Österreich Politik

NEOS‐Chef Matthias Strolz gibt Rückzug aus Politik bekannt

BILD zu OTS - Matthias Strolz / Fotocredit: NEOS (Größe angepasst)

NEOS‐Vorsitzender Matthias Strolz gab völlig überraschend seinen Rückzug aus der Politik bekannt. Wer die Nachfolge bei den Pinken übernehmen wird, ist noch unklar. Von Kollegen erhielt Strolz nach Bekanntwerden seines Rückzugs Respekt und Anerkennung.

Matthias Strolz zieht sich aus der Politik zurück. In den kommenden Monaten wird er alle politischen Funktionen bei den NEOS und auch sein Nationalratsmandat zurücklegen. Das gab der NEOS‐Vorsitzende am Montag überraschend bekannt.

Geordnete Übergabe”

Der Rückzug soll dabei in mehreren Schritten erfolgen. Ende Juni ist eine MItgliederversammlung für die Wahl eines neuen Parteivorsitzes. Anschließend werde er im Herbst auch seine Funktion als Klubobmann übergeben.

Nach erfolgreichem Abschluss unserer fast siebenjährigen Startup‐Phase übergebe ich für die nächste Wachstumsetappe an eine neue, frische Führung”, begründete Strolz seinen Rückzug. Seit Jahresbeginn habe er zunehmend Klarheit darüber bekommen, dass 2018 „das Jahr meiner Amtsübergabe” sein werde. „So wie mich mein Herz in die Aufgabe einer Parteigründung gerufen hat, so sagt mir die Stimme meines Herzen nun, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Führungsverantwortung zu übergeben”, so Strolz.

Auf die Zukunft der NEOS schaut der scheidende Parteichef voller Zuversicht: „NEOS war noch nie so stark wie heute. Und noch nie war eine starke Kraft der Mitte für Österreich so wichtig wie jetzt und in den nächsten Jahren.” Es sei daher essentiell, dass die NEOS nach „erfolgreichem Abschluss der Aufbauphase” nun in die „weitere Entfaltung” gehe. „Wir werden, Schritt für Schritt, bis 2030 zu einer prägenden, politischen Kraft in Österreich. Eine Kraft, die eine Million Unterstützerinnen und Unterstützer hinter sich versammelt. Wir haben das Potenzial, eine 20 Prozent Partei zu sein“, ist sich der 44‐Jährige sicher.

Nachfolge noch unklar

Auf die Frage, was er nach den Amtsübergaben persönlich vorhabe, hält Strolz fest. „Ich bin noch nicht weg. Jetzt hat die schrittweise, geordnete Übergabe meine volle Priorität. Bis zum Tag der Übergabe werde ich in beiden Funktionen – als Parteivorsitzender und als Klubobmann – mit voller Kraft und Leidenschaft meinen Dienst einbringen. Was ich danach mache, das ist offen. Und ich möchte es bewusst auch offen halten. Da braucht es etwas mehr Ruhe als derzeit, um gut zu hören und zu verstehen, wo das Leben aufzeigt“, so Strolz abschließend.

Wer die Nachfolge übernehmen wird, ist indes noch unklar. Als mögliche Kandidaten gelten die Wiener NEOS‐Chefin Beate Meinl‐Reisinger, die Angaben des Standard zufolge die Partei auch interimistisch übernehmen soll, sowie Klubobmann‐Stellvertreter Nikolaus Scherak, der Salzburger Sepp Schellhorn oder Medienmanager Veit Dengler.

NEOS bedanken sich

Die stellvertretende NEOS‐Bundesvorsitzende Beate Meinl‐Reisinger reagierte mit „großem Respekt und Dankbarkeit” auf die Ankündigung der „geordneten Übergabe” von NEOS‐Chef Strolz. „Matthias Strolz hat NEOS mit seiner Vision und Kraft aufgebaut und entscheidend geprägt”, lobte Meinl‐Reisinger. In den nächsten Tage wolle man in den Parteigremien „ehrlich und transparent” über „die nächste Etappe” der NEOS diskutieren.

Ebenfalls lobende Worte erhielt Strolz von seinem Parteikollegen, den JUNOS‐Vorsitzenden und NEOS‐Abgeordneten, Douglas Hoyos. Stolz habe in sieben Jahren eine „liberale Kraft” in Österreich aufgebaut. „Die Einleitung der schrittweisen und geordneten Übergabe nicht erst nach einem Wahlverlust, sondern an einem Höhepunkt, ist in der österreichischen Politlandschaft einzigartig”, betonte Hoyos. Gemeinsam mit Strolz’ Nachfolge werden die JUNOS weiter an einer „liberalen, offenen und europäischen Gesellschaft” arbeiten, kündigte der JUNOS‐Chef an.

Respekt und Anerkennung auch von den anderen Parteien

Doch nicht nur aus der eigenen Partei erreichten Strolz Respekt und Anerkennung. „Die parlamentarische Zusammenarbeit mit Matthias Strolz war stets von einem offenen Dialog geprägt”, so ÖVP‐Klubobmann August Wöginger zum angekündigten Rückzug des NEOS‐Vorsitzenden. Strolz’ politische Arbeit sei durch einen Kurs der Entbürokratisierung und der Reformorientierung gekennzeichnet, er habe seine politischen Anliegen mit Authentizität und Leidenschaft verfolgt. „Ich wünsche Matthias Strolz für seine Zukunft alles Gute”, so Wöginger abschließend in einer Aussendung.

Und auch der Bundessprecher der Grünen, Werner Kogler, zollte dem abtretenden NEOS‐Chef „aufrichtige Anerkennung”. Strolz habe mit seinem „erfrischenden und konstruktiven Auftreten” einen „wichtigen Beitrag” für Österreichs Politik geleistet. Dabei unterstrich Kogler besonders das Engagement des NEOS‐Chefs in der Bildungspolitik und im „Einsatz für Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen”.

In Hinblick auf die NEOS‐Nachfolge erklärte der Grünen‐Vorsitzende: „Wir Grüne werden auch der Nachfolgerin oder dem Nachfolger unsere Kooperationsbereitschaft anbieten. Matthias Strolz wünsche ich persönliche alles Gute für seine sicherlich interessanten weiteren Wege und Aktivitäten.“

1 Kommentar

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  • Von Kollegen erhielt Strolz nach Bekanntwerden seines Rückzugs Respekt und Anerkennung.”

    Respekt und Anerkennung für ein Abhauergebaren?
    Einfach so? So mir nichts dir nichts? Sieben Jahre sind so gut wie nix. Bei dem „Geschäft”.
    Ein Club, der seine Tassen nicht geordnet im Schrank hat?
    Ein Kreis von Menschen, der noch behandlungsreifer ist als der Kopf, – bei obiger Aussage.

    Kein Schaden ohne Nutzen. NWO um einen Leader ärmer. Wer rückt nach?

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