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Meinung

Tommy Robinson aus der Haft: „Islamkritik wird mich das Leben kosten”

Redaktion

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am

Facebook: Tommy Robinson

Tommy Robinson hat einen Brief an den Breitbart‐London-Redakteur Raheem Kassam geschrieben und sich u.a. bei Geert Wilders und Petr Bystron von der AfD bedankt, der ihm Asyl in Deutschland angeboten hatte. Wir veröffentlichen den Brief im Folgenden ungekürzt, um Robinson mit seinen persönlichen Ansichten zu Wort kommen zu lassen (Die Übersetzung stammt von Collin McMahon, die Überschriften von der Tagesstimme).

Brief von Tommy Robinson

Es ist Sonntag Abend, 10.6.2018. Die Nachricht der überwältigenden Demo gestern in London hat mich gerade erst erreicht. Bevor ich zum Positiven komme, erst mal die schlechten Nachrichten. Gestern habe ich einen Brief von meiner Frau erhalten:

Die Schule hat vor der Arbeit bei mir angerufen und gesagt, unserem Sohn Spencer geht es richtig schlecht. Er kommt nicht gut damit zurecht. Sein Freund Sam hat ihm gesagt, ‚Ich nehme mit meinem Vater an einem Fünf‐Kilometer‐Lauf teil’, und Spencer antwortete, ’Ich kann das mit meinem Vater nicht machen.’ Dann ist er in Tränen davongelaufen. Er weint sich in den Schlaf. Er schläft auf deinem Kissen ein und fragt mich 50 Mal am Tag, wann sein Papa wiederkommt. Ich kann es ihm nicht mal ungefähr sagen, weil sie dir noch keinen Entlassungstermin genannt haben! Ich sage ihm dann, es wird nicht lange sein, er muss tapfer sein, damit du stolz auf ihn bist. Gestern hat er mir gesagt, ’Ich mache jetzt auch etwas Böses, damit sie mich zu Papa einsperren, dann kann ich bei ihm sein’.“

Brief von Tommy Robinson. Quelle. Breitbart London

Ich war total fertig”

Ich will euch nichts vormachen: Dieser Brief hat mir das Herz gebrochen. Die JVA hat vor einer Woche die Telefonnummer meiner Frau aus der Liste entfernt, also habe ich nicht mit meinen Kindern sprechen können. Ich finde es schlimm, dass mein Sohn denkt, sein Papa muss etwas Böses getan haben, weil er im Gefängnis ist. Aber bevor ich hier im Selbstmitleid schwelge, sollte ich das im großen Ganzen sehen: Ich bin nur kurz von meiner Familie getrennt. Unsere tapferen Soldaten machen das ständig, deshalb bewundere ich ihre aktuellen und vorangegangenen Opfer so.

Mein Verfahren läuft noch, deshalb will ich nicht zu viel dazu sagen. Ich möchte aber etwas dazu sagen, wie viel ihr mir alle bedeutet habt. Ich war total fertig, als ich hier im Gefängnis gelandet bin. Was meine Familie jetzt durchmachen muss, hat mich fertiggemacht. Was mit denjenigen wird, mit denen ich in Kontakt war und die sich auf mich verlassen haben, hat mich fertiggemacht. Außerdem war ich überzeugt, dass ich diesmal im Gefängnis umgebracht werde.

Erschütternde Erkenntnis

Als ich die English Defence League angeführt habe, wurde ich 2012 zu zehn Monaten Haft verurteilt. 22 Wochen lang wurde ich zu meinem eigenen Schutz in Einzelhaft untergebracht. Meiner Meinung nach deswegen, weil die Regierung Angst vor Unruhen auf der Straße hatte, falls ich im Gefängnis umgebracht werde.

Als der Soldat Lee Rigby 2013 auf der Straße in London geköpft wurde, sah die Regierung, dass niemand deswegen einen Aufstand gemacht hat. 2014 wurde ich für 18 Monate eingesperrt. Ich wurde wortwörtlich den Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Ich musste mich mehrmals gegen gewalttätige Muslime wehren, die mich verprügeln wollten, und hatte Glück, mit dem Leben davonzukommen.

