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Kultur

Florianitag: Der ertrunkene Schutzheilige der Feuerwehren

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Am 4. Mai gedenken Menschen – und insbesondere Feuerwehrleute – in ganz Österreich dem Hl. Florian, einem in Oberösterreich verstorbenen frühchristlichen Märtyrer. In diesem Bundesland haben die Kinder an diesem Tag auch schulfrei. 

Florian von Lorch war ein römischer Befehlshaber und führte eine Einheit zur Feuerbekämpfung an. In die heute im Stadtgebiet von Enns liegende Römerstadt Lauriacum am Donaulimes kam er aufgrund seines Glaubens. Er erfuhr von der Ergreifung von vierzig Christen durch den dortigen Statthalter und wollte ihnen beistehen. Der Legende nach soll sein stundenlanges Beten die Soldaten von der Vollstreckung seines Todesurteils durch Verbrennung am lebendigen Leibe milde gestimmt haben. Stattdessen wurde er mit einem Stein um den Hals in die Enns geworfen und ertrank.

Schutzpatron der Feuerwehrleute

Auch wenn die heutigen Volksfeste zum Tage erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden – als Schutzpatron der Feuerwehrleute gilt der Hl. Florian bereits seit Jahrhunderten. In vielen Gemeinden thront eine Figur des Heiligen über dem Dorfbrunnen – wohl historisch auch oftmals die erste Quelle für das wichtige Löschwasser. Zweifelsohne geht diese Verehrung auf seine weltliche Tätigkeit zurück – seine Darstellung auch in Bildstöcken und Altären zeigt ihn oftmals mit einem Wasserkrug zur Bekämpfung der Feuersbrunst. Ein besonders prunkvoller Florianibrunnen findet sich am Alten Markt in Salzburg.

Aber auch die Vollkommenheit seiner Geschichte durch die Verbindung seines Märtyrertods mit den beiden für Feuerwehren maßgeblichen Elementen dürfte Pate gestanden haben und im Volksglauben Ehrfurcht ausgeübt haben. Ist der Beruf des Feuerwehrmannes auch mit den heutigen Sicherheitsvorkehrungen noch ein riskanter – früher war er schlichtweg lebensgefährlich. Heute wird Florian von Lorch deshalb in acht von neun Bundesländern – nicht hingegen in Vorarlberg – in dieser Funktion verehrt.

Brauchtum im Zeichen der Feuerwehren

Entsprechend steht das eigentliche Brauchtum in diesem Tag besonders im Zeichen der Brandwachen. Sowohl in kleineren Ortschaften als auch auf übergeordneter ist es dabei üblich, an diesem Tag seine Einrichtung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bei der traditionellen Tagesmesse marschieren die Feuerwehrleute in ihrer braun-schwarzen Ausgehuniform festlich in die Kirche ein.

Heute werden die Feierlichkeiten selten tatsächlich am 4. Mai abgehalten – eingebürgert hat sich gerade am Land, wo die Feuerwehren aus Freiwilligen bestehen, ein angrenzendes Wochenende. Nicht selten rundet ein geselliger Umtrunk beim örtlichen Feuerwehrfest die Festlichkeiten ab – der feucht-fröhliche Ruf des „Durstlöschens” bei diesen Feiern kommt nicht von ungefähr.

Oberösterreich: Seit 2004 zweiter Landespatron

Dass der Tag einen regionalen Feiertag in Oberösterreich darstellt, ist dabei eine jüngere Entwicklung. Erst zum 1700. Todestag im Jahre 2004 wurde der Hl. Florian zum gleichberechtigten zweiten Landespatron neben dem Hl. Leopold. Schulen und Ämter haben in der Regel geschlossen – generell arbeitsfrei ist der Tag analog zu den Tagen der übrigen Landesheiligen nicht.

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Gesellschaft

Rückendeckung für Neuer nach Aufregung um kroatisches Patrioten-Lied

Monika Šimić

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am

Nachdem deutschsprachige Medien das feierliche Mitsingen von Manuel Neuer bei einem patriotischen, kroatischen Lied skandalisierten, springt ihm mit Ivan Rakitić einer der kroatischen Fußball-Helden der letzten WM zur Seite. 

Wien/Zagreb. – Am Wochenende hat ein etwa zweiminütiges Video vor allem im deutschsprachigen Raum für Aufregung gesorgt, das den FC-Bayern Star und Fußballnationaltorwart Manuel Neuer dabei zeigt, wie er gemeinsam mit einer gut gelaunten Gruppe das Lied „Lijepa li si” („Du bist schön”) der kroatischen Band „Thompson” mitsingt.

Vizeweltmeister Rakitić verteidigt Neuer und Lied

Das patriotische Lied, das 1998 veröffentlicht wurde und als inoffizielle Hymne des Landes gilt, besingt die Schönheit der verschiedenen Regionen des Landes. Viele werfen der Band vor, rechtsextrem zu sein. Der kroatische Fußballspieler Ivan Rakitić (FC Barcelona) hat nun sowohl Neuer als auch das Lied selbst verteidigt. „Manu ist in Kroatien wie einer von uns. Wir sind unheimlich stolz, dass er immer wieder nach Kroatien kommt und sich bei uns so wohl fühlt”, erklärte Rakitić gegenüber Sport1.

