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Technik

Urheberrecht: EU-Parlament erteilt Uploadfilter & Co. vorerst Absage

Redaktion

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Besonders die geplante Einführung von Upload-Filtern sorgte für einigen Protest, auch von zivilgesellschaftlichen Gruppen. Ganz vom Tisch ist die Urheberrechtsreform allerdings nicht. Symbolbild: Arbeitskreis Vorratsdaten via Flickr [CC BY 2.0]

Mit einer knappen Mehrheit lehnte das EU-Parlament in Straßburg am Donnerstag das Verhandlungsmandat für die europäische Urheberrechtsreform ab. 

Die umstrittene Reform wurde bereits 2016 vom früheren EU-Digitalkommissar Günther Oettinger vorgelegt. Streit- und Kritikpunkte waren dabei vor allem die geplanten Upload-Filter sowie die Einführung eines Leistungsschutzrechts. Während 318 Abgeordnete gegen die Vorlage stimmten, bekannten sich nur 278 damit einverstanden. Damit verschieben sich weitere Schritte wie der Start von Dreiergesprächen mit Rat und Kommission bis hinter die Sommerpause.

Musik- und Filmindustrie wünschen Uploadfilter

Zufolge Artikel 13 des Entwurfs hätten Internetplattformen sogenannte “Uploadfilter” einsetzen können. Mit diesen sollten sie überprüfen, ob hochgeladene Bilder, Videos oder Musik einem urheberrechtlichen Schutz unterliegen. Befürworter vor allem aus Film und Musik – darunter der heimische Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) -erhofften sich davon eine Stärkung von Kreativen und Kunstschaffenden gegenüber großen Internetunternehmen.

Gegner befürchteten in diesem Bereich den genau umgekehrten Effekt. Während große Firmen wie Google oder Facebook imstande wären, lukrative Verträge zur Schaffung solcher Mechanismen zu vergeben, hätten kleiner Plattformen und Start-Ups hier das Nachsehen. IT-Verbände und die Start-Up-Szene befürchteten außerdem einen Wettbewerbsnachteil europäischer Alternativen zu amerikanischen Global Players.

Upload-Filter: Kritiker befürchten Zensur

Kritiker von Uploadfiltern glauben an ein mögliches Ende des freien Internets und der landläufigen Onlinekultur der vergangenen Jahre. Diese baute teils sehr stark auf wiederkehrende Memes. Außerdem könnten sogar private Videos betroffen sein, etwa wenn im Hintergrund geschützte Musikstücke laufen. Darüber hinaus warnt man vor der technischen Möglichkeit, anhand eines dann bereits installierten Mechanismus auch andere missliebige Inhalte auszusperren. Erst vor wenigen Tagen sorgte das Bekanntwerden entsprechender Pläne der EU-Innenminister für Aufsehen.

Leistungsschutzrecht als zahnloser Tiger

Beim Leistungsschutzrecht handelt es sich um einen Mechanismus, bei welchem Portale wie etwa Google News für Überschriften und Anrisse von Medienartikeln zahlen müssen. Auch der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ist der Ansicht, man müsse “effektiv vor der kommerziellen Ausbeutung Dritter” schützen. Das insgesamt von vielen großen Verlags- und Zeitungshäusern gestützte Vorhaben hatte in einigen EU-Ländern bereits Testläufe – mit gemischtem Erfolg.

Denn aufgrund der Marktdominanz der großen Internetfirmen stellten sich die gesetzlichen Vorgaben allzu oft als zahnlose Tiger heraus. In Deutschland etwa erteilten Presseverlage Google letztlich eine “Gratiseinwilligung” zur Verwendung ihrer Inhalte, weil sie auf die Verwertung in Suchmaschinen angewiesen waren. Eine belgische Medien verschwanden nach erfolgreichen Urheberrechtsklagen zeitweise vollständig aus dem Suchindex – und ruderten letztlich zurück. In Spanien stellte Google seinen Nachrichtendienst nach Einführung eines ähnlichen Gesetze gänzlich ein.

