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Technik

Mobiltelefonie: EU‐Länder weiter gegen Abschaffung von Auslandsgebühren

Redaktion

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am

Symbolbild: Pixabay [CC0]

Im Verhandlungspoker über die Abschaffung der Gebühren für Auslandstelefonate kommt wenig Bewegung. Scheitern diese, muss die österreichische Ratspräsidentschaft über weitere Verhandlungsschritte entscheiden. Der Zwist ist Teil der Verhandlungen rund um die Einführung der 5G‐Mobilfunk‐Technologie. 

Wie der trend berichtet, sah der erste Gesetzesvorschlag der EU‐Kommission gar keine Abschaffung der Mehrkosten vor. Im vergangenen Herbst setzte sich das EU‐Parlament allerdings mit dem Wunsch durch, diese in das geplante Gesetz einzufügen. Während Vertreter der EU mit der Verbraucherfreundlichkeit argumentieren, befürchten die Staaten teilweise den Verlust einer wichtigen Einnahmequelle.

Roaming‐Gebühren bereits abgeschafft

Derzeit ergibt sich in der internationalen Mobiltelefonie eine durchaus kuriose Situation. Seitdem vergangenes Jahr die Roaminggebühren für EU‐Länder abgeschafft wurden, ergibt sich eine Schieflage zwischen Telefonaten aus dem Inland ins Ausland und Telefonaten aus dem Ausland ins Ausland. Ruft man beispielsweise aus Wien einen Bekannten in München an, kostet dies seitdem mitunter erheblich weniger, als denselben Empfänger aus Pressburg zu kontaktieren.

Die ehemalige EU‐Kommissarin Viviane Reding moniert dabei, dass Verbraucher somit ein Vielfaches für ein Auslandstelefonat zahlen als diese den Anbieter kosten würden. Die Christdemokratin aus Luxemburg setzte sich bereits seit 2006 insgesamt zehn Jahre lang für eine Abschaffung der Roaming‐Entgelte ein. Im Juni 2017 waren diese letztendlich Geschichte. Netzbetreiber dürfe seitdem etwa auch nur mehr eine gewisse Verkehrsmenge im Datenverbrauch zur heimischen Verwendung reservieren.

Viele Telekom‐Unternehmen in staatlicher Hand

Für die einzelnen Mitgliedsstaaten stellt die Einhebung von Extrakosten jedoch eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle dar. Denn in vielen europäischen Ländern sind die großen Telekommunikationsunternehmen ganz oder teilweise in öffentlicher Hand. Auch in Österreich ist dies der Fall, der Bund hält derzeit 28,4% an der A1‐Telekom‐Gruppe. Dies ist auch gleichbedeutend mit niedrigeren Steuereinnahmen.

Hofer befürchtet Wegfall von Investitionsanreizen

Auch der heimische Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) sprach sich vor diesem Zusammenhang gegen eine Abschaffung aus. Insbesondere befürchtet er mit einem Fall der Auslandsgebühren einen Wegfall der Anreize, in den 5G‐Netzausbau zu investieren. Er wies auf die Möglichkeit der Nutzer hin, bei heimischen Mobilfunkbetreibern eine entsprechend Flatrate abzuschließen oder auf andere Angebote wie Skype auszuweichen.

Der heimische Anbieter spusu, ein virtueller Mobilfunker im 3-Netz versuchte es im vergangen Jahr zeitweise mit einer autonomen Abschaffung. Nachdem in der Folge der Umsatz empfindlich einbrach, sicherte sich das Unternehmen wenige Monate später sogar eine Ausnahmeregelung zur Einhebung von Roaming‐Gebühren unter besonderen Umständen.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    6. Juni 2018 at 20:07

    Die EU Bürger kriechen auf der ganzen Linie unter der Knute der Telefonkonzerne.
    Das offenbart sich schon dadurch, daß Festnetz‐Verträge nicht unter 2 Jahren abgeschlossen werden können und obendrein, selbt bei Umzug ins Ausland, nicht vor dieser Frist aufkündbar sind.
    In einer Zeitepoche mobiler Bewegungen der Menschen, wird den Konzernen ein Instrument in die Hand gedrückt, Benutzer für 2 Jahre an ihre Kandare zu legen, sprich auszunehmen.
    Ein einseitiges Milliardengeschäft auf Kosten der Benutzer.