Perković liebt Kroatien – Kroatien liebt Perković

Einen rechtsextremen Hintergrund hat das Lied nach Meinung von Rakitić nicht. „Das Lied hat damit nichts zu tun und Manu auch nicht. In dem Video singen sie über die Liebe zu Kroatien. Man sieht, wie wohl sich Manu fühlt. Mich haben hunderte von Leuten angerufen und mir erzählt, wie dankbar sie sind, dass er da ist. Es ist schade, was daraus jetzt gemacht wird. Manu hat doch nichts gemacht. Er fühlt sich wohl bei uns und er bringt die Kroaten näher zusammen”, erklärte der kroatische Fußballspieler

Über Marko Perković Thompson, den Frontmann der kroatischen Band, sagte der Starkicker: „Der Sänger ist ein unglaublich bekannter Mann, der in Kroatien geliebt wird”. Er gebe im ganzen Land immer wieder Konzerte. Im Jahr 2018 fuhr der Sänger im Rahmen des Empfangs des WM-Vizeweltmeisters, bei dem sich über 60.000 Menschen versammelt hatten, sogar in einem Bus bis zum Ban-Jelačić-Platz, dem Hauptplatz von Zagreb, mit. Dort sang er gemeinsam mit der Mannschaft und dem Publikum unter anderem die Lieder „Lijepa li si” und „Geni kameni” („Gene aus Stein”).

Medienreaktionen unterscheiden sich nach Kulturraum

Auffallend unterschiedlich waren die medialen Reaktionen, deutschsprachige Medien wählten eher tendenziösen Schlagzeilen, um ihren Lesern den Sachverhalt näherzubringen. Sie titelten etwa:  „Hier singt Neuer das Lied einer rechtsextremen Skandal-Band” (Bild), „Bayern-Tormann Neuer singt in Kroatien-Urlaub Lied einer rechtsextremen Band” (Standard), „Manuel Neuer singt Lied einer rechten Skandal-Band” (Krone).

Kroatische und bosnische Medien hingegen thematisierten eher den Angriff deutschsprachiger Medienkollegen auf den Fußballer. So etwa: „Deutsche Medien attackierten Neuer wegen Thompson-Lied heftig (…)” (klix.ba), „Deutsche attackierten Neuer: Das Lied verherrliche Faschismus (…)” (Večernji list), „Manuel Neuer äußert sich nach Angriff seitens deutscher Medien (…) auch Thompson wäre stolz” (tportal.hr). 

Fanklub verteidigt Lied, unterstellt „böswillige Absicht”

Mittlerweile meldete sich in einem offenen Brief an die Bild-Zeitung auch der kroatische Fanklub „Mi Hrvati” („Wir Kroaten”) zu Wort. Darin heißt es, dass die Zeitung Neuer in böswilliger Absicht und fälschlicherweise beschuldigt hätte, ein Lied gesungen zu haben, das eine Nähe zur  faschistischen Ustaša-Bewegung aufweisen würde.

Das einzige, das im Artikel stimme, sei die Information, dass Neuer das Lied „Lijepa li si” gesungen hat. Über das Lied schreibt der Fanklub, dass es sich um eine Fanhymne handele, die sowohl aus dem Radio als auch bei den unterschiedlichsten Anlässen aus den Lautsprechern töne.


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Kultur

Wacken Open Air: Der Metal-Ballermann findet diesmal online statt

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Das „Wacken Open Air”-Festival wird in diesem Jahr als kostenloser Online-Stream über die Bühne gehen.

Wacken. – Mit jährlich 75.000 Besuchern ist das „Wacken Open Air” in Schleswig-Holstein eines der größten Metal-Festivals der Welt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Festival in diesem Jahr jedoch abgesagt werden. Damit die Fans aber nicht ganz auf die diesjährige Festival-Saison verzichten müssen, haben sich die Veranstalter etwas Besonderes überlegt: „Wenn ihr nicht nach Wacken könnt, kommt Wacken eben zu euch!”, kündigten die Veranstalter an. Konkret soll das Festival diesmal von 29. Juli bis 1. August als Online-Veranstaltung stattfinden.

Auftritte: Blind Guardian, In Extremo, Kreator usw.

„Das gesamte Team hat in den letzten Wochen und Monaten mit viel Ehrgeiz und Motivation an der Umsetzung des neuen Konzepts zu Wacken World Wide gearbeitet, um ein beispielloses Gesamtpaket auf die Beine zu stellen”, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen am Donnerstag.

Bei dem Online-Festival sind Live-Auftritte von Bands wie Blind Guardian, Heaven Shall Burn, In Extremo, Kreator und Beyond The Black geplant. Nach Angaben der Veranstalter sollen die Musikgruppen in Echtzeit mit präzisem Kamera-Tracking abgefilmt und direkt in ein virtuelles Set integriert werden. Die Zuschauer will man darüber hinaus durch Mitmachprogramme und Interaktionen direkt einbinden.

