Politik

Trotz Kritik: ÖVP‐Faßmann setzt Deutschklassen durch

By Karl Wilfing from Poysdorf, Österreich (Wohnbau-Symposium) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Trotz vielfacher Kritik werde Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) die Deutschförderklassen durchsetzen. Jedoch soll es gegenüber des bisherigen Entwurfes zu einigen Änderungen kommen, gab Faßmann am Dienstag bekannt. Bereits im Herbst sollen die Deutschklassen starten.

Um dem Unterricht folgen zu können, sollen Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen eigene Deutschförderklassen besuchen. Zuvor hatten SPÖ und NEOS, aber auch die AHS‐Direktoren in Wien Kritik an den Plänen des Bildungsministers geäußert. Faßmann nahm in einer Pressekonferenz nun dazu Stellung und präsentierte die geplanten Änderungen.

Deutschklassen ab Herbst

Es gehe vor allem darum, dass Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen dem Unterricht folgen können, erklärt Faßmann. Dafür sollen die Kinder ab dem kommendem Schuljahr verpflichtend 15 (Volksschule) bzw. 20 (Neue Mittelschule bzw. AHS‐Unterstufe) Wochenstunden intensive Deutschförderklassen besuchen. An Gegenständen wie Zeichnen, Musik und Turnen sollen die Schüler im Rahmen der Regelklassen teilnehmen. Ein eigener Lehrplan für die Deutschklassen soll bereits bis zum Sommer fertiggestellt werden. Nach jedem Semester werde anhand eines eigenen Tests überprüft werden, ob die Kinder dem Regelunterricht mittlerweile ausreichend folgen können.

Geplante Neuerungen

Während ursprünglich bereits ab sechs Schülern eine Deutschförderklasse eröffnet werden sollte, soll dies nun erst ab acht Kindern der Fall sein. Damit möchte Faßmann eine deutliche Kostensenkung der Bildungsreform herbeiführen.

Eine weitere Änderung besagt, dass nur Neueinsteiger in eine Schule mit unzureichenden Sprachkenntnissen die Deutschklassen besuchen müssen. Betroffen sind also Volksschüler der ersten Schulstufe sowie Kinder, die erst später neu nach Österreich gezogen sind. Bisher war die Teilnahme am Sprachförderungsunterricht für alle Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen vorgesehen.

Mehr Gestaltungsspielraum

Insgesamt solle es also „mehr Gestaltungsspielraum für Schulen“ geben, betont der Bildungsminister. Jedoch mit einer einzigen Ausnahme: Wien. Hier sollen die Ressourcen nicht ausreichen, meint Martin Netzer vom Bildungsministerium laut eines ORF‐Berichts. In Wien müsse man daher noch gesondert darüber verhandeln.

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