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Gesellschaft

Islamismus in Europa: „Nach dem Terror ist vor dem Terror”

Redaktion

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am

In westlichen Ländern treffen zurückkehrende IS-Kämpfer auf ein breites Radikalisierungspotenzial unter fundamentalistisch ausgerichteten Muslimen. Symbolbild: Jamie Kennedy via Wikimedia Commons [CC BY 2.0]

Europa hat es sich eingerichtet mit dem Terror. Der Fall von Köln – die Tagesstimme berichtete – zeigt wie alltäglich längst das Ungeheuerliche ist. Ein Tunesier mit mutmaßlichen Verbindungen zum Islamischen Staat hat den biologischen Kampfstoff Rizin zu Hause hergestellt. Die bereits vorhandene Menge dürfte für einen Massenmord mit 1.000 Toten gereicht haben.

Kommentar von Tusk

Da ein Messer, dort ein Fahrzeuganschlag. Dazwischen immer wieder die Meldungen, dass die Polizei Schlimmeres verhindert habe, indem ein Täter gestoppt worden sei, bevor er so weit war. Ungläubiges Staunen, leichtes Vergessen. Gut ist es gegangen, nichts ist passiert. Die verschobene Realität erweist sich mehr in der Veränderung im Sicherheitssektor als durch den Terror selbst.

Militarisierung“ der Sicherheitskräfte

Die massive Aufrüstung der Polizeien in allen europäische Staaten, ihre „Militarisierung“, orientiert sich an Großereignissen wie am 13. November 2015 in Paris. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit von Militär und Polizei, um potenziell die innere Sicherheit auch im Ernstfall aufrecht erhalten zu können. Für jene, die das zu lesen verstehen, ein mehr als deutlicher Hinweis darauf, an welchen Gewaltszenarien diese Aufrüstung orientiert ist. Mehr Anschläge, mehr Massenmord, ein drohender Zerfall der Gesellschaft.

Die kommende Revolution

Wenn Ruhe die erste Bürgerpflicht ist, ist Harmlosigkeit die zweite. Und so mag sich der Westeuropäer die drohenden Gefahren gar nicht gerne zusammendenken. Der syrische Bürgerkrieg findet ebenso vor der Haustüre statt wie eine sich in eine islamische Diktatur wandelnde Türkei. Der „islamistische Feind” wird trotzdem von den Meisten bisher als exotisches Ereignis wahrgenommen. Religiöse Fanatiker ohne Rationalität eben. Also nichts, worum sich die Moderne Sorgen machen müsste, schreitet die Geschichte doch stolz und aufgeklärt voran.

Islamismus als erfolgreiche Bewegung

Dabei übersehen die meisten Betrachter, dass es sich bei Islamismus und Dschihadismus um eine äußerst erfolgreiche Bewegung handelt. Und zwar selbst dann, wenn man sich nur den radikalsten Zweig anschaut, die Heiligen Krieger. Dann geht die Geschichte vom Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan in den 1980ern mit Zellen in allen arabischen Ländern weiter bis hin zur Attacke von 9/11. Mit der zündet ein weltweiter Stellvertreterkrieg, der den Nahen Osten umgestaltet.

Al-Kaida als führende globale islamistische Gruppierung verliert schließlich – auch durch den Verfolgungsdruck – den ersten Rang. Der noch radikalere Islamische Staat baut – jetzt auf halbem Weg von Afghanistan nach Europa – eine „befreite Zone“ auf, die tausende Freiwillige aus aller Welt anzieht. Und auch wenn sich die Nachrichten mit Erfolgsmeldungen über die Zurückdrängung der Terrormiliz in ihren Kerngebieten überschlagen: Das alles ist noch lange nicht vorbei.

Reorganisation des Islamischen Staats

Denn Thinktank Mena Watch urteilt über die aktuelle Entwicklung:

Der kometenhafte Aufstieg der Gruppe stellte eine Wegscheide in der Geschichte des sunnitischen Terrorismus in der Neuzeit dar. Auch wenn seine Streitkräfte ausgelöscht worden sein sollten, was keineswegs feststeht, wird deren Verlust seine Wirkung und seinen Einfluss auf seinen Millionen Anhänger und Sympathisanten nicht beseitigen.”

