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Kultur

Pfingsten: Christliches Hochfest mit bäuerlichem Brauchtum

Julian Schernthaner

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Darstellung des Heiligen Geistes in einem Kirchenfenster. Bild: Pixabay [CC0]

Stets fünfzig Tage nach Ostern feiern Christen weltweit das Pfingstfest. Neben der Bedeutung für das Kirchenjahr verbindet man vielerorts auch diverse Bräuche. Hierzulande gilt der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag. 

Das Pfingstdatum selbst geht auf ein biblisches Ereignis zurück, und steht in engerer Beziehung zum jüdischen Wochenfest Schawuot. Bei diesem feierten bereits die frühen Israeliten die Verkündung der Tora durch Gott.  Die Bezeichnung „Pfingsten” geht auf den griechischen Begriff pentēkostē hēméra („fünfzigster Tag”) zurück, den griechisch sprechende Juden auch für die Bezeichnung ihres eigenen Festes verwendeten.

Pfingsten: Entsendung des Heiligen Geistes

Für Anhänger des christlichen Glaubens ist ein Pfingstfest als fester Bestandteil der Liturgie bereits im 4. Jahrhundert belegt. Bereits das Konzil von Nicäa im Jahr 325 beschäftigt sich auch mit den Gebetsmodalitäten zu dieser Feierlichkeit (Kanon 20). Die Christenheit erinnert dabei weltweit an eine göttliche Eingebung während des Wochenfests im Todesjahr Jesu. Während dessen Feierlichkeiten soll Gott den Heiligen Geist entsandt haben. Dieser als Teil der Dreifaltigkeit verstandene „Hauch Gottes” erfüllte im Anschluss dessen Jünger.

West- und Ostkrichen: Teils unterschiedliche Pfingstdaten

Alle größeren christlichen Glaubensrichtungen begehen Pfingsten, wobei die Bedeutung im Kirchenjahr zwischen den Denominationen abweicht. Besondere Bedeutung hat es dabei unter anderem in der Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirchen – analog zur besonders hohen Bedeutung des zur Datumsberechnung maßgeblichen Osterfests für beide Richtungen.

Da sich dieses wiederum am ersten Frühlingsvollmond orientiert, findet Ostern – und damit auch Pfingsten – in den Ostkirchen teilweise an verschiedenen Daten statt. Grund dafür sind Abweichungen zwischen gregorianischem und julianischem Kalender. Für die sogenannte „Pfingstbewegung” wiederum bildet die Erfahrung des Heiligen Geists die zentrale Glaubenssäule.

Allerlei Pfingstbräuche

Neben der kirchlichen Bedeutung kennen viele mitteleuropäische Regionen auch Pfingstbräuche. In Anlehnung an das Bauernjahr können auch Elemente eines Hirtenfests zum Viehauftrieb enthalten sein. Heischebräuche sind vor allem im Bergischen Land (Pfingstsingen), in der Pfalz (Pfingstquack) und im Bayerischen Wald (Wasservogelsingen) bekannt. Durch die oftmalige Nähe der beiden Daten sind außerdem besonders in norddeutschen Regionen einige Maibräuche auf das Pfingstwochenende gewandert.

Dies kann sogar so weit gehen, dass eigene Pfingstbäume gepflanzt werden. Ein besonderer Brauch ist dabei mancherorts das „Birkenstecken”, wo Junggesellen einen Birkenbaum an der Hauswand ihrer Angebeteten anbringen. Volkskundler sehen in beiden Bräuchen ein heidnisches Relikt – was besonders im letzteren Fall plausibel erscheint. Denn die Birke gilt in der nordisch-germanischen Tradition als geheiligter Baum der Göttin Freyja. Diese steht vor allem für Frühling, Fruchtbarkeit, Schönheit, Glück und Liebe.

Pfingstmontag als Feiertag

Der Pfingstmontag gilt in vielen europäischen Ländern als gesetzlicher Feiertag und daher als arbeitsfrei, bei Dienstanordnung an diesem Tag werden Zuschläge fällig. Diese Regelung gilt in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Ungarn, Dänemark, sowie der Mehrheit der Schweizer Kantone. Schweden schaffte die Arbeitsfreiheit an diesem Tag im Jahre 2005 ab, erhob im Gegenzug aber seinen Nationalfeiertag in den gesetzlichen Status.

