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Interview

Brigadier Puntigam: „Das Bundesheer braucht zehn Milliarden Euro”

Redaktion

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Hintergrund: Symbolbild Bundesheer - By böhringer friedrich [CC BY-SA 2.5], from Wikimedia Commons / Bild Puntigam: © Josef Paul Puntigam/ Collage: Die Tagesstimme

Die Tagesstimme sprach mit Josef Paul Puntigam, Brigadier a. D.,  über das geplante Heeresbudget der Regierung und und wie er die bisherige Arbeit des Verteidigungsministers Mario Kunasek (FPÖ) einschätzt. Außerdem erklärte der ehemalige Infanterie‐Chef des österreichischen Bundesheeres und ehemaliger Kommandant der Jägerschule seine Ansichten zur Zukunft der Miliz.

Tagesstimme: Herr Puntigam, die Regierung hat kürzlich die Budgetplanung für das Bundesheer bekannt gegeben. Sprach die FPÖ im Wahlkampf noch von einer Erhöhung des Heeresbudgets auf ein Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), sind es nun 0,58 Prozent geworden. Wie bewerten Sie die Pläne der Regierung? Hat das Bundesheer damit genügend Handlungsspielraum?

Puntigam: Die Freiheitliche Partei von Verteidigungsminister Mario Kunasek verlangte langfristig gesehen ein Prozent vom BIP. Dass diese ein Prozent nicht plötzlich da sind, verstehe ich durchaus. Ich denke, es wird sich im Laufe der Zeit ergeben, dass Kunasek dieses eine Prozent erreichen wird. Davon bin ich überzeugt. Darin sind dann auch alle Sonderfinanzierungen hinzuzurechnen.
Um das Bundesheer auf den Stand einer modernen Armee aufzurüsten, braucht man rund 10 Milliarden Euro. Das kann keine Regierung, keine Partei von heute auf morgen umsetzen. Man muss das also als ein langfristiges Projekt ansehen und das wird wahrscheinlich zwischen fünf und zehn Jahre dauern.

Tagesstimme: Also sehen Sie mit dem neuen Verteidigungsminister einen positiven Trend für das Bundesheer einsetzen?

Puntigam: Mario Kunasek setzt positive Schritte. Er ist aber wie ein Hoferbe, der einen schwer verschuldeten und verluderten Bauernhof geerbt hat. Und nun muss er diesen Hof Schritt für Schritt zugleich modernisieren und aus den Schulden herausführen. Das ist eine Mammut‐Aufgabe, vor der er hier steht. Herkules konnte den Augiasstall ausmisten, indem er einen Fluss umleitete. Ich glaube nicht, dass Kunasek die Donau umleiten darf, um diesen Augiasstall, den er übernommen hat, zu säubern.

Tagesstimme: Im aktuellen Regierungsprogramm findet sich unter anderem auch der Punkt „Miliz Neu: Die jederzeitige Einsetzbarkeit der Miliz ist sicherzustellen”. Ist das mit diesem Budget gegeben oder welche konkreten Maßnahmen müsste das Verteidigungsministerium in den nächsten Jahren umsetzen?

Puntigam: Kleine Staaten sind immer auf die Miliz angewiesen. Ein Berufsheer ist im Frieden immer zu groß und im Krieg immer zu klein. Wenn man also in einem Kleinstaat, der sich noch dazu die Hypothek der Neutralität aufgeladen hat, diesen Schutz wahrnehmen möchte, dann geht das nur, indem man auf die Miliz zurückgreift und die Sicherheit auf zwei Beine stellt.

Zum einen braucht es die sofortige Einsatzbereitschaft der Truppen, einschließlich der Verwendung im Ausland. Zum anderen ist da der Neutralitätsschutz. Das heißt, wir brauchen Truppen, über die wir jederzeit verfügen können, quasi auf Knopfdruck. Früher hat man dazu Bereitschaftstruppe gesagt.
Die Miliz ist sehr wirksam, wenn sie aufgeboten wird. Dazu müsste man die Miliz ähnlich wie in der Schweiz aufbauen. So könnten die derzeitigen mechanisierten Truppen zur Gänze in die Miliz übergeleitet werden. Das heißt: die Panzer‐Bataillone, die Artillerie, also alle schweren Waffen, die wir nicht für Auslandseinsätze, aber für den Neutralitätsschutz in Österreich benötigen. Darüberhinaus auch alle jene Truppen, die wir für den nachhaltigen Schutz der überlebenswichtigen Infrastruktur benötigen. Denn in der Miliz haben wir ja auch genügend Experten hierfür.
Österreich kann sich ein permanent zur Verfügung stehendes Berufsheer in der notwendigen Stärke nicht leisten. Es muss also auf ein Milizheer zurückgreifen.