Die Regierung wusste nun, dass nichts passieren würde, falls man mich umbringt. Das war für mich eine erschütternde Erkenntnis, dass ich Freiwild war und nichts passieren würde, falls ich ermordet werde. Außerdem wurde mir klar, dass sich niemand um meine Familie kümmern würde, sie sich also selber um ihre Sicherheit und Stabilität kümmern mussten.

WIE VIEL HAT SICH NUN IN VIER JAHREN VERÄNDERT!

Weltweite Free‐Tommy‐Bewegung

In den ersten Tagen hier habe ich erfahren, dass tausende Menschen vor dem Sitz der Premierministerin in der 10 Downing Street demonstrierten, innerhalb von 24 Stunden nach meiner staatlichen Entführung. Man sagte mir, ‚Deine Petition hat 100.000 Unterstützer’, dann 300.000, dann eine halbe Million. Man sagte mir, dass sie den Zaun vor der Downing Street gestürmt hatten. Ich hab gedacht, die Leute haben etwas falsch verstanden, dass sie unsere Demonstrationen am ‚Day for Freedom’ damit verwechselt haben. Es war mir nicht klar, dass es da draußen eine weltweite FREE‐TOMMY-Bewegung gab.

Die ersten Tage im Gefängnis war ich in Gefahr, weil ich mit muslimischen Gefangenen untergebracht war. Dann hat sich etwas geändert. Ich wurde aus meiner Zelle geholt und separat in Sicherheit untergebracht, vermutlich deswegen, weil Lord Pearson dem Innenminister mit Konsequenzen gedroht hat, falls mir etwas zustößt. Ich glaube, er hat mir wirklich das Leben gerettet.

Dann habe ich erfahren, dass es weltweit Proteste gab, dass Politiker, Polizisten und Anwälte sich für mich ausgesprochen hatten. So viele Menschen, die sich jahrelang nicht aus der Deckung gewagt hatten, machten plötzlich den Mund auf. Es ist unglaublich zu hören, dass dieses Wochenende 20 bis 30.000 Menschen nach London gekommen sind, um sich mit mir zu solidarisieren. Diese öffentliche Solidarität hat mich echt umgehauen. Ich fühle mich wirklich geliebt! Geliebt und geschätzt. Ich bekomme jeden Tag einen Sack Post und E‐Mails. Ich lese alle. Ich bin so dankbar, ich möchte jedem Einzelnen danken, der mich unterstützt hat.

Ich weiß, wie schwierig es ist, seine Stimme zu erheben. Es ist mit klar, dass viele mit Repressalien im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz rechnen müssen, und bin überaus dankbar für jeden, der Haltung zeigt.

Es wird ein Wendepunkt kommen”

Die Meinungsfreiheit wird ausgehöhlt, wenn soziale Konsequenzen drohen. Ich bin jetzt aber froh – froh, dass dieses Urteil des Establishments nach hinten losgegangen ist. Froh, dass die öffentliche Reaktion ihnen gezeigt hat, dass es Konsequenzen haben wird, wenn ich im Gefängnis umgebracht werde.

Ich habe schon lange gesagt: Es wird irgendwann ein Wendepunkt kommen, an dem unsere Nation eine Umkehr erleben wird. Niemand weiß, wann.

Ich denke viel und eingehend darüber nach und bin mittlerweile überzeugt, dass meine Opposition gegen den Islam mir das Leben kosten wird. Das ist ein erschreckender Gedanke. Aber nicht so erschreckend wie die Gleichgültigkeit. Jetzt sitze ich hier und kann lächeln, weil ich mir sicher bin, dass mein Tod eine Revolution auslösen würde. Ich kann hier stehen und laut lachen. Das klingt vielleicht verrückt. Aber das zu wissen, tut so gut.

Ich habe immer wieder gesagt, ich würde morgen mein Leben opfern, wenn es die islamische Eroberung unserer wunderschönen Heimat beenden könnte. Unser Kampf ist kein einfacher, wie gegen einen anderen Menschen aus Fleisch und Blut. Wir kämpfen gegen ein ganzes System! Ein korruptes System.

