Interview Meinung

Kerbl (IB Steiermark): „Brauchen echte Meinungsvielfalt im öffentlichen Diskurs”

Bild (Luca Kerbl bei "Defend Europe: Mission Alps): Luca Kerbl / Identitäre Bewegung Österreich / Defend Europe

Mit aufsehenerregenden Aktionen sorgt die Identitäre Bewegung immer wieder für Schlagzeilen, zuletzt durch eine Blockade der italienisch‐französischen Grenze, um ein Zeichen gegen Masseneinwanderung zu setzen. Am 11. April fiel in Graz der Startschuss zur Kampagne „Österreich – wir müssen reden”. Im Tagesstimme-Interview erzählt Luca Kerbl, Leiter der IB Steiermark, von den Zielen der neuen Kampagne.

Tagesstimme: Herr Kerbl, im April hat die Identitäre Bewegung Österreich ihre neue Kampagne „Österreich – wir müssen reden” gestartet. Worüber müssen wir denn reden?

Luca Kerbl: Die neue Kampagne fordert zum Gespräch auf – zum Gespräch über Extremismus in Österreich. In Österreich stellen Islamismus und Linksextremismus eine immer größere Gefahr dar und dennoch wird gerne darüber geschwiegen oder man beschönigt sie. Wir wollen über diese Missstände aufklären und sie in die öffentliche Debatte bringen.

Tagesstimme: Und welche Forderungen und Ziele hat die Kampagne konkret?

Luca Kerbl: Wir wollen eine angstfreie Debatte in Österreich etablieren, damit auch Patrioten endlich ein Sprachrohr finden. Wir brauchen im öffentlichen Diskurs eine echte Meinungsvielfalt, die heute noch nicht gegeben ist. Denn das Scheitern der Integration durch den Großen Austauschs verschlimmert die Lage in Österreich jeden Tag weiter. In vielen Straßen und Vierteln sind Österreicher bereits in der Minderheit. Damit ist eine Integration, die von der Politik ständig gefordert wird, gar nicht mehr möglich – Islamismus ist nur eine der Folgen. Wir müssen über die Zukunft unseres Landes reden!

Tagesstimme: Sie haben Linksextremismus und Islamismus erwähnt. Kritiker Ihrer Bewegung bezeichnen die Identitären als „rechtsextrem”. Wie reagieren Sie auf diesen Vorwurf?

Luca Kerbl: Extremismus hat mit Gewalt zu tun. Bei der Identitären Bewegung gab es niemals irgendeine Gewalttat und wir haben immer betont, dass wir Gewalt als politisches Mittel aufs Schärfste ablehnen. Extremismus und Gewalt zeigt sich aber beim Terror von Islamisten oder bei Attacken von Linksextremen auf Patrioten.

Tagesstimme: Können Sie uns solche linksextremen Attacken nennen?

Luca Kerbl: Ja, auch in Graz gab es bereits mehrere Angriffe und Drohungen. Unter anderem sprühte man mir nachts Pfefferspray durchs Fenster in die Wohnung, nachdem ich bereits vor einem linken Szene‐Lokal angegriffen wurde. Bei einigen Aktivisten wurden auch schon die Scheiben eingeschlagen und von Martin Sellner sogar das Auto in Brand gesetzt. So will man uns einschüchtern. Den Höhepunkt erreichte ein Mordversuch während einer unserer Demonstrationen. Linksextreme warfen Steine von einem Haus auf unsere Aktivisten und verletzten einen schwer. Er musste im Krankenhaus notoperiert werden und wäre fast gestorben. In den Medien wird diese Gewalt leider häufig geleugnet oder beschönigt.

Tagesstimme: Der offizielle Start der neuen Kampagne war vor zwei Wochen in Graz. Da haben Sie unter dem Titel „Identitäre Zone” eine Demonstration mit Stand in der Herrengasse angemeldet. Was hat es mit diesem Begriff auf sich?

Luca Kerbl: Wir haben unsere Veranstaltung „Identitäre Zone” genannt, weil wir den öffentlichen Raum auch für uns beanspruchen. Wir haben unser Zelt aufgebaut, einen Tisch und Sitzmöglichkeiten. Aktivisten verteilten Flyer, luden Kritiker zur Diskussion ein und es gab Redebeiträge. Wir haben viele interessante Gespräche mit allen möglichen Bürgern, Sympathisanten und auch Kritikern geführt. Eine Woche später waren wir in Wien. Dort hat die „Autonome Antifa“ dann versucht, die Gespräche bei der „identitären Zone” zu verhindern –  aber das ist ihnen nicht gelungen.

Tagesstimme: Wird es solche „identitären Zonen” auch in weiteren Städten geben? 

Luca Kerbl: Ja, am Mittwoch sind wir in Linz und wenn es wieder gut läuft, werden wir auch in andere Städte Österreichs kommen. Wir haben noch viele gute Ideen, die wir im Rahmen der Kampagne verwirklichen werden.

Tagesstimme: Wie kann man die Kampagne unterstützen?

Luca Kerbl: Man braucht sich nur bei uns zu melden, dann bekommt man Informationen, wo die nächsten Veranstaltungen stattfinden. Außerdem kann man über die Homepage „Heimatschützer” werden und unterstützt damit unsere kontinuierliche Arbeit für den Erhalt unserer Heimat.

Tagesstimme: Österreich hat jetzt eine türkis‐blaue Regierung, die mit dem Anspruch angetreten ist, bei Asyl und Migration einen Wandel einzuleiten. Braucht es dann überhaupt noch die Identitäre Bewegung, die sich gegen Masseneinwanderung und Islamisierung einsetzt?

Luca Kerbl: Demokratie ist viel mehr, als nur alle fünf Jahre wählen zu gehen. Bei der ersten ÖVP‐FPÖ‐Regierung haben auch viele Österreicher geglaubt, dass sich nun einiges ändern werde. Doch gerade bei der Einwanderung kam es zu keiner Kurskorrektur – im Gegenteil. Es fehlte damals eine patriotische Zivilgesellschaft. Heute sind wir hier viel weiter und das ist auch ein Verdienst der Identitären Bewegung.

Tagesstimme: Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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