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Welt

Gaza-Streifen: 58 Tote nach Eröffnung von US-Botschaft in Jerusalem

Redaktion

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Am Montag wurden bei Protesten am Gazastreifen zwischen Israel und Palästina mindestens 58 Menschen getötet. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Palästinenser, die von israelischen Soldaten erschossen wurden. Grund für die Ausschreitungen war die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

Bereits seit mehreren Wochen ist die Stimmung in der Region äußerst unruhig. Beim palästinensischen „Marsch der Rückkehr“ zur israelischen Grenze war die Lage bereits eskaliert. Mindestens 18 Palästinenser wurden bei den Protesten getötet (Die Tagesstimme berichtete). Die Eröffnung der amerikanischen Botschaft am Montag brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Mit der Verlegung der Botschaft erkennen die USA als erster Staat der Welt Jerusalem als Hauptstadt Israels an.

Blutigster Tag seit Gaza-Konflikt

Bei den neuerlichen Protesten am Montag eskalierte die Situation dermaßen, dass letzten Endes mindestens 58 Palästinenser, die aus israelischer Sicht eine Bedrohung darstellten, von Soldaten erschossen wurden. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Demnach war es der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gaza-Konflikt 2014. Mehr als 2.770 weitere Personen wurden laut Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums verletzt. Insgesamt waren wieder zehntausende Palästinenser zur israelischen Grenzanlage marschiert. Israel erklärte dazu, dass „Terroristen mit Schusswaffen” versucht hätten, israelische Soldaten zu entführen.

Trump sieht Hoffnung auf Frieden

Auf der israelischen Seite der Grenze wurde unterdessen gefeiert, nachdem pünktlich zum 70. Jahrestag der Staatsgründung die USA mit der Verlegung der Botschaft Jerusalem als Hauptstadt anerkannt hatten. Mehr als 800 Personen fanden sich zur Eröffnungsfeier ein. Trump selbst war nicht anwesend, erklärte aber in einer Videobotschaft, dass er die Anerkennung Jerusalems als große Friedenshoffnung sehe. Von internationaler Seite war durchaus Kritik zu spüren: Die EU beispielsweise lehnt die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt ab, solange keine Friedenslösung vorliege. Österreich war als einziges EU-Land mit seinem Botschafter Martin Weiss vertreten.

Internationale Kritik

Vor allem aus arabischen Staaten und der Türkei kamen scharfe Worte für das Vorgehen gegen die Palästinenser. Der palästinensische Gesundheitsminister Jawad Awad sprach von einem „Massaker an unbewaffneten Demonstranten”. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete es gar als „Genozid”. Deutschland betonte, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung habe. Dies müsse aber mit Maß angewandt werden.

Wie die NZZ weiter berichtet, hatte die radikal-islamistische Hamas, die das Gebiet um den Gazastreifen kontrolliert, zuvor im Internet Skizzen mit den schnellsten Wegen zu israelischen Siedlungen in Grenznähe veröffentlicht und zum Töten aufgerufen.

USA blocken unabhängige Untersuchung

Die USA stellten sich umgehend hinter das Vorgehen Israels. Für die US-Regierung ist die Hamas schuld an der Eskalation des Gaza-Konflikts. Deshalb sei es auch nicht nötig, Israel zur Zurückhaltung aufzurufen, sagte Trump-Sprecher Raj Shah. Eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls blockierten die USA im UN-Sicherheitsrat.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Peter Lüdin

    15. Mai 2018 at 20:50

    Nachdem sich D. Trump während seines Treffens mit B. Netanyahu im Februar 2017 aufgrund des sturen und unkonstruktiven Verhaltens der Palästinenser von der Zwei-Staaten-Lösung distanziert hat, ist die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt durch die USA und die Verlegung der US-Botschaft dorthin der konsequente Schritt.
    Wieder einmal erwiesen sich die Palästinenser mit M. Abbas an der Spitze als gefährlicher Zündler, die die Gefährlichkeit ihres Handelns offenkundig nicht abschätzen können.

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Welt

Black Lives Matter”-Aktivisten reißen Kolumbus-Statue nieder

Stefan Juritz

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Der Bildersturm in den USA scheint kein Ende zu nehmen. Am US-Unabhängigkeitstag wurde die Statue des berühmten Entdeckers Christoph Kolumbus gestürzt.

Baltimore. – „Black Lives Matter”-Demonstranten haben am Samstagabend in der US-Stadt Baltimore (Maryland) eine Kolumbus-Statue niedergerissen und anschließend im Hafen versenkt. Die Statue war 1984 von US-Präsident Ronald Reagan als Denkmal für die Bewohner der italoamerikanischen Community eingeweiht worden.

US-Präsident Donald Trump kritisierte am Feiertag erneut die „Black Lives Matter”-Demonstranten. Man werde niemals zulassen, dass ein wütender Mob die Statuen niederreiße oder die Geschichte des Landes auslösche, sagte er laut „Deutschlandfunk”-Bericht.

Zerstörungen in den USA

Bereits zuvor hatten Demonstranten in den USA Statuen beschmiert oder zerstört. In Richmond etwa wurde ebenfalls eine Kolumbus-Statue niedergerissen, besprüht, in Brand gesetzt und anschließend ins Wasser geworfen. Außerdem soll ein Fotograf des Nachrichtensenders CNN angegriffen worden sein.


