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Technik

WISSEN: Rizin – Kampfstoff aus dem Garten

Redaktion

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Rizin gilt als eines der gefährlichsten Gifte weltweit. Bereits geringe Mengen können tödlich sein. Am Dienstag wurde in Köln ein Tunesier verhaftet, der im Verdacht steht, einen mit Rizin versetzten Sprengsatz herstellen zu wollen. 

Der Giftfund bei einem mutmaßlichen islamistischen Terroristen zeigt die aktuell hohe Gefährdungslage für Deutschland und Europa klar auf: Vorgestern – Die Tagesstimme berichtete – wurde bei einem Tunesier in Köln Rizin beschlagnahmt. Das kann mit leicht erhältlichen Mitteln aus dem Samen des Wunderbaums hergestellt werden und ist ein „potenziell biologischer Kampfstoff“.

Sehr wahrscheinlich“ Terroranschlag geplant

Der Tunesier hatte 1.000 Samen gekauft, dazu eine Kaffeemühle und auch dieser Tage schon Rizin produziert. Das hätte für bis zu 1.000 toxische Dosen gereicht. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen erklärte, der Mann habe „sehr wahrscheinlich“ einen Gift-Terroranschlag geplant. Angeblich gibt es einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat.

Rizin schädigt die inneren Organe wie Leber, Nieren, Darm und führt zu hohem Fieber und blutigem Durchfall. Wird das Gift in den Körper gespritzt, wirkt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts binnen 36 bis 48 Stunden tödlich. Rizin fällt sowohl unter die Biowaffenkonvention von 1972 als auch unter die Chemie-Waffenkonvention von 1997.

Versuche während der Weltkriege

Bereits im Ersten Weltkrieg untersuchten die USA, ob man Rizin als Waffe einsetzen könnte. Und auch später gab es militärische Versuche, das Gift im Kampf zu verwenden. Letztlich waren aber andere Stoffe wie Phosgen und später besonders Sarin im Einsatz wirkungsvoller und wirtschaftlicher.

Rizin lässt sich nur schwer als Aerosol verteilen und eignet sich eher für Anschläge auf Einzelpersonen. Der bekannteste Fall war hier das „Regenschirmattentat” in London. Der bulgarische Journalist und Dissident Georgi Markow wurde auf offener Straße ermordert – mit einem Regenschirm, dessen Spitze mit einer 1,52 Millimeter großen Kugel mit 40 Mikrogramm Rizin präpariert worden war. Markow starb wenige Tage später im Krankenhaus an einem Kreislaufversagen als Folge der Vergiftung.

Rizin und Terrorismus

Später erweckte das Gift vor allem bei Terroristen das Interesse. Einem Spiegel-Bericht vom 8. Jänner 2003 zufolge seien im Jahr 2001 in zerstörten Al-Qaida-Häusern in Kabul Spuren von Rizin entdeckt worden. Knapp ein Jahr später gaben die US-Behörden nach Angaben der New York Times bekannt, dass die islamistische Terrororganisation Ansar al-Islam mit Rizin und anderen Kampfstoffen im Nord-Irak experimentiert habe.

Am 9. Jänner 2003 meldete die deutsche Nachrichtenagentur dpa, dass in London kleinere Mengen Rizin sowie Ausrüstung zu seiner Herstellung gefunden worden waren. Sechs Algerier wurden damals festgenommen. Später gaben die britischen Behörden an, dass nur amateurhafte Anweisungen zur Herstellung, jedoch kein Rizin selbst gefunden worden sei.

Im August 2011 berichtete die New York Times , dass die US-Geheimdienste Erkenntnisse darüber hätten, dass der regionale Arm von Al-Qaida im Jemen offen über den Einsatz von Rizin gegen die USA diskutierte.

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Gesellschaft

Aktion scharf: Twitter sperrt zahlreiche rechte Accounts

Stefan Juritz

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Getroffen hat es u.a. das Profil des identitären Aktivisten und YouTubers Martin Sellner. Genaue Hintergründe zur Sperrwelle sind noch nicht bekannt.

