davon gehören dem auf Initiative eines Marxisten gegründeten Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) an. Andere machen aus ihren linksradikalen Verstrickungen keinen besonderen Hehl, treten bei der Antifa auf. Eine ‚Expertin’ kandidierte einst gar für die Kommunisten.

All sie haben eine Art Deutungsmonopol darüber erschaffen, wer angeblich ‚rechtsextrem’ sei. Entlastende Gegenbelege deuten sie dabei als vermeintliche Tarnstrategie. Und plötzlich darf etwa die Privatmeinung von Mitarbeitern einer Stiftung, welche auch die FPÖ als „rechtsextreme Partei” sieht, als Blaupause für Bewertungen einer Behörde herhalten. Und damit bloß niemand das Narrativ hinterfragen kann, gelten nunmehr sogar „alternative Medien” – sprich, die gesamte patriotische Publizistik – vorsorglich als „rechtsextrem”. Kein Witz.

Forderungen übernehmen – Vorreiter abschaffen

Gefährlich wird die Sache erst, wenn diese Verschwörungstheorien in konkrete Sachpolitik münden. Am Freitag war es so weit: ÖVP‐Spitzenpolitiker Blümel forderte die Änderung des Vereinsrechts, um Vereine im Umkreis „extremistischer Organisationen” leichter aufzulösen. Die Forderung zielt explizit auf die Identitären ab – eine Gruppe, die aufgrund ihrer programmatischen Gewaltfreiheit gar nicht im BVT‐Bericht auftauchen dürfte.

Besonders kurios: Im selben Atemzug will jener Maßnahmen gegen Islamismus forcieren. Vier Maßnahmen gegen den politischen Islam – und eine gegen diejenigen, welche schon länger vor dem politischen Islam warnen – und teilweise genau aus diesem Grund überhaupt erst als „extremistisch” gelten. Er fordert also eine Einschränkung 150 Jahre alter Grundrechte für jene, welche dieselben Sachen kritisieren wie er selbst.

Deutschland: Linksradikalismus als Empfehlungsschreiben

Wer meint, es handelt sich um einen alpenländischen Sonderfall, demonstriert an einer besonders exponierten Gruppe, irrt. Denn beim deutschen Nachbarn ist man längst einen Schritt weiter. Linksradikale Biographien in der ehemaligen ‚Neuen Linken’ oder als frühere Mitarbeiter von eng mit der Antifa verbandelten Politikerinnen gelten dort als Empfehlungsschreiben für Expertentätigkeiten.

Ganz ungeniert geht man dabei in jenen neuen Bundesländern mit einer linken Koalition vor. Im rot‐rot‐grünen Thüringen präsidiert ein Stiftungsrat der Amadeu‐Antonio‐Stiftung über den den Verfassungsschutz. Ja, das ist dieselbe von einer ehemaligen Stasi‐Mitarbeiterin initiierte und geleitete Einrichtung, die mitunter bereits Zöpfe als Indiz für ein völkisches Elternhaus wertet. Antifa‐Kongresse erhalten dort dafür Demokratiepreise.

Brandenburg: Linksextreme berichten an Verfassungsschutz

Besonders alarmierend sind auch die Vorgänge in Brandenburg. Dort ist nämlich im ominös‐nebulösen ‚Kampf gegen Rechts’ alles billig. Linksradikale und sogar Linksextreme können dort nicht nur in den Genuss öffentlicher Mittel der Demokratieförderung gelangen. Nein, es besteht sogar die Möglichkeit zu einem regen Informationsaustausch zwischen Linksextremisten und Verfassungsschutz – Die Tagesstimme berichtete.

Welche Art von Informationen dann bereits als „rechtsextremistisch” gelten dürfen, mögen die Götter wissen. Denn bereits Zuarbeiter vermeintlich seriöser (und trotzdem ausgewiesen linker) Akteure riechen allzu schnell angebliche ‚Faschisten’ in jedem erdenklichen Publikum. All dies befördert ein Klima, wo man bereits bundesweite Verfassungsschutzpräsidenten aus dem Amt jagt, weil sie Chuzpe besitzen, die Authentizität von „Antifa Zeckenbiss” anzweifeln.

Katapult gegen Parteien und Verschiebung des Diskurses

Natürlich wollen linke Experten nicht nur irgendwelche Gruppierungen im Vorfeld aus dem Diskurs bringen. Denn deren Stigmatisierung kann auch als Katapult gegen politische Parteien dienen. Sobald eine Gruppierung als „rechtsextrem” gilt, kann man jeden AfD‐ oder FPÖ‐Politiker, der irgendwann mit einem solchen „Extremisten” im Raum war, nach bewährter Salamitaktik unter Generalverdacht stellen. Bürgerliche wie Blümel, welche dafür verantwortliche ‚Experten’ fälschlicherweise in der „Mitte” verordnen, fressen diesen daraufhin aus der Hand.