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Der Indianer soll weg: Konzerne setzen Redskins unter Druck

Stefan Juritz

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Das US-Footballteam Washington Redskins soll Name und Logo ändern. Sponsoren erhöhen dazu den Druck.

In den USA setzt sich die Rassismus-Debatte im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste auch im Sport fort. Speziell geht es um angeblich diskriminierende Logos und Namen von Sportmannschaften mit Indianer-Bezug. Dazu gehört etwa das Footballteam der Washington Redskins. Bereits seit Jahrzehnten fordern Vertreter der amerikanischen Ureinwohner eine Namensänderung und ein neues Logo.

Doch bisher hatte sich die Mannschaft stets geweigert, Änderungen vorzunehmen. Klubbesitzer Dan Snyder betonte immer wieder, dass der Name in Wirklichkeit „Ehre” und „Respekt” bedeute und man positiven Bezug auf die Ureinwohner nehme. Außerdem sagte er vor mehreren Jahren noch: „Wir werden das Team niemals umbenennen. So einfach ist das. Dafür können Sie Großbuchstaben benutzen: NIEMALS.”

Nike, FedEx & Co fordern Änderung

Das könnte sich nun rasch ändern. Denn jetzt kommt der Druck von Großunternehmen. Beispielsweise nahm der Sportartikelhersteller Nike, offizieller Ausrüster der National Football League (NFL), alle Fanartikel der Redskins aus seinem Onlineshop. Und auch das Logitikunternehmen FedEx, das die Namensrechte am Heimstadion besitzt, erklärte öffentlich: „Wir haben dem Team unseren Wunsch mitgeteilt, dass es den Namen ändern möge.”

Laut Bericht von ESPN seien Nike, FedEx und PepsiCo von Investoren dazu gedrängt worden, die Redskins erst wieder nach der geforderten Namensänderung zu unterstützen.

Redskins prüfen Namensänderung

Der Druck zeigte offenbar Wirkung: Noch am Freitag teilten die Washington Redskins auf Twitter mit, eine Namensänderung intern zu diskutieren.


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New York: Bürgermeister will BLM-Schriftzug vor Trump-Hochhaus malen

Julian Schernthaner

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Der Nachlauf der Unruhen in mehreren US-Städten im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste droht immer mehr zum politischen Hickhack zu werden.

New York. – Nachdem bereits in der Nähe des Weißen Hauses, dem Präsidentensitz in Washington DC, ein gelber „Black Lives Matter”-Schriftzug  prangt, wollte die Millionenmetropole an der Ostküste nachziehen. Der demokratische Bürgermeister Bill de Blasio, der selbst mit einer schwarzen Frau verheiratet ist, möchte dieselben Worte auf die Fifth Avenue malen lassen – und zwar direkt vor den „Trump Tower”, dem ältesten Wolkenkratzer des Familienunternehmens des Präsidenten.

Polizisten wurde das Budget gekürzt

Daraufhin hinterfragte US-Präsident Donald Trump auf Twitter die Prioritäten des liberalen Stadtchefs. Er verwies dabei, dass die Stadt gleichzeitig das Budget für ihre Polizei um 1 Mrd. Dollar (etwa 890 Mio. Euro) beschneide. Dies würde gerade auch die Polizisten weiter beleidigen, welche sich an „fürchterliche Parolen” wie „Pigs in a Blanket, Fry ‚Em Like Bacon” [unübersetzbares Wortspiel mit dem Wort ‚Schwein’, die direkte Übersetzung wäre „Würstchen im Schlafrock, röstet sie wie Speck”, Anm. d. Red.] sicherlich erinnern würden.

Er hofft nun, dass die „großartige Polizei”, welche „von einem Bürgermeister, der sie hasst und geringschätzt, neutralisiert und verschmäht” worden seien, sich dafür einsetzen würden, „dass dieses Symbol des Hasses nicht auf New York’s schönster Straße angebracht wird”. Die Politik in seiner eigentlichen Heimatstadt solle die dafür notwendige Geldsumme lieber für den Kampf gegen das Verbrechen einsetzen.

Bürgermeister unterstellt Trump Rassismus

Es wären aber nicht die tief gespaltenen USA, wenn ihm diese Äußerungen im Wahlkampfjahr nicht den üblichen Gegenwind einbrächten. De Blasio reagierte, indem er Trump unterstellte, die Sache nicht zu verstehen. Er schrieb: „Schwarze Menschen erbauten die Fifth Avenue und so viel dieser Nation. Ihr ‚Luxus’ kommt aus DEREN Arbeitskraft, für die sie nie gerechte Entschädigung bekamen. Wir ehren sie. Dass Sie darin eine Verunglimpfung ihrer Straße sehen, ist genau die Definition von Rassismus”.

Dem ORF zufolge wies eine die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, den Rassismus-Vorwurf später bei einer Pressekonferenz zurück. Trump finde sehr wohl, dass auch alle schwarzen Leben wichtig seien. Allerdings kritisiere er die „Black Lives Matter”-Bewegung als Organisation, die „hasserfüllte Botschaften” sende.


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