Alle Konzerte werden den Ankündigungen zufolge kostenlos auf der wacken-world-wide.com sowie bei MagentaMusik 360 und MagentaTV zu sehen sein.


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Kultur

Hagia Sophia: Umwandlung in Moschee löst international Kritik aus

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Viele Kritiker bedauern die bevorstehende Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee und sehen dies als „provokanten Akt”.

Istanbul/Athen. – Der Gerichtsentscheid über die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee hat international teils heftige Kritik hervorgerufen. Die UNESCO etwa teilte mit, dass sie die Umwandlung des als Weltkulturerbe gelisteten Gebäudes bedauere. Die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan forcierte Entscheidung sei ohne vorherige Abstimmung mit der Organisation getroffen worden, hieß es.

Heftige Kritik kommt aus Griechenland

Kritik an der Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee kam auch von der EU. Die Entscheidungen des türkischen Obersten Verwaltungsgerichts und des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seien „bedauerlich”, erklärte der Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Außenbeauftragte, Josep Borrell. Die Hagia Sophia habe einen „starken symbolischen, historischen und universellen Wert”.

Besonders heftige Kritik übten Länder, die vom griechisch-orthodoxen Glauben geprägt sind. Griechenlands Präsidentin Katerina Sakellaropoulou wertet die geplante Umnutzung als einen „zutiefst provokanten Akt gegen die internationale Gemeinschaft”. Dieser Schritt beleidige auf „brutale Weise das historische Gedächtnis, untergräbt den Wert der Toleranz und vergiftet die Beziehungen der Türkei zur gesamten zivilisierten Welt”. Auch die griechische Kulturministerin Lina Mendoni kritisierte die Umwandlung scharf. „Es ist eine Provokation für die zivilisierte Welt”, sagte die Ministerin nach Angaben des griechischen Staatsradios. Sie warf dem türkischen Präsidenten vor, „sein Land sechs Jahrhunderte zurückzuführen”.

Wunsch nach freiem Zugang

In Russland sieht man die Umwandlung ähnlich wie in Griechenland. Wladimir Dschabarow, der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des russischen Oberhauses, sagte: „Es bringt Nationen nicht zusammen, sondern bringt sie im Gegenteil zur Kollision.” Und Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, erklärte: „Russland ist ein Land, dessen Bevölkerung sich in der Mehrheit zur Orthodoxie bekennt, somit wird, was der Hagia Sophia widerfahren könnte, dem russischen Volk großen Schmerz zufügen.”

Die USA zeigten sich indes enttäuscht über die Entscheidung der türkischen Regierung. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington appellierte an die türkische Führung, weiterhin allen Menschen einen ungehinderten Zugang zu dem Kuppelbau aus dem 6. Jahrhundert zu gewähren.

„Schritt der Türkei weg von Europa”

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) kritisierte die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei ebenfalls. „Als Museum stand die Hagia Sophia Millionen Menschen aller Kulturen und Religionen offen. Die heutige Entscheidung, diesen Status aufzuheben, ist ein weiterer Schritt der Türkei weg von Europa, den wir zutiefst bedauern und nicht nachvollziehen können”, erklärte er am Freitag in einer Aussendung. Das Urteil der türkischen Gerichtsbarkeit werfe zudem die ernste Frage nach deren Unabhängigkeit auf. „Sich von der Offenheit eines historischen Bauwerkes für alle Religionen in einer derartigen Form zu verabschieden, sehen wir sehr kritisch”, betonte Schallenberg.

Die Stellung der Hagia Sophia als ehemals größter Sakralbau der Welt gehe weit über dessen architektonische Bedeutung hinaus. „Als essenzieller Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte des historischen Istanbuls hat sie großen Symbolwert und versinnbildlicht die geschichtlichen Entwicklungen der Bosporusregion, der für die Symbiose orientalischer und europäischer Kultur steht”, so Schallenberg.

Deutsche Bischofskonferenz äußert Sorge

Wie die Nachrichtenagentur Kathpress berichtet, sieht auch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die jüngsten Entwicklungen um die Hagia Sophia in Istanbul mit Sorge. „Mit dem Beschluss des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei zum Status der Hagia Sophia und der Ankündigung von Präsident Erdogan, das Gebäude für muslimische Gebete öffnen zu wollen, scheint sich die Türkei auf den Weg einer Rückverwandlung eines ihrer großen Symbole von einem Museum in eine Moschee begeben zu haben”, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Freitagabend.

Der türkische Präsident Receü Tayyip Erdogan kündigte indes an, dass das Gebäude allen offen stehen werde, „für Muslime und Nichtmuslime”. Der Eintritt solle gratis sein. Die Kritiker forderte er auf, die Entscheidung zu respektieren. „Wie die Hagia Sophia genutzt wird, hat etwas mit den Souveränitätsrechten der Türkei zu tun”, betonte er. Bereits Ende Juli soll die Hagia Sophia nach ihrer Umwandlung in eine Moschee mit dem Freitagsgebet eröffnet werden.


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