Dank an die Unterstützer

Wenn man hier drin sitzt, hat man viel Zeit nachzudenken. Wir können nicht mehr die Außenseiter sein, die das alles von außen betrachten. Wir müssen unsere Stimmen erheben und in die Politik gehen. Ich habe so viele Pläne, wenn ich jemals wieder rauskomme. Ich war begeistert, dass Geert Wilders nach London gekommen ist, um dort zu sprechen. Geert war mein Vorbild, als ich als Aktivist angefangen habe. Als er beschlossen hat, seine Stimme gegen den Islam zu erheben, hat das sein ganzes Leben verändert.

Ich kann gar nicht allen danken, aber Alex Jones bei InfoWars war einer der lautesten Rufer nach meiner Freiheit. Ich liebe ihn, er ist zum totlachen. Gerard Batten von der UKIP, Lord Pearson, Raheem Kassam, Ezra Levant, Katie Hopkins, mein Cousin Kevin Carroll, der sich mitten in die Demo geworfen hat, und Danny, der sie organisiert hat. DONALD TRUMP JUNIOR, der für mich getweetet hat. Das allein wären mir sechs Monate Knast wert gewesen.

Ich könnte die Liste ewig fortsetzen. Sobald ich frei bin werde ich mich ordentlich bei allen bedanken. Vor allem möchte ich meiner Frau danken! Als ich sie endlich am Telefon erreicht hatte, habe ich sie gefragt: „Na, hast du schon die Schnauze voll?” Haha. Ich bin kein Vorzeige‐Ehemann gewesen. Sie war jedoch immer die perfekte Ehefrau und eine fantastische Mutter. Ohne meine Familie hätte ich das alles nicht geschafft. Also, Jenna, falls du diesen Brief im Netz liest, musst du wissen: ICH LIEBE UND VERMISSE DICH.

Meine Kumpels werden mich für dieses schnulzige Zeug fertigmachen, haha.

Neues Buch angekündigt

Viele Menschen sagen mir, dass ich ihnen Hoffnung gebe. Ich möchte euch heute sagen, dass ihr mir alle Hoffnung gegeben habt, ob ihr nun meine Familie unterstützt habt, die Anwaltskosten mitbezahlt habt oder einfach Videos und Tweets geteilt habt. Das war ein unbezahlbares Gefühl für mich.

Bitte entschuldigt meine Handschrift. Meine Hand macht das nicht mehr lange mit. Ich nutze meine Zeit im Gefängnis, um mein nächstes Buch zu skizzieren. Der Arbeitstitel lautet: „Die Schlacht um England”. Das wird die Fortsetzung und Aktualisierung von „Staatsfeind Nr. 1” (Robinsons erste Biografie, Anm. Die Tagesstimme).

Ich möchte also auch Ihrer Hoheit, der Königin, danken, dass sie mir die Zeit gegeben hat, in Ruhe an meinem Buch zu arbeiten. Es ist toll zu wissen, dass weitere Demos bis zu meiner Freilassung geplant sind. Schön zu wissen, dass man mich nicht vergessen hat und es ihnen nicht gelingen wird, mich mundtot zu machen.

Es ist jetzt Montag Abend und ich habe gerade LOVE ISLAND gesehen, haha. Die Telefonnummer meiner Frau war wieder im System, also habe ich heute mit meinen Kindern sprechen können, deshalb bin ich entspannter und weniger gestresst. Meine Kinder können mich bald besuchen kommen.

Vielen Dank an euch alle für eure Unterstützung. Euer Aufschrei und eure Reaktion haben mir das Leben gerettet. Ihr müsst wirklich wissen, wie dankbar und ergriffen ich bin. Ich hoffe, dass Lord Pearson und Gerard Batten mich bald besuchen kommen. Wenn sie das lesen, sollen sie Geert Wilders fragen, ob er mitkommt. Ich habe Berufung das Urteil und das Strafmaß eingelegt sowie Kaution beantragt.

Ach ja, danke an Pauline Hanson und danke an die AfD, die mir in Deutschland Asyl angeboten haben.

Das Establishment hat gedacht, wenn sie mich einsperren, wäre die Geschichte aus. Stattdessen haben die Bürger das Buch wieder aufgeschlagen und ein neues Kapitel begonnen. Ich liebe euch und danke euch allen. Mama und Papa, tut mir Leid, dass ich euch so viel Sorgen mache, haha. Danke an die freie Welt.

