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Kultur

Pfingsten: Christliches Hochfest mit bäuerlichem Brauchtum

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Stets fünfzig Tage nach Ostern feiern Christen weltweit das Pfingstfest. Neben der Bedeutung für das Kirchenjahr verbindet man vielerorts auch diverse Bräuche. Hierzulande gilt der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag. 

Das Pfingstdatum selbst geht auf ein biblisches Ereignis zurück, und steht in engerer Beziehung zum jüdischen Wochenfest Schawuot. Bei diesem feierten bereits die frühen Israeliten die Verkündung der Tora durch Gott.  Die Bezeichnung „Pfingsten” geht auf den griechischen Begriff pentēkostē hēméra („fünfzigster Tag”) zurück, den griechisch sprechende Juden auch für die Bezeichnung ihres eigenen Festes verwendeten.

Pfingsten: Entsendung des Heiligen Geistes

Für Anhänger des christlichen Glaubens ist ein Pfingstfest als fester Bestandteil der Liturgie bereits im 4. Jahrhundert belegt. Bereits das Konzil von Nicäa im Jahr 325 beschäftigt sich auch mit den Gebetsmodalitäten zu dieser Feierlichkeit (Kanon 20). Die Christenheit erinnert dabei weltweit an eine göttliche Eingebung während des Wochenfests im Todesjahr Jesu. Während dessen Feierlichkeiten soll Gott den Heiligen Geist entsandt haben. Dieser als Teil der Dreifaltigkeit verstandene „Hauch Gottes” erfüllte im Anschluss dessen Jünger.

West- und Ostkrichen: Teils unterschiedliche Pfingstdaten

Alle größeren christlichen Glaubensrichtungen begehen Pfingsten, wobei die Bedeutung im Kirchenjahr zwischen den Denominationen abweicht. Besondere Bedeutung hat es dabei unter anderem in der Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirchen – analog zur besonders hohen Bedeutung des zur Datumsberechnung maßgeblichen Osterfests für beide Richtungen.

Da sich dieses wiederum am ersten Frühlingsvollmond orientiert, findet Ostern – und damit auch Pfingsten – in den Ostkirchen teilweise an verschiedenen Daten statt. Grund dafür sind Abweichungen zwischen gregorianischem und julianischem Kalender. Für die sogenannte „Pfingstbewegung” wiederum bildet die Erfahrung des Heiligen Geists die zentrale Glaubenssäule.

Allerlei Pfingstbräuche

Neben der kirchlichen Bedeutung kennen viele mitteleuropäische Regionen auch Pfingstbräuche. In Anlehnung an das Bauernjahr können auch Elemente eines Hirtenfests zum Viehauftrieb enthalten sein. Heischebräuche sind vor allem im Bergischen Land (Pfingstsingen), in der Pfalz (Pfingstquack) und im Bayerischen Wald (Wasservogelsingen) bekannt. Durch die oftmalige Nähe der beiden Daten sind außerdem besonders in norddeutschen Regionen einige Maibräuche auf das Pfingstwochenende gewandert.

Dies kann sogar so weit gehen, dass eigene Pfingstbäume gepflanzt werden. Ein besonderer Brauch ist dabei mancherorts das „Birkenstecken”, wo Junggesellen einen Birkenbaum an der Hauswand ihrer Angebeteten anbringen. Volkskundler sehen in beiden Bräuchen ein heidnisches Relikt – was besonders im letzteren Fall plausibel erscheint. Denn die Birke gilt in der nordisch-germanischen Tradition als geheiligter Baum der Göttin Freyja. Diese steht vor allem für Frühling, Fruchtbarkeit, Schönheit, Glück und Liebe.

Pfingstmontag als Feiertag

Der Pfingstmontag gilt in vielen europäischen Ländern als gesetzlicher Feiertag und daher als arbeitsfrei, bei Dienstanordnung an diesem Tag werden Zuschläge fällig. Diese Regelung gilt in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Ungarn, Dänemark, sowie der Mehrheit der Schweizer Kantone. Schweden schaffte die Arbeitsfreiheit an diesem Tag im Jahre 2005 ab, erhob im Gegenzug aber seinen Nationalfeiertag in den gesetzlichen Status.