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Gesellschaft

YouTube startet Löschwelle: Auch Patrioten und Konservative betroffen

Joshua Hahn

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am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Auf der Videoplattform YouTube soll in Zukunft vermehrt auf die Löschung von Videos geachtet werden, welche „Hassbotschaften“ und „Diskriminierungen“ enthalten. Kritiker befürchten aber auch eine Zensurwelle gegen konservative Stimmen.

Kalifornien. – Wie YouTube am Mittwoch mitgeteilt hat, will der Konzern ab sofort stärker gegen diskriminierende und Hass verbreitende Videos vorgehen. Darunter fallen laut dem Konzern Videoinhalte, die etwa andere Religionen, Ethnien oder sexuelle Identitäten abwerten, die NS‐Ideologie verherrlichen oder den Holocaust leugnen.

Auch konservative YouTuber betroffen

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Erklärung löschte YouTube zahlreiche Videos und Profile. Betroffen waren dabei aber nicht nur extremistische Inhalte, sondern auch YouTuber aus dem konservativen und patriotischen Milieu. Diese befürchten nun willkürliche Löschungen ihrer Inhalte und kritisieren die Richtlinien als schwammig.

Verschiedenen Accounts wurde darüber hinaus auch das Recht entzogen, Werbung vor ihre Videos zu schalten. Durch die Werbung ist es YouTubern auf der Plattform möglich, in Abhängigkeit der Anzahl der Videoaufrufe Geld zu verdienen. Betroffen von dieser Maßnahme sind derzeit unter anderem Steven Crowder, auch der österreichische Identitären‐Chef Martin Sellner scheint betroffen zu sein.  Laut Eigenangaben wurden auch zwei Videos des ungarischen IB‐Aktivisten Abel Bodi gelöscht. 

Auf Twitter werden seit den Änderungen immer mehr Fälle unter dem Hashtag #VoxAdpocolypse zusammengetragen.

Streit um Steven Crowder

Anlass für die neuen Löschwellen dürfte unter anderem ein Streit über den US‐amerikanischen YouTuber Steven Crowder sein. Dieser ist bekannt für sein Format „Change my mind“, in welchem er konservative Themen vor Universitäten diskutiert und sich dabei filmt. 

Nachdem ihm auf den sozialen Netzwerken vorgeworfen wurde, sich über die sexuelle Orientierung eines Moderators lustig gemacht zu machen, wurde die Löschung des Videos gefordert. 

YouTube erklärte jedoch, dass das Video nicht gelöscht werden könne: „Meinungen können zutiefst beleidigend sein, aber wenn sie nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen, bleiben sie auf unserer Website“. 

Als Reaktion erntete das Unternehmen enorme Kritik aus dem linksliberalen Spektrum, woraufhin die oben genannten Maßnahmen folgten. 

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Technik

Inside IB”: YouTube löscht investigative Reportage über Identitäre

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

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ASDF Die Reportage 'Inside IB' der Jungen Freiheit lässt auch identitäre Aktivisten wie deren österreichischen Leiter Martin Sellner zu Wort kommen. Bildzitat: YouTube [@17:21 min]

Die Video‐Reportage der Jungen Freiheit über die Identitäre Bewegung wurde vonseiten des Videoportals YouTube offenbar bereits am Freitagabend vom Netz genommen.

San Bruno/Berlin. – Wie das Onlineportal der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit berichtet, hätten die Verantwortlichen des Videodienstes die Reportage aufgrund eines nicht eindeutig geklärten Verstoßes gegen seine Richtlinien entfernt. Das Medium kritisiert den Vorfall scharf und äußert sein Unverständnis für diese Vorgehensweise.

Reportage über Identitäre: Über 70.000 Aufrufe

Es war eine Reportage, welche sich einer großen Reichweite erfreute. In etwas mehr als einer Woche sahen über 70.000 Menschen den 25‐minütigen Beitrag, welcher die Identitären und die gegenwärtigen Vorwürfe gegen deren Österreich‐Leiter Martin Sellner näher beleuchtet.