Am heutigen Freitagnachmittag hat die Social-Media-Plattform Twitter reihenweise rechte Accounts gesperrt. Betroffen sind fast ausschließlich Profile der Identitären Bewegung (IB). Gesperrt wurden mehrere Landesgruppen (etwa Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien), aber auch Regionalgruppen sind auf Twitter nicht mehr erreichbar.

Martin Sellner gesperrt

Getroffen hat es zudem Österreichs Identitären-Chef Martin Sellner. Sein Profil mit fast 40.000 Followern wurde vorerst stillgelegt. Gegen die Sperre hat Sellner jedoch Einspruch erhoben, wie er in einem Telegram-Kanal bekannt gab.

Weiters wurden auch Clement Martin, Sprecher der französischen Identitären, sowie Patrick Lenart, ehemaliger Co-Leiter des Österreich-Ablegers, gesperrt.

Einschränkungen für Ein Prozent & Co

Nebenbei hat Twitter zudem die Profile des patriotischen Bürgernetzwerks Ein Prozent, der Plattform Gedenken 1683 und des Magazins Info-DIREKT vorübergehend eingeschränkt.

Facebook-Löschwelle vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren hatten bereits Facebook und Instagram sämtliche Seiten der Identitären Bewegung gelöscht (Die Tagesstimme berichtete).


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Gesellschaft

Nach 14 Jahren: YouTube sperrt rechten Blogger Molyneux

Julian Schernthaner

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Am Montagabend forderte der Kahlschlag gegen kritische Stimmen auf YouTube neuerdings ein prominentes Opfer: Diesmal betraf es den bekannten irisch-kanadischen Publizisten Stefan Molyneux.

San Bruno/Mississauga. – Seit 14 Jahren betrieb das ehemals rechts-libertäre Schwergewicht der patriotischen Szene im englischsprachigem Raum einen YouTube-Kanal. Dieser hatte zuletzt beinahe eine Million Abonnenten und konnte auf über 650 Millionen Aufrufe verweisen. Nun ist sein meinungsbildendes Format – nach Eigendefinition die „beliebteste Philosophie-Sendung im Internet” – erst einmal auf das Exil angewiesen. Auf seiner Homepage verweist er auf seine Kanäle in alternativen Plattformen.

Molyneux: „Koordinierter Schlag gegen Dissidenten”

Noch am Abend der Löschung teilte Molyneux eine Videobotschaft mit seinen etwa 450.000 Followern auf Twitter. Darin bezieht er Stellung zu den Vorfällen. YouTube unterstelle ihm die Beförderung von „Hass und Gewalt”. Diese Behauptung weist er von sich. Er habe immer für das Prinzip der Gewaltfreiheit eingestanden und den Austausch von Vernunft und Fakten als bevorzugte Methode zur Beilegung sozialer Dispute gesehen.

Er sieht andere Mechanismen greifen, neben ihm selbst habe es im Zeitraum von nur einer Stunde auch „viele weitere Dissidenten und anti-kommunistische Intellektuelle” getroffen – und zwar auf mehreren Plattformen. Dabei handle es sich seiner Einschätzung nach um einen „koordinierten Schlag” gegen lästige Stimmen: „Die Bücherverbrennung läuft gerade”. Das Ziel sei wohl die „Entfernung der rationalen Mitte”, welche für friedliche Lösungen auf die Probleme der Jetztzeit einstehe.

Weitere Löschungen

Und tatsächlich wurden zur  gleichen Zeit auch einige andere Kanäle von YouTube gelöscht. Betroffen waren unter anderem der führende Alt-Right-Aktivist Richard Spencer und dessen „National Policy Institute” sowie der Kanal „American Renaissance” von Jared Taylor.