Es ist jetzt Dienstag. Ich werde verlegt, also können meine Kinder mich doch nicht besuchen kommen.

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1 Kommentar

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  1. Avatar

    Cb100

    21. Juni 2018 at 6:24

    Danke für die Übersetzung. Es war ein Brief VOR seiner Verlegung in ein hauptsächlich mit Muslimen belegtes Gefängnis. Nun trommeln die Mitgefangenen und rufen Todesdrohungen.
    #freetommy

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Meinung

Kolumne: Diese 10+ Dinge taten bereits unsere Großeltern für die Umwelt

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Vierkanthof im Mostviertel als Zeichen der Regionalität): Calauer via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Wenn heute Klima‐ und Umweltdemonstrationen einen verantwortlicheren Umgang mit unseren Naturräumen und Ressourcen fordern, ist dies vollkommen richtig. In Wirklichkeit müssten wir uns aber in vielen Fällen für eine alltagsökologische Anleitung einfach auf alte Werte besinnen.

Kommentar von Julian Schernthaner.

Das Narrativ ist simpel: Die Jugend, welche gegen die Alten aufbegehrt, welche durch ihre Verschwendungssucht den Planeten an den Rand einer Katastrophe brachte. Allerdings greift dies weitaus zu kurz. Denn viele von uns müssen gar nicht einmal zwei Generationen zurückdenken, um eine weniger konsumträchtige Gesellschaft zu erinnern, sondern einfach in die eigene Kindheit. Und nein, ich habe die zahllosen Stellschrauben nicht abgezählt.

Unnötiger Plastikmüll als recht neuartiges Unding

Wenn wir an unsere Kindheit denken, erscheint vor unserem inneren Auge dieses unweigerlich väterliche Bild eines Mannes, der keuchend einen schweren Wasserkasten in den vierten Stock ohne Lift trägt. Fünf Minuten später kommt wiederholt er diese Tour mit einem Fruchtsaft, zuletzt mit der Milchration für die Woche. Waren die Flaschen leer, gingen sie zurück, wurden gewaschen und neu befüllt. Den Weg ins Fitnessstudio sparte man sich damit gleich mit.

Auch stand im Geschäft niemand vor einem Gemüseregal mit der Qual der Wahl, eine Biogurke aus Spanien in Plastik oder eine unverpackte, herkömmliche, heimische zu nehmen. Man kaufte das Obst und Gemüse meist frisch, es war ohnehin regional und saisonal. Und zwar beim Greisler im Ort und nicht im Einkaufstempel zehn Kilometer weiter. Und weil der sanfte Geruch der Landwirtschaft sauberen Anbau versprach, war auch Bio oft kein ernsthaftes Thema – wozu auch?

Geländewägen im Stadtverkehr sind unsinnig

Möglicherweise romantisiere ich dieses Bild etwas überschwänglich, um einen Punkt zu unterstreichen. Viel eindeutiger wird es aber bei der allgegenwärtigen Frage der Mobilität. Denn wo heute auch Hausfrauen einen alle zwei Jahre auf Pump erneuerten halben Geländewagen durch die vollkommen flache Stadt zum einkaufen steuern, begnügten sie sich noch vor zwanzig Jahren mit einem Gebrauchtwagen mit 3 Liter Spritverbrauch.

Mein Opa leistete sich überhaupt den Luxus, seinen Führerschein erst mit fünfzig Jahren zu machen. Freilich als Stadtmensch – aber immerhin als Chefredakteur eines Lokalblattes, zeitweiser Pressesprecher eines namhaften Politikers und Vater von sechs durchaus aufgeweckten Kindern. Zum Urlaub schlüpften alle in ein Zugabteil, dennoch kam niemand zu kurz. Heute diskutieren wir plötzlich über Billigflugreisen, die damals die Geldbörse nicht nur eines durchschnittlichen Arbeiters sprengten.