Tagesstimme: Sie haben gerade vom Thema Neutralität gesprochen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Vertrag über die gemeinsame Luftraumüberwachung zwischen Österreich und der Schweiz unterzeichnet. Die Neutralität beider Länder werde durch das Abkommen nicht berührt, so die damalige Verlautbarung. Könnte man solche Abkommen auch mit anderen Nachbarstaaten in Betracht ziehen?

Puntigam: Die Luftraumüberwachung ist immer in einem großen Gesamtzusammenhang zu sehen. Wenn es um einzelne Fälle geht, die wir mit der Schweiz gemeinsam üben, wie die Sicherung von öffentlichen Veranstaltungen, dann ist das durchaus möglich. Aber sollte es tatsächlich zu einem großen Konflikt kommen – wie 1958 die Suez‐Krise, als amerikanische Flugzeuge österreichischen Luftraum verletzt hatten und die Russen uns den Schutz der Neutralität in der Luft anboten – brauchen wir bedeutend mehr, als wir heute haben. Und das kann man nicht „sharen”. Das können die NATO‐Staaten wie z.B. Slowenien, welches sich bereit erklärt hat, den Luftschutz den Italienern zu übertragen. Die Schweiz hat bis dato niemandem den Luftschutz übertragen. Und die Neutralität ist der Gegenentwurf der österreichischen Sicherheitspolitik gegenüber der NATO. Dadurch bekamen wir den Staatsvertrag und dadurch wurden wir unabhängig – 40 Jahre früher als alle Ostblock‐Staaten. Und das muss uns etwas wert sein.

Tagesstimme: Das heißt, Sie sind dagegen, dass man zugunsten möglicher Synergie‐Effekte auf europäischer Ebene die Neutralität Österreichs aufgibt?

Puntigam: Ich bin kein Kaufmann, der von Synergie‐Effekten spricht, sondern ich bin ein Sicherheitsfachmann. Ein Sicherheitsfachmann spricht nie von Synergie‐Effekten, wenn es gegen Grundprinzipien geht und eines unserer Grundprinzipien ist die Neutralität.

Tagesstimme: Welche Art von Kooperation kann es dann auf militärischer Ebene geben in Europa?

Puntigam: Wir haben z.B. die Zusammenarbeit in der Ausbildung. Wir haben die Zusammenarbeit in der Entwicklung von Rüstungsgütern. Und wir haben unzählige Partnerschaften bereits begonnen. Beispielsweise gibt es in Saalfelden das europäische Gebirgskampfzentrum. Dort können alle europäischen Staaten ihre Soldaten im Gebirgseinsatz ausbilden.
Aber geht es um unsere Neutralität, würden wir von einem dieser Staaten bedroht werden, müssten wir uns dagegenstellen. Man kann nicht in die EU gehen, die österreichische Verfassung ändern und dann so tun, als ob nichts passiert wäre. Wir haben unsere Neutralität mit dem Vertrag von Lissabon bereits massiv ausgehöhlt. Wenn sich Österreich verpflichtet, an Kampfeinsätzen der EU teilzunehmen, dann stellt sich die Frage, ob wir überhaupt noch neutral sind.

Tagesstimme: Am 5. Tag der Wehrpflicht haben heuer Vertreter der Parlamentsparteien unter anderem über die Rückkehr zum Wehrdienstmodell „6+2” mit verpflichtenden Truppenübungen diskutiert. Verteidigungsminister Kunasek könnte sich auch eine Verlängerung des Wehrdienstes auf sieben Monate vorstellen. Wie stehen Sie dazu, ist die derzeitige Wehrdienstdauer ausreichend?