Bereits zuvor strich Italien mit einigen anderen christlichen Festen den Tag ersatzlos aus seinem Feiertagskatalog. Lediglich im mehrheitlich deutsch- und ladinischsprachigen Südtirol gilt der Pfingstmontag weiterhin als Feiertag. Ähnlichen Bestrebungen in Deutschland erteilte der Bundestag nach entsprechendem Antrag durch Wirtschaftsverbände ebenfalls 2005 eine klare Absage.

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Kultur

EinProzent” präsentiert patriotischen Rock aus Deutschland

Monika Šimić

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ASDF

Sacha Korn macht Rockmusik, arbeitet nun mit „EinProzent” zusammen und will den Nachwuchs in der patriotischen Musikszene intensiv fördern.

Berlin. Im patriotischen Milieu entstehen ständig neue Projekte. Erst gestern stellte das patriotische Bürgernetzwerk „EinProzent” das neue Musikvideo des Künstlers Sacha Korn vor. Man wolle nämlich eine breite patriotische Musikszene aufbauen, wie es auf der Website von „EinProzent” heißt. Patriotischen Rap kennt man bereits, nun folgt patriotischer Rock.

Korn trat bereits international auf

Die patriotische Musikszene soll demnach auch Nachwuchskünstler ernsthaft fördern. Korn mache dank seiner eigenen Erfahrungen im Mainstream Nägel mit Köpfen. Der aus Telkow stammende 44-jährige Musiker studierte an der Los Angeles Music Academy und wechselte später auf das Guitar Institute of Technology in Hollywood. Die Songs von Korn haben es sogar in Videospiele geschafft, er hat Platten exklusiv im Ostblock und in Asien veröffentlicht und spielte auch Konzerte in China und den USA. Als Musikmanager organisierte er außerdem Konzerte für Größen wie Queen und The Prodigy.

Album „Heimat” erscheint nächstes Jahr

Nach zehn Jahren im Ausland kehrte Korn nach Deutschland zurück und erhielt einen Plattenvertrag bei Universal Music, wo er mit seinen Texten allerdings aneckte. Dort lernte er auch das kennen, was viele Deutsche als „Political Correctness” kennen würden, so „EinProzent” weiter. „Er musste am eigenen Leib erleben, wie eng die Meinungskorridore in der Bundesrepublik mittlerweile sind und dass die freie Gesellschaft im Sterben liegt. Diese Erfahrung hat ihn geprägt und nach einigen Soloplatten zu einer Kooperation mit dem Bürgernetzwerk ‚Ein Prozent’ geführt”.

Nun ist die neue Single „Unsere Kraft” des Albums „Heimat” erschienen, welches im nächsten Jahr veröffentlicht wird. Beachtliche Teile der Einnahmen würden direkt an die Förderung von patriotischen Nachwuchskünstlern gehen.

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Kultur

Woke Hollywood und Star Wars

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ASDF Symbolbild (CC0)

Der Einzug linksideologischer Propaganda in der Filmindustrie ist bei weitem nichts Neues. Als Mittel zur Gesellschaftsformung ist Hollywood und das Kino spätestens seit den 1960ern ein altbewährtes. Mit dem kommenden Star Wars-Film könnte jedoch ein neuer Höhe- und eventuell Endpunkt erreicht werden.

Kommentar von Marvin T. Neumann

Dass Hollywood als rotes Pflaster gilt, ist bereits seit den 50ern bekannt. Damals, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, war es hingegen nur ein Teil der Industrie. In der goldenen Ära des amerikanischen Films gab es zwar bereits ein linkes Lager, mit Legenden wie Gene Kelly, Bette Davis oder Humphrey Bogart (Teil der „Committee for the First Amendment“, welche sich später als prokommunistische Organisation offenbarte). Dem gegenüber stand zu dieser Zeit jedoch noch ein konservatives Lager, die „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals“ mit Legenden wie John Wayne, Gary Cooper, Barbara Stanwyck oder Clark Gable. Seit der Kulturrevolution der 68er und der Ära des „New Hollywood“ ist eine rechte Fraktion jedoch Geschichte und die Implementierung von linkstendenziösen und subversiven (jedoch immer als gesellschaftskritisch titulierten) Botschaften steigerte sich mit der Zeit.