Bereits zuvor strich Italien mit einigen anderen christlichen Festen den Tag ersatzlos aus seinem Feiertagskatalog. Lediglich im mehrheitlich deutsch- und ladinischsprachigen Südtirol gilt der Pfingstmontag weiterhin als Feiertag. Ähnlichen Bestrebungen in Deutschland erteilte der Bundestag nach entsprechendem Antrag durch Wirtschaftsverbände ebenfalls 2005 eine klare Absage.

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Kultur

iTunes: Rechter Rapper Chris Ares auf Platz 3 der deutschen Albumcharts

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Mit seinem ersten Album schafft es Chris Ares auf Anhieb auf Platz drei der deutschen iTunes-Charts. Probleme gibt es aber mit Amazon: Der US-Konzern hat sämtliche Produkte des Rappers aus seinem Sortiment gestrichen.

Es sind gerade turbulente Tage für den patriotischen Rapper Chris Ares. Nach seiner Ankündigung, eine Art „patriotisches Jugendzentrum” im sächsischen Bischofswerda aufbauen zu wollen, kam es zum Streit mit der dortigen AfD-Regionalgruppe. Doch auch musikalisch macht der Rapper von sich reden. Seit gestern ist nämlich sein neues Album „Ares” offiziell erschienen und umgehend auf Platz drei der deutschen iTunes-Albumcharts eingestiegen.

Amazon boykottiert Chris Ares

Einen Rückschlag musste Chris Ares dennoch hinnehmen: Wie er in einem Video bekannt gab, habe Amazon am Tag vor der Veröffentlichung mitgeteilt, das neue Album nicht zu vertreiben. Dabei handle es sich um über 1.000 CD-Boxen, alle bisherigen Bestellungen seien vom US-Versandriesen storniert worden. Die Boxen kann man aber noch direkt beim Label Arcadi Musik bestellen.

Die Stornierung von Amazon hat auch Konsequenzen für die Listung in den offiziellen deutschen Charts, da die CD-Verkäufe über das eigene Arcadi-Label nicht zählen. Anders sieht es jedoch bei den iTunes-Downloads aus – und das ist die Hoffnung des Rappers: „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir ohne die tausenden, physischen CDs und Boxen charten…Wer aus Trotz jetzt unterstützen möchte, sollte bei iTunes einkaufen, da die zu den Charts zählen”, so Ares in seinem Telegram-Kanal.

Zweiter Chartsturm

Erst im vergangenen Jahr hatte Ares Ares mit seiner EP „2014–2018” die Spitze der Hip-Hop-Charts auf iTunes erklommen. Jedoch löschte die Plattform Ares nur einen Tag später, eine schriftliche Anfrage der Tagesstimme an die deutsche Pressestelle der iTunes-Mutter, den Apple-Konzern, blieb damals unbeantwortet. Mittlerweile ist die EP aber wieder auf iTunes abrufbar.

Ares auf Spotify

Das neue Album „Ares” kann man aktuell auf Spotify hören.


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Kultur

Mehr Vielfalt & Multikulti: Filmförderung will verpflichtende Fragebögen einsetzen

Christin Schneider

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Mit verpflichtenden Checklisten sollen Filmschaffende künftig mehr auf  „Diversität” achten. Auch andere deutsche Institutionen und Unternehmen setzen immer mehr Maßnahmen zur Durchsetzung von „Vielfalt” ein.

Hamburg. – Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) hat Fragebögen zum Thema „Diversität” entwickelt, den alle Filmemacher künftig ausfüllen müssen, wenn sie Fördermittel erhalten möchten. Dabei gehe es in erster Linie darum, die Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure zu sensibilisieren, sagte der FFHSH-Geschäftsführer Helge Albers laut Bericht der Stuttgarter Zeitung, in dem es weiter heißt: „Mehr Vielfalt filmen und Geschichten erzählen, die sonst ungehört bleiben: Wir wollen unsere vielfältige, multikulturelle Gesellschaft modern und in all ihren Facetten auf der Leinwand sehen.“ Laut Albers sei es „jetzt höchste Zeit, unbewusste Vorurteile und Klischees zu hinterfragen“.