Puntigam: Nein, eine Miliz ohne ein Minimum von acht Monaten ist undenkbar. Das Minimum ist eine Rückkehr zum Jahr 2005, als der damalige Minister Platter (ÖVP) völlig sinnlos die Übungen aussetzte. Das war ein schwerwiegender Fehler gegenüber der Sicherheit Österreichs und das war der Tod der Miliz. Platter kann damit für sich in Anspruch nehmen, dass er der Totengräber der Milizübungen war.
Kunasek hat das jetzt klug gemacht. Er hat gesagt, dass er die Erhöhung im Hinterkopf habe, weil es politisch unwahrscheinlich schwierig sein wird, die Menschen – und vor allem die Wirtschaft – davon zu überzeugen, dass die Soldaten wieder üben müssen. Es ist aber die conditio sine qua non für eine dementsprechende Sicherheit in Österreich unter der Schirmherrschaft der Neutralität.

Tagesstimme: Herr Puntigam, vielen Dank für das Gespräch!

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD‐Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger‐Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl‐ und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger‐Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD‐Linken‐Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie‐ und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD‐Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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Wiesinger: „Brauchen mehr Ehrlichkeit in der Kunst!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Odin Wiesinger in seinem Atelier, 2019): Michael Scharfmüller (Info-DIREKT - Das Magazin für Patrioten) [mit freundlicher Genehmigung]

Der patriotische Maler Odin Wiesinger polarisiert und sorgt damit für heftige politische Diskussionen. Im Gespräch mit der Tagesstimme reflektiert er über die jüngste Kontroverse um seine Person, die Wichtigkeit von Heimat und den Zustand der zeitgenössischen Kunst‐ und Kulturszene.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Wiesinger – vor einigen Wochen sorgte österreichweit für großes Aufsehen, dass Sie von der FPÖ für einen Posten im Kulturbeirat des Landes Oberösterreich vorgeschlagen wurden. Hat Sie diese hohe Wertschätzung überrascht – und wie eng ist Ihre Beziehung zu den Freiheitlichen?

Odin Wiesinger: Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun, sondern ich bin FPÖ‐Mitglied und wurde gefragt, ob ich für die FPÖ in den Kulturbeirat gehen möchte. Im Nachhinein betrachtet: Leider habe ich mich überreden lassen!

Die Tagesstimme: Nach dieser Ankündigung machten diverse linke Politiker sofort gegen Ihre Nominierung mobil. Verstehen Sie die Kontroverse um Ihre Person? 

Odin Wiesinger: Diese Kontroverse verstehe ich nur insofern, als dass diverse politische Parteien des linken Spektrums, sowie der – leider immer mehr -politisch agierende Kulturbetrieb ein Feindbild brauchen. Dass man aber hier mit Unterstellungen, Manipulationen und Denunziation arbeitet, um gegen mich Stimmung zu machen,  finde ich sehr bedenklich.

Ein Beispiel: Über mich können sie oftmals Folgendes lesen: der „Burschenschafter‐Künstler”, der „rechtsextreme Künstler” und so weiter. Liest man derartige Attribute auch bei anderen Künstlern? … Da könnte man mit Bestimmtheit manchen als „linksextremen, SPÖ‐, KPÖ‐, et cetera Künstler“ bezeichnen, aber es wird nicht gemacht!

Die Tagesstimme: Etwa gleichzeitig ließ die Unterstützung des umstrittenen Blutmalers Hermann Nitsch für die Grünen‐Kandidatin Sarah Wiener die Wogen nicht annähernd so hochgehen. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Odin Wiesinger: Kurze und klare antwort: JA!

Die Tagesstimme: Letztendlich entschieden Sie, von einem Einzug in den Kulturbeirat Abstand zu nehmen. Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, von Ihrer Nominierung zurückzutreten? Gab es auch Drohungen gegen Sie oder Ihre Familie?

Odin Wiesinger: Diese ganzen Unterstellungen und ungustiösen Beschimpfungen haben in kürzester Zeit ein Ausmaß angenommen, das ich meiner Familie nicht auf Dauer zumuten wollte! Enttäuscht bin ich hier vom oberösterreichischen Landeshauptmann, der nur auf linke Zurufe reagierte, und mir nicht einmal die Möglichkeit einer Gegendarstellung beziehungsweise eines klärenden Gesprächs mit ihm gab.