Neulinker Einschlag in der Popkultur

Der neulinke Einschlag ist allerdings erst zu Beginn des ausklingenden Jahrzehnts wirklich spürbar geworden. Da die Entscheidungsträger in den verschiedenen Industrien der Popkultur – Musik, Film, Theater – weitestgehend vom selben kosmopolitischen Citoyen-Schlag sind, ist der Einzug von globalistischer Demographie auf der Leinwand nicht verwunderlich. Der Grad an Intersektionalität ist hierbei der Maßstab jeder neuen Produktion. Wie viele nicht-weiße, nicht-westlich-europäische und nicht-männliche Schauspieler kann man in etablierte und populäre Filmrollen unterkriegen? Der Popkultur ist schließlich das Subversive, das Revolutionäre, das Antikulturelle und nicht normative ihr Kernelement. Es muss eben in erster Linie populär sein, Aufmerksamkeit generieren, Tabus brechen, Trends setzen und folgen. War es erst nur der provokante Hüftschwung eines Elvis Presley, so ist es jetzt die Besetzung von Transsexuellen und das Darstellen von ideologischen Mordphantasien.

Der Schock und die Inszenierung sind die Mittel der Wahl, die Avantgarde die einzig wertvolle Form von Künstler. Normen zu brechen ist hier die Norm selbst. Wenn also massive Gewalt oder Obszönität seit der Jahrtausendwende nicht mehr wirklich wirkt, dann wohl der Angriff auf die Identitätsfundamente der westlichen Zivilisation, durch absurde Neubesetzung oder Umgestaltung bekannter popkultureller Tropen, womit man dann angeben kann, man hätte „das Patriarchat“, Trump-Wähler oder irgendwelche imaginären Faschisten getroffen. So ist ein neuer Terminator androgyn-weiblich und der nächste James Bond eine schwarze Frau – oder wird zumindest von solcher in den Schatten gestellt. Wenn sich der Kinogänger oder bekennende Fan eines Filmgenres erbost über die obsessive Zurschaustellung geistiger Verirrungen von Hollywood-Autoren und Produzenten zeigt, kann die Presse jegliche Kritik zurückschlagen und alle einfach als toxische, regressive Männer beleidigen. Die Meinungsblase belohnt es in jedem Fall.

Ideologie statt Innovation

Parallel zur Hyperideologisierung Hollywoods setzte eine hyper-neoliberale Entwicklung ein. Das Kino unterliegt nun mehr gänzlich ökonomistischer Gesetze: Filme werden immer einem Testpublikum präsentiert, es gibt Berater für Berater und Leidenschaft für den Film ist nur noch als lukrative Komponente des Publikums präsent. Die Kunst ist fast völlig der Gewinnorientierung gewichen.

Aus diesem Grund wird seit über einem Jahrzehnt ein Filmefranchise der 80er und 90er nach dem anderen aufgewärmt. Jeweils gibt es einen „Soft Reboot“, mit ideologisch optimierter Besetzung und einem progressiveren Plot-Element und fertig ist der nächste Blockbuster. Da Hollywood in seinem Bestreben, ökonomisch effizient zu sein, kein Risiko mehr eingehen will, wird der kreative Bankrott mit postmoderner Ideologie kompensiert. Man vermag nur noch das Alte, Beliebte zu nehmen, im eigenen Weltbild zu ersaufen und dem nostalgiegetriebenen Zuschauer vorzusetzen. Dies scheint zwar an Effektivität zu verlieren (der neuste Woke-Blockbuster, Terminator: Dark Fate, scheiterte kolossal an der Kinokasse), aber zumindest im Moment noch das Dogma zu sein.

Die Dekonstruktion des Kriegs der Sterne

So ist mit der Akquirierung von Star Wars durch Disney der vermutlich größte Mythos der Popkultur unter die linksbunten Räder gekommen. Das Filmstudio kaufte im Jahre 2012 die Rechte zur größten Kinomarke für vier Milliarden Dollar auf. Kommerziell war lediglich der Auftakt-Film, Das Erwachen der Macht (2015), ein wirklicher Kassenschlager. Rogue One (2016) und Die letzten Jedi (2017) legten zwar gut nach, doch seitdem die progressive Agenda der Chefin von Lucasfilm, Kathleen Kennedy, an Überdeutlichkeit gewonnen und die Qualität der Produktionen darunter gelitten hat, scheint man eher unter den Erwartungen zu liegen.