Checkliste zum Abhaken soll Förderung der „richtigen Themen“ garantieren

Wer künftig Fördermittel erhalten will, der ist verpflichtet, die mehrseitigen Fragebögen für die Kategorien Entwicklung, Produktion und Verleih auszufüllen. Mit diesen Checklisten zum Abhaken solle zur bewussten Beschäftigung mit dem Thema „Diversität” und zur kritischen Überprüfung des eigenen Handelns angeregt werden, heißt es auf der Website der FFHSH. Abgefragt wird unter anderem Folgendes: „Kommen im geplanten Filmprojekt „People of Color“ vor? Tauchen Figuren mit anderer als heterosexueller Orientierung auf? Werden Figuren mit einem unterprivilegierten sozioökonomischen Hintergrund dargestellt? Werden Themen wie Migration, Hautfarbe, Behinderung und Geschlechterrollen direkt aufgegriffen? Ergreifen Sie Marketing-Maßnahmen, die eine vielfältige, multikulturelle und inklusive Gesellschaft ansprechen?“ Die kompletten Fragebögen sind auf der Internetseite der FFHSH einsehbar, auf der es weiter heißt, dass diese Checklisten fortlaufend angepasst würden und nur ein Anfang zur Durchsetzung von mehr Diversität seien.

Hierzu äußerte sich auch die FFHSH-Sprecherin Claudia Hartmann gegenüber dem Deutschlandfunk: Je diverser ein Film sei, desto besser sei er meist auch, meinte Hartmann. Das habe die Erfahrung der Filmförderung in den vergangenen Jahren gezeigt.

Immer mehr Unternehmen

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein ist nicht die einzige Institution, die in letzter Zeit auf den „Diversity-Zug“ aufspringt. Immer mehr Einrichtungen propagieren und mahnen zur „Vielfalt”, darunter Schulen, Universitäten, Kirchen, und mittlerweile auch Unternehmen. – So hatte zuletzt der deutsche Großkonzern Adidas mit seiner Ankündigung, zukünftig eine Einstell-Quote für Schwarze und Latinos in den USA einzuführen, von sich reden gemacht. Viele andere deutsche Firmen sind Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“, eine Selbstverpflichtung von Unternehmen und Institutionen zu Vielfalt und Toleranz, bei der Bundeskanzlerin Merkel die Schirmherrschaft übernommen hat.


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Kultur

Neuer Name: „Neue Ordnung” benennt sich in „Abendland” um

Stefan Juritz

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am

Die konservative Quartalszeitschrift Neue Ordnung aus Graz trägt ab sofort den Namen Abendland.

Graz. – Zu den Gründen für diesen Schritt äußerte sich Herausgeber Wolfgang Dvorak-Stocker im Editorial der neuen Ausgabe. Er verweist darauf, dass der Begriff „Neue Ordnung” zunehmend als eine „globalistische Überwindung der überlieferten Ordnungssysteme Europas” verstanden werde. In diesem Sinne bedeute „Neue Ordnung” die „Zerstörung der Nationalstaaten und der sie tragenden Werte”. Aber auch Neokonservative um George Bush jr. hätten den Begriff immer wieder verwendet. „Jede Nähe zu diesen Bestrebungen will unsere Zeitschrift tunlichst vermeiden”, betont Dvorak-Stocker.

Dvorak-Stocker: „Es geht uns um Europa”

Aus der Neuen Ordnung wurde deshalb Abendland. An der der inhaltlichen Ausrichtung soll sich jedoch nichts ändern. „Abendland” stehe für den Bezug auf „die ethnische, religiöse und kulturelle Tradition Europas und seiner Völker”, erklärt der Herausgeber. „Unsere Zeitschrift hat sich auch in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Artikeln immer wieder den historischen und geistigen Wurzeln unseres Seins gewidmet – nicht nur jenen Österreichs oder der deutschen Nation, sondern denen ganz Europas.” Genau dies solle der neue Name ausdrücken: „Es geht uns um Europa, um unseren Kontinent, um die Völker und die geistige Kultur dieses Erdteils”, fasst Dvorak-Stocker zusammen.

Der Verleger hatte vor mehr als 20 Jahren die Zeitschrift Neue Ordnung von Ernst Graf Strachwitz und Franz Frank übernommen. Ziel der Zeitschrift war es seit den 1950er-Jahren, die katholische und die nationale Rechte in Österreich zu vereinen. In den letzten Jahren widmete sich die Neue Ordnung verstärkt auch der sozialen Frage und räumte kapitalismuskritischen Stimmen viel Platz ein, wie Dvorak-Stocker im Editorial betont.


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