Wirtschaft

Bienen‐Killer”: EU verbietet drei Insektizide

Symbolbild (Pixabay / CC0)

Heute stimmten die EU‐Staaten für das Verbot der als bienenschädlich geltenden Neonicotinoide. Umweltschutzorganisationen zeigen sich erfreut über die Entscheidung.

Die EU‐Staaten haben am Freitag mehrheitlich für ein Freilandverbot dreier als bienenschädlich geltender Pfanzenschutzmittel gestimmt. Das teilte die EU‐Kommission laut übereinstimmende Medienberichten mit. „Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft“, zitiert Der Tagesspiegel EU‐Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.

Verbot soll bis Jahresende in Kraft treten

Über das EU‐Verbot der drei Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, das bis Jahresende in Kraft treten soll, freuten sich mehrere Umweltschutzorganisationen. Greenpeace etwa sprach bereits einen Tag vor der Abstimmung von einem „entscheidenden Tag für die Zukunft von Bienen und Wildbienen” (Die Tagesstimme berichtete).

FPÖ und Grüne erfreut über EU‐Verbot

Auch aus der österreichischen Politik gab es positive Resonanz: „Der heutige Tag ist ein guter Tag für unsere Artenvielfalt und insbesondere für unsere Bienen, die EU‐Kommission hat endlich das geliefert, was wir seit langem fordern“, kommentierte der freiheitliche EU‐Mandatar Georg Mayer die heutigen Entscheidung des EU‐Spezialausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF). Das Verbot sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssten folgen: „Wir müssen insbesondere verhindern, dass nun auf ähnlich gefährliche Stoffe zurückgegriffen wird, um die Neonicotinoide zu ersetzen. Das bedeutet, wir müssen einerseits weitere Stoffe in die Verbotsliste aufnehmen, wie beispielsweise Sulfoxaflor und andererseits auch massiv in die Forschung zu geeigneten Ersatzpräparaten investieren, um unseren Landwirten echte Alternativen zu bieten“, so Mayer.

Grüne: Verbot ist wichtiger Schritt

Oberösterreichs Landesrat Rudi Anschober (Grüne) sprach von einem „großen Schritt zur Bienenrettung”. Jetzt brauche es auch ein „entschiedenes Vorgehen” gegen Glyphosat und andere Bienen‐ und Umweltgifte. Dazu habe Anschober in seinem Ressort den Jahresschwerpunkt „Oberösterreich blüht auf” gestartet. „Damit wollen wir ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Rettung von Bienen, Vogel, Schmetterling & Co durchsetzen. Das Verbot der Bienenkiller war ein großer wichtiger Schritt auf diesem Weg”, betonte Anschober.

Kritik von IndustrieGruppe Pflanzenschutz

Kritik an der Entscheidung kam hingegen von Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP). Laut Bericht der Kleinen Zeitung bezeichnete er das Verbot als „voreiligen und erwarteten Entschluss”. „Die Mitgliedsstaaten sind sich ihrer Verantwortung scheinbar nicht bewusst, wenn sie dem Populismus der NGOs folgen und derart wichtige Wirkstoffe für alle Kulturen verbieten. Damit richten sie immensen Schaden für die Landwirte an”, sagte Stockmar.

Insektizide für Bienensterben mitverantwortlich

Neonicotinoide sind eine Gruppe synthetisch hergestellter hochwirksamer Insektizide, die unter anderem auch für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht werden. Sie binden sich an die Rezeptoren der Nervenzellen und stören so die Weiterleitung von Nervenreizen. Dabei wirken sie auf Insekten um einiges stärker als auf Wirbeltiere. Bereits im Mai 2013 hatte die EU‐Kommission die Verwendung der neonicotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in Pflanzenschutzmitteln eingeschränkt. Neonicotinoide werden zu Blattbehandlung, als Beizmittel und zur Bodenbehandlung eingesetzt.

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