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Technik

WISSEN: Rizin – Kampfstoff aus dem Garten

Redaktion

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Symbolbild: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Rizin gilt als eines der gefährlichsten Gifte weltweit. Bereits geringe Mengen können tödlich sein. Am Dienstag wurde in Köln ein Tunesier verhaftet, der im Verdacht steht, einen mit Rizin versetzten Sprengsatz herstellen zu wollen. 

Der Giftfund bei einem mutmaßlichen islamistischen Terroristen zeigt die aktuell hohe Gefährdungslage für Deutschland und Europa klar auf: Vorgestern – Die Tagesstimme berichtete – wurde bei einem Tunesier in Köln Rizin beschlagnahmt. Das kann mit leicht erhältlichen Mitteln aus dem Samen des Wunderbaums hergestellt werden und ist ein „potenziell biologischer Kampfstoff“.

Sehr wahrscheinlich“ Terroranschlag geplant

Der Tunesier hatte 1.000 Samen gekauft, dazu eine Kaffeemühle und auch dieser Tage schon Rizin produziert. Das hätte für bis zu 1.000 toxische Dosen gereicht. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen erklärte, der Mann habe „sehr wahrscheinlich“ einen Gift-Terroranschlag geplant. Angeblich gibt es einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat.

Rizin schädigt die inneren Organe wie Leber, Nieren, Darm und führt zu hohem Fieber und blutigem Durchfall. Wird das Gift in den Körper gespritzt, wirkt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts binnen 36 bis 48 Stunden tödlich. Rizin fällt sowohl unter die Biowaffenkonvention von 1972 als auch unter die Chemie-Waffenkonvention von 1997.

Versuche während der Weltkriege

Bereits im Ersten Weltkrieg untersuchten die USA, ob man Rizin als Waffe einsetzen könnte. Und auch später gab es militärische Versuche, das Gift im Kampf zu verwenden. Letztlich waren aber andere Stoffe wie Phosgen und später besonders Sarin im Einsatz wirkungsvoller und wirtschaftlicher.

Rizin lässt sich nur schwer als Aerosol verteilen und eignet sich eher für Anschläge auf Einzelpersonen. Der bekannteste Fall war hier das „Regenschirmattentat” in London. Der bulgarische Journalist und Dissident Georgi Markow wurde auf offener Straße ermordert – mit einem Regenschirm, dessen Spitze mit einer 1,52 Millimeter großen Kugel mit 40 Mikrogramm Rizin präpariert worden war. Markow starb wenige Tage später im Krankenhaus an einem Kreislaufversagen als Folge der Vergiftung.

Rizin und Terrorismus

Später erweckte das Gift vor allem bei Terroristen das Interesse. Einem Spiegel-Bericht vom 8. Jänner 2003 zufolge seien im Jahr 2001 in zerstörten Al-Qaida-Häusern in Kabul Spuren von Rizin entdeckt worden. Knapp ein Jahr später gaben die US-Behörden nach Angaben der New York Times bekannt, dass die islamistische Terrororganisation Ansar al-Islam mit Rizin und anderen Kampfstoffen im Nord-Irak experimentiert habe.

Am 9. Jänner 2003 meldete die deutsche Nachrichtenagentur dpa, dass in London kleinere Mengen Rizin sowie Ausrüstung zu seiner Herstellung gefunden worden waren. Sechs Algerier wurden damals festgenommen. Später gaben die britischen Behörden an, dass nur amateurhafte Anweisungen zur Herstellung, jedoch kein Rizin selbst gefunden worden sei.

Im August 2011 berichtete die New York Times , dass die US-Geheimdienste Erkenntnisse darüber hätten, dass der regionale Arm von Al-Qaida im Jemen offen über den Einsatz von Rizin gegen die USA diskutierte.

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Technik

Wegen ‚Hassrede’: Facebook & Instagram sperren auch CasaPound

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (CasaPound-Haus in Rom): Barbicone via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Am Montag löschten die beiden Plattformen – beide gehören dem Facebook-Konzern – die Konten der Partei und Bewegung, sowie ihrer führenden Figuren.

Menlo Park/Rom. – Wie der linksliberale englische Guardian berichtet, rechtfertigte das Unternehmen den Schritt mit seinem Gemeinschaftsstandards wegen Hassrede. Es ist nicht der erste Schlag der beiden sozialen Netzwerke gegen CasaPound, bereits im April kam es zu einzelnen Löschungen führender Aktivisten aus ähnlichen Gründen.

Generalsekretär: „Missachtung des italienischen Rechts”

Wie der Präsident der rechten Bewegung, Gianluca Iannone, bekanntgab, willman sich juristisch gegen diesen Schritt zur Wehr setzen. Er spricht von einer „unvergleichbaren Attacke” und „Tatsachenverdrehung”, von der man „angewidert” sei. Neben der offiziellen Parteiseite betraf die Löschwelle auch die Seiten ihrer Stadträte und hohen Parteifunktionäre.

Darunter befand sich auch jene von Generalsekretär Simone di Stefano. Dieser sieht in der Löschung einen „Missbrauch, begangen von einem privaten multinationalen Unternehmen”. Dies geschehe unter voller „Missachtung des italienischen Rechts”. Damit spucke man „der Demokratie ins Gesicht”.

CasaPound: „Liebe zu Italien und seiner Souveränitat”

Der offizielle Twitter-Account der Bewegung gab sich etwas handzahmer, drückte aber ebenso deutlich die Verwunderung über die Löschung aus. Wer den sozialen Seiten von CasaPound folge, wisse, dass man „keine rassistischen, ewiggestrigen oder hasserfüllten Botschaften” sende.