Sparsamkeit muss kein Nachteil sein

Wie schnell uns die Annehmlichkeiten eigentlich über den Kopf wuchsen, fiel mir erstmals auf, als ich einst in der Stube des Altbürgermeister des großelterlichen Dorfes saß. Selbst Bauer, kannte er jeden einzelnen Flurnamen weit und breit. Auf die Frage, woher dieser breite Fundus stammte, sagte er salopp: „Mei, mia sein friaga halt ab und zua a stundenweis’ z Fuaß gangen…”

Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir, wie weit wir uns in der Zwischenzeit vom Menschenverstand entfernten. Früher trugen Kinder ein Hemd, welches bereits der große Bruder hatte, ohne am Spielplatz dafür vermöbelt zu werden. Rechnen konnte man im Kopf, und wenn man sich verfahren hatte, befragte man Einheimische oder eine Straßenkarte. Eine einzelne Steckdose für die Leselampe reichte oft.

Fortschrittsgedanken nicht verabsolutieren

Nicht falsch verstehen: Keinesfalls verlange ich, dass wir alle unsere Smartphones in den Müll werfen und fortan unsere Wäsche mit dem Waschbrett waschen. Fortschritt kann sinnvoll sein und dem Menschen das Leben erleichtern. Aber er ist keine heilige Kuh – und macht auch nicht zwangsläufig glücklich. Wen wollen wir damit überhaupt beeindrucken?

Ewiges Wachstum ist nicht der Weisheit letzter Schluss – aber eben die sine qua non einer konsumistischen, hedonistischen, globalisierten Welt, die Menschen primär als Ressourcen versteht. Aber selbst dem wirtschaftsliberalsten Konservativen mit Herz für die Heimat sollte bewusst sein: Mit der Zerstörung von Naturräumen geht auch immer die Zerstörung von Kulturräumen einher.

Jugend nicht der globalistischen Linken überlassen

Und genau deshalb ist es töricht, junge Menschen, welche diese seligen Zeiten unserer eigenen Kindheit nicht mehr kannten als „Klimadeppen” zu beschimpfen. Denn oft sind sie ein einigermaßen unbeschriebenes Blatt mit dem Willen eine bessere Welt zu schaffen. Und zweifelsohne könnte man ihnen eine solche gewisse Rückbesinnung auch glaubwürdig vermitteln.

Wahrscheinlich könnte man ihnen über den ‚Umweg’ der Nachhaltigkeit und der Regionalität auch ein Engagement für die Heimat schmackhaft machen. Stattdessen überlässt man sie jenen, welche dem Thema als ‚globales Problem’ einen weltenbürgerlichen Vibe mitgeben – und gleichzeitig dennoch einen urbanen, konsumistischen Lebensstil pflegen.

Gestärkte Regionen sorgen für gesunde Umwelt

Denn so viel ist klar: Viele Linke verachten den ländlichen Raum außer als bourgeoisen Familienrückzugsort. Ihre Urlaubsreisen frönen ihrem Fernweh und Weltbürgertum. Das hinterlässt weitaus größere ökologische Fußabdrücke als ein Landjunge, der wie dazumal seine Tischlerlehre beim väterlichen Freund im Dorf macht und im Sommer mit der Freundin auf die Almhütte abhaut. Eine Spritztour am Freitag macht ihn nicht zum Umweltsünder.

Auch zu Ende gefahrener Altwagen wird stets schadstoffärmer sein als die Massenproduktion nagelneuer Elektroautos. Ein Kauf beim örtlichen Fachhandel stärkt die Region, schafft damit Arbeitsplätze und spart neuerdings Pendel‐ und Einkaufswege. Tausende Kilometer jährlich würden wegfallen – und den Grünen die Grundlage für Verbotsargumente.

Heimatliebe als Antrieb für Engagement

Und trotzdem finden sich auch in kleinen Städten hunderte Schüler jeden Freitag zu Protesten ein. Das sind in den allermeisten Fällen keine linksideologisierten Dreikäsehochs, welche eine Welt mit offenen Grenzen und grenzenlosem, aber „bewusstem” Konsum wollen. Viel öfter wollen sie einfach, dass die an der Mutterhand liebgewonnene Natur vor ihrer Tür nicht vor die Hunde geht. .