Experten zufolge erweise sich die Gruppe – so wie zuvor Al-Kaida – als „zählebig” und imstande, dem „massiven militärischen Druck” ihrer Feinde zu widerstehen. Alles deute derzeit darauf hin, dass sich der Islamische Staat unter dem Kommando seines Anführers Abu Bakr al-Baghdadi „aktiv reorganisiert”. Insbesondere sei die Führung des Islamischen Staats nun aktiv dabei, die langfristige Strategie der Gruppe darzulegen:

Ihr Kern scheint ein sorgfältig entworfener ideologischer Rahmen zu sein, der es der Gruppe gestatten würde, den Verlust ihrer territorialen Hochburgen im Nahen Osten zu überleben.“

Das Problem der „Heimkehrer”

Der „Islamische Staat” in Syrien und im Irak ist heute als territoriale Organisation so gut wie zerschlagen. Auch, weil hier unter Trump militärisch eine engagiertere Politik gefahren wird als unter seinem Vorgänger. Indes rätselt das grenzenlose Europa, was es mit „Heimkehrern“ des misslungenen religiösen Staatsexperiments machen soll. Alleine schon angesichts der Zähigkeit des syrischen Bürgerkriegs und seiner Verwerfungen muss man sich jedoch wundern, dass diese überhaupt „heimkehren“ dürfen, schafft es doch allerhand neue, alte Herausforderungen.

Die Zutaten sind alle da

Das schafft freilich auch Arbeitsplätze. Neben Polizei- und Militärjobs sind hier auch einige Jobs für Sozialpädagogen und Soziologen zu haben. Immerhin gibt es nun jede Menge Leute im Land, die man ja „entradikalisieren“ muss. Gleichzeitig gilt es, die Gesellschaft stabil zu halten und zu verhindern, dass eine zu offene Debatte über die künftige Rolle des Islams stattfindet, die jene verärgern könnte, die schon da sind. Man muss aber kein Hellseher sein, um den möglichen weiteren Lauf der Geschichte vorzuzeichnen.

Würde dieses neue Proletariat zornig, könnte es nicht nur in Massen die religiöse „Reinheit“ des Salafismus für sich entdecken. Sondern, es könnte den zunehmenden Zorn der zahlreich vorhandenen Unterprivilegierten in den Kampfwillen islamistischer Revolutionäre wandeln. Dazu will der Terror anstacheln. Die zu erwartende Erschütterung der Zivilgesellschaft – in sämtlichen Bedeutungen – nähme angesichts der schlagartig bedrohlicheren Umstände ihren unweigerlichen Lauf. Das Pulverfass für ein derart explosives Szenario wird gerade geliefert.

Nichts ist vorbei

Denn freilich können sich hier die modernen Massenmedien in der Berichterstattung zurückhalten, unter dem Vorwand, sie wollten das propagandistische Spiel der Islamisten nicht mitmachen. Allein, das Schweigen über Probleme hat diese in der Geschichte selten gelöst, meist waren sie nachher größer als zuvor. Denn eigentlich sollte jeder wissen: Nach dem Terror ist vor dem Terror. Nichts ist vorbei. Im Gegenteil. Das große Spiel hat gerade erst angefangen.

