Gesellschaft

Aufruf zur Intifada bei Anti‐Israel‐Demo in Wien

Foto von S.H. Chertouk; 18. Mai 2018

Am Freitag, den 18. Mai, wurde in Wien gegen die aktuelle, verschärfte Situation im Nahen Osten um den Gaza‐Streifen protestiert. Beteiligt an der Demonstration war unter anderem das Österreichisch‐Arabischee Kulturzentrum (OKAZ) in Wien.

Am Karlsplatz in Wien fanden sich dazu circa 450 Menschen, hauptsächlich aus der arabisch‐muslimischen Gemeinschaft, zusammen. Sie marschierten bis zum österreichischen Außenministerium in Wien. Anlass für die Demonstration war die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, am 14. Mai, und die darauf folgenden Proteste am Gaza‐Streifen, welche diese Woche eskaliert waren (Die Tagesstimme berichtete).

OKAZ: ”Zionismus ist Rassismus”

Der 14. Mai ist der 70. Jahrestag Israels, doch er ist nicht nur für sie bedeutend. Auch die Palästinenser gedenken an diesem Tag der Nakba, ihrer Flucht und Vertreibung aus dem heutigen Staatsgebiet Israels.

Die Demonstranten forderten daher die Rückkehr der Palästinenser nach Israel. Dass die Eröffnung der amerikanischen Botschaft ausgerechnet auf diesen Tag fiel, war ihnen zusätzlich ein Dorn im Auge. Sie kritisierten die USA und die vier europäischen Länder dafür, Vertreter zur Eröffnungszeremonie  geschickt zu haben. Dies sei gegenüber der Lage der Palästinenser im Nahen Osten „ignorant” gewesen.

Ausrufe zur dritten Intifada

Unter den verschiedenen Parolen der Demonstranten wie ”Israel, Terrorist” oder ”Palästina, Volksmassaker” gab es auch Aufrufe zur dritten Intifada. Damit reagierten die Demonstranten auf das gewalttätige Vorgehen Israels gegen die palästinensischen Proteste am Gaza. Die radikal‐islamische Hamas gab jedoch am 16. Mai selbst an, dass 50 der 62 palästinensischen Opfer Hamas‐Mitglieder seien. Nur die restlichen 12 seien Zivilisten gewesen, die dem Aufruf der Hamas zum Protest an der Gaza‐Israel‐Grenze gefolgt waren. Die Hamas gilt sowohl für die EU, die USA und Israel als auch für einige arabische Staaten als Terrororganisation.

Demo: ”Hoch die internationale Solidarität!”

Bei der Kundgebung vor dem österreichischen Außenministerium sprach unter anderem auch Fritz Edlinger, einer der Gründer der Kampagne „Gaza muss leben”. Er fungiert seit 1996 als Generalsekretär für die ”Gesellschaft für Österreichisch‐Arabische Beziehungen”. In seiner Ansprache rief er unter anderem zum ”Boykott Israels” auf. Er beschrieb die Internationale Reaktion auf die Proteste am Gaza als ”Schande”.

Die EU als supranationale Organisation weigert sich nach den aktuellen Entwickelungen weiterhin, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen und besteht nach wie vor auf eine Zwei‐Staaten‐Lösung.

1 Kommentar

Hier Klicken, um zu kommentieren

  • Israel kann beruhigt sein, immer mehr Menschen durchschauen die Propaganda der Gotteskrieger. Die Sympathie für Israel steigt wieder in den USA, Kanada, Indien, Russland und in fernöstlichen Staaten. Nur in Europa sinkt die Sympathie für Israel, und zwar in dem Masse, in dem der zugezogene Antisemitismus steigt. Aber Europa wird langfristig ohnehin muslimisch und daher politisch immer unbedeutender. Irgendwann wird das palästinensische Volk erkennen, dass das Problem nicht Israel ist, sondern ihre eigenen Führer.

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen