Gesellschaft

Wolf‐Rückkehr: Naturschutzbund will staatliche Förderungen für Herdenschutz

Bild (Wolfspaar): Gunnar Ries via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5]

Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich nach 150 Jahren polarisiert – gerade Jägern und Weidetierhaltern bereitet dies Sorge. Der Naturschutzbund (ÖNB) lud nun zu einem Treffen im Salzburger Tennengau und erklärte, wie er sich ein Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf vorstellen kann. 

In einer Aussendung berichtet die tendenziell konservative Naturschutzorganisation über das Treffen am Mittwoch in Bad Vigaun (Salzburg). Man strich erneut hervor, dass Begegnungen der Wildtiere mit Menschen „äußerst selten” seien. Während der langen Abwesenheit der Wölfe habe man verlernt, seine „Weidetiere wirkungsvoll zu schützen”. Es gelte, gemeinsame Lösungen zu finden, die für alle tragbar seien. Das erste Ziel sei es hierbei, eine „klare Faktenlage” zu schaffen und mit Gerüchten aufzuräumen.

ÖNB: Staatliche Förderung für Herdenschutz

Die Gruppe verwies darauf, dass die Rückkehr des Wolfes in der Bevölkerung generell große Unterstützung finde. Der Naturschutzbund bekenne sich ebenfalls zu dessen Schutz, die Beutegreifer seien „Teil der natürlichen Artenausstattung” in der heimischen Fauna. Auch weil es in den sämtlichen Nachbarländern Wolfsbestände gibt, sei es „sinnlos” diese in Österreich abzuschießen.

Dennoch sei es wichtig, betroffenen Personen wie Almbauern, seine Unterstützung zuzusichern.  Dies solle man durch Rückbesinnung auf „alte Traditionen” schaffen. Dies könne durch Herdenschutzhunde oder Elektrozäune geschehen. Internationale Erfahrungen hätten auch über längere Zeiten den effektiven Schutz von Nutztieren bewiesen. Wildbiologe Leopold Slotta‐Bachmayr, Leiter des ÖNB‐Projekts zur Akzeptanzförderung des Wolfes förderte in diesem Zusammenhang eine staatliche Förderung für die heimischen Bauern.

Jäger sehen Wolf‐Rückkehr skeptisch

Demgegenüber stehen vermeintliche Erkenntnisse, wonach Herdenschutz im alpinen Gelände nicht machbar sei. Bei den Unterinntaler Jagdtagen im März verwiesen Vertreter aus Jagd und Wirtschaft auf gescheiterte Projekte in Osttirol. Man schätzte den wirtschaftlichen Schaden, welcher durch die Wilderei eines einzigen Wolfes entstünde auf den niedrigen sechsstelligen Bereich – Die Tagesstimme berichtete.

Auch im benachbarten Südtirol sorgen kolportierte Wolfsangriffe auf Weidetiere immer wieder für reichlich Gesprächsstoff. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten die Debatten im vergangenen Herbst nach Aussagen von Luis Taibon von den Südtiroler Freiheitlichen. Dieser befand damals, der Konflikt mit dem Menschen sei „vorprogrammiert”. Angesichts der „Schäden am heimischen Tierbestand” seien dicht besiedelte Gebiete in Mitteleuropa „kein passendes Refugium für derartige Raubtiere”.

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