Welt

Linker Erdrutschsieg bei Präsidentschaftswahl in Mexiko

By ProtoplasmaKid [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

Erstmals seit Jahrzehnten kommt in Mexiko wieder ein linker Politiker an die Macht. Das Ergebnis drückt den Unmut der eher konservativen mexikanischen Bevölkerung über die scheidende Regierung aus, die das Land noch weiter in einen Sumpf aus Gewalt und Korruption getrieben hat.

In Mexiko haben am Sonntag rund 89 Millionen Wahlberechtigte einen neuen Präsidenten gewählt. Der Sieg ging mit einer eindeutigen Mehrheit von 53 Prozent der Stimmen an den linken Politiker Andrés Manuel López Obrador, genannt Amlo. Der Kandidat der amtierenden Regierungspartei PRI, José Antonio Meade, konnte lediglich 16 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Der größte Konkurrent von Obrador, Ricardo Anaya von der konservativen Partei PAN, erzielte mit rund 22 Prozent den zweiten Platz.

Tausende feiern in Mexiko Stadt

Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, versammelten sich bereits am Sonntagabend zehntausende Menschen auf dem Hauptplatz von Mexiko Stadt, um den Wahlsieger zu feiern. Für viele Mexikaner ist er eine Lichtgestalt; sie erhoffen sich von ihm eine Eindämmung der Gewalt (allein 2017 gab es 30.000 Morde), in der das Land seit Jahren versinkt, einen Aufschwung der Wirtschaft, weniger soziale Ungeichheit und die Beendigung der Korruption.

Trump gratulierte via Twitter

Unter den ersten Gratulanten war auch US‐Präsident Donald Trump. Er verkündete auf Twitter, dass er sich freue, in Zukunft mit Obrador zusammenzuarbeiten. Mit dem neuen Präsidenten könnte Trump in gewissen Bereichen einen harten Gegner bekommen haben. Bei den anstehenden Neuverhandlungen des Freihandelsabkommens Nafta mit den USA und Kanada wird Amlo für eine Einbindung Zentralamerikas kämpfen, da Migranten aus diesem Gebiet auf ihrem Weg in die USA Mexiko durchqueren.

Wahlkampf von Gewalt geprägt

Generell verlief die Wahl laut Beobachtern ohne größere Zwischenfälle. Neben der Wahl des Präsidenten wurden auch politische Posten in 30 von 32 Bundesstaaten, acht Gouverneure sowie auf lokaler Ebene 1600 Bürgermeister neu bestimmt. In den beiden Kongresskammern des Landes werden 500 Abgeordneten‐ und 128 Senatsplätze neu vergeben. Überschattet wurde der Wahlkampf jedoch von einer Welle der Gewalt gegen Politiker. So wurden in den vergangenen zehn Monaten mehr als 120 Politiker ermordet.

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