Diese gilt es abzuholen und für regionale und nationale Nachhaltigkeit zu gewinnen. Der heute oft von Greisen gesäumte örtliche Bauernmarkt kann dafür genauso ‚hip’ werden wie der Bioladen in der City. Wer den Wert seiner unmittelbaren Heimat kennt, schätzt eine gesunde Welt ohnehin. Und von da ist es auch zum Verständnis nicht mehr weit, dass nur souveräne Nationalstaaten in der Lage sind, effektive Zukunftsökologie zu fahren um als Vorbild zu dienen für Staaten, in denen der Hausmüll einfach im Fluss landet.


Mehr zum Thema ‚Konservativer Umweltschutz’:

Recherche Dresden: 7 Thesen für eine konservativ‐ökologische Wende (8.6.2019)

Norbert Hofer: Klima‐ und Umweltschutz werden FPÖ‐Schwerpunkte (5.6.2019)

Kolumne: Patrioten müssen sich Umweltthema von Linken zurückholen (1.6.2019)

Berlin: Junge Alternative will Umweltschutz ins AfD‐Programm aufnehmen (28.5.2019)

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Kultur

Kommentar: Rammstein provozieren, Rammstein regen auf…

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Rammstein bei einem Konzert im französischen Nîmes vor zwei Jahren / Julien Damelet [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Rammstein ist eine der bekanntesten, wenn nicht sogar die bekannteste und erfolgreichste Band im deutschsprachigen Raum, die dem Genre „Neue Deutsche Härte” zuzuordnen ist. Bereits seit 25 Jahren schafft es die Gruppe mit ihren Texten und Auftritten zu provozieren, aufzuregen und zu begeistern. Im Rahmen ihrer aktuellen Europa‐Tournee ließen Rammstein einen Fan offenbar mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück. Der Grund: die beim Konzert gesungenen Worte „Deutschland, Deutschland über allen”. Gleich vorweg – besagter Fan bin nicht ich.

Kommentar von Monika Šimić

Groß war die Aufregung, als Rammstein nach zehn Jahren Pause ihr neuestes Album veröffentlichten. Das neue, unbetitelte Album, das etwa mit Titeln wie „Deutschland”, „Ausländer” oder „Sex” aufwartet, war für viele ein Garant für Provokation. Dass Rammstein aber immer schon provozieren, sollte bekannt sein. Und obwohl sich die Gruppe mit „Deutschland” politisch eindeutiger als jemals zuvor äußerten, sorgte das Lied mit dem dazugehörigen Musikvideo für Kritik und Aufregung. An dieser Stelle empfehle ich jedem Leser, sich selbst ein Bild von dem „Skandal‐Lied” zu machen, ohne hier näher darauf eingehen zu wollen (das Video kann man sich hier zu Gemüte führen).

Deutschland, Deutschland über allen”

Auf der aktuellen Stadion‐Tour durch Europa darf der Song „Deutschland“ im Repertoire freilich nicht fehlen. Und so gaben Rammstein das Lied auch am vergangenen Wochenende im Münchner Olympiastadion vor mehr als 70.000 Fans zum Besten. Während das Konzert, wie ich zu behaupten wage, für den Großteil ein Augen‐ und Ohrenschmaus war, äußerte zumindest ein Fan auf Twitter ihre Bedenken ob der von Rammstein und dem Publikum gesungenen Worte „Deutschland, Deutschland über allen” gepaart mit einer angeblichen „Gruppendynamik”.

Abgesehen von dieser individuellen Erfahrung war die Stimmung bei den restlichen Fans im und rund ums Stadion – auch am nahegelegenen Olympiaberg machten Besucher es sich gemütlich – überaus euphorisch. Mit Begeisterung lauschten Zehntausende Besucher zunächst dem Duo Jatekok, das das Rammstein‐Album „Klavier” vierhändig auf dem Piano spielten. Anschließend folgten Rammstein, die die Menge mit einer ausgewogenen Mischung aus bekannten und neuen Liedern begeisterten.

