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Kultur

Bierauszug: Traditioneller Sommerabschied der Leobener Studenten

Tino Taffanek

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am

Alljährlich führt ein Festzug die Studenten der Montanuniversität Leoben durch die Stadt. Sie nehmen Abschied von der Universität und werden von Rektor und Bürgermeister in die Ferien verabschiedet. Bergmännische und studentische Tradition verbunden zu einer gelungenen Brauchtumsveranstaltung.

Bericht von Tino Taffanek

Am Mittwoch fand in Leoben die alljährliche Traditionsveranstaltung des Bierauszugs statt. Hier werden die Studenten der Montanuniversität Leoben feierlich in die Sommerferien verabschiedet. Als sogenannte „Auszügler” gelten jene Studenten, die vor kurzem ihr Studium abgeschlossen haben. Für die Organisation des Bierauszuges ist jedes Jahr eine der zahlreichen Leobener Studentenverbindungen verantwortlich.

Festzug mit Musikbegleitung

Vorm neuen Uniportal der Montanuniversität formierte sich der Festzug, nachdem an einer Labestation für Studenten und Universitätsangehörige Freibier ausgegeben wurde. Die Spitze des Festzuges bildete die Bergkapelle Leoben-Seegraben, welche für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte. Danach folgten Chargierten der Leobener Korporationen.

Bergkapelle Leoben-Seegraben

Deren interne Anordnung orientiert sich dabei an althergebrachten Regeln. Die frischgebackenen Absolventen dürfen auf einer Pferdekutsche der Brauerei Platz nehmen. Zu Fuß folgen schließlich die Studenten, die nach Semestern geordnet sind. Angeführt werden die Studenten von einem der Ihren mit einem Schild, auf dem das jeweilige Semester vermerkt ist. Am Ende gehen die sogenannten „Verbummelten“, welche seit mehr als zehn Semestern studieren.

Abschied von der Universität

Unter der Begleitung der Musikkapelle marschierte der Festzug zum ersten Halt beim alten Portal der Montanuniversität.

Rede des Rektors vorm alten Uniportal

Der Festzug nahm vor der Unirampe Aufstellung und der Rektor Univ.-Prof. Dr. Wilfried Eichlseder verabschiedete die Studenten mit seiner Rede in die Ferien. Diese antworten mit dem traditionellen Studentenlied „Gaudeamus Igitur“ zu Ehren der Alma Mater.

Rede des Vizebürgermeisters

Die nächste Station des Festzuges fand sich am Leobener Hauptplatz beim Bergmannsbrunnen. Dort folgte eine Rede des Leobener Vizebürgermeisters Maximilian Jäger (SPÖ).

Rede des Vizebürgermeisters am Leobener Hauptplatz

Dieser wies auf den Charakter als Brauereistadt und auf den der Gösser Brauerei zugutekommenden Biergenuss der Studenten hin. Daher wohl auch der Name Bierauszug. Zu Ehren der „goldenen Zeit, im alten, trauten Leoben“ wurde dann das „Leobener Lied“ gesungen.

Abschluss auf der Maßenburg

Die letzte Station des Festzuges ist traditionell die Maßenburg, eine im Süden der Stadt gelegene Höhenburg. Dort wird unter der Leitung der ausrichtenden Studentenverbindung ein Festkommers, eine offizielle studentische Feier, abgehalten.

Kommers und Ausklang auf der Maßenburg

Alle Studenten der Montanuniversität sind zu diesem eingeladen, auch wenn sie selbst keiner Studentenverbindung angehören. Im Gegensatz zum verregneten Wetter beim Bierauszug im letzten Jahr, blieb es dieses Jahr trocken und alle Gäste konnten den Ausklang unbeschwert genießen.

Gelebte Tradition

Der Bierauszug ist eine der größten studentischen Brauchtumsveranstaltungen in Österreich. Er verbindet bergmännische und studentische Tradition miteinander und hält es unter Einbeziehung aller Studenten aufrecht. Dieses Jahr nahmen nach Angaben des Veranstalters etwa 1200 Studenten am Bierauszug teil. Der Bierauszug ist ein schillerndes Beispiel für gelebte Tradition.

Das einzigartige Brauchtum selbst geht auf eine Zeit zurück, als das folgende Praktikum ein gefährliches Unterfangen war. Damit erinnert es uns an die Entbehrungen und Schwierigkeiten des Lebens in alten Tagen. Auch deshalb bleibt es zu hoffen, dass diese wunderschöne Veranstaltung auch in den kommenden Jahren weiter stattfinden wird.

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Kultur

Wacken Open Air: Der Metal-Ballermann findet diesmal online statt

Stefan Juritz

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am

Das „Wacken Open Air”-Festival wird in diesem Jahr als kostenloser Online-Stream über die Bühne gehen.

