Technik Welt

USA und Großbritannien: Neue Hacker‐Vorwürfe gegenüber Russland

Symbolbild: Byseyhanla via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0]

Nachdem sich das Verhältnis zwischen Russland und den westlichen Mächten im Zuge des vermeintlichen Giftgasangriffs in Syrien ohnehin schon in einem Tief befindet, haben die USA und Großbritannien den Kreml am Montag mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Russische Hacker sollen demnach seit 2015 großflächige Cyberangriffe gegen Regierungseinrichtungen, Organisationen und auch Privatpersonen verüben.

Laut Angaben britischer und amerikanischer Sicherheitsbehörden sollen diese Angriffe der Spionage dienen. Sie sollen darauf abzielen, die Arbeit anderer Regierungen zu behindern und deren geschäftliche Aktivitäten zu stören, berichtete die Neue Zürcher Zeitung. In fachspezifischer Sprache handelt es sich um einen „Man in the Middle“-Angriff. Bei einer solchen Attacke schaltet sich der Angreifer zwischen zwei kommunizierende Personen.  In diesem Fall soll dies durch den Angriff von Routern und Firewalls geschehen sein.

Russland: „Haltlose Vorwürfe”

Ciaran Martin vom britischen National Cyber Security Centre zufolge beobachte man derartige Angriffe bereits seit mehr als einem Jahr. Man vermutet, dass sich die mutmaßlichen Hacker für zukünftige Angriffe in Stellung bringen.  Die russische Regierung selbst hat sich vorerst noch nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Die russische Botschaft in London bezeichnete die Vorwürfe aber als „eklatante Beispiele für eine rücksichtslose, provokante und haltlose Politik gegen Russland.“

Immer wieder Gerüchte um russische Hacker

Es ist nicht das erste Mal, dass der Westen Russland eines Hacker‐Angriffs beschuldigt. Bereits 2017 machten die USA und Großbritannien den Kreml für den sogenannten NotPetya-Angriff verantwortlich. Damals kam es zu Angriffen auf die IT‐Systeme des britischen Gesundheitsdienst NHS sowie einiger großer amerikanischer Stromhersteller.

Des Weiteren vermuten US‐Geheimdienste weiterhin eine russische Einmischung in die US‐Präsidentschaftswahl 2016. Seit der Kür von Donald Trump zum amerikanischen Staatsoberhaupt wird regelmäßig der Verdacht erhoben, Moskau habe sich einen gefälligen Wahlausgang verschaffen wollen. Im damaligen Wahlkampf fiel Trump mehrmals mit als pro‐russisch geltenden Wortmeldungen auf. Als Beleg für einen entsprechenden Angriff gilt dabei das Eindringen einer Hackergruppe in die Systeme der Demokraten‐Parteizentrale. Sowohl der Präsident als auch das offizielle Russland weisen diese Vorwürfe seitdem entschieden zurück.

Konflikt könnte hochkochen

Auch wenn sich die kolportierte Cyberattacke schon über Monate hinweg erstrecken soll, so haben die Westmächte einen heiklen Moment für die Veröffentlichung der Anschuldigungen gewählt. Spätestens seit dem Raketenangriff in Syrien durch Großbritannien, Frankreich und die USA am vergangenen Wochenende – Die Tagesstimme berichtete – steht die Stimmung zwischen Russland und dem Westen unter erheblicher Anspannung.

Zuvor sorgten bereits Unterstellungen über eine russische Beteiligung bei einem Giftanschlag auf den ehemaligen Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in England für Verstimmung. Etwa zwei Drittel der EU‐Staaten verwiesen deshalb russische Diplomaten des Landes. Die neuesten Vorwürfe haben nun erneut das Potential die bilateralen Beziehungen noch weiter zu verschlechtern. Laut übereinstimmenden Medienberichten bezeichnete US‐Präsident Trump die Beziehungen vergangene Woche sogar als „noch schlechter als während des Kalten Krieges.”

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  • Die nicht enden wollenden Vorwürfe an die Seite der Russen legen offen, daß die Nachhut eines kulturlosen Wild‐West Platzbesetzer Volkes große Schwächen in der eigenen Besetzung mit erneuertem, geistigem Kapital aufweist.

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