Phänomen Rammstein

Trotzdem sind Rammstein eine zutiefst missverstandene Gruppe. Sie sahen sich, vor allem in der Vergangenheit, häufig mit dem Nazi‐Vorwurf konfrontiert – unberechtigterweise. Immer wieder musste man sich distanzieren. Und dabei ist die Gruppe einfach ein Phänomen unserer Zeit, in der es gilt, sich mittels provokanter Ästhetik und Texte in Szene zu setzen, um alle möglichen Sinne zu reizen. Wer das nicht versteht, muss das Konzept hinter Rammstein noch einmal genauer betrachten. Erst kürzlich verteidigte Eiskunstlauf‐Legende Katarina Witt Rammstein, die regelmäßig und weltweit ganze Stadien füllen, gegen Kritiker. „Wer sich wirklich inhaltlich, nicht bloß oberflächlich, mit ihnen beschäftigt, wird schnell merken, dass sie nicht in die rechte Ecke gehören, in die man sie hineindrückt”. Für sie sei die Musik von Rammstein „hohe Kunst, nicht einfach ein krachendes Konzert, sondern eine riesige Theaterinszenierung”.

Fesselnde Worte

Das Vermischen von Kunst und Politik ist ohnehin zu vermeiden. Musik sollte um der Musik Willen gehört werden, und nicht, weil einem die politische Ausrichtung eines Künstlers gefällt. Fakt ist, dass die Texte von Rammstein durch Lindemanns poetische Ader stets zu etwas Besonderem werden, wodurch er es auch schafft, stellenweise bizarr anmutende Texte erfolgreich an den Fan zu bringen. Lindemann versteht es wie kein anderer die Schönheit und den Reichtum der deutschen Sprache aufzuzeigen. Das beweist der Rammstein-Frontmann nicht nur mit seinen Liedtexten, sondern auch mit seinen Gedichten. Als Rammstein beim München‐Konzert am Samstag eines der ruhigeren, älteren Lieder („Ohne Dich”) anstimmten, bescherten sie ihren Fans wohl den schönsten Moment. Mit der aktuellen Tour durch Europa, die Ende August mit zwei ausverkauften Konzerten im Wiener Ernst‐Happel‐Stadion enden wird, geht der Erfolg der deutschen Gruppe – hoffentlich noch lange – weiter.

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Meinung

Recherche Dresden: 7 Thesen für eine konservativ‐ökologische Wende

Redaktion

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ASDF Symbolbild (CC0)

Heimatschutz bedeutet auch Umweltschutz. Das wussten große konservative Denker, beispielsweise aus der Lebensreformbewegung, lange bevor es die Grünen gab. Kritik an der modernen Technik‐, Fortschritts‐ und Wachstumshybris, die die Natur zerstört, ist Kernstück konservativen Denkens seit 200 Jahren. Die Wurzeln der Ökologie liegen rechts.

Ein Beitrag von Recherche Dresden

Die patriotische Opposition muss sich daher beim Thema Umweltpolitik nicht verstecken. Im Gegenteil: Die Abkehr von Fortschrittsideologien und der Kampf gegen Überbevölkerung ermöglichen eine tiefgreifende Regeneration der Natur – und des Menschen. Anders als kontraproduktive grüne Fahrverbotszonen oder landschaftszerstörende Windräder geht eine konservative Ökologie an die Ursachen der Krise.

Recherche D wird im November (Heft 7) einen Schwerpunkt zum Komplex »Ökonomie & Ökologie« setzen. Vorab stellen wir sieben Thesen für eine konservativ‐ökologische Wende zur Diskussion:

1. »Die Überbevölkerung ist die Mutter aller Umweltprobleme.«

Die Weltbevölkerung steuert im 22. Jahrhundert auf zwölf Milliarden Menschen zu. Gegen den gigantischen Anstieg der Energienachfrage sind daher die erneuerbaren Energien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hunderte Millionen neuer Fleischesser, Hygieneartikelnutzer, Autofahrer und Smartphonebesitzer wird das Ökosystem kaum verkraften können. Die Weltbevölkerung muss folglich auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert werden – andernfalls droht ein irreversibler Öko‐Kollaps.

2. »Atomenergie mit innovativer Endlagerung ist eine Zukunftsoption.«

 Atomkraftwerke emittieren keine Schadstoffe. Sie liefern unabhängig von Wind und Wetter saubere Energie – eine Grundbedingung für jeden IT– und Industriestandort. Auch die Endlagerung von radioaktiven Stoffen macht Fortschritte. Zahlreiche Länder forschen an der sogenannten Transmutationstechnik, die die radioaktive Halbwertszeit von Abfällen signifikant verkürzt. Deutschland sollte diese neuen Potentiale ausmessen, satt voreilig das Handtuch zu werfen.