Vielmehr stehe man für die „Liebe zu Italien und seiner Souveränität” ein. Wer etwas anderes behaupte, der kenne entweder CasaPound nicht oder agiere „in böser Absicht”.

Auch nationalistische ForzaNuova betroffen

Neben CasaPound betraf die Löschung außerdem noch die nationalistische Splitterpartei Forza Nuova. Beide Gruppen wunderten sich laut ORF über das Timing der Löschung – demonstrierten doch beide justan jenem Tag als Teil einer breiten Front rechtsgerichteter Gruppierungen in Rom gegen die neue Mitte-Links-Regierung.

CasaPound als unorthodoxe rechte Gruppe

CasaPound gilt als polarisierende Bewegung des rechten Spektrums. Bekanntheit erlangten sie durch eine Art ‚Hausbesetzung von rechts’ in der italienischen Hauptstadt Rom, welche seit 2002 durchgängig anhält. Man gibt sich als bewusst soziale und kapitalismuskritische Bewegung, sieht sich jenseits eines Links-Rechts-Spektrums und verfügt über eine eigene Studentenorganisation.

Ideologisch bewegt sich die Gruppierung irgendwo in einer unorthodoxen Schnittmenge, welche sich selbst als eine Form modernisierten Faschismus’ begreift. Diese unorthodoxe Positionierung bringt ihr auch im eigenen Spektrum neben Bewunderung für eine durch ihre Einrichtungen vermeintliche strategische Vorreiterrolle auch immer wieder harsche inhaltliche Kritik aus verschiedenen Richtungen ein.

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Gesellschaft

Nächster Fall: „Ein Prozent” auf Facebook gesperrt

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild: Pxhere [CC0]

Die patriotische Bürgerinitiative Ein Prozent will mit anwaltlicher Unterstützung gegen die Sperre vorgehen.

Am Mittwoch hat Facebook die Seite der Bürgerinitiative Ein Prozent wegen angeblicher „Hassrede” gesperrt. Grund dafür war offenbar ein Beitrag zur Wahlbeobachtung. „Tatsächlich dürfte der Druck, den unsere ‚Ein Prozent’-Kampagne erzeugte, ausschlaggebend gewesen, warum Facebook nun handelt”, schreibt die NGO in ihrem Telegram-Kanal.

Druck auf „Ein Prozent”-Medienkampagne

Zuvor hätten „zahlreiche anonyme Linksextremisten und ‚Journalisten’ ” gegen die Medienkampagne unter dem Motto „Politiker lieben diesen Trick!” „gehetzt und ein Ende gefordert”, so Ein Prozent weiter.

Verstoß gegen die Meinungsfreiheit”

Die Bürgerinitiative wirft Facebook deshalb einen „eklatante[n] Verstoß gegen die Meinungsfreiheit” vor und will mit „anwaltlicher Unterstützung” gegen die Sperre vorgehen.

Erst diese Woche hatte Ein Prozent eine Großkampagne namens „Wende2019” gestartet. Im Mittelpunkt dieser Kampagne stehen angesichts der kommenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen die Themen Wahlbeobachtung und Asylkrise (Die Tagesstimme berichtete).

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Gesellschaft

YouTube löschte Kanal von „Neverforgetniki”

Stefan Juritz

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ASDF Der 19-jährige YouTuber "Neverforgetniki". Bild: Facebook / Neverforgetniki

Mittlerweile hat YouTube den Kanal des patriotischen Bloggers mit über 72.000 Abonnenten wieder freigeschaltet.

YouTube hat diese Woche den Kanal des 19-jährigen Bloggers Niklas Lotz alias „Neverforgetniki” aufgrund angeblicher „Hassrede” ohne Vorwarnung gelöscht. Gemeinsam mit dem bekannten Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel will der YouTuber nun gegen die Löschung vorgehen. „Wir haben YouTube eine Frist zu dessen Wiederherstellung gesetzt. Erfolgt dies nicht fristgerecht, leiten wir gerichtliche Schritte ein”, kündigte Steinhöfel auf Twitter an.

Patriotischer YouTuber mit über 72.000 Abonennten

Auslöser für die Löschung dürfte ein kritisches Video über die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg gewesen sein, das „Neverforgetniki” auf seinem YouTube-Kanal mit über 72.000 Abonnenten hochgeladen hatte. In anderen Videos kritisierte der YouTuber wiederum die deutsche Asyl- und Migrationspolitik sowie die sogenannten „Mainstream-Medien”. Laut eigener Aussage setzt er sich darüber hinaus für ein „patriotisches, sicheres und konservatives Deutschland” ein.

Auch Islamkritiker Abdel-Samad war schon betroffen

Bereits vor zwei Monaten hatte YouTube den Kanal des Islamkritikers Hamed Abdel-Samad – ebenfalls ohne Vorwarnung – zwischenzeitlich gesperrt. Nachdem in den sozialen Medien Kritik daran laut geworden war, gab der US-Konzern den YouTube-Kanal jedoch am nächsten Tag wieder frei (Die Tagesstimme berichtete).

Kritiker warnen auch wegen solcher Fälle bereits seit längerer Zeit vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und YouTube.

Aktualisiert (15:12 Uhr):

Am Donnerstagnachmittag vermeldete Rechtsanwalt Steinhöfel, dass YouTube den Kanal von „Neverforgetniki” wieder freigeschaltet hat. „Wichtiger Erfolg gegen YouTube: Vorgestern wurde der Kanal ’neverforgetniki’ wegen angeblicher Hassrede rechtswidrig gelöscht. YouTube hat den Kanal jetzt vor Ablauf der von uns gesetzten Frist wiederhergestellt. Wir prüfen jetzt Schadensersatzansprüche”, so Steinhöfel.

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