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Technik

“Inside IB”: YouTube löscht investigative Reportage über Identitäre

Julian Schernthaner

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ASDF Die Reportage 'Inside IB' der Jungen Freiheit lässt auch identitäre Aktivisten wie deren österreichischen Leiter Martin Sellner zu Wort kommen. Bildzitat: YouTube [@17:21 min]

Die Video-Reportage der Jungen Freiheit über die Identitäre Bewegung wurde vonseiten des Videoportals YouTube offenbar bereits am Freitagabend vom Netz genommen.

San Bruno/Berlin. – Wie das Onlineportal der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit berichtet, hätten die Verantwortlichen des Videodienstes die Reportage aufgrund eines nicht eindeutig geklärten Verstoßes gegen seine Richtlinien entfernt. Das Medium kritisiert den Vorfall scharf und äußert sein Unverständnis für diese Vorgehensweise.

Reportage über Identitäre: Über 70.000 Aufrufe

Es war eine Reportage, welche sich einer großen Reichweite erfreute. In etwas mehr als einer Woche sahen über 70.000 Menschen den 25-minütigen Beitrag, welcher die Identitären und die gegenwärtigen Vorwürfe gegen deren Österreich-Leiter Martin Sellner näher beleuchtet.

Dieser sowie seine Bewegung befand sich nach dem passiven Empfang einer Spende vom späteren Christchurch-Atttentäter im Jänner 2018 im Zentrum der weltweiten Berichterstattung. Dabei lässt die Reportage auch Aktivisten der patriotischen Protestgruppe zu Wort kommen – und kritisiert eine als einseitig empfundene Berichterstattung über diese.

“Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten”

Nun löschte YouTube das Stück, angeblich ohne nähere Begründung. Lediglich generell sei befunden worden, dass „Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten, die sensationslüstern präsentiert oder in ausbeuterischer Absicht erstellt werden“, verboten wären.

Dazu würden nach Ansicht des Videoportals insbesondere Inhalte mit “Kriegsszenen, Folgen von Terroranschlägen oder ähnlichen Szenarien, die Zuschauer schockieren oder Ekel hervorrufen sollen“ zählen. Aufgrund dessen ist die Reportage derzeit nur über einen Mirror eines anderen Nutzers anzusehen.

Kurze Christchurch-Sequenz als Auslöser für Löschung?

Bei der Jungen Freiheit kann man diese Begründung nicht abschließend nachvollziehen. Man munkelt in der Redaktion, dass ein kurzes, verpixeltes Bildzitat des Christchurch-Attentats und dem dafür tatverdächtigen Australier Brenton T. als Stein des Anstoßes gedient haben könnte. Allerdings habe man hier “bewusst aus Respekt vor den Opfer und ihren Angehörigen” auf eine graphische Darstellung verzichtet.

Insgesamt wundert sich ein Journalist des JF-Kollektivs: “Wie
soll man über einen Anschlag berichten, wenn man keine Bilder des Täters zeigen kann?” Außerdem verweist man darauf, dass YouTube nach dieser Logik wohl auch jede Dokumentation über den 11. September oder die Anschläge vom Breitscheidplatz von Netz nehmen müsste. Man habe jedenfalls Einspruch gegen die Entfernung eingelegt.


Weiterlesen:

‘Inside IB’: Reportage entlarvt einseitige Berichterstattung über Identitäre (10.5.2019)

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Gesellschaft

Microsoft Word soll politisch korrekt werden

Monika Šimić

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am

ASDF Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Damit wolle man den Nutzern helfen, “effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren”.

Seattle. Nach dem Willen des Softwareherstellers Microsoft soll im Schreibprogramm Word die politische Korrektheit Einzug halten. Die neue Funktion, die sich “Ideas in Word” (Ideen in Word) nennt, wird von künstlicher Intelligenz angetrieben und wurde von Microsoft auf seiner jährlichen “Build Developer Conference” vorgestellt.