Antiterror-Razzia in Köln bei der Tagesstimme

Wissen: Rizin bei der Tagesstimme 

Dokumentation: 13. November bei der Tagesstimme

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Peter Lüdin

    18. Juni 2018 at 11:36

    Der englische Islam-Prediger Anjem Choudary hat bereits alles klar und deutlich gesagt:
    „Wir sind dabei, uns England zu nehmen. Die Moslems kommen. Jetzt bevölkern wir Birmingham. Brüssel ist zu 30 Prozent islamisch, Amsterdam zu 40 Prozent, Bradford zu 17 Prozent. Wir sind wie ein Tsunami, der über Europa hinwegfegt. Das ist erst der Anfang. Demokratie, Freiheit, Laizität sind bloß Ideen der Kuffar, die wir beseitigen müssen. Da gibt es Menschen, die das ganze Leben damit beschäftigt sind zu arbeiten. Sie arbeiten acht, neun Stunden und kommen um sieben Uhr abends nach Hause, schauen fern. Sie machen das 40 Jahre ihres Lebens so. Und wir lassen uns von ihnen aushalten.”

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Gesellschaft

Animal Crossing”: Für PETA ist das Nintendo-Spiel nicht vegan genug

Stefan Juritz

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Die Tierrechtsorganisation stört es, dass man in dem Nintendo-Spiel unter anderem Fische angelt und Insekten fängt. 

Das neue Nintendo-Videospiel „Animal Crossing: New Horizons” ist aktuell sehr beliebt und gilt eigentlich als äußerst kinderfreundlich. In der Inselaufbau-Simulation leben Menschen und Tiere eigentlich friedlich zusammen. Doch für die Tierschutzorganisation PETA ist das Spiel nicht vegan genug, weil man dort zum Beispiel Fische angeln und Insekten fangen kann. Aus diesem Grund hat PETA eine Anleitung veröffentlicht, wie man „Animal Crossing” richtig vegan spielt und keinen Tieren schadet.

Vegan leben auch im Videospiel

In dem veröffentlichten „PETA’s Vegan Guide to ‘Animal Crossing: New Horizons’” schreibt die Tierschutzorganisation etwa: „Fischen ist nicht vegan! Du solltest im wirklichen Leben nicht fischen, also solltest du das auch nicht im Spiel tun.” PETA kritisiert, das Spiel fördere missbräuchliches Verhalten gegenüber Fischen und Insekten, anstatt sie als „lebende, atmende und fühlende Individuen” zu betrachten. „Deine Insel sollte ein sicherer Ort für alle Tiere sein, egal ob groß oder klein”, heißt es in der Anleitung. Außerdem finden sich in dem „Guide” weitere Tipps, wie man sich als Veganer im Spiel gegenüber Tieren richtig verhält, was man essen und wie man sich kleiden sollte.

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Deutschland

Berlin: Auto von AfD-Politiker Frank-Christian Hansel angezündet

Joshua Hahn

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Die Polizei schließt eine Brandstiftung mit politischem Motiv nicht aus, der Staatsschutz ermittelt.

Berlin. – Wie die Polizei bestätigt, brannte in der Nacht zum Montag das Auto des Parlamentarischen Geschäftsführers der Abgeordnetenhaus-Fraktion der AfD Berlin, Frank-Christian Hansel, aus. Der AfD-Politiker sprach auf Twitter von einer „linken Gewaltorgie“ und kritisierte die restlichen Parteien für die fehlende Verurteilung solcher Taten: „Es ist die bürgerliche Mitte, die hier angegriffen wird.”

Serie von Brandanschlägen

Der Fall gliedert sich in eine Reihe von linksextremen Brandanschlägen gegen den politischen Gegner ein. So wurde erst am 10. März das Auto des Berliner Landesvorsitzenden Nicolaus Fest angezündet. Kurz zuvor wurde der Wagen des Vorsitzenden Chrupalla in Sachsen zerstört. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio, wurde ebenfalls Opfer einer Straftat: Mutmaßliche Linksextremisten schlugen zwei Fenster seiner Wohnung ein und beschmierten die Fassade unter anderem mit dem Spruch „Curio hat mitgeschossen“. Offenbar sollte damit ein Bezug zum Amoklauf von Hanau hergestellt werden. Nach der Tat wurde ein Bekennerschreiben auf einer linksextremen Plattform veröffentlicht. Der Fraktionsvorsitzende Georg Pazderski verurteilte die Straftaten scharf und erklärte: „Trotz Hetze und Gewalt lässt sich die AfD nicht einschüchtern“.

