Gesellschaft

Wien: „Black Austrian Awards” sorgen für Verwunderung im Netz

Die Preisverleihung fand in der Brunnenpassage in Wien-Ottakring statt, welche direkt an den Yppenmarkt anschließt, der gemeinsam mit dem benachbarten Brunnenmarkt als wichtigster Straßenmarkt Wiens gehört und als Sinnbild für das multikulturelle Wien gilt. Symbolbild: Peter Gugerell via Wikimedia Commons [CC0]

Für einigen Wirbel in sozialen Medien sorgt derzeit die erstmalige Verleihung des „Black Austrian Awards” in Wien‐Ottakring. Dieser prämiert Persönlichkeiten im öffentlichen Leben für herausragende Leistungen im  – vorausgesetzt, sie sind dunkelhäutig.

Wie der Kurier berichtet wurde bei der Erstverleihung in der Brunnenpassage unter anderem die Skifahrerin Sabrina Wanjiku Simader in der Kategorie „Sport” prämiert. Sie nimmt seit einigen Jahren regelmäßig an Weltcuprennen teil, belegt bislang aber zumeist hintere Plätze. Den Preis in der Kategorie „Kunst und Kultur” erhielt die heutige Balletttänzerin und frühere Kinderschauspielerin Rebecca Horner. Letztere ist einem breiteren Publikum als Titeldarstellerin in den Filmen „Mein Opa ist der Beste” und „Mein Opa und die 13 Stühle” geläufig.

Vergabe durch preisgekröntes Magazin

Der am Donnerstag verliehene Preis wurde vom Magazin fresh – Black Austrian Lifestyle ins Leben gerufen. Die Gründung dieser Zeitschrift geht auf das Jahr 2014 zurück, Träger ist M‐MEDIA, ein Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit. Neben den genannten Preisträgern fand die Vergabe außerdem in den Kategorien Business, Community Empowerment, Entertainment, Politisches Engagement, Social Media und Wissenschaft statt. Die Chefredakteurin des Blattes will durch „Menschen zusammenbringen” und ein Statement gegen Alltagsrassismus abgeben.

Im Jahr 2015 bekam das maßgebliche Magazin fresh den mit €3.000 dotierten Intercultural Achievement Award des Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres. Dieses stand damals unter Schirmherrschaft des nunmehrigen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP). In der Vergangenheit förderte auch das Unterrichtsministerium Projekte von M‐MEDIA. Bekanntheit erlange außerdem die erfolgreiche Kampagne des Vereinsgründers Simon Inou gegen eine rassistisch empfunden Eiswerbung („I want Mohr!”).

Kritik in sozialen Medien

Es dauerte allerdings nicht lange, bevor sich in sozialen Medien auch negative Stimmen zum neuen Preis äußerten. Ein User war der Ansicht, dass derartige Verleihungen das „genaue Gegenteil von ‚Gleichheit’ und ‚Integration’ darstellen würden:

Eine Kommentatorin befand überhaupt, dass die Vergabe einer solchen Würdigung für die Preisträger „demütigend” wäre. Man solle Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, sondern ausschließlich wegen ihrer Leistungen ehren:

Kommentar hinzufügen

Hier Klicken, um zu kommentieren

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen