Gesellschaft

Leipzig: Farbbeutelanschlag auf Reisebus mit AfD‐Demoteilnehmern

Immer wieder sorgt der "Schwarze Block" für Ausschreitungen. Auch für die AfD-Großdemo in Berlin wurden diese angekündigt. Symbolbild (Demo in Wien, Jänner 2018): Haeferl via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]

Bereits im Vorfeld der Demonstration der Alternative für Deutschland (AfD) in Berlin am heutigen Sonntag kam es zu den ersten befürchteten Ausschreitungen durch Versammlungsgegner. In Leipzig griffen Vermummte einen Reisebus mit Farbbeuteln an.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, trug sich der Angriff kurz nach 8 Uhr morgens auf der Rackwitzer Straße in der Leipziger Nordostvorstadt zu. Nach Angaben des Busfahrers standen plötzlich schwarz gekleidete Personen mit Warnwesten mitten auf der Hauptverkehrsader vor dem Gefährt. Anschließend bewarfen sie den 45 AfD‐Sympathisanten besetzten Bus mit schwarzen Farbbeuteln sowie einem schweren Gegenstand. Zuletzt flüchteten die im Erscheinungsbild dem berüchtigten „Schwarzen Block” ähnlichen Täter unerkannt über eine Böschung.

Auf dem Weg zu Berlin‐Demo

Dem Vernehmen nach waren die Insassen auf dem Weg zur Großdemo der AfD in Berlin. Im dortigen Regierungsviertel findet derzeit unter dem Motto „Zukunft Deutschland” eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern statt. Die Schlusskundgebung soll vor dem Brandenburger Tor abgehalten werden. Gegner der Veranstaltung mobilisierten in den vergangenen Tagen, mit etwa einem Dutzend Initiativen – darunter auch solche, welche sich der Unterstützung namhafter SPD‐, Grün‐ und Linkenpolitiker erfreuen – wollen angeblich bis zu 20.000 Menschen Widerstand gegen die AfD üben.

Verletzte gab es beim Farbbeutel‐Anschlag auf den Reisebus keine, die Fahrgäste machten sich der LVZ zufolge fußläufig auf den Weg zum Hauptbahnhof, um auf dem Schienenweg nach Berlin zu reisen. Dennoch kritisierten Offizielle der Partei den Angriff scharf. Die Demoteilnehmer aus dem Raum Leizpig würden ihren Grundrechten behindert. Hierfür trügen auch die Altparteien Verantwortung, indem sie „diese Linksfaschisten” nicht als „Gefahr für unsere Demokratie” begriffen. Damit ginge die „Saat der Freiheitsfeinde” auf, so der Leipziger AfD‐Bundestagsabgeordnete Siegbert Droese auf Facebook.

Linksextreme drohten mit Verwüstung

Unklar bleibt weiterhin, ob der vergleichsweise glimpflich abgelaufene Zwischenfall in Leipzig die letzte Ausschreitung dieser Art sein wird. In Videobotschaften und sozialen Medien drohten Linksextreme offenbar sogar mit der Zerstörung von Geschäften und Angriffen auf Polizisten, sollte die AfD‐Veranstaltung stattfinden. Unvergessen sind diesbezüglich die Krawalle rund um den G20‐Gipfel in Hamburg im Juli 2017. Der Schaden ging damals in die Millionenhöhe. Auch diesmal drohte etwa die Radikale Linke Berlin damit, man wollen „den Preis […] für den AfD‐Aufmarsch in die Höhe treiben”.

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