Während George Lucas, der Erfinder von Star Wars, sich an klassisch-europäische Mythen und Erzähltraditionen orientierte und diese mit kreativen Sci-Fi-Interpretationen verschmolz, interessiert sich die Executive-Armee in Los Angeles mehr für die gigantische Reichweite, mit der sie ihre Verachtung für all das, was diese Filme einst ausmachte, als Fortschritt propagieren kann – dem Lobesgesang der Massenmedien und dem Geldbeutel der loyalen Fans sicher.

Der ursprüngliche Held der Saga, Luke Skywalker, eine ins Weltall gesetzte Kombination aus Siegfried, König Arthus und Odysseus, der, unwissend seiner Abstammung und bedeutenden Blutlinie, auf große Abenteuer geht, seinen Vater als eigentlichen Gegner stellen muss (man denke an das Hildebrandlied) und zum Retter des Universums sowie eines mystisch-antiken Geistlichenordens (die Jedi) wird, ist in der woken Adaption von Disney lediglich ein gescheiterter Einsiedler, der natürlich von der übertalentierten jungen, weiblichen Protagonistin geschlagen wird. Für das linksprogressive Hollywood gibt es natürlich keine weisen Legenden, nur alte weiße Männer, die Platz machen müssen.

Der finale Tropfen?

In knapp zwei Wochen wird mit Der Aufstieg Skywalkers der letzte Streifen der offiziell 9‑Filme-Star Wars-Saga in die Kinos kommen. Als vermutlich größtes Kinofranchise ist Star Wars vor dem „Go woke, go broke“-Prinzip zwar relativ gut geschützt – Anhänger der „Spaceopera“ tendieren dazu, aus Nostalgie und Popkult für fast alles mit dem Namen drauf Geld auszugeben – gänzlich immun ist es dennoch nicht. Seit der achten Episode gibt es eine nicht unbeachtliche Fan-Gemeinde, die sich aktiv gegen die Subversion des Filmeuniversums und Degradierung ihrer Helden stark macht. Die Fandom Menace (An Episode eins, The Phantom Menace angelehnt) produziert in Videos und auf Blogs regelmäßig Kritik an der politisch korrekten Ausrichtung ihrer Lieblingsfilmreihe unter Disney. Nach veröffentlichten Leaks um den kommenden letzten Film, die seit einigen Wochen von angeblich frustrierten Mitarbeitern des Filmstudios an die Öffentlichkeit gespielt werden, bereitet diese Anhängerschar den nächsten großen Boykott und anschließenden Shitstorm vor, und auch Schauspieler der alten Garde, wie Mark Hamill (Luke Skywalker), geben ihrem Unmut über die linksprogressive Ausrichtung immer mehr Raum.

Wie der Regisseur des Films, J. J. Abrams, andeutete, wird es diesmal sogar eine „Repräsentation der LGBTQ-Gemeinde“ geben. Ein oder mehrere Charaktere im Film könnten also in einer homosexuellen Romanze vertieft sein. Daneben wird die weibliche Hauptfigur, die ohne wirkliche Hindernisse zur scheinbar mächtigsten Person in der ganzen Saga empor steigt, wohl den ganzen Ruhm für sich gewinnen, inklusive den der geliebten Helden aus den Originalfilmen. Als Vorabwarnung und präventiver Schadensbegrenzung wurde eine mögliche „Spaltung“ bei den Reaktionen zum Film von Abrams persönlich vorausgesagt. Beim letzten Mal konnte Disney sich im Angesicht der Kritik mit den üblichen „Sexisten und Rassisten“-Vorwurf über Wasser halten. Doch das könnte das letzte Mal gewesen sein. Weitere Filmproduktionen sind vorerst auf Eis gelegt, obwohl mindestens drei bereits in Planung waren. Die Köpfe im Disney-Hauptquartier haben die Verluste wahrgenommen und womöglich wird Kennedy ihr Büro räumen müssen. Ob auch Disney und Lucasfilm ihre Fehler einräumen werden und dies einen Wandel im Woke Hollywood bedeuten könnte, bleibt abzuwarten, sicher ist lediglich eines: Disney hat sich mit seinem buntlackierten Star Wars bereits mächtig verkalkuliert.