Wacken. – Mit jährlich 75.000 Besuchern ist das „Wacken Open Air” in Schleswig-Holstein eines der größten Metal-Festivals der Welt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Festival in diesem Jahr jedoch abgesagt werden. Damit die Fans aber nicht ganz auf die diesjährige Festival-Saison verzichten müssen, haben sich die Veranstalter etwas Besonderes überlegt: „Wenn ihr nicht nach Wacken könnt, kommt Wacken eben zu euch!”, kündigten die Veranstalter an. Konkret soll das Festival diesmal von 29. Juli bis 1. August als Online-Veranstaltung stattfinden.

Auftritte: Blind Guardian, In Extremo, Kreator usw.

„Das gesamte Team hat in den letzten Wochen und Monaten mit viel Ehrgeiz und Motivation an der Umsetzung des neuen Konzepts zu Wacken World Wide gearbeitet, um ein beispielloses Gesamtpaket auf die Beine zu stellen”, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen am Donnerstag.

Bei dem Online-Festival sind Live-Auftritte von Bands wie Blind Guardian, Heaven Shall Burn, In Extremo, Kreator und Beyond The Black geplant. Nach Angaben der Veranstalter sollen die Musikgruppen in Echtzeit mit präzisem Kamera-Tracking abgefilmt und direkt in ein virtuelles Set integriert werden. Die Zuschauer will man darüber hinaus durch Mitmachprogramme und Interaktionen direkt einbinden.

Alle Konzerte werden den Ankündigungen zufolge kostenlos auf der wacken-world-wide.com sowie bei MagentaMusik 360 und MagentaTV zu sehen sein.


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Kultur

Hagia Sophia: Umwandlung in Moschee löst international Kritik aus

Monika Šimić

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Viele Kritiker bedauern die bevorstehende Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee und sehen dies als „provokanten Akt”.

Istanbul/Athen. – Der Gerichtsentscheid über die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee hat international teils heftige Kritik hervorgerufen. Die UNESCO etwa teilte mit, dass sie die Umwandlung des als Weltkulturerbe gelisteten Gebäudes bedauere. Die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan forcierte Entscheidung sei ohne vorherige Abstimmung mit der Organisation getroffen worden, hieß es.

Heftige Kritik kommt aus Griechenland

Kritik an der Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee kam auch von der EU. Die Entscheidungen des türkischen Obersten Verwaltungsgerichts und des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seien „bedauerlich”, erklärte der Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Außenbeauftragte, Josep Borrell. Die Hagia Sophia habe einen „starken symbolischen, historischen und universellen Wert”.

Besonders heftige Kritik übten Länder, die vom griechisch-orthodoxen Glauben geprägt sind. Griechenlands Präsidentin Katerina Sakellaropoulou wertet die geplante Umnutzung als einen „zutiefst provokanten Akt gegen die internationale Gemeinschaft”. Dieser Schritt beleidige auf „brutale Weise das historische Gedächtnis, untergräbt den Wert der Toleranz und vergiftet die Beziehungen der Türkei zur gesamten zivilisierten Welt”. Auch die griechische Kulturministerin Lina Mendoni kritisierte die Umwandlung scharf. „Es ist eine Provokation für die zivilisierte Welt”, sagte die Ministerin nach Angaben des griechischen Staatsradios. Sie warf dem türkischen Präsidenten vor, „sein Land sechs Jahrhunderte zurückzuführen”.

Wunsch nach freiem Zugang

In Russland sieht man die Umwandlung ähnlich wie in Griechenland. Wladimir Dschabarow, der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des russischen Oberhauses, sagte: „Es bringt Nationen nicht zusammen, sondern bringt sie im Gegenteil zur Kollision.” Und Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, erklärte: „Russland ist ein Land, dessen Bevölkerung sich in der Mehrheit zur Orthodoxie bekennt, somit wird, was der Hagia Sophia widerfahren könnte, dem russischen Volk großen Schmerz zufügen.”

Die USA zeigten sich indes enttäuscht über die Entscheidung der türkischen Regierung. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington appellierte an die türkische Führung, weiterhin allen Menschen einen ungehinderten Zugang zu dem Kuppelbau aus dem 6. Jahrhundert zu gewähren.

„Schritt der Türkei weg von Europa”

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) kritisierte die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei ebenfalls. „Als Museum stand die Hagia Sophia Millionen Menschen aller Kulturen und Religionen offen. Die heutige Entscheidung, diesen Status aufzuheben, ist ein weiterer Schritt der Türkei weg von Europa, den wir zutiefst bedauern und nicht nachvollziehen können”, erklärte er am Freitag in einer Aussendung. Das Urteil der türkischen Gerichtsbarkeit werfe zudem die ernste Frage nach deren Unabhängigkeit auf. „Sich von der Offenheit eines historischen Bauwerkes für alle Religionen in einer derartigen Form zu verabschieden, sehen wir sehr kritisch”, betonte Schallenberg.