3. »Wir müssen das Wachstumsparadigma hinter uns lassen.«

Die Einrichtung von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat unter der Prämisse des unendlichen Wachstums ist ein schwerwiegender Konstruktionsfehler. Das permanente Wettrennen mit uns selbst ist ein Irrweg. Die Ressourcen und die Regenerationskapazitäten der Erde sind begrenzt: Wir leben über unsere Verhältnisse. Das ist nichts Neues, muss aber endlich ins Bewusstsein gelangen. Entschleunigung, Mäßigung und Konsolidierung stehen für einen konservativen Mentalitätswandel.

4. »Die Billigkonsum‐ und Überflussgesellschaft ist nicht zukunftsfähig.«

Aufreißen, Ausschlürfen, Wegwerfen; und die Amazon‐Bestellung geht wieder retour: Wir leben im Überfluss. Deutsche produzieren mittlerweile über 240 Kilogramm Müll pro Jahr. Absurde Konsummöglichkeiten machen nicht glücklich, sondern heben nur den Sockel der Erwartungen – und der Abhängigkeiten. In den Ozeanen kreisen die Müllstrudel und im Inneren des Menschen die Leere, nachdem sich der Rausch des Konsums verflüchtigt hat. Für den Konservativen ist der Mensch stets mehr als nur ein »Verbraucher«: Das billige Lüstchen verfängt nicht, wo der Lebensantrieb aus immateriellen Quellen schöpft.

5. »Wir brauchen eine Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen.«

Um ein paar Cent zu sparen, werden Kartoffeln aus Spanien oder Milch aus Lettland angekarrt. Das ist nicht nur überflüssig, denn unsere heimische Wirtschaft produziert diese Waren, sondern vor allem umweltschädlich. Regionalwährungen, wie z.B. der »Chiemgauer« in den Bayrischen Landkreisen Rosenheim und Traunstein, können regionale Wirtschaftskreisläufe stärken. Der Kauf regionaler Produkte ist ein patriotischer Akt.

6. »Weniger Mobilität schützt die Umwelt.«

Globalisten fordern häufig mehr Mobilität für noch mehr Menschen. Aber das ist ökonomisch unsinnig und ökologisch verhängnisvoll. Im Zeitalter der Digitalisierung kommt es auf »kurze Wege« an. Lange Pendelstrecken sind ineffizient, kosten Zeit, Geld und Energie. Die permanente Flexibilisierung und Mobilisierung von Menschen geht vor allem zu Lasten der Umwelt. Etwa 40 Millionen Passagierflüge umschwirren jährlich den Erdball – Tendenz steigend. Schon für 19 Euro geht es an die türkische Riviera. Hier braucht es eine Kehrtwende. Denn: Lässt sich der Ort wie eine Postkartenkulisse beliebig wechseln, geht das Verantwortungsgefühl verloren. Niemand ist mehr verpflichtet, weil alle immer ausweichen können. Totale Mobilität schadet daher nicht nur der Umwelt. Die Entortung und der Verlust der Heimat schaden letztlich dem Menschen.

7. »Sichere Grenzen sind die beste Umweltpolitik.«

Laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wächst Afrika wöchentlich um 1,2 Millionen Menschen. Was die Bundesrepublik seit Herbst 2015 an Migranten aufgenommen hat, ist dort innerhalb von zehn Tagen nachgeboren. Solange Afrika seinen Menschenüberschuss nach außen ableiten kann, ist ein Ende der Bevölkerungsexplosion nicht zu erwarten. Versiegen die Migrationsrouten – insbesondere nach Europa – werden die afrikanischen Staaten über kurz oder lang zur Anpassung gezwungen. Zudem würde die weitere Auffüllung von ohnehin dicht besiedelten europäischen Gebieten gestoppt, in denen der „ökologische Fußabdruck“ (Rolf Peter Sieferle) eines Menschen ungleich höher ist als in Afrika.

Anmerkung der TS‐Redaktion: Der Beitrag wurde ursprünglich auf dem Online‐Blog von Recherche Dresden veröffentlicht.

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