Die Tagesstimme: Immer wieder unterstellen Ihre Kritikern Ihnen, sie würden rechtsextremes Gedankengut pflegen. Dabei verweisen sie auch auf streitbare Äußerungen Ihrerseits zu historischen Themen. Wie bewerten Sie solche Anschuldigungen?

Odin Wiesinger: Das sind keine Kritiker, sondern denkfaule Menschen, die jeden, der nicht sofort und eindeutig ihrem „linken Gedankengut“ und ihrer Weltsicht zuteilbar ist, als rechtsextrem bezeichnen!

Die Tagesstimme: Wie wichtig ist dennoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, um die Zukunft zu bewältigen?

Odin Wiesinger: Ich bin davon überzeugt, dass Geschichte keine „ideologische Einbahn“ sein sollte, und das passt natürlich so manchem nicht, der sich dann aus politischen Motiven heraus von vornherein einer kritischen Auseinandersetzung verweigert!

Die Tagesstimme: Im Zentrum der Kritik steht auch regelmäßig Ihre Altherrenschaft bei einer Mittelschulverbindung. Zurecht?

Odin Wiesinger: Ich bin Burschenschafter, und ich stehe dazu! Das ist ja auch nichts Verbotenes, auch wenn es den Grünen nicht gefällt, und von Teilen der Roten nicht erwünscht ist – die damit ihre Geschichte leugnen, denn die Begründer der österreichischen Sozialdemokratie, Adler und  Pernerstorfer, waren Burschenschafter!

Die Tagesstimme: Viele Ihrer Werke widmen sich tatsächlich Elementen aus der studentischen Tradition. Welche wichtigen Lehren nimmt ein Mensch von dieser für viele Leute kaum verständlichen Welt fürs Leben mit?

Odin Wiesinger: Richtig, einigen meiner werke liegen studentische/burschenschaftliche Motive zugrunde. Einige davon sind in Österreich, in der BRD und in der Schweiz zu finden, sogar in Chile und Amerika! Der Wahlspruch der Burschenschaft „Ehre – Freiheit – Vaterland“ hat meines Erachtens nach allgemeine Gültigkeit im Leben eines jeden Menschen.

Die Tagesstimme: Mehrere überregional bekannte, heimatverbundene Mundartdichter wie Franz Stelzhamer, Ludwig Luber oder Hans Schatzdorfer kamen wie Sie aus dem Innviertel, ebenso die Bildhauerdynastie Schwanthaler. Zahlreiche Maler wie Wilhelm Träger, Max Schlager oder Hans Schachinger wirkten ebenso in der Region. Als Andorfer Urgestein: Was macht das Innviertel für Künstler aller Art so attraktiv?

Odin Wiesinger: Es ist die Mischung aus Landschaft und Menschen, welche den Charakter einer Region prägt … leider werden die „echten“ Innviertler immer weniger! Aber ich möchte dazu einfach den „Franz aus Piesenham“ [Stelzhamer, Anm. der Red.] zitieren:

Frisch außa, was drin is,
nöt kriachn am Bauch,
frei d´Hand göbn,
ins Gsicht schaun,
is Innviertler Brauch.“

Die Tagesstimme: Ihre Malkunst sticht durch realistische Bilder hervor. In der Vergangenheit äußerten sie sich immer wieder kritisch über abstrakte und aktionistische Kunst. Glauben Sie, gegenständliche Kunst kann zeitnah eine Renaissance feiern?

Odin Wiesinger: Zur Zeit arbeite ich hauptsächlich realistisch. Natürlich habe ich mich auch kritisch über Kunst geäußert, da meiner Meinung nicht alles, was uns von Seiten der Medien als „abstrakte Kunst“ verkauft wird, auch Kunst ist! Der Aktionismus, wie ihn eine Wiener Gruppe prägte,  war nie „meine Sache“.