“Mailperson” statt “Mailman”

Die neue Funktion soll unter anderem Wörter unterstreichen, die von Microsoft als diskriminierend angesehen werden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Fast Company werden Ausdrücke wie “Mailman” (Briefträger) oder “Congressman” (Kongressabgeordneter) angestrichen. Stattdessen empfiehlt das Programm die Nutzung genderneutraler Formulierungen wie etwa “Mailperson” oder “Congressperson”. Um das Wort “Policeman” (Polizist) zu vermeiden, kann man sich für das vom Programm vorgeschlagene “Police Officer” entscheiden.

“Person-Zuerst-Ansatz”

Microsoft geht allerdings weiter und nimmt sich auch feststehende Phrasen wie “gentlemen’s agreement” vor, aus dem “unspoken agreement” wird. Außerdem ermuntert das Programm den Schreiber zu einem “Person-Zuerst-Ansatz”. Statt “Disabled person” (behinderte Person) soll es etwa “Person with disability” (Person mit Behinderung) heißen. Formulierungen wie diese sollen zeigen, dass der Mensch selbst wichtiger ist als die Behinderung.

Das Programm, dessen Entwicklung unter anderem durch Linguisten unterstützt wird, soll zudem auch auf “sensible geopolitische Bezeichnungen” hinweisen, ohne dass es hierzu schon konkrete Beispiele gibt. „Wir wollen Ihnen helfen, effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“, erklärte der hochrangige Marketingmanager des Unternehmens, Malavika Rewari, die Ziele des Programms. Den Nutzern steht es allerdings frei, gleich wie bei der Rechtschreibprüfung auch, die Hilfe auszuschalten.

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Technik

Kampf gegen Terroristen: Neue Software “goTravel” vorgestellt

Monika Šimić

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am

ASDF Bild: UNO-Generalsekretär Antonio Guterres / U.S. Mission Photo by Eric Bridiers [Public domain], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Software kann Bewegungsdaten von Personen analysieren und daraus ein Gefährdungspotenzial ableiten.

New York. Die Vereinten Nationen wollen stärker gegen reisende Terroristen vorgehen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres stellte gestern in New York eine neue Software vor, mit der sich Länder besser über die Bewegungen von Extremisten austauschen sollen. Nach der Niederlage der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wollen nun viele IS-Kämpfer aus dem Nahen Osten in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren. Diese stellen jedoch eine “große transnationale Bedrohung” dar, sagte Guterres.

“goTravel” gegen Terror

“Viele sind gut ausgebildet und könnten künftige Terroranschläge ausüben. Andere hoffen darauf, zu radikalisieren und neue Anhänger zu gewinnen”. UNO-Schätzungen zufolge hatten sich etwa 40.000 Menschen aus 110 Ländern in den vergangenen Jahren dem Kampf des IS in Syrien und dem Irak angeschlossen.

Nun hat man die neue Software “goTravel” vorgestellt. Dadurch wollen die Vereinten Nationen nun sicherstellen, dass die Terroristen identifiziert und gefasst werden können, bevor sie Gewalttaten verüben können. Das Programm soll vor allem solchen Ländern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, die bisher keine ausreichende Ausstattung zur Verfolgung von Terrorverdächtigen hatten.

Gefährdungspotenzial erkennen

Die Software kann künftig Bewegungsdaten von Personen analysieren und daraus ein Gefährdungspotenzial ableiten. Weiters soll die Software einen schnellerer Informationsaustausch mit anderen betroffenen Ländern und Behörden wie zum Beispiel Interpol ermöglichen. Der Irak und Sri Lanka, wo es am Ostersonntag zu einer Reihe schwerer Selbstmordanschläge gekommen ist, sind die ersten Länder, die die Software bestellt haben.


Weiterlesen:

Radikalislamische Gruppe offenbar für Anschläge verantwortlich (22.04.2019)

Sri Lanka: Anschläge auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag (21.04.2019)

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