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Berittene Polizei

Kaserne in Wien-Hietzing als möglicher Standort

Die Pläne von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zur Wiedereinführung berittener Polizeieinheiten nehmen immer konkretere Formen an. Neben der Theresianischen Militärakademie (MilAk) in Wiener Neustadt läuft die Suche nach einem Standort auch in der Bundeshauptstadt auf Hochtouren. 

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<p>Gehören im Nachbarland Deutschland bereits zum Polizeialltag: Polizeipferde. Symbolbild: Zoidy via <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Polizeipferde.jpg">Wikimedia Commons</a> [CC0]</p>

Gehören im Nachbarland Deutschland bereits zum Polizeialltag: Polizeipferde. Symbolbild: Zoidy via Wikimedia Commons [CC0]

Wie der Standard berichtet, zieht das Innenministerium unter anderem die Maria-Theresien-Kaserne (MTK) in Wien-Hietzing zur Unterbringung der Pferde in Betracht. Gleichzeitig prüfe man auch andere Stützpunkte, etwa solche, wo sich bereits Pferde befänden. Damit bleibt auch ein Quartier in der Nähe der Trabrennbahn in der Krieau im Rennen. Noch vor wenigen Tagen mutmaßte der Kurier, dass auch eine Kaserne Simmering infrage kommt.

Berittene Polizei in Wien ab 2019

Die Wiedereinführung der berittenen Einheit samt eines Testbetriebs im Jahr 2019 gilt als beschlossene Sache. Die vormals letzte heimische Reiterstaffel wurde 1950 aufgelöst, Kickl holte sich deshalb im Jänner auch Erfahrungswerte von den Kollegen in der bayerischen Landeshauptstadt München. Dort kommt sie vor allem zum ‚Crowd Management‘ bei größeren Veranstaltungen wie Hochsicherheitsspielen im Fußball zum Einsatz. Die Ausbildung an der Neustädter MilAk soll bereits im August beginnen, das interne Bewerbungsverfahren der Polizei lief bereits an. In Wien plant man mit 24 Polizeipferden.

Gegner üben vielfältige Kritik

Gegner der Reiterstaffel führen diverse Argumente ins Treffen. Die für Tierschutz und Umwelt zuständige Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bezeichnete die geplante Einheit als „sinnlose Einrichtung“. Sie unterstellt, dass „aufgrund der FPÖ-Fantasien“ künftig in der gesamten Stadt „Pferdemist herumliegen“ würde. Mehrere Tierschutzvereine sind der Ansicht, eine solche Institution wäre „nicht mehr zeitgemäß“ und argumentieren mit dem Tierwohl, etwa dass hiermit „tägliche Tiertransporte“ zur Normalität würden.

Reitereinheit für FP-Herbert „Standardeinheiten“

Meldungen, wonach es zu einer Kostenexplosion über die eigentlich budgetierten 800.000 Euro hinaus kommen könnte, erteilte der freiheitliche Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst, Werner Herbert in einer Aussendung eine Absage. Er verortet eine Ablehnung als „opportunistischen Ansätzen“, berittene Polizeieinheiten seien „seit Jahrzenten […] Standardeinheiten“ im europäischen Polizeialltag. Auch die Kosten für den avisierten Probebetrieb befänden sich im internationalen Vergleich auf einem „höchst überschaubaren Niveau“.

Verwundert war er außerdem über die Ablehnung der Generaldirektorin der renommierten Spanischen Hofreitschule, Elisabeth Gürtler. Es handle sich zweifelsohne um eine Projekt mit einem „positiven polizeilichen Mehrwert“. Dies gelte insbesondere für die „subjektive sicherheitspolizeiliche Wahrnemung“ der österreichischen Bevölkerung.

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