Der Begriff ‚Renaissance’ ist vielleicht übertrieben, denn die gegenständliche Kunst war ja nie weg, obwohl sich das mancher gewunschen hätte! Mein Professor an der Kunsthochschule forderte immer „mehr Ehrlichkeit“ in der Kunst, das würde uns heute bestimmt nicht schaden.

Die Tagesstimme: Die linksgerichtete Plattform ‚Stoppt die Rechten’ hat wegen Ihrer Künstlersignatur eine Strafanzeige eingebracht, weil diese der historisch belasteten Odalrune ähnlich sehen soll. Wie bewerten Sie diesen Vorstoß – und was drückt Ihre Signatur tatsächlich aus?

Odin Wiesinger: Ich habe, um meine Skulpturen zu signieren,  vor ca. 25 Jahren (!!!) ein sogenanntes „Steinmetzzeichen“ in der Tradition der Dombauhütten kreiert. Es besteht aus einem O, einem W und den zwei i‐Punkten.

Diese Strafanzeige, das ist Denunziantentum, wie man es mit dem Ende der DDR und damit verbundener Stasi‐Methoden überwunden glaubte. Ein widerlicher Polit‐Aktivismus, der hier von dieser Plattform und einem ex‐Politiker der Grünen betrieben wird!

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Interview

Praktizierender Katholik zu sein ist beinahe schon ein rebellischer Akt”

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Erst vor kurzem startete der neue Podcast "Jung. Europäisch. Direkt" / Bild: Pottcast

Im patriotischen Milieu entstehen immer mehr Projekte. Wir haben mit einem jungen Mann über seinen neuen Podcast und das Thema Katholizismus und die Neue Rechte gesprochen. Am Ende hat er uns auch schon den Namen des Gastes für die nächste Podcastfolge verraten.

Die Tagesstimme: Möchtest du dich unseren Lesern zu Beginn kurz vorstellen? 

Sehr gerne! Mein Name ist Maximilian. Ich bin 18 Jahre alt und komme aus Nordrhein‐Westfalen. Meine Interessen liegen sowohl bei klassischen Jugendbereichen, als auch bei deutscher und europäischer Kultur. Ich schaue gerne Fussball, bin Kirchgänger – höre von Rapmusik bis hin zu klassischer Musik alles. 

Die Tagesstimme: „Jung.Europäisch.Direkt“ – so lautet der Name deines Podcasts. Was erwartet die Hörer und worin unterscheidet sich dein Podcast von anderen? 

Es ist in erster Linie ein Sprachrohr, ich muss endlich den Mund aufkriegen und für meine Standpunkte einstehen. Diesen Podcast unterscheidet viel von anderen Podcasts. J.E.D. ist nicht sonderlich strukturiert und besitzt auch keine festen Uploadtermine. Im generellen kann ich freier agieren, meine Wunschgäste einladen wann ich will und die Themen behandeln, welche ich gerne behandeln will. Klar gehe ich auch auf Zuhörerwünsche ein, jedoch besitze ich eine lange Notizliste, auf denen bereits Themen stehen, welche von jungen Europäern definitiv noch angesprochen werden sollten. Generell unterscheidet sich mein Podcast von anderen durch die Freiheit, welche ich bei der Ausübung meiner »Agitation« habe. 

Die Tagesstimme: In der ersten Folge, die ja bereits online (hier nachhörbar) ist und in der es unter anderem um politische Theorien, Europa und die soziale Frage, Theologie, Lifestyle und Aktivismus geht, erklärst du, dass du Katholik bist. Was bedeutet es für dich persönlich in der heutigen Zeit praktizierender Katholik zu sein? 

Praktizierender Katholik zu sein, vorallem in meiner Altersklasse, ist beinahe schon ein rebellischer Akt. Freilich gibt es jene Liberalkatholiken vom Land, die Diversität und Nächstenliebe predigen, jedoch stehe ich konträr zu solchen Positionen. Ich gehe, wie bereits gesagt wurde, regelmäßig in die Kirche – doch dabei bleibt es nicht. Ich beschäftige mich mit katholischer Weltgeschichte und sehe eine Linie an Verteidigern des Glaubens in der Vergangenheit, nun in der Gegenwart bröckeln die Grundpfeiler des Katholizismus. Wir, sofern wir uns wirklich noch als »Konservative« verstehen wollen, müssen sanieren. Dazu später mehr, denn ich schweife ab.