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Gesellschaft

Bürger protestieren gegen ORF-Berichterstattung über Ungarn

Julian Schernthaner

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Die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen ORF über die Corona-Maßnahmen in unserem Nachbarland Ungarn sorgt für Unmut bei so manchem Bürger.

Wien. – Die Darstellung in etablierten Medien, wonach Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán quasi das Parlament ausgeschalten habe, stößt offenbar nicht auf ungeteilte Zustimmung. Bereits in der Vorwoche wandte sich Andor Nagy, der ungarische Botschafter in Wien, mit einem offenen Brief an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz – Die Tagesstimme berichtete.

Kreativer Protest vor Ungarn-Botschaft und ORF

Paul W., ein Bürger aus dem Bundesland Salzburg, tat es ihm nun gleich und brachte seine eigenen Protest mit  Bildern zum Ausdruck. Der einstige Manager eines mittelständischen Unternehmens positionierte sich mit einem Schild vor der ungarischen Botschaft in der Wiener Bankgasse. Etwas später wiederholte er seinen Protest auch noch vor dem ORF-Zentrum am Küniglberg. Auf den Bildern steht in deutscher und ungarischer Sprache eine Solidaritätsbekundung mit dem Nachbarland.

Als Österreicher bitte ich Ministerpräsident Viktor Orbán um Verzeihung für die hetzende Berichterstattung des ORF gegen Ungarn und seine Regierung.”

Bei der Botschaft, so der Salzburger, habe man sich mit positivem Amusement über die Aktion gefreut. Die Nachfrage der Tagesstimme, ob er fürchte, aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen ins Visier der Behörden zu geraten, verneinte W. Seine Lebensgefährtin sei ungarische Staatsbürgerin, er habe in ihrer Vertretung ohnehin einen unaufschiebbaren Behördengang zu erledigen gehabt. Da habe er einfach das Praktische und das Nützliche miteinander verbunden, erklärte er.

Konservativer Arzt hinterfragt Anti-Ungarn-Sentiment

Aber auch Personen mit einem etwas größeren öffentlichen Bekanntheitsgrad äußerten sich in sozialen Medien ähnlich deutlich. Marcus Franz, bekannter Wiener Arzt, konservativer Kommentator und einstiger Nationalratsabgeordneter, hinterfragte die Motive der Debatte. Der Beitrag polarisierte und rief dutzende Antworten hervor. Beinahe tausend Leute gefiel der Beitrag, über 100 Nutzer retweeteten ihn.

Justizministerin begeisterte im ZIB-Interview

In der patriotischen Publizistik hatte die Debatte auch abseits des Botschafter-Briefs in der Vorwoche hohe Wellen geschlagen. Dabei sorgte insbesondere der Auftritt der ungarischen Justizministerin Judit Varga für Furore. Diese bot ZiB2-Anchor Armin Wolf unaufgeregt die Stirn. Als dieser fragte, weshalb Kritiker Ungarn einen diktatorischen Stil vorwärfen, konterte sie: Es handle sich dabei um den liberalen Mainstream, der schnell diejenigen marginalisiere, welche sich ihm nicht anschlössen.

Ungarn bringt Corona-Aktionsplan auf den Weg

Ungarn stellte unterdessen am Montag seinen Corona-Aktionsplan vor. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft, 2.000 Mrd. Forint (ca 6 Mrd. Euro) stehen für die Unterstützung von Unternehmen bereit, weitere 450 Mrd. Forint sollen in Investitionen für neue Arbeitsplätze fließen. Bei Kurzarbeitern will der Staat einen Teil der Löhne übernehmen. Auch Familien und Pensionisten sollen profitieren, letztere bekommen ab 2021 vier Jahre lang eine dreizehnte Pensionauszahlung.


Weiterlesen: 

Ungarns Botschafter kritisiert ORF-Berichterstattung über Orbán-Dekret (31.3.2020)

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