Deren daraus ewige Fähigkeit die Torpfosten zu verschieben mündet schließlich auch darin, lange in bürgerlichen Parteien völlig konsensfähige Positionen als „rechtsextrem” zu brandmarken und somit unsagbar zu machen. Denn dieselbe Asylkritik für welche die Identitären marginalisiert werden sollen, stand vor dreißig Jahren problemlos auf CDU‐Plakaten. Und deren schrittweise Kriminalisierung ist die eigentliche Bedrohung der freiheitlichen Demokratie.


Weiterlesen (Auswahl):

ÖVP‐Blümel will Vereinsrecht ändern, um Identitäre aufzulösen (16.8.2019)

Brandenburg: Linke Netzwerke dürfen für Verfassungsschutz spionieren (15.8.2019)

Rechtsextreme Identitäre”: Stigmatisierende Einstufung auf dem Prüfstand (28.3.2019)

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD‐Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger‐Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl‐ und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger‐Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD‐Linken‐Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie‐ und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD‐Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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Meinung

Wort zum Sonntag: „Wird die katholische Kirche unterwandert?”

Gastautor

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ASDF Symbolbild (CC0)

Die katholische Kirche befindet sich aktuell im extremen Wandel und die Geschwindigkeit, mit der die vielen Änderungen unter Papst Franziskus angestoßen werden, stoßen vielen Gläubigen sauer auf. Nicht wenige vermuten hinter diesen Vorgängen eine bewusste Zerstörung katholischer Tradition.

Kolumne von Raphanus

Einer der Kritiker ist Dr. Taylor Marshall, der in seinem Buch Infiltration: The Plot to Destroy the Church from Within behauptet, die katholische Kirche sei seit Mitte des 19. Jahrhunderts Angriffen von Modernisten und Marxisten ausgesetzt, die den Plan verfolgten, die katholische Kirche von innen heraus zu untergraben und zu zerstören.

Unterwanderung statt Vernichtung

Ihr Ziel sei es, die Lehre der katholischen Kirche, ihre Liturgie und ihre Mission zu ändern und das Priestertum, das Bischofsamt und schließlich die Kardinalsämter zu infiltrierten – alles mit dem Ziel, einen der ihren zum Papst zu wählen.

Zur Untermauerung seiner These beruft sich Dr. Marshall unter anderem auf ein Dokument aus dem Jahre 1859, das einen Plan für die Unterwanderung der katholischen Kirche entwarf. Demnach sei es nicht mehr das erklärte Ziel der Gegner der katholischen Kirche, diese zu vernichten, sondern durch Unterwanderung die Kirche für ihre eigenen Ziele zu benutzen.

In dem historisch belegten Dokument Alta Vendita heißt es unter anderem: „Um also einen Papst nach unserem Herzen zu sichern, ist es eine vorrangige Aufgabe, für diesen Papst eine Generation zu bilden, die dem von uns gewünschten Königreich würdig ist. Lassen wir alte und reife Männer beiseite und gehen wir stattdessen zur Jugend und, wenn möglich, sogar zu Kindern“, um dort diesen Einfluss geltend zu machen. Die jahrzehntelange Arbeit war ihnen dabei durchaus bewusst, wie Taylor schildert.

Kommunisten als Priester

So soll nicht nur der Einfluss des Katholizismus in der Gesellschaft ausgemerzt, sondern die Struktur der katholischen Kirche auch dafür benützt werden, um Prinzipien und Ziele zu fördern, die der katholischen Lehre widersprechen und sie schwächen.

Marshall zeigt auf, dass in den 1930er‐Jahren Kommunisten heimlich begannen, katholische Seminare zu infiltrieren, um dort ihre eigenen Männer als Priester und schließlich als Bischöfe, Kardinäle oder sogar als Papst zu pflanzen.

Nun kann man von Theorien der »Verschwörung« halten, was man will. Sind sie aber historisch nachgewiesen bzw. durch gerichtlich beeidete Aussagen ehemaliger Kirchengegner belegt, darf man durchaus hellhörig werden und einen zweiten, genaueren Blick wagen. Wenn dann noch die Früchte, an denen sie erkannt werden sollen, den Vermutungen entsprechen, sollte man vielleicht noch etwas genauer hinschauen.

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