Die Tagesstimme: Du erwähnst zu Beginn deiner ersten Folge auch gleich den schwarzen Kardinal Robert Sarah, der immer wieder für Schlagzeilen sorgt, indem er sich kritisch zur Massenmigration äußert und vor dem „Untergang“ Europas warnt. Findest du, dass dies eine berechtigte Warnung ist? 

Selbstverständlich, Kardinal Sarah wäre sogar ein Wunschpapst meinerseits. Es klingt ironisch wenn ein »Rechter« sich einen schwarzen Papst wünscht, jedoch ist dieser Kardinal um einiges anständiger, markant konservativer und pro europäische Völker als bestimmte Elemente der aufkommenden Rechtsströme in Deutschland, die keinen wirklichen Strich zwischen Ethnie und Staatsbürgerschaft setzen können oder wollen.

Die Tagesstimme: Die jungen Europäer stehen deiner Meinung nach in „einer Tradition von christlichen Märtyrern, die sich geopfert haben“ und die diese Tradition auch auf friedliche Art und Weise in die heutige Zeit übertragen sollten. Wie ist das genau gemeint und wie könnte diese „Tradition“ übertragen werden? 

Diese Frage ist eine sehr gute Frage und ebenso die Möglichkeit meine Ausschweifung bezüglich der Frage zur heutigen Praktizierung des Katholizismus freien Lauf zu lassen. Katholizismus ist Vertrauen zu Gott in radikalster Form, wir stehen Rücken an Rücken in einem Meer aus Unvernunft und Vernichtung, freilich kämpfen wir mit den Karten welche uns gegeben wurden, wir bleiben friedlich.

Nun komme ich zu dem „Wie?” und das ist der schwierigste Punkt. Klar, man kann beten. Klar, das Vertrauen an Gott ist unzerrüttelbar – jedoch sollten wir Widerstand leisten. Wir werden Europa nicht durch Religion retten, jedoch muss jene eben mit überstehen, sonst bricht Europa auseinander. 

Wir sollten alle Themen von Migration bis Umwelt abdecken aber auch die theologischen, bei mir wohl eher integralistischen Ansätze aber nicht ausser Acht lassen. Wir sollten die Kirche, welche unter Liberalismus, Achtundsechzigertum und den vermeintlichen »Werten« der »Aufklärung« zu leiden hat, unterstützen und retten. 

Die Tagesstimme: Du sprichst in deiner ersten Folge auch darüber, dass viele Menschen aus der Kirche austreten. Wie könnte es der Kirche gelingen, die Menschen zu halten und vor allem auch für junge Menschen attraktiv zu bleiben? 

Das wird keine Aufgabe der Kirche sein, wenn die Menschen erst wieder anders und heimatlicher ihr Leben leben, finden sie auch so wieder zu Gott. Die breite Wiederfindung zu Gott wird durch eine gesamtkonservative Revolution als Nebenerscheinung auftreten, da bin ich mir doch sehr sicher.

Die Tagesstimme: Menschen und besonders Katholiken in Osteuropa sind, wie du betonst, viel traditioneller, religiöser. Geistliche bedienen sich teilweise „identitärer Rhetorik“ und seien identitären Aktivisten gar nicht so unähnlich, wie du behauptest. Denkst du, dass es bei Geistlichen in Mittel‐ und Westeuropa in dieser Hinsicht noch zu einer Wende kommen kann, oder ist es bereits zu spät? 

Aufgrund der Zersetzung der Kirche in Westdeutschland durch 68er, Liberale im Priestergewand und seltsame Multikulti‐Spender wird es tatsächlich zu spät sein. Klar gibt es konservative Inseln im Westen, die sterben aber Stück für Stück aus.

Die Tagesstimme: Zum Schluss noch eine letzte Frage zum Podcast – ist der Name des Gastes für die nächste Podcastfolge noch geheim, oder dürfen ihn unsere Leser vorab schon erfahren? 

Roman Möseneder hat bereits eine Einladung zum Podcast angenommen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview! 

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