Die Stellung der Hagia Sophia als ehemals größter Sakralbau der Welt gehe weit über dessen architektonische Bedeutung hinaus. „Als essenzieller Bestandteil der UNESCO-Welterbestätte des historischen Istanbuls hat sie großen Symbolwert und versinnbildlicht die geschichtlichen Entwicklungen der Bosporusregion, der für die Symbiose orientalischer und europäischer Kultur steht”, so Schallenberg.

Deutsche Bischofskonferenz äußert Sorge

Wie die Nachrichtenagentur Kathpress berichtet, sieht auch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die jüngsten Entwicklungen um die Hagia Sophia in Istanbul mit Sorge. „Mit dem Beschluss des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei zum Status der Hagia Sophia und der Ankündigung von Präsident Erdogan, das Gebäude für muslimische Gebete öffnen zu wollen, scheint sich die Türkei auf den Weg einer Rückverwandlung eines ihrer großen Symbole von einem Museum in eine Moschee begeben zu haben”, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Freitagabend.

Der türkische Präsident Receü Tayyip Erdogan kündigte indes an, dass das Gebäude allen offen stehen werde, „für Muslime und Nichtmuslime”. Der Eintritt solle gratis sein. Die Kritiker forderte er auf, die Entscheidung zu respektieren. „Wie die Hagia Sophia genutzt wird, hat etwas mit den Souveränitätsrechten der Türkei zu tun”, betonte er. Bereits Ende Juli soll die Hagia Sophia nach ihrer Umwandlung in eine Moschee mit dem Freitagsgebet eröffnet werden.


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Kultur

Gerichtsentscheid: Hagia Sophia soll wieder Moschee werden

Monika Šimić

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Sie war eine Kirche, dann Moschee, schließlich Museum. Jetzt soll die Hagia Sophia wieder eine Moschee werden.

Ankara/Istanbul. – Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat am Donnerstag entschieden, dass eine Kabinettsentscheidung von 1934, mit dem die ursprünglich als Kirche errichtete Hagia Sophia von einer Moschee in ein Museum umgewandelt wurde, ungültig ist. Diese sei ungesetzlich gewesen.

Erdogan für Umwandlung in Moschee

Die Regelung hatte damals die Regierung von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk erlassen, dessen Kernideologie neben dem türkischen Nationalismus die Trennung von Kirche und Staat war. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der seit Jahren gegen den Laizismus kämpft, hat bereits mehrfach den Wunsch geäußert, aus dem Bauwerk wieder eine Moschee zu machen. Laut dpa hatte er die Umwandlung in ein Museum zuletzt als „großen Fehler” bezeichnet. Die säkulare türkische Opposition und die USA als wichtigster Verbündeter der Türkei sind allerdings gegen eine Nutzung als Moschee.

Die Hagia Sophia, die im 6. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde, war fast ein Jahrtausend lang das größte Gotteshaus der Christenheit und Hauptkirche des Byzantinischen Reiches. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen wandelte Sultan Mehmet II. die Hagia Sophia in eine Moschee um und fügte als äußeres Kennzeichen vier Minarette hinzu. Das Bauwerk ist derzeit ein Museum und als solches Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Status als Museum annulliert

Bereits früher hatte die türkische Denkmalschutzvereinigung Vorstöße unternommen, um eine Rückumwandlung der Hagia Sophia zu erreichen, diese waren bisher aber immer erfolglos geblieben. Nun hat das Gericht den Status des Gebäudes als Museum aber annulliert. Die Hagia Sophia könne jetzt stattdessen für muslimische Gottesdienste genutzt werden, hieß es in der Gerichtsentscheidung. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Wann das Gebäude zum ersten Manl als Moschee genutzt wird, ist noch unklar.

Die UNESCO hatte die Türkei zuvor noch vor der eigenmächtigen Umwandlung des historischen Gebäudes in eine Moschee gewarnt. Mit dem Status als Weltkulturerbe seien „eine Reihe von Zusagen und rechtlichen Verpflichtungen verbunden”, erklärte die UN-Kulturorganisation und rief die Türkei vor einer Entscheidung zum Dialog auf. Ein Staat dürfe „keine Veränderung an dem herausragenden universellen Wert” eines Welterbe-Monuments vornehmen, unterstrich die UNESCO. Die Hagia Sophia gehört als Teil der Istanbuler Altstadt zum Welterbe.


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