Österreich Politik

Graz: Wirbel um angeblichen grünen Hitler‐Vergleich zu Strache‐Salvini‐Treffen

Die grüne Stadträtin sorgte mit einem umtrittenen Twitter-Äußerung für einigen Unmut. Bild Graz: Pexels [CC0] // Bild Tweet: Screenshot Twitter // Bild Wirnsberger: Tina Wirnsberger / Stadt Graz / © Pachernegg // Collage: Die Tagesstimme

Ein Tweet der Grazer Stadträtin Tina Wirnsberger (Grüne) führte zu Diskussionen über die Zulässigkeit historisch belastender Vergleiche zur Illustration gegenwärtiger politischer Themenkomplexe. 

Die Spitzenkandidatin der Grazer Grünen zur letztjährigen Gemeinderatswahl sorgte auf Twitter mit einer umstrittenen Äußerung für teils heftige Kritik. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Wortwahl ergab sich für manche Mitlesende der Anschein, dass die Politikerin in ihrem Foto‐Tweet den österreichischen Vizekanzler Heinz‐Christian Strache (FPÖ) mit Adolf Hitler vergleichen wollte. Die Politikerin dementierte die unterstellten Absichten.

Auslöser: Strache‐Bilder mit Salvini

Stein des Anstoßes: Vor einigen Tagen kam es zu einem Treffen Straches mit dem neuen italienischen Vizepremier und Innenminister Matteo Salvini (Lega). Dabei waren auch die Herausforderungen der Migrationsthematik ein wichtiger Gesichtspunkt der Zusammenkunft. Anlässlich des Empfangs am Vorabend der Gespräche fertigte der FP‐Chef dabei gemeinsamen Bilder an. Ein besonders freundschaftlich anmutendes Foto teilte der heimische Vizekanzler anschließend in sozialen Medien. Der patriotische Politiker gab dabei zu Protokoll, dass er sich auf „konstruktive und spannende Gespräche” freue.

Umstrittener Wirnsberger‐Tweet

Für Wirnsberger gab diese Darstellung eine schiefe Optik ab, ihre Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Sie sprach deshalb  bereits am Dienstag von einer „Rassistenfreundschaft”. Schon in der Woche davor äußerte sie sich kritisch über die Ankündigungen von Bundeskanzler Sebastian Kurz, in der Migrationsfrage eine „Achse der Willigen” unter Einbindung von Berlin und Rom bilden zu wollen.

Am Mittwoch legte die Stadtpolitikerin schließlich nach. Sie teilte das Fotodokument eines Hitler‐Mussolini‐Treffens und griff dabei auch das Wording des Vizekanzlers zu seinen Bildern am Vorabend auf:

Von einem Kommentator auf den vermeintlichen Vergleich mit den beiden Diktatoren angesprochen, entgegnete sie jedoch, dass sie keinen solchen habe anstellen wollen. Sie fände es allerdings „interessant”, dass Mitlesende „offenbar Parallelen” zu zeitgenössischen Figuren erkennen wollten.

Gemischte Reaktionen

Auch sonst ergaben sich gemischte Reaktionen der Twitter‐Gemeinde auf die Wortmeldung der Grazer Stadträtin. Einige Kommentatoren nahmen den Denkanstoß wohlwollend auf und warnten etwa vor einem vermeintlichen „modernen” Faschismus und davor, dass sich ihrer Ansicht nach „die Geschichte wiederholen” könnte, wenn man als „Gesellschaft nicht aufpassen” würde.

Der patriotische Blogger Friedrich Langberg wiederum setzte auf Angriff als beste Verteidigung und konfrontierte Wirnsberger mit einem Gegenvergleich. Aber auch politisch neutrale Kommentatoren stießen sich an der vermuteten Bewertung der Grünen‐Politikerin. Diese sei „noch deplatzierter” als die „Honeymoon‐Bilder” der beiden Rechtspolitiker:

Kommentar hinzufügen

Hier Klicken, um zu kommentieren

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen