Österreich Politik

Verendete Tiere in Kärnten: FPÖ‐Darmann ortet „Vertuschungsaktion”

Immer wieder sorgen die Umstände der Tierhaltung auch in heimischen Betrieben für Diskussionsstoff. Symbolbild: Pixabay [CC0]

Derzeit erschüttern zwei getrennte Fälle toter Tiere die Öffentlichkeit in Kärnten und rufen Kritik von Tierschutz‐Vereinen hervor. Angesichts fehlender Auskunft über den Stand der Erhebungen – ein Gutachten existiert seit Wochen – vermutet die Opposition eine politische Dimension. 

Im Februar sorgten drei tote Kühe in einem Stall bei Hüttenberg (Bezirk St. Veit/Glan) für Schlagzeilen. Aufgrund der Fundsituation in einem verdreckten Stall wurde schnell der Verdacht einer Vernachlässigung der Tiere laut. Mitte März wurden Vorwürfe laut, ein Verzicht auf winterliche Notfütterung von Rotwild habe 170 Tiere in Oberkärnten verenden lassen. Die Jägerschaft wies die Anschuldigungen damals zurück – man habe vielmehr durch seine Bemühungen „viele Tiere gerettet”.

VGT brachte Stein ins Rollen

In ersterem Fall enthüllte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) die Umstände verendeter Rinder im Görtschitztal – und vermutete sofort eine politische Dimension. Den Tierschützern zufolge arbeite die Frau des beschuldigten Landwirts im Umfeld des damaligen ÖVP‐Landwirtschafslandesrates, Christian Benger. Dieser verwies anschließend auf eine vermeintlich fehlende Bereitstellung finanzieller Mittel seitens LH Peter Kaiser in seiner damaligen Funktion als Personalreferent.

Es handelt sich nicht um die ersten Anschuldigungen gegen Kärntner Landwirte seitens der Gruppierung. Erst vergangenes Jahr brachte der VGT die öffentliche Debatte über die Tierhaltung im Umfeld einer bekannten regionalen Restaurantkette ins Rollen. Während sich das damals betroffene Unternehmen als naturnah und verantwortungsvoll bewarb, kam es in seinen Bauernhöfen zur Massenhaltung von Schweinen unter widrigsten Bedingungen.

Gutachten fertig – fehlende Akteneinsicht

Nach dem Bekanntwerden der Vorgänge in Hüttenberg wurde ein steirischer Experte mit der Aufarbeitung des Falles betraut. Dessen Bericht soll laut einem ORF-Artikel seit Wochen vorliegen – Auskünfte seien aufgrund eines laufenden Verfahrens jedoch nicht zu erlangen. Auch im Fall der verendeten Wildtiere im Bezirk Spittal/Drau beklagt man die fehlende Akteneinsicht, selbst für den anzeigenden Wiener Tierschutzverein. Benger‐Nachfolgerin Beate Prettner (SPÖ) gibt sich der öffentlich‐rechtlichen Recherche zufolge ebenfalls bedeckt.

FPÖ‐Darmann ortet „Vertuschungsaktion”

Nun erneuerte die Opposition den Verdacht, die Landesregierung sei in die schleppende Aufklärung involviert. FPÖ‐Klubobmann Gernot Darmann kritisierte in einer Aussendung, dass das erstellte Gutachten von den Behörden weiterhin unter Verschluss gehalten werde. Es handle sich um einen „skandalösen Umstand”, eine „Vertuschungsaktion im Tierschutzbereich” sei nicht zu akzeptieren.

Er rief die zuständige Referentin Prettner deshalb auf, „sofort tätig zu werden und die Informationen weiterzugeben”. Mehr Transparenz, so Darmann, sei „im Sinne der Kärtner Landwirte.” Der Großteil der Bauern im Bundesland versorge seinen Viehbestand „vorbildlich”, schwarze Schafe müssten jedoch „zur Verantwortung gezogen” werden, um einer Schädigung des Rufs der Bauern zuvorzukommen.

Köfer: „Licht ins Dunkel bringen”

Ähnlich der Tenor von Team Kärnten‐Chef Gerhard Köfer. Es handle sich um eine „offensichtliche Informationsunterdrückung” der Landesriegerung. Das „beharrliche Schweigen” von Koalition und Behörden sorge bei der Bevölkerung für eine schiefe Optik, man habe aus dem HCB‐Skandal „nichts lernen wollen”. Damals stellte sich heraus, dass chemische Materialien einer Deponie – ebenfalls im Görtschitztal – sich in Nahrungsmitteln aus der Region ablagerte.

Die Vorfälle in Hüttenberg, so Köfer, hätten eine „erhebliche politische Dimension”, er fordert deshalb „Konsequenzen und lückenlose Transparenz”. Bei der kommenden Landtagssitzung am Mittwoch wolle man eine „Anfragenserie” lancieren, um „Licht ins Dunkel” zu bringen.

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