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Kultur

Krampus: Auch in moderner Form ein lebendiges Brauchtum

Julian Schernthaner

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ASDF Längst ein Publikumsmagnet: Krampusläufe aller Art - wie hier in Ried im Innkreis. Bild: privat / Die Tagesstimme

In weiten Teilen des Alpenraums treibt am 5. Dezember – am Vorabend des Nikolaustags – traditionell der Krampus sein Unwesen. Was hat es mit dem Brauch auf sich?

Es ist ein raues Treiben, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut – und doch einer der eindrucksvollsten, einigermaßen authentischen heimischen Bräuche. Insbesondere in den beiden Wochen vor dem Nikolaustag laufen in zahlreichen Orten Kreaturen mit Fell und teuflischer Gestalt umher – oftmals gesammelt in sogenannten ‚Passen’.

Krampus und Perchten: Wohl vorchristlicher Ursprung

Der eigentliche Krampusbrauch war ursprünglich weit verbreitet – und erhielt sich dann zeitweise nach einem Kirchenbann nur in entlegenen Gegenden. Spätestens ab Mitte des 17. Jahrhunderts begleitet der Krampus dann den heiligen Nikolaus bei seiner Einkehr und bestraft die unartigen Kinder. Trotz seines an den Teufel angelehnten Aussehens dürfte der Ursprung allerdings bereits in vorchristlicher Zeit liegen.

Dasselbe gilt für den verwandten Perchtenbrauch, den Volkskundler traditionell mit der mythischen heidnischen ‚Wilden Jagd’ in Verbindung sehen. Deren eigentliches Laufdatum wäre zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – und soll die bösen Geister des Winters vertreiben. Längst haben sich aber vielerorts Perchten- und Krampusläufe in Ästhetik und Datum vermischt, die lange klare Abgrenzung besteht längst nicht mehr.

Höchst vielfältiger Brauch

Dabei ist der regionalen Vielfalt keine Grenzen gesetzt. In weiten Teilen Bayerns ist eine Krampuspass etwa ohne „Kraxenmandl” nicht komplett. Die „Tamperer”-Perchten im Unterinntal vertrommeln ganz urtümlich den Frost. Die Osttiroler „Kleibeif” messen sich mit den Männern des Dorfes mitunter beim ‚Tischziachn’, die vehement eine Tafel verteidigen müssen. Moderne Gruppen setzen wiederum oft aufwändige Shows mit Licht und Rauch, lehnen ihre Masken mitunter an Fantasy- oder Horrorfilme an.

Gerade weil kaum zwei Täler das Kulturgut auf dieselbe Art und Weise feiern, wird einem Zuschauer selten langweilig. Die von Traditionalisten wohl nicht ganz zu Unrecht kritisierte Vermischung von Einflüssen sorgt gleichzeitig für einen dynamischen Erhalt des Brauches. Das Spektakel begeistert Jung und Alt – sowohl dörfliche Läufe als auch gemeinsame Auftritte mehrerer Passen ziehen mittlerweile hunderte Zuschauer in den Bann. Beim Datum sprechen sich die Brauchtumsgruppen öfter ab.

Debatte um Sicherheit bei Läufen

Ebenso zahlreich wie seine Bewunderer sind unterdessen die Kritiker des Brauches. Diese bekommen immer dann etwas Rückenwind, wenn es im Umfeld eines Laufes zu Verletzten kommt. Allerdings fällt bereits seit Jahren auf, dass mitunter auch Raufereien erst Stunden nach dem Umzug in der medialen Rezeption noch mit diesem in Verbindung gebracht werden. Der umgekehrte Fall – in Niederösterreich wurde erst vor drei Wochen ein Krampus von einem Besucher schwer verletzt – findet weitaus geringer Beachtung.

Trotz einzelner Unkenrufe ist das Brauchtum aber schon seit Jahren gesitteter Natur. So lässt etwa Kufstein bereits seit über zehn Jahren seine Krampusse namentlich registrieren. In Haiming (auch Tirol), einem der größten Läufe, lässt man nur Krampusse aus dem Dorf mitlaufen. In zahlreichen Orten – so auch bei jenem Umzug mit knapp zwei Dutzend Gruppen, den der Autor am vergangenen Samstag im oberösterreichischen Ried im Innkreis besuchte – sorgen wiederum Absperrungen für zusätzliche Sicherheit.

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