Bereits im Februar hatte es mit Nick Fuentes einen jungen Kopf der „Dissident Right”, die sich vor allem auf paläokonservative Denker beruft, getroffen. Dabei suchen ihre Vertreter die Distanz sowohl zu republikanischen „Neocons” als auch zur „Alternative Right” – Die Tagesstimme berichtete.

Im deutschen Sprachraum legten sowohl Identitären-Chef Martin Sellner als auch der patriotische Vlogger Niklas „Neverforgetniki” Lotz im Vorjahr mit anwaltlicher Hilfe erfolgreiche Rechtsmittel gegen ihre Sperren ein.


Weiterlesen:

YouTube löscht Kanal des rechten Bloggers Nick Fuentes (17.02.2020)

Nach Löschung: YouTube-Kanal von Martin Sellner ist wieder online (29.08.2019)


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Technik

Rassismus-Debatte: Begriffe bei IT-Firmen künftig politisch korrekt

Monika Šimić

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Mit dem Argument, dass Sprache das Denken forme, wollen Kritiker Unternehmen dazu bewegen, bestimmte Begriffe nicht mehr zu verwenden.

Die aktuellen „Black-Lives-Matter”-Proteste führen dazu, dass Kritiker auch von der IT-Branche ein Umdenken fordern. Nicht zum ersten Mal gibt es etwa Kritik an den Begrifflichkeiten „Master” und „Slave”, die in der Programmiersprache bereits seit Jahrzehnten verwendet werden. Doch auch „Blacklist” und „Whitelist” seien problematisch. Einige Unternehmen haben sich deshalb bereits von solchen angeblich problematischen Begriffspaaren verabschiedet, andere wollen noch nachziehen.

Terminologie kollektiv aufgeben”

Kritiker sehen in den Begriffen, die nicht nur in der Programmiersprache, sondern auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Fotografie Verwendung finden, eine schmerzhafte Erinnerung an die Zeit der Sklaverei. „Sollte von einem afroamerikanischen Softwareentwickler verlangt werden, Code zu schreiben, in dem ein Master-Prozess Sklaven befehligt?”, fragt der Yale-Student Sinclair in einem Gastbeitrag für die Washington Post. Er forderte die Industrie dazu auf, „kollektiv die Master/Slave-Terminologie” aufzugeben. Die weit verbreitete Programmiersprache Python hat das bereits gemacht und verwendet die Begriffe „Master” und „Slave” seit 2018 nicht mehr.

„Blocklist” statt „Blacklist”

Auch die Entwickler des Chrome-Browsers wollen sich von bisher verwendeten Begrifflichkeiten verabschieden. In Zukunft wollen sie etwa auf die Begriffe „Blacklist” und „Whitelist” verzichten. Die Art, wie diese Begriffe genutzt werden, reproduziere rassistische Stereotype, so die Begründung der Entwickler. Denn in diesem Gegensatzpaar werde schwarz als negativ und weiß als positiv begriffen. Die Bezeichnungen sollen deshalb durch „Blocklist” und „Allowlist” ersetzt werden.

Zudem veröffentlichte Google schon im Oktober 2019 ein Dokument, das als Richtlinie für Programmcodes im Hinblick auf Inklusivität dienen soll und worin von der Verwendung bestimmter Termini explizit abgeraten wird. Den Entwicklern werden dabei auch andere Maßnahmen empfohlen, wie zum Beispiel der Verzicht auf eindeutig einem Geschlecht zugeordnete Begriffe und Pronomen.

Austausch ist schwieriges Unterfangen

Wie schnell diese Änderungen umgesetzt werden können, ist aber nicht so leicht zu beantworten. Denn dabei handelt es sich nicht um Details, sondern um ein großes Unterfangen. Es reicht im Normalfall nämlich nicht, entsprechende Ausdrücke einmalig zu entfernen. Denn oft sind diese in großen Projekten teils über unzählige Dateien verteilt. Zusätzlich hängen häufig auch andere Projekte von betroffenen Codes ab – auch bei diesen müssten dann entsprechenden Änderungen vorgenommen werden.

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