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Syrische Armee: „Damaskus und umliegende Städte komplett sicher”

Symbolbild: Die Assad-Regierung gewinnt angesichts der letzten militärischen Erfolge wieder einiges an Rückenwind aus der Bevölkerung. Hier demonstrieren Assad-Befürworter nach einem US-Raketenangriff im April 2018. // Bild: Fatih Nizam / Tasnim News Agency via Wikimedia Commons [CC BY 4.0]

Am Montag ließ die syrische Regierung verkünden, die vollständige Kontrolle über die Hauptstadt Damaskus und die Vororte übernommen zu haben. Nach unbestätigten Verhandlungen mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verlassen deren Kämpfer die von ihnen besetzten Gebiete im Süden von Damaskus.

Erstmals seit 2012 konnten die Truppen von Präsident Baschar al‐Assad im syrischen Bürgerkrieg den Großraum Damaskus vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Wie das staatliche Fernsehen mittelte, kam es zur Vertreibung der IS‐Kämpfer aus der Enklave al‐Hadschar al‐Aswad. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), eine in London ansässige oppositionelle Organisation, verlautbarte zudem den Abzug einer weiteren Gruppe von IS‐Soldaten aus dem Flüchtlingslager Jarmuk und aus dem Viertel Tamadun.

IS‐Kämpfer verließen Damaskus in Bussen

Bereits am Sonntag verließ eine kleinere Gruppe von IS‐Kämpfern Damaskus in Richtung der Wüstengebiete im Osten Syriens. Diese stehen weiterhin unter Besetzung durch die Dschihadisten. Dem Vernehmen nach brachte man bei der nächtlichen Räumung 1.600 Kämpfer und Zivilisten in 32 Bussen aus der Stadt. Ein Militärsprecher wandte sich am folgenden an die Staatsmedien. Darin bekräftigte er den Rückgewinn der Hoheit über das Gebiet rund um die Hauptstadt:

Die syrische Armee verkündet heute, dass Damaskus, seine Randgebiete und die umliegenden Städte komplett sicher sind.“

Verhandelte Regierung mit Terrormiliz?

Die Assad‐Regierung wollte Gerüchte, wonach man sich auf Verhandlungen mit den IS‐Milizen einließ, nicht kommentieren. Offiziell ist nur die Rede von der Eliminierung einer großen Anzahl an Kämpfern. Nach Auskunft der SOHR habe sich die Regierung mit dem IS auf eine Waffenruhe und einen Abzug der Dschihadisten geeinigt. Der Nachrichtenagentur Sana zufolge galt der vorübergehende Waffenstillstand allerdings offiziell nur bis Montagmittag, um Zivilisten aus den umkämpften Gebieten zu bringen.

 

Nur mehr wenige IS‐Hochburgen

Der SOHR‐Mittelung zufolge kontrolliert der IS mittlerweile nur mehr etwa drei Prozent  des syrischen Staatsgebietes. Diese letzten Hochburgen befinden sich vor allem in Norden und Osten des Landes. Zu den von ihnen besetzten Gebieten zählen auch einige Dörfer an der Grenze zum Irak. Dort rückte die kurdisch‐arabisch SDF‐Allianz mit Unterstützung französischer und US‐amerikanischer Streitkräfte weiter vor. Auch die irakische Armee beteiligte sich an dieser Offensive.

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