Dieser sowie seine Bewegung befand sich nach dem passiven Empfang einer Spende vom späteren Christchurch‐Atttentäter im Jänner 2018 im Zentrum der weltweiten Berichterstattung. Dabei lässt die Reportage auch Aktivisten der patriotischen Protestgruppe zu Wort kommen – und kritisiert eine als einseitig empfundene Berichterstattung über diese.

Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten”

Nun löschte YouTube das Stück, angeblich ohne nähere Begründung. Lediglich generell sei befunden worden, dass „Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten, die sensationslüstern präsentiert oder in ausbeuterischer Absicht erstellt werden“, verboten wären.

Dazu würden nach Ansicht des Videoportals insbesondere Inhalte mit „Kriegsszenen, Folgen von Terroranschlägen oder ähnlichen Szenarien, die Zuschauer schockieren oder Ekel hervorrufen sollen“ zählen. Aufgrund dessen ist die Reportage derzeit nur über einen Mirror eines anderen Nutzers anzusehen.

Kurze Christchurch‐Sequenz als Auslöser für Löschung?

Bei der Jungen Freiheit kann man diese Begründung nicht abschließend nachvollziehen. Man munkelt in der Redaktion, dass ein kurzes, verpixeltes Bildzitat des Christchurch‐Attentats und dem dafür tatverdächtigen Australier Brenton T. als Stein des Anstoßes gedient haben könnte. Allerdings habe man hier „bewusst aus Respekt vor den Opfer und ihren Angehörigen” auf eine graphische Darstellung verzichtet.

Insgesamt wundert sich ein Journalist des JF‐Kollektivs: „Wie
soll man über einen Anschlag berichten, wenn man keine Bilder des Täters zeigen kann?” Außerdem verweist man darauf, dass YouTube nach dieser Logik wohl auch jede Dokumentation über den 11. September oder die Anschläge vom Breitscheidplatz von Netz nehmen müsste. Man habe jedenfalls Einspruch gegen die Entfernung eingelegt.


Weiterlesen:

Inside IB’: Reportage entlarvt einseitige Berichterstattung über Identitäre (10.5.2019)

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Gesellschaft

Microsoft Word soll politisch korrekt werden

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Damit wolle man den Nutzern helfen, „effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren”.

Seattle. Nach dem Willen des Softwareherstellers Microsoft soll im Schreibprogramm Word die politische Korrektheit Einzug halten. Die neue Funktion, die sich „Ideas in Word” (Ideen in Word) nennt, wird von künstlicher Intelligenz angetrieben und wurde von Microsoft auf seiner jährlichen „Build Developer Conference” vorgestellt.

Mailperson” statt „Mailman”

Die neue Funktion soll unter anderem Wörter unterstreichen, die von Microsoft als diskriminierend angesehen werden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Fast Company werden Ausdrücke wie „Mailman” (Briefträger) oder „Congressman” (Kongressabgeordneter) angestrichen. Stattdessen empfiehlt das Programm die Nutzung genderneutraler Formulierungen wie etwa „Mailperson” oder „Congressperson”. Um das Wort „Policeman” (Polizist) zu vermeiden, kann man sich für das vom Programm vorgeschlagene „Police Officer” entscheiden.

Person‐Zuerst‐Ansatz”

Microsoft geht allerdings weiter und nimmt sich auch feststehende Phrasen wie „gentlemen’s agreement” vor, aus dem „unspoken agreement” wird. Außerdem ermuntert das Programm den Schreiber zu einem „Person‐Zuerst‐Ansatz”. Statt „Disabled person” (behinderte Person) soll es etwa „Person with disability” (Person mit Behinderung) heißen. Formulierungen wie diese sollen zeigen, dass der Mensch selbst wichtiger ist als die Behinderung.

Das Programm, dessen Entwicklung unter anderem durch Linguisten unterstützt wird, soll zudem auch auf „sensible geopolitische Bezeichnungen” hinweisen, ohne dass es hierzu schon konkrete Beispiele gibt. „Wir wollen Ihnen helfen, effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“, erklärte der hochrangige Marketingmanager des Unternehmens, Malavika Rewari, die Ziele des Programms. Den Nutzern steht es allerdings frei, gleich wie bei der Rechtschreibprüfung auch, die